Gemeinsam BNE voran bringen: Veranstaltungsreihe „Ausgezeichnet – vernetzt vor Ort“

Eng zusammen stehen sie sich in zwei Reihen gegenüber. Die Zeit drängt. Im Minutentakt neue Gesichter, neue Namen, neue Hintergründe. Sobald das Signal ertönt, kommt der nächste und wieder verbleiben nur 120 Sekunden, um einander vorzustellen. Speed-Dating: Kennenlernen im Akkord, sozusagen. Genau das Richtige für ein BNE-Netzwerktreffen, denn die Akteurinnen und Akteure wissen genau, worauf es bei BNE ankommt und was sie erreichen wollen. Voneinander lernen ist daher ihr Stichwort.

Nord-Ost, Süd und West: BNE deutschlandweit vernetzen

Vernetzt vor Ort – so lautet der Titel der Veranstaltungsreihe, die die Geschäftsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung der Deutschen UNESCO-Kommission gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung im März veranstaltet hat. Im Rahmen des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP BNE) haben sie interessierte BNE-Akteurinnen und Akteure eingeladen, sich an drei Terminen miteinander auszutauschen und zu vernetzen. Am 21. März machten BNE-Akteurinnen und Akteure aus Westdeutschland in Dortmund den Beginn. Am 23. und 27. März folgten Ulm in Süddeutschland und schließlich Dresden in Nord-Ostdeutschland. Ein vielfältiges Programm bot Gesprächsanlässe, versammelte dabei Beispiele aus der Praxis und ließ den Teilnehmenden genug Raum, sich untereinander zu vernetzen.

Voneinander lernen: Initiativen stellen sich vor

Viele der eilig begonnen Gespräche aus dem kurzen Kennenlernen im Speed-Dating-Format wurden im Verlauf der Treffen wieder aufgegriffen. Und wer den Gesprächen der BNE-Akteurinnen und Akteure folgt, hört schnell heraus, ihnen geht es um konkrete Beispiele, um Lösungen und um das Teilen von Erfahrungen. Dazu bot das Programm Einblicke in die Arbeit verschiedener Kommunen, Netzwerke und Lernorte: Ob eine Kommune, die BNE in ihr Leitbild verankert, ein Netzwerk, das eine Flusslandschaft nachhaltig wieder aufbaut und gestaltet oder ein Lernort, der im Sommer zu einer Uni rund um das Thema Nachhaltigkeit wird. Im ersten Teil eines jeden Treffens stellten drei bis vier Initiativen ihre Arbeit vor und zeigten, wie vielfältig BNE gelebt werden kann. Sie berichteten von Hürden und erläutern ihre Lösungswege.

World Café: Digitalisierung, Kommunikation, Global Citizenship Education

Im zweiten Veranstaltungsteil befassten sich die Akteurinnen und Akteure mit übergeordneten BNE-Themen. An drei WorldCafé-Tischen wurde rege diskutiert. Etwa zu der Frage, wie es gelingen kann, aus der Blase der BNE-Community nach außen zu dringen. Unter dem Motto „Raus aus der Bubble“ – Bereicherung aus anderen Kontexten proaktiv suchen“ sammelten die Teilnehmenden Möglichkeiten, um neue Zielgruppen zu gewinnen. An einem der anderen Tische tauschten sie sich darüber aus, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung in einer digitalen Welt gestaltet werden könnte und wie wir andersherum mit BNE die digitale Welt gestalten können. Der dritte Tisch erörterte indessen die beiden Themen BNE und Global Citizenship Education und erschloss dabei die Schnittmengen beider Konzepte.

Blick in die Zukunft: „ESD for 2030“

Nach dem intensiven Austausch in kleineren Gruppen kamen alle Teilnehmenden zum Ende der Veranstaltung noch einmal zusammen, um gemeinsam auf das geplante UNESCO-Folgeprogramm zu BNE „ESD for 2030“ zu blicken. Die Deutsche UNESCO-Kommission stellte vor, welche Schwerpunkte das Folgeprogramm setzt. Dazu gehört etwa der Fokus auf die globalen Nachhaltigkeitsziele, der ab 2020 gestärkt werden soll.