Geflüchtete mit BNE integrieren

Haupt- und Ehrenamtliche tauschen Erfahrungen aus

Menschen aus krisengeschütterten Ländern flüchten nach Deutschland, um Krieg und Verfolgung zu entkommen. Bildung ist die Grundlage, damit sie sich hier ein gutes Leben aufbauen können und ihre Herkunftsländer, nach Beendigung der dortigen Krisen, positiv gestalten können. Dass Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) dabei eine Schlüsselrolle zukommt und Nachhaltigkeit kein „Luxusproblem“ ist, zeigen Haupt- und Ehrenamtliche der Umweltbildung seit 2015 mit vorbildhaften Projekten.

Dies wurde deutlich bei der Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) „Natürlich bunt & nachhaltig – Integration geflüchteter Menschen durch Umweltbildung“ im vergangenen November in Würzburg. Die ANU führte viele Akteure aus dem gleichnamigen Projekt zusammen, deren Beispiele Guter Praxis die ANU auf dieser Webseite vorstellt und laufend erweitert. Über 100 Teilnehmende tauschten sich bei der Bundestagung über Erfahrungen aus ihrer interkulturellen Arbeit aus.

In einem Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion ging es um Chancen und Herausforderungen von BNE für eine partizipative Flüchtlingsarbeit. Vortragende und Diskutierende betonten, dass Geflüchtete in erfolgreichen Projekten vor allem lernten, wie sie selbst Verantwortung für ihre Umwelt übernehmen, Dinge verändern und an der Gesellschaft teilhaben können. Dazu sei es aber entscheidend, dass Träger die Bedarfe und Ansichten Geflüchteter ernst nehmen und den Blick auf Ressourcen statt auf Defizite richten. Gerade weil sie mehrere Sprachen sprechen, könnten Geflüchtete als Mittler auftreten, wie beispielsweise Multiplikatorentrainings zu Müllvermeidung und Energiesparen des Landratsamtes Fürstenfeldbruck oder das Projekt „Flüchtlinge in der Biotop- und Grünpflege“ der Stiftung Mensch und Umwelt zeigten.

Solche Projekte setzen die Ziele des Weltaktionsprogramms BNE um, indem sie Gestaltungskompetenz vermitteln und Multiplikatoren ausbilden. Darüber hinaus waren sich die Anwesenden einig, dass aus den angestoßenen Projekten langfristige Angebote und Strukturen wachsen sollten – die Leitidee hinter der deutschen Umsetzung des Weltaktionsprogramms

Grüne Berufe als Chance

Umweltbildungsangebote sind für Geflüchtete ein guter Einstieg in die Berufswelt. Wer sich ehrenamtlich im Naturschutz oder in der Landschaftspflege engagiert, lernt dabei Deutsch und erhält trotz des anfänglichen Berufsverbots Einblicke in mögliche Berufsfelder. Langfristig könnten die Geflüchteten mit diesem Wissen auch ihre Herkunftsländer nachhaltig verändern.

Auch auf der ANU-Bundestagung spielte die berufliche Qualifizierung im Umwelt- und Naturschutz eine große Rolle. Im Fachforum zu diesem Thema stellte Cornelis Hemmer von der Stiftung Mensch und Umwelt Perspektiven für Geflüchtete in Grünen Berufen vor, Haiko Hörnicke von der Handwerkskammer Hamburg informierte über die 5-monatige Kompetenzfeststellung und Weiterbildung zum Umwelthandwerker.