Berlin

In Berlin ist Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schulgesetz verankert, der Rahmenlehrplan weist unterschiedliche Bezüge zu dem Thema auf. Es werden zahlreiche Maßnahmen wie etwa Fachtagungen oder Fortbildungsangebote unterstützt. Geplant ist ein Qualifizierungsangebot für Schulberaterinnen und Schulberater und ein Commitment zum Nationalen Aktionsplan.

Wie setzt Berlin Bildung für nachhaltige Entwicklung um?

Berlin sieht Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als eine wichtige Aufgabe der schulischen Bildung. BNE ist im §1 und §3 des Schulgesetztes verankert. In den einzelnen Fächern des Rahmenlehrplans gibt es unterschiedliche Bezüge zu BNE. Im Rahmenlehrplan 1-10 ist das übergreifende Thema „Nachhaltige Entwicklung/ Lernen in globalen Zusammenhängen“ verankert. Alle Schülerinnen und Schüler setzen sich in ihrer Schullaufbahn mit dem übergreifenden Thema auseinander.

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat Handreichungen für den Unterricht veröffentlicht. Für außerschulische Lernorte (Gartenarbeitsschulen/ Schulische Umweltzentren) werden BNE-Qualitätskriterien entwickelt. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie erstellt jährlich eine Empfehlungsliste mit zertifizierten Anbietern des Globalen Lernens. Bereits seit 2009 wird die Länderinitiative „Umsetzung von BNE im Rahmen des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung“ zusammen mit Partnern (EPIZ, schulpraktische Seminare) unterstützt. Ziel der aktuellen Länderinitiative (2016 bis 2018) ist die Verankerung des übergreifenden Themas in verschiedenen Ebenen des Berliner Schulsystems - unter anderem in die Phasen der Lehrkräfteausbildung.

Weitere Maßnahmen sind beispielsweise:

  • Begleitung von Modellschulen bei der Umsetzung und Implementierung des übergreifenden Themas „Nachhaltige Entwicklung/ Lernen in globalen Zusammenhängen“
  • jährliche Fachtage für Lehrkräfte zu verschiedenen Themen des übergreifenden Themas „Nachhaltige Entwicklung/ Lernen in globalen Zusammenhängen“
  • jährlicher Fachtag für Lehramtsanwärterinnen und -anwärter zum übergreifenden Thema „Nachhaltige Entwicklung/ Lernen in globalen Zusammenhängen“
  • Fortbildungsangebote zum übergreifenden Thema „Nachhaltige Entwicklung/ Lernen in globalen Zusammenhängen“ für Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter
  • jährlicher Studientag für (Fach-)Seminarleiterinnen und -leiter zum übergreifenden Thema „Nachhaltige Entwicklung/ Lernen in globalen Zusammenhängen“

Weiterhin gibt es ein Umsetzungsprojekt zur Implementierung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung in der Geschichtsdidaktik (Kooperation mit der Freien Universität Berlin). Die BNE-Schulen werden gefördert (Umweltschulen in Europa, Berliner Klima Schulen, Faire Schulen, UNESCO-Schulen). Ein Wettbewerb „Berliner Klima Schulen“ wird durchgeführt und es bestehen vielfältige Kooperationen mit außerschulischen Partnern und Netzwerken zu verschiedenen Schwerpunkten – zum Beispiel: Klimabildung, Gewässerpädagogik, berufliche Bildung, Umweltschulen, Globales Lernen.

Was plant Berlin im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Es ist eine Fortsetzung der Länderinitiative im Rahmen des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung mit entsprechenden Maßnahmen geplant. Weiterhin ein Qualifizierungsangebot für Schulberaterinnen und -berater und ein Commitment der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie im Rahmen des Nationalen Aktionsplans.

Weiterhin geplant ist eine Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit: Die Maßnahmen zur Umsetzung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms setzen eine Kooperation mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und den Aufbau eines Kompetenznetzwerks Klimabildung voraus.

Gibt es Bezugspunkte zur Agenda 2030 und zum Nationalen Aktionsplan?

Die Agenda 2030 und die Sustainable Development Goals (SDGs) werden als wesentliche inhaltliche Bestandteile des übergreifenden Themas „Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen“ in allen durchgeführten Maßnahmen kommuniziert und dargestellt.

Der Nationale Aktionsplan (NAP) wird in den durchgeführten und geplanten Maßnahmen mitgedacht und als nationales Umsetzungsinstrument des Weltaktionsprogrammes kommuniziert. Dadurch werden die im Bildungssystem beteiligten Personen für die Ziele und Prozesse des NAP sensibilisiert und motiviert, dessen Umsetzung in die Praxis zu befördern.

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Ansprechpartner

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

Dr. Martin Brendebach, (komm.) Referent, Gesellschaftswissenschaften und Politische Bildung