Nordrhein-Westfalen

Bereits im Jahr 2016 verabschiedete das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) eine Landesstrategie für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Dabei liegt der Fokus auf strukturbildenden Maßnahmen. Zur Unterstützung wurde die BNE-Agentur als Fach- und Koordinierungsstelle eingerichtet. Geplant ist eine landesweite Initiative „BNE-Lehrer-Fortbildung Stufe II“ und eine Bildungspartnerschaft „Natur und Schule“.

Wie setzt Nordrhein-Westfalen Bildung für nachhaltige Entwicklung um?

Mit Verabschiedung der BNE-Landesstrategie im Jahr 2016 liegt der Fokus in NRW auf strukturbildenden Maßnahmen. Zur Unterstützung des Umsetzungsprozesses hat die Landesregierung die BNE-Agentur NRW als Fach- und Koordinierungsstelle für BNE in der Natur-und Umweltschutz-Akademie NRW eingerichtet.

Schwerpunkte der BNE-Aktivitäten liegen auf folgenden Initiativen/Programmen:

  • Aufbau eines landesweiten BNE-Netzwerkes von außerschulischen Bildungseinrichtungen, Partnern und Akteuren im Bereich der BNE mit dem Ziel eines flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Bildungsangebotes. Möglichkeit der Förderung regional bedeutsamer und BNE-aktiver Umweltbildungseinrichtungen im Rahmen der „Förderrichtlinien BNE-/Umweltbildungseinrichtungen NRW“ des Umweltministeriums. In der aktuellen Förderphase (01.04.2018-31.03.2019) werden 23 so genannte Regionalzentren mit rund 1,8 Millionen Euro gefördert.
  • Koordinierung und Weiterentwicklung der seit 2003 bestehenden NRW-weiten Kampagne „Schule der Zukunft“. Im aktuellen Kampagnenzeitraum (2016-2020) sind rund 600 Schulen, über 300 Partner und knapp 20 Netzwerke aktiv. Ziel ist es, Schulen, Kindertagesstätten und Netzwerke zu begleiten und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie BNE in die Unterrichts- und Schulentwicklung implementiert werden kann beziehungsweise wie auch außerschulische Partner beteiligt werden können. Weitere Vorreiterschulen im Bereich BNE und Globalem Lernen sind in NRW: FairTradeSchools, UNESCO-Projektschulen, Nationalparkschulen, Verbraucherschulen.
  • Planung und Durchführung von regionalen Bildungsveranstaltungen in und für Bezirksregierungen zur Stärkung der Vernetzung der schulischen und außerschulischen Akteure und der Aus-, Fort- und Weiterbildung.
  • Qualitätsentwicklung und Zertifizierung außerschulischer Bildungseinrichtungen: Qualitätsmanagementprozess mit dem wesentlichen Ziel der Weiterentwicklung von Angeboten der klassischen Umweltbildung, der entwicklungspolitischen Bildung oder Bildungsangebote anderer Schlüsselthemen hin zu BNE.
  • Unterstützung auf dem Gebiet des Globalen Lernens im Rahmen des Promotorenprogramms NRW, welches sich insgesamt aus 16 regionalen Promotoren und 14 Fach-Promotoren unter anderem im Bereich Jugend, Globales Lernen oder Klima und Entwicklung zusammensetzt.
  • Die BNE-Agentur NRW soll darüber hinaus amtlich und ehrenamtlich Tätige in Verwaltungen und Einrichtungen dabei unterstützen, BNE in alle Bildungsbereiche einzubinden und weiter zu entwickeln.
  • Im Auftrag des Schulministeriums wird zurzeit eine „BNE-Leitlinie“ als Orientierungshilfe für Lehrerinnen und Lehrer sowie als Grundlage für zukünftige Lehrpläne und gegebenenfalls Richtlinien entwickelt. Zentral sind dabei die Entwicklung eines pragmatischen BNE-Verständnisses und die Formulierung von Merkmalen von BNE-Lernprozessen.
  • Das Schulministerium nimmt teil am „Schulprogramm“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und wird in Form einer Landeskoordination für Globales Lernen und BNE unterstützt.

Was plant Nordrhein-Westfalen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Vorbereitet wird eine landesweite Initiative „BNE-Lehrer-Fortbildung Stufe II“, die beim fachlichen Lernen der Fächer/Lernbereiche Sachunterricht, Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften, Arbeitslehre, moderne Fremdsprachen/Deutsch ansetzt. Dabei kann auch der Orientierungsrahmen Globale Entwicklung in seiner überarbeiteten Fassung Berücksichtigung finden. Im Dezember 2018 startet die Bildungspartnerschaft „Natur und Schule“ zur Verankerung von BNE mit dem Schwerpunkt des ökologischen und naturwissenschaftlichen Lernens. Die Initiative hat das Ziel der Kooperation zwischen Schulen und außerschulischen Bildungspartnern.

Gibt es Bezugspunkte zur Agenda 2030 und zum Nationalen Aktionsplan?

Die oben erwähnte BNE-Strategie nimmt Ansätze des Nationalen Aktionsplans BNE vorweg. Insbesondere Sustainable Development Goal 4 (SDG 4), in dem es um Bildung geht, dient als Referenz, um BNE in den verschiedenen Bildungsbereichen umzusetzen. Außerdem sind die BNE-Aktivitäten eingebunden in die landesweite Nachhaltigkeitsstrategie, die ab Herbst 2018 novelliert werden soll.

Die geplanten Aktivitäten befördern das übergreifende Ziel, BNE strukturell und dauerhaft auf Landesebene in den einzelnen Bildungsbereichen zu verankern. Zudem machen sie das breite BNE-Engagement in NRW sichtbar. Ein Schwerpunkt hierbei ist der weitere Ausbau und die Sicherung der oben genannten Strukturen.

Zum Weiterlesen

Ansprechpartner

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (Federführung)

Marlies Dieckmann und Jiska Troppenz

Telefonnummer: 0211-4566-237 und -820;

E-Mail: marlies.dieckmann(at)mulnv.nrw.de; jiska.troppenz(at)mulnv.nrw.de
 

Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Wulf Boedeker und Alexandra Dettmer;

Telefonnummer: 0211-5867-3259 und -3553;

E-Mail: wulf.boedeker(at)msb.nrw.de; alexandra.dettmer(at)msb.nrw.de
 

Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen beim Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales

Heike Dongowski,

Telefonnummer: 0211-837-1561;

E-Mail: heike.dongowski(at)mbei.nrw.de