So geht Nachhaltigkeit: Netzwerk ANLIN ausgezeichnet

„Unser Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen“

Die Industrie ist ein wichtiger Nachhaltigkeitsakteur – hier wird über Produktionsprozesse, Technologien und Arbeitsbedingungen entschieden, die unmittelbare Auswirkungen auf eine nachhaltige Entwicklung haben. Das ausgezeichnete Netzwerk ANLIN, das ein innovatives Konzept zur nachhaltigen Gestaltung von Lernorten in der beruflichen Bildung entwickelt, wurde jetzt im Rahmen des Responsible-Care-Landeswettbewerbs Hessen für sein außergewöhnliches Engagement geehrt.

Unter dem Motto „Unser Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen“ nahmen zahlreiche Unternehmen mit ihren Nachhaltigkeitsprojekten an dem Wettbewerb, der zur Verbesserung von Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Sicherheit in Unternehmen der chemischen Industrie beitragen soll, teil. ANLIN (kurz für „Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie“) erreichte dabei den zweiten Platz.

Nachhaltigkeit im Ausbildungsalltag verankern

Um das Thema Nachhaltigkeit ganzjährig und über den gesamten Ausbildungszeitraum hinweg präsent zu halten, hat das Netzwerk beispielsweise die sogenannten 5-Minuten-Gespräche als lernbegleitende Maßnahme entwickelt: Auf Basis von Neuigkeiten aus den Bereichen Nachhaltigkeit in der Region, im Betrieb und im Alltag, können sich Azubis und Ausbildende regelmäßig zum Thema nachhaltige Entwicklung austauschen, ohne zu stark in den Lern- und Arbeitsalltag einzugreifen.

„ANLIN hilft, Nachhaltigkeit und Verantwortung erlebbar zu machen. Die Idee kommt aus der Theorie und muss in der Praxis überzeugen. Im Alltag sind es die vielen kleinen Schritte, die wichtig sind“, so Roger Jung von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, die Mitglied des Netzwerks ist. Erklärtes Ziel ist, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) langfristig in den Lehr- und Ausbildungsplänen und der Aus- und Weiterbildung des Lehr- und Ausbildungspersonals zu verankern.

Hintergrund

ANLIN ist eines von 12 Verbundprojekten, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Modellversuchsförderschwerpunkts „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015-2019 (BBNE)“ fördert. Auf der neu gestalteten Webseite des BMBF zur Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung finden Interessierte viele nützliche Informationen zum Thema.

Berufliche Bildung ist ebenfalls fester Bestandteil des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP). Warum BNE in der Beruflichen Bildung wichtig ist und was in diesem Bereich im Weltaktionsprogramm geschieht, beleuchtet unser Dossier. In der BNE-Landschaft beschäftigen sich außerdem rund 180 Akteure und 100 Lehrmaterialien mit der beruflichen Bildung.