Freie Inhalte für bessere Bildung

UNESCO-Weltkongress zu offenen Bildungsmaterialien verabschiedet Aktionsplan

Teilnehmende des zweiten UNESCO-Weltkongresses zu offenen Bildungsmaterialien haben am 20. September 2017 einen Aktionsplan zur weltweiten Förderung von Open Educational Resources (OER) verabschiedet. OER sind Bildungsmaterialien, die unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden, damit jeder sie kostenlos nutzen, bearbeiten und weiterverbreiten kann. Dadurch ermöglichten sie eine Demokratisierung des Wissens, betonen die Teilnehmenden des Kongresses. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie OER dazu beitragen können, das nachhaltige Entwicklungsziel 4 der Vereinten Nationen zu hochwertiger, inklusiver und chancengerechter Bildung zu erreichen.

In ihrem Aktionsplan fordern die Teilnehmenden des Kongresses unter anderem, dass Nutzer lernen müssen, OER zu finden, zu erstellen, zu nutzen und zu teilen. Um dies zu erreichen, sollten Lehrkräfte und Bibliothekare in Aus- und Weiterbildungen das entsprechende Wissen erwerben können. Dementsprechend trägt diese Forderung auch dazu bei, das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) voranzubringen, das die Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatoren als eines von fünf prioritären Handlungsfeldern nennt.

Der OER-Aktionsplan fordert außerdem, frei zugängliche Bildungsmaterialien in möglichst vielen Sprachen zu entwickeln und zu verbreiten, insbesondere in lokalen und indigenen Sprachen. OER sollen außerdem allen Menschen zugänglich sein und alle sollen sie erstellen können – egal, welches Geschlecht, Alter oder welche Herkunft sie haben. Diese Ziele tragen ebenfalls dazu bei, eine Kernforderung des Weltaktionsprogramms BNE umzusetzen: die Neuausrichtung der Bildung auf lokale Kontexte, insbesondere in vom Klimawandel besonders betroffenen Ländern in Afrika.

OER-Weltbericht vorgestellt

Die Konferenz fand vom 18. bis 20. September 2017 in Ljubljana, Slowenien, statt. Über 500 Vertreter aus Bildungspolitik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus mehr als 100 Ländern nahmen daran teil. Mit 27 Expertinnen und Experten stellte Deutschland nach dem Gastgeberland Slowenien die größte Delegation.

Im Rahmen des Weltkongresses wurde auch der OER-Weltbericht vorgestellt. Dieser macht deutlich, dass die Entwicklung von politischen Strategien zur Förderung von OER, Partnerschaften vielfältiger Akteure und den weltweiten Ausbau des Zugangs zum Internet  benötigt, um offene Bildungsmaterialien zukünftig flächendeckend einsetzen zu können.