UNESCO-Japan Preis für BNE 2019

Im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung zeichnet der UNESCO Japan Prize on Education for Sustainable Development seit 2015 weltweit Projekte von Individuen, Institutionen und Organisationen aus, die BNE in herausragender Weise umsetzen.

Die Kandidaten aus Deutschland stellen sich vor

Eine Jury für die nationale Vorauswahl in Deutschland aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie den wissenschaftlichen und internationalen Beratern für die Umsetzung des WAP wählte nach umfassender Beratung aus den zahlreichen eingegangenen Bewerbungen zwei Akteure aus. Aus Deutschland sind die Freie Hansestadt Hamburg und das Forum zum Austausch zwischen den Kulturen in diesem Jahr dabei.

Freie und Hansestadt Hamburg

„Hamburg lernt Nachhaltigkeit“

Bereits seit 2005 vernetzt die Initiative Hamburg lernt Nachhaltigkeit in vorbildlicher Weise Behörden, Institutionen, Verbände, Netzwerke und Personen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in allen Bildungsbereichen der Stadt voranbringen. Die Freie und Hansestadt entfaltet dabei eine besondere Strahlkraft: Sie wurde als eine von nur vier Städten weltweit zum Key-Partner für das Weltaktionsprogramm (WAP) benannt und ist einer der Sprecherinnen im Partnernetzwerk der BNE-Kommunen.

„Hamburger Masterplan BNE 2030“

Hamburg hat nach Senatsbeschluss in einem zweijährigen Beteiligungsprozess mit Verwaltung und Zivilgesellschaft den „Hamburger Masterplan BNE 2030“ entwickelt. Bis 2030 soll BNE in allen Bildungsbereichen in Hamburg strukturell verankert sein. Der Beginn ist für 2020 geplant. Mit dieser Vision und dem internationalen Engagement ist Hamburg 2019 zudem neues Mitglied im Global Network of Learning Cities der UNESCO geworden. Unterzeichnet wurde die Mitgliedschaft durch den Ersten Hamburger Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher.

BNE für alle Generationen

Unterstützt wird diese vom Senator für Umwelt und Energie Jens Kerstan: „Tausende junge Menschen halten uns vor Augen, wie wichtig ein zukunftsorientiertes Handeln für heutige und zukünftige Generationen ist. Bildung für nachhaltige Entwicklung setzt genau hier an: Sie befähigt Menschen, die Auswirkungen des eigenen Tuns auf die Eine Welt zu verstehen und ermöglicht so verantwortungsbewusstes Handeln. Ich freue mich, das Hamburg mit dem Masterplan BNE 2030 einen Maßnahmenkatalog vorlegen kann, der Bildung für nachhaltige Entwicklung für alle Generationen anbietet – vom Kita-Bereich über die Schule bis zur Erwachsenenbildung. Wenn auch der Masterplan noch in der Abstimmung ist und erst 2020 in Kraft treten wird, ist schon der Prozess für Hamburg ein Erfolg, mehr als 100 Akteure aus 70 unterschiedlichsten Institutionen an den Tisch gebracht zu haben. Ich verspreche mir weiter einen regen Austausch in diesem globalen Kommunen-Netzwerk, von dem Hamburg enorm profitieren kann.“

Beitrag zum Nationalen Aktionsplan BNE

Auch Hamburg hat mehrere Commitments zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) abgegeben: Eines betrifft den Masterplan BNE für Hamburg, ber den die Stadt zum Ende des WAP 2019 berichtet. Darüber hinaus wird die NUN-Zertifizierung (Norddeutsche Partnerschaft zur Unterstützung der UN-Dekade BNE) in Hamburg umgesetzt und weiterentwickelt.

Für sein Aktivitäten ist Hamburg bereits zweimal im Rahmen des WAP ausgezeichnet worden.

 

 

Hamburg gehört zum UNESCO Global Network of Learning Cities

„Hamburg lernt Nachhaltigkeit“

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Forum zum Austausch zwischen den Kulturen

Austausch zum Thema Nachhaltigkeit: Hamburg und Mosambik

Der gemeinnützige Verein Forum zum Austausch zwischen den Kulturen wurde 2003 gegründet und verfolgt das Ziel, die Themen Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen in der Ausbildung an Berufsschulen zu verankern. Durch eine Kooperation zwischen Bildungsinstitutionen in Hamburg und Mosambik hatten zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte bereits die Chance, das jeweilige Partnerland kennenzulernen und am Austausch über die unterschiedlichen Lebensbedingungen, technische Verfahren und das Thema nachhaltiges Wirtschaften teilzuhaben.

Globale Zusammenhänge in den Blick nehmen

Der Austausch befähigt die Teilnehmenden, ihre fachlichen und sozialen Erfahrungsbereiche zu erweitern und den Blick für globale Zusammenhänge und Nachhaltigkeit zu vertiefen. Zentrales Ziel des Vereins ist der partnerschaftliche Dialog zwischen den Kulturen über BNE: Im Verlauf des intensiven Kontaktes zwischen deutschen und mosambikanischen Jugendlichen werden Vorurteile abgebaut, die jeweils andere Kultur als Bereicherung der eigenen erkannt und die eigene Kultur kritisch reflektiert. Dabei lernen beide Seiten voneinander und es werden gemeinsame Projektideen entwickelt und realisiert. Die Erfahrungen aus der gemeinsamen Arbeit werden dabei in Hamburg und in Mosambik in den Unterricht integriert.

Gute Praxis sichtbar machen

Das Partnerschaftskonzept ist ein lernendes Projekt, in dem Transfer guter Praxis in die Breite auch gerade für andere Berufsschulen nutzbar gemacht wird. Deshalb stellt das Forum seine Erfahrungen in der Öffentlichkeit dar, bemüht sich um neue Bündnispartner und wird für seine Arbeit in Deutschland und Mosambik geschätzt.

Beitrag zum Nationalen Aktionsplan BNE

Im Rahmen seines Engagements für BNE hat der Verein außerdem ein Commitment zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) abgegeben: Die Hamburger Berufsschulen, die mit dem Verein verbunden sind, führen in den nächsten drei Jahren Projekte zum Orientierungsrahmen des Lernbereichs Globale Entwicklung durch, um BNE in den Lernfeldern der Fachabteilungen zu verankern. Die globalen Lernpartnerschaften sind dabei ein Instrument der Schulentwicklung im Sinne des Whole School Approach. Über die globalen Lernpartnerschaften wird BNE auch bei den mosambikanischen Partnerschulen ein wichtiges Thema.

Die kontinuierliche Dokumentation der Partnerschaftsarbeit geschieht etwa über die Internetseite www.forum-austausch.de, durch mittlerweile fünf Dokumentarfilme sowie die Teilnahme an regionalen und überregionalen Veranstaltungen zum Thema BNE.

„BNE und Globales Lernen in der beruflichen Bildung“

Hier geht es zum Akteursprofil des Netzwerks

Höhepunkte des Weltaktions­programms BNE 2015 bis 2019