Plastikpiraten: Deutschlands Flüsse unter der Lupe

Auf Expedition an deutschen Fließgewässern

Plastik ist inzwischen in nahezu jedem Ökosystem der Welt zu finden. Unser Wissen über das gesamte Ausmaß der Plastikverschmutzung ist jedoch erstaunlich gering: Wie viel Plastik im Meer schwimmt, woher es kommt oder was es in Tieren und Menschen auslösen kann, wissen wir bislang noch nicht. Um das Problem wissenschaftlich zu erfassen und Wissenslücken zu schließen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in seinem Forschungsschwerpunkt Plastik in der Umwelt 18 Forschungsverbünde mit rund 35 Millionen Euro.

Teil dieses Forschungsschwerpunkts ist die Citizen Science Aktion Plastikpiraten: Vom 1. Mai bis 30. Juni können Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren zum nunmehr dritten Mal auf wissenschaftliche Expedition gehen und die Vermüllung deutscher Flüsse und Bäche untersuchen. Mit feinmaschigen Netzen fischen die Jugendlichen zum Beispiel nach Mikroplastik im Rhein oder sammeln Plastik an den Ufern der Elbe. Die erhobenen Daten dokumentieren sie auf einer digitalen Deutschlandkarte.

Wichtiger Beitrag für die Forschung

All diese Ergebnisse werden von der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet und fließen in eine Studie mit ein, die zum Beispiel analysiert, wie sich die Müllbelastung von der Quelle bis zur Mündung entwickelt und welche Flussabschnitte besonders stark verschmutzt sind. Bereits im Wissenschaftsjahr 2016/2017 leisteten über 5.500 Jugendliche von mehr als 300 Schulen so einen kleinen Beitrag zum Schutz der Meere. Denn ohne die Hilfe der jungen Forscherinnen und Forscher wären diese Untersuchungen so nicht möglich gewesen – ein kleines Team von Wissenschaftlern hätte Jahre dafür gebraucht.

„Mit Plastikpiraten gelingt es, eine Vielzahl Jugendlicher für das Plastikmüllproblem zu sensibilisieren – und sie für die Wissenschaft zu interessieren. Sie erheben Daten zum Zustand unserer Flüsse und leisten so bereits zu Schulzeiten einen wichtigen Beitrag für die Forschung. Damit erleben sie, wie die Forschung arbeitet“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Auch auf dem BNE-Portal beschäftigen sich zahlreiche Lehrmaterialien mit dem Thema Plastik und Wasser sowie einem nachhaltigen Konsum und einer nachhaltigen Produktion.