Initiativen für Klimabildung

Ist das schon der Klimawandel?

Die zurückliegenden Monate waren in großen Teilen Deutschlands in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich: Nicht nur, dass die Sonne besonders viel und lang geschienen hat, auch beim Niederschlag wurden vielerorts Negativrekorde verzeichnet. Laut den Wetterbeobachtungen des Deutschen Wetterdienstes DWD waren die Monate April bis August 2018 die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 – und  zwar mit Abstand.

Kein Wunder also, dass das Thema Klima aktuell wieder in aller Munde ist. Auch Schülerinnen und Schüler werden sich nach diesen Sommerferien fragen: Ist das bloß ein heißer Sommer oder doch schon der Klimawandel?

Dass sich das Klima verändert, ist nicht neu. Das hat es schon immer getan, nur eben noch nie so rasant wie jetzt. Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen auf Natur, Gesellschaft und Wirtschaft und somit auch auf unser tägliches Leben. Wer diesen neuen Herausforderungen vorbereitet begegnen möchte, der benötigt Wissen und Kenntnisse. Denn wenn Menschen verstehen, wie der eigene Alltag das Klima beeinflusst, welche Ursachen, Prozesse und Auswirkungen der Klimawandel hat, dann können sie bewusste und abgewogene Entscheidungen treffen und danach handeln.

Der Themenbereich Klimabildung ist daher breit gefächert und reicht zum Beispiel von klimafreundlichem Einkauf und Konsum, Mobilität und Ressourcenschutz über Erneuerbare Energien bis hin zu Grundlagenwissen über Wetter, den Wasserkreislauf oder den Schutz unserer Böden. Lehrkräften stehen auf dem BNE-Portal mehr als 150 Lehrmaterialien zum Thema Klima zur Verfügung und rund 300 Akteure aus allen Bildungsbereichen der deutschen BNE-Landschaft beschäftigen sich mit dem Klimawandel. 

Aktuelles zum Thema Klimabildung

Zum Beispiel das ausgezeichnete Netzwerk BildungsCent e.V.: Der gemeinnützige Verein hat das Projekt KlimaKunstSchule ins Leben gerufen, das Schülerinnen und Schüler in klima- und ressourcenfreundlichem Verhalten bestärken und zu einem aktiven Engagement für den Klimaschutz anregen soll. Im Schulalltag wird in künstlerischen Projekten zu den Themen Klimawandel, Energiewende und Klimaschutz gearbeitet. Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Arbeiten und Ideen in der Öffentlichkeit und vernetzen die Aktivitäten, unterstützt vom Lehrpersonal und begleitenden Künstlern, mit ihrem lokalen Umfeld.

Mit dem Thema „Klima im Klassenzimmer“ beschäftigt sich auch ein kürzlich erschienener Beitrag des Deutschlandfunks: Die Gesprächsgäste wie Walter Hirche, internationaler Berater der Nationalen Plattform und Antje Brock, Institut Futur an der Freien Universität Berlin, diskutierten über das Problem, dass der Klimawandel für viele Kinder noch immer ein abstraktes oder sogar angstbesetztes Thema bleibt und fragten: Kann Schule das auffangen?

Was Städte tun können, um den Klimawandel aufzuhalten und wie innovative Klimaschutzideen für die Stadt entstehen, ist Thema beim weltweiten Klimaschutz-Hackathon „Climathon“. In mehr als 200 Städten auf sechs Kontinenten kann hier jeder am 26. Oktober 2018 für einen Tag Teil eines globalen Teams werden und dazu beitragen, neue Lösungen für lokale Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu finden. Unternehmer, Studenten und politische Entscheidungsträger arbeiten gemeinsam an konkreten Themen wie effizientes Abfallmanagement, innovative Energiekonzepte oder nachhaltige Lebensmittelproduktion. In Deutschland machen zum Beispiel die Städte Hamburg, Berlin, Wuppertal oder auch Frankfurt mit. Zur Anmeldung geht es hier.

Hintergrund

Warum Bildung für nachhaltige Entwicklung eine zentrale Rolle für den Klimaschutz spielt, erfahren Sie in unserem Dossier zum Thema Klima und im Beitrag Climate Change Education. Darüber hinaus veröffentlichte das BNE-Portal auch anlässlich der UN-Klimakonferenz in Bonn im November 2017 weitere zahlreiche Beiträge. Zum Nationalen Aktionsplan BNE haben zahlreiche Akteure insgesamt 18 Commitments abgegeben, die sich um das Thema Klima drehen.