UNESCO-Tag bei der didacta 2018

Nachhaltigkeit 360°- Lernorte der Zukunft

„BNE bedeutet Bildung völlig neu zu denken. Wir müssen loslassen, im Vertrauen auf das Neue, das ich noch nicht kenne – nur so kann Transformation gelingen“, so Margret Rasfeld, Gründerin von Schule im Aufbruch beim UNESCO-Tag bei der didacta 2018. Sie sprach, nachdem zuvor Insa Otte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung den Staffelstab an Dr. Roland Bernecker, dem Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission übergeben hatte und damit die BNE-Tour startete. Sie soll zeigen, wie BNE bereits erfolgreich umgesetzt wird, beim Vernetzen unterstützen und den Nationalen Aktionsplan BNE in die Breite tragen.

Bei ihrer Keynote plädiert Margret Rasfeld dafür, Kinder verantwortliche Aufgaben im Gemeinwesen übernehmen zu lassen, damit sie lernen, dass sie etwas verändern können. Bei einem ganzheitlichen Lernort der Zukunft sieht sie vier Dimensionen, bei denen man ansetzen sollte:

  • Unterricht und Lernsetting
  • Fortbildung und Organisation
  • Gebäude und Campus
  • Netzwerke und Kooperationen

Sie betont, dass es nicht ein Patentrezept für alle gibt. Jede Schule sollte für sich schauen, wie sie BNE am besten umsetzen kann. Für den Anfang empfiehlt sie den Punkt Gebäude und Campus in den Fokus zu nehmen, bei dem etwa geschaut wird, wie die Energieversorgung geregelt ist. „Da muss man noch nicht so viel an die Struktur ran, das kann ein erster Schritt sein“, sagt sie.

Erfahrungen aus der Praxis

Zu schauen, wo man bereits Anknüpfungspunkte zu BNE im Alltag hat, das empfehlen auch die ausgezeichneten ganzheitlichen BNE-Institutionen, die ihre Erfahrungen mit dem Publikum teilten, sei es Stefan Nowatschin, Leiter der Berufsbildenden Schulen I Uelzen, Karin Thiele, Schulleiterin des Tilman-Riemenschneider-Gymnasiums in Osterode am Harz oder Ralf Thielebein, Geschäftsführer von Save our Futur – Umweltstiftung. Stefan Nowatschin berichtet, dass er häufig von der Angst hört, mit BNE solle noch etwas obendrauf gepackt werden. Er sieht diese Angst als unbegründet, denn wenn man genau hinsehe, mache man viele Dinge sowieso schon, man müsse sie nur unter ein Dach bringen. Karin Thiele berichtet von ihrem Austauschprojekt mit einer Schule im Senegal, mit der sie auch verschiedene Projekte durchführen, bei denen die Kinder miteinander und voneinander lernen. Ralf Thielebein erklärt, dass Kinder sich schon sehr früh umweltbewusstes und verantwortungsvolles Handeln aneignen und das Projekt Kita21 daher bereits bei den Kindergärten ansetzt.

Austausch mit dem Publikum

In der anschließenden Gesprächsrunde, bei der auch Claudia Schanz vom Niedersächsischen Kultusministerium, Wulf Bödeker vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen und Mio Kuschick vom nationalen BNE Jugendforum youpaN auf dem Podium Platz nahmen, wurden auch immer wieder Fragen aus dem Publikum aufgegriffen. Wulf Bödeker erklärte etwa, dass man für den ganzheitlichen Ansatz den Klassenraum auch mal verlassen muss und da häufig in andere Zuständigkeit gerät, etwa bei der Verpflegung, für die die Kommunen zuständig sind. Alle betonen, wie wichtig es sei, Netzwerke zu schaffen und sich mit anderen Akteuren auszutauschen.