Agendakongress 2017

Der zweite Agendakongress fand vom 27. bis zum 28. November 2017 im Berlin Congress Center statt. 29 Lernorte, 28 Netzwerke und 6 Kommunen erhielten am ersten Tag des Kongresses eine Auszeichnung für ihren Beitrag zur Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms. In zahlreichen Workshops tauschten sich Akteure der deutschen BNE-Landschaft an beiden Tagen aus, wie sie den Nationalen Aktionsplan BNE mit Leben füllen wollen. Jugendliche berichteten auf der Bühne, welche Ideen sie für gelungene BNE in Deutschland haben.

Nationaler Aktionsplan stand im Mittelpunkt

63 Initiativen ausgezeichnet

29 Lernorte, 28 Netzwerke und 6 Kommunen erhielten auf dem Agendakongress 2017 eine Auszeichnung für vorbildhafte BNE.

Rede der Staatssekretärin

Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen sprach auf dem Agendakongress 2017 zum Motto „Gemeinsam in Aktion – wie wir den Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung umsetzen“.

Darum ging es

Einmal im Jahr veranstaltet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen so genannten Agendakongress. Diese bundesweite Veranstaltung ist Forum für fachliche Diskussionen und neue Ideen zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Der Kongress richtet sich an Akteure und Initiativen, die BNE in die Praxis umsetzen wollen und an die Mitglieder der Gremien, die das Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland umsetzen. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, sich auszutauschen, sich zu vernetzen und gemeinsam die Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung voranzubringen.

Ein bisheriges Ergebnis ist die gemeinsame Ausarbeitung eines Nationalen Aktionsplans, der im Juni 2017 verabschiedet wurde und dieses Jahr im Zentrum des Agendakongresses mit dem Motto "In Aktion" stand. Wie sollen die formulierten Maßnahmen und Ziele praktisch umgesetzt werden? Fachleute, Aktive und interessierte Bürgerinnen und Bürger waren eingeladen, mitzudiskutieren, anzupacken und die Zusammenarbeit auszubauen.

63 Initiativen für vorbildhafte BNE ausgezeichnet

Am Abend des 27. November 2017 zeichneten das BMBF und die Deutsche UNESCO Kommission 29 Lernorte, 28 Netzwerke und 6 Kommunen für ihr vorbildhaftes BNE-Engagement aus. Als  Vorreiter leisten sie einen beispielhaften Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland. In der deutschen BNE-Landschaft stellen sich die Ausgezeichneten vor. Sie erhalten das Logo des Weltaktionsprogramms für ihre Arbeit und profitieren vom Austausch mit anderen Akteuren und Initiativen.

Die Auszeichnungen sind Teil des Weltaktionsprogramms, beim ersten Agendakongress im Juli 2016 erhielten 65 Kommunen, Lernorte und Netzwerke eine Auszeichnung.

Kurzvorträge und Workshops

In 10 Kurzvorträgen und 20 Workshops ergründeten Akteure der deutschen BNE-Landschaft, wie sich der Nationale Aktionsplan umsetzen lässt.

Am 28. November fand ein Dialogforum unter dem Motto "Länder in Aktion – BNE vor Ort" statt. Kurzvorträge und Diskussionen thematisierten, welchen Beitrag Initiativen in den Ländern zur Verankerung von BNE leisten können. Zum Abschluss gehörte die Bühne den Beteiligten der BNE-Jugendkonferenz youcoN und des BNE-Jugendforums youpaN. Sie stellten vor, welchen Stellenwert BNE in ihrem Alltag und für ihren weiteren Werdegang hat und wie sie sich in die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE in den nächsten Jahres einbringen werden. Ein kurzer Film zeigt den Agendakongress aus ihrer Sicht.

Kurzprotokolle Workshops Agendakongress 2017

A01: „Die WeltJugend-NachhaltigkeitsSchule WJNS als digitale Plattform - eine Schule der Zukunft“

Der Verein jugend denkt um.welt e.V. – youthinkgreen – hat Ergebnisse seiner Weltjugendprojekte in der Veröffentlichung „Tree of Hope“ beispielhaft zusammengestellt. Darauf aufbauend haben Jugendliche und Unterstützende der Initiative das Konzept einer Weltjugend-Nachhaltigkeitsschule (WJNS) entwickelt. Im Workshop diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen Facetten der WJNS.

B01: „Die drei Phasen der LehrerInnenbildung – BNE strukturell verankern“

Eine strukturelle Verankerung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in der schulischen Bildung steht in engem Zusammenhang damit, die drei Phasen der LehrerInnenbildung – Studium, Referendariat und der Fort- und Weiterbildung – entsprechend zu verbessern. Good-Practice-Beispiele zeigen Anknüpfungspunkte zwischen diesen Phasen. Im Workshop wurden wesentliche Schritte und Maßnahmen herausgearbeitet.

C01: „Der Weg zum nachhaltigen Lernort in der beruflichen Bildung“

Kontext des Workshops ist das vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführte Förderprogramm „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung“. In diesem werden 12 Modellversuche zur strukturellen Verankerung von nachhaltiger Entwicklung in der beruflichen Bildung gefördert. In dem Workshop wurden drei Modellprojekte vorgestellt.

D01: „Design-Thinking-Workshop: (B)BNE im beruflichen Alltag verankern“

Kern von (B)BNE in Unternehmen ist die Kompetenz jedes und jeder Einzelnen, berufliches Alltagshandeln mit der „abstrakten“ Idee der nachhaltigen Entwicklung verknüpfen zu können. Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage, wie Unternehmen Mitarbeitende zur persönlichen Verantwortungsübernahme am Arbeitsplatz ermächtigen können, damit diese als Architekten einer nachhaltigen Entwicklung agieren können.

E01: „Unternehmerische Nachhaltigkeitskompetenzen an Hochschulen fördern“

Im internationalen Diskurs zu neuen Arten des Wirtschaftens werden „nachhaltige Unternehmen“ bzw. an Nachhaltigkeit orientiertes UnternehmerInnentum immer stärker als Akteure des Wandels in Richtung einer Post-Wachstumsgesellschaft gesehen. Während des Workshops wurde eruiert, wie Hochschulen unternehmerisch relevante Nachhaltigkeitskompetenzen fördern können.

F01: „Nachhaltigkeitsberichte als Elemente partizipativer Strategieentwicklung“

Am Beispiel deutscher Hochschulen stellten die ReferentInnen Nachhaltigkeitsberichterstattung als Teil der Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien vor. Der Workshop zeigte auf, wie beides partizipativ gestaltet und so sowohl zum Governance-Tool als auch zum organisationalen Lernprozess werden kann.

G01: „Zukunft mit Qualität – BNE-Weiterbildungsmaßnahmen und Kompetenzentwicklung“

Im Workshop wurden zwei Ansätze zur BNE-Qualifizierung an Hochschulen vorgestellt und anhand dieser Beispiele die inhaltlichen Bedarfe, Zielgruppen und Gestaltungsmöglichkeiten einer BNE-Qualifizierung mit den Teilnehmenden diskutiert.

H01: „Erwachsenenbildung für nachhaltige Entwicklung – Der Beitrag der Volkshochschulen (VHS) zur Umsetzung des NAP BNE“

Nach einer Einführung zur Arbeit der Volkshochschulen (VHS) und ihrem Bezug zu BNE wurde die Beteiligung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) am Nationalen Aktionsplan vorgestellt. Die Teilnehmenden diskutierten, inwiefern BNE-Themen im Bildungsprogramm der VHS weitergehend verankert werden können, welche Zielgruppen und Kooperationspartner für BNE wichtig sind und welche Erwartungen an die VHS gerichtet werden. Damit sollten Maßnahmen identifiziert werden, mit denen der Verband die VHS vor Ort bei diesem Prozess unterstützen kann.

I01: „Erfolgreiche BNE in Kommunen – Gute Beispiele und Erfordernisse für die Zukunft„

Im Einführungsvortrag wurden die Bedingungen reflektiert, unter denen sich Kommunen erfolgreich vernetzen und über gute Ansätze austauschen können.

Das Partnernetzwerk „Kommunen“ stellte im Workshop gute Beispiele aus den Kommunen Aalen, Hamburg, Heidelberg und Frankfurt zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE vor. Die Teilnehmenden diskutierten Wünsche, Bedarfe und Grenzen von unterstützenden Strukturen für Kommunen.

J01: „SDG 4.7 – Wertekern des Bildungsziels und Garant qualitativ hochwertiger Bildung“

Sinnhaftigkeit und Erfordernis der Einbettung internationaler / regionaler Definitionsunterschiede in eine globale Kompetenzdefinition wurden in diesem Workshop anhand des kanadischen Kompetenzmodells anschaulich dargestellt.

A02: „Nachhaltige Lernorte und strukturelle Umsetzung von BNE-Maßnahmen in der Frühen Bildung – zwei Praxisbeispiele“

Gegenstand des Workshops war die Vorstellung zweier angewandter Beispiele für BNE in der Frühen Bildung. Ziel des Workshops war es, Einblick in zwei Konzepte zu ermöglichen und einen intensiven Austausch der Teilnehmenden zu den vorgestellten sowie den eigenen BNE-Maßnahmen anzuregen.

B02: „Schule und außerschulische Bildung verbinden – BNE Bildungslandschaften“

Ausgangspunkt der Diskussion bildet die Vorstellung der Entwicklungsetappen der NRW-Landesstrategie „Bildung für nachhaltige Entwicklung – Zukunft Lernen NRW (2016 – 2020)“. Hieran schließt die Landeskampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ sowie das „BNE-Landesnetzwerk NRW“ mit seinen landesgeförderten BNE-Regionalzentren an.

In der BNE-Agentur NRW – formal in die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) eingebunden – sind beide Angebote verzahnt. Sie unterstützt die Strategieumsetzung und stellt eine Schnittstelle zwischen Zivilgesellschaft und Landesregierung dar. Die Landeskampagne ist ein gemeinsames Angebot des Schulministeriums und des Umweltministeriums NRW und motiviert dazu, BNE stärker in den Schulalltag und Unterricht zu integrieren. Die Teilnehmenden des Workshops diskutierten Übertragungsmöglichkeiten in andere Bundesländer, den zu erwartenden Nutzen sowie Anknüpfungspunkte.

C02: „Strukturelle Verankerung von BNE in Lehr- und Bildungsplänen“

Der Workshop fokussierte die Fragestellung nach möglichen Ansätzen einer strukturellen Verankerung von BNE in Lehr- und Bildungsplänen. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen wurden als zwei Beispiele der strukturellen Verankerung von BNE in Lehr- und Bildungsplänen auf Landesebene vorgestellt. Dies war Ausgangspunkt für die weitere Diskussion mit den Workshop-Teilnehmenden.

D02: „Warum redet niemand über Geld? Vorschläge zur Finanzierung von BNE im Bereich Schule“

Eine Studie zu den Kosten der flächendeckenden Einführung von BNE im Bereich Schule der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft Heidelberg (FEST) im Auftrag des Bündnisses ZukunftsBildung wurde vorgestellt. Ziel der Studie war es, möglichst konkret den notwendigen Finanzbedarf zu benennen, um BNE über den Zeitraum von 2018 bis 2030 strukturell, verbindlich und überzeugend in den Schulsystemen der Länder zu verankern.

E02: „Zwischen Change Agents und Greening der Arbeitswelt: Nachhaltigkeitskompetenzen in Aus- und Weiterbildung“

Der Workshop untersuchte das Thema der Vermittlung von Nachhaltigkeitskompetenzen in Bezug auf verschiedene Zielgruppen und Ebenen der beruflichen Bildung: Von der Berufsorientierung über die Ausbildung bis zur Führungsebene. Darüber hinaus wurde beleuchtet, wie strukturelle Gegebenheiten innerhalb von Unternehmen auf die Kompetenzförderung wirken. Hierbei soll der Fokus über klassische Bio-Anbieter und Umwelttechnikfirmen hinaus erweitert werden.

F02: „Fort- und Weiterbildung zur BNE – Die Globale Perspektive“

Das BNE-Expertennetzwerk „ESD Expert Net“ verbindet Expertinnen und Experten aus Deutschland, Indien, Mexiko und Südafrika in einer globalen Partnerschaft. Sie arbeiten gemeinsam daran, Nachhaltigkeitsthemen in den Bildungslandschaften der beteiligten Länder zu implementieren. Das ESD Expert Net transferiert die Erfahrungen des internationalen BNE-Austauschs in verschiedene nationale Weiter- und Fortbildungsangebote. Anhand zweier Angebote wurde aufgezeigt, wie es gelingen kann, die globale Perspektive auf nachhaltige Entwicklung in Angebote der Fort- und Weiterbildung einzubinden. Zentrales Thema des Workshops waren Chancen einer internationalen Zusammenarbeit in BNE, die sich für Bildungsanbieter und -nachfrager ergeben.

G02: „Qualitätsentwicklung in der non-formalen BNE – Zertifizierungen in den Ländern“

Der Workshop beschäftigte sich mit Zertifizierungen von Bildungsanbietern als Instrument der Qualitätsentwicklung in der non-formalen BNE in den Ländern. Eine von der Umweltministerkonferenz beauftragte Arbeitsgruppe hat anhand der Erfahrungen der Länder ein Eckpunktepapier erarbeitet. Die Inhalte des Papiers wurden zu Beginn des Workshops vorgestellt. Dies bildete die Diskussionsgrundlage des World-Cafés mit vier Thementischen.

H02: „Monitoring des Weltaktionsprogramms – Ergebnisse zur Diskussion gestellt“

Bildungsbereichsspezifische Ergebnisse der qualitativen Phase des WAP-Monitorings wurden bildungsbereichsspezifisch vorgestellt. Diese wurden mit Fokus auf die zentralen Hebelpunkte diskutiert.

J02: „Die Bedeutung von BNE für die UN-Klimaziele – Impulse der 23. Weltklimakonferenz (COP 23)“

Der Workshop erörterte den Beitrag von BNE zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) und Synergien bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

Sonder-Workshop Film: „Filmworkshop: Bilder und Narrative der Transformation entwickeln“

Ausgangsbasis des Workshops waren unterschiedliche Formate von Kurzfilmen beziehungsweise Filmtrailern zu Nachhaltigkeitshemen. Anhand dieser Beispiele wurden die den Bildern und Narrativen zugrunde gelegten Ideen vorgestellt. Im Anschluss entwarfen die Teilnehmenden selbst eigene Bilder und Zukunftsvisionen in Form von Collagen und Erzählungen. Dabei standen die Themen Gleichheit und Gerechtigkeit, Energie, Bildung und BNE, Klimakultur sowie Konsum und Produktion im Mittelpunkt.

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