UNESCO-Japan Preis für BNE 2019: Das sind die deutschen Kandidaten

Im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP BNE) zeichnet der UNESCO Japan Prize on Education for Sustainable Development seit 2015 weltweit Projekte von Individuen, Institutionen und Organisationen aus, die BNE in herausragender Weise umsetzen. Auch in diesem Jahr hat die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) wieder alle BNE-Akteurinnen und Akteure in Deutschland aufgerufen, sich mit ihren Initiativen für den Preis zu bewerben. Am 30. April 2019 wurden die deutschen Nominierten offiziell bei der UNESCO vorgeschlagen.

Eine Jury für die nationale Vorauswahl in Deutschland aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie den wissenschaftlichen und internationalen Beratern für die Umsetzung des Weltaktionsprogramms wählte nach umfassender Beratung aus den zahlreichen eingegangenen Bewerbungen zwei Akteure aus:

Den Verein Forum zum Austausch zwischen den Kulturen und die Freie und Hansestadt Hamburg. Beide Akteure wurden für ihr außergewöhnliches Engagement für BNE von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung bereits mehrfach ausgezeichnet.

Forum zum Austausch zwischen den Kulturen e.V.

Der gemeinnützige Verein wurde 2003 gegründet und verfolgt das Ziel, die Themen Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen in der Ausbildung an Berufsschulen zu verankern. Durch eine Kooperation zwischen Bildungsinstitutionen in Hamburg und Mosambik hatten zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte bereits die Chance, das jeweilige Partnerland kennenzulernen und am Austausch über die unterschiedlichen Lebensbedingungen, technische Verfahren und das Thema nachhaltiges Wirtschaften teilzuhaben. Der Austausch befähigt die Teilnehmenden, ihre fachlichen und sozialen Erfahrungsbereiche zu erweitern und den Blick für globale Zusammenhänge und Nachhaltigkeit zu vertiefen.

Im Rahmen seines Engagements für BNE hat der Verein Forum zum Austausch zwischen den Kulturen e.V. außerdem ein Commitment zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) abgegeben: In den nächsten drei Jahren werden BNE und Globales Lernen in die Lernfelder der Fachabteilungen der beteiligten Schulen integriert und parallel dazu neue globale Lernpartnerschaften aufgebaut.

Freie und Hansestadt Hamburg

Bereits seit 2005 vernetzt die Initiative „Hamburg lernt Nachhaltigkeit“ in vorbildlicher Weise Behörden, Institutionen, Verbände, Netzwerke und Personen, die BNE in allen Bildungsbereichen der Stadt voranbringen. Die Freie und Hansestadt entfaltet dabei eine besondere Strahlkraft: Sie wurde als eine von nur vier Städten weltweit zum „Key-Partner“ für das Weltaktionsprogramm benannt und berät andere Kommunen. 2016 bestätigte der Hamburger Senat den Auftrag an alle Behörden, sich an der Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms zu beteiligen.

Auch Hamburg hat mehrere Commitments zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung abgegeben: Die Stadt hat einen Masterplan BNE für Hamburg und gibt Ende des WAP 2019 einen Bericht ab. Darüber hinaus wird die NUN-Zertifizierung (Norddeutsche Partnerschaft zur Unterstützung der UN-Dekade BNE) in Hamburg umgesetzt und weiterentwickelt.