Den eignen CO2-Fußabdruck verkleinern

CO2-Rechner im Vergleich

Klimawandel ist im Moment in aller Munde. Durch Fridays for Future steht das Thema nun in vielen Gesellschaftsbereichen ganz oben auf der Agenda. Auch wissenschaftliche Studien belegen, dass den meisten Menschen Klimaschutz wichtig ist und sie bereit sind, sich klimafreundlicher zu verhalten. CO2-Rechner bieten die Möglichkeit, diese sehr relevante, aber ebenso abstrakte Größe des eigenen Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes abzuschätzen und Einsparmöglichkeiten zu erkennen. Sie helfen demnach, besonders wirksame Ansatzpunkte für Klimaschutz im eigenen Alltag zu identifizieren. Im Folgenden sind einige CO2-Rechner zusammengetragen.

Überblick über den CO2-Verbrauch in allen Lebensbereichen

KlimAktiv stellt den womöglich am meisten genutzten CO2 Rechner bereit (unter anderem  verwendet vom Umweltbundesamt). Neben einem CO2-Rechner für Privatpersonen bietet KlimAktiv auch Rechner für Unternehmen und Veranstaltungen an. Motivierend kann sich dabei auswirken, dass bei der Auswertung angezeigt wird, wie viele Tonnen CO2 man im Vergleich zum durchschnittlichen Verbraucher bereits heute einspart.

Der Rechner des Global Foodprint Network überzeugt neben einer guten Darstellung und Bedienbarkeit dadurch, dass er in sieben Sprachen verfügbar ist.

Der WWF bietet einen CO2-Rechner, der individuelle Hinweise dazu gibt, in welchen Bereichen und  wodurch CO2 eingespart werden kann. Dieser Bericht lässt sich auch an die eigene E-Mail Adresse schicken.

Der entsprechende Rechner von Brot für die Welt eignet sich insbesondere für junge Menschen und kann zum Beispiel sehr gut von Eltern mit ihren Kindern durchgeführt werden, da ansprechende Bilder zur Veranschaulichung der Fragen genutzt werden. Durch die bildliche Darstellung ist jedoch im Vergleich etwas mehr Zeit einzuplanen. Auch hier finden sich individuelle Tipps zur Verkleinerung des eigenen Fußabdrucks.

Ein Rechner für jeden Lebensbereich

Neben den bereichsübergreifenden CO2-Rechner gibt es auch solche, die sich auf einzelne Lebensbereiche fokussieren. Quarks bietet einen Rechner im Kontext von Mobilität, der CO2-Ausstoß von Flugreisen kann mit dem Rechner von atmosfair ermittelt werden. Die Kosten für die Kompensation des Fluges werden ebenso berechnet und können direkt an Kompensationsprojekte gespendet werden. CO2-Berechnungen für den Bereich Ernährung – den „CO2-Foodabdruck“ – finden sich bei Upfield.

Zu einer nachhaltigen Gesellschaft beitragen

Selbst bei der Angabe eines extrem umweltbewussten Verbrauchs kommen die meisten Rechnern zu dem Schluss, dass eine Erde für die Bereitstellung der für diesen Lebensstil benötigten Ressourcen nicht ausreichen würde. Dies ist natürlich einerseits eine wichtige Botschaft, die verdeutlicht, wie weit wir in der westlichen Welt noch von einer nachhaltigen Entwicklung entfernt sind. Andererseits könnte es demotivieren, da der Eindruck entstehen könnte, dass es ohnehin nicht ausreichend ist, im Alltagsleben CO2 einzusparen. Daher ist es wichtig anzuerkennen, dass ein gewisser Teil unseres Fußabdrucks durch unser Gesellschaftssystem mitbestimmt wird. Dennoch ist es für eine nachhaltige Zukunft unabdingbar, dass gemeinsam mit Veränderungen größerer Systeme auch privates Verhalten kritisch hinterfragt und gegebenenfalls verändert werden sollte. Die vorgestellten Rechner bieten effektive Ansatzpunkte dieser notwendigen „Dekarbonisierung“ auch im Privaten. 

(Ein Beitrag von Julius Grund,
Wissenschaftlicher Mitarbeiter UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ am Insitut Futur, FU Berlin)

BNE-Landschaft

Auch viele Akteure in der BNE-Landschaft setzen sich für einen nachhaltigeren Lebensstil ein, etwa in den Bereichen „Nachhaltige Städte und Gemeinden“,  „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ oder „Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Arbeit“.