Nachhaltigkeitskodex für Hochschulen

Einstieg in Nachhaltigkeitsberichterstattung

Im Sommer 2016 begann an elf deutschen Hochschulen die Testphase des vorläufigen hochschulspezifischen Deutschen Nachhaltigkeitskodexes. Am 15. Mai 2018 stellten die Mitglieder des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes HOCH-N jetzt die fertige Fassung des Nachhaltigkeitskodexes gemeinsam mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) in Berlin vor.

Der Kodex soll Hochschulen in Deutschland den Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung erleichtern. Anhand von 20 Kriterien aus den Bereichen Strategie und Prozessmanagement, Governance und Umwelt sowie Betrieb und Gesellschaft können sie auf das Wesentliche fokussiert berichten. Der Kodex hilft den Hochschulen dabei, stellt jedoch keinen Endpunkt dar, sondern bedarf der Anwendung, Erprobung und Anpassung. Die Erfahrungen der elf Test-Hochschulen sind in die Endversion des Kodexes mit eingeflossen.

Hochschulen spielen als gesellschaftliche Akteure eine besondere Rolle, wenn es um nachhaltige Entwicklung geht. Sie bilden zukünftige Generationen von Führungskräften, Experten und Expertinnen sowie Lehrkräfte aus, die unsere Gesellschaft nachhaltig verändern können. Hochschulen forschen darüber hinaus, wie eine nachhaltigere Welt gelingen kann und sind als Organisationen selbst in der Verantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen. Nachhaltige Entwicklung an Hochschulen zu institutionalisieren ist Aufgabe des HOCH-N-Vorhabens.

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex

Der hochschulspezifische Deutsche Nachhaltigkeitskodex orientiert sich am Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Der DNK richtet sich an Unternehmen und Institutionen. Diese können so öffentlich erläutern, wie sie die einzelnen Kriterien umsetzen oder sie erklären plausibel, warum sie ein Kriterium nicht berichten. In einer Online-Datenbank sind die Entsprechenserklärungen von bisher 403 Institutionen einsehbar. Besonderer Anreiz: der DNK hilft Unternehmen dabei, über Umwelt- und Arbeitnehmerschutz, Menschenrechte und Anti-Korruptionsmaßnahmen zu berichten, wozu sie seit 2017 verpflichtet sind.