CO2 nutzbar machen

Projekt „Carbon2Chem“ soll Stahlproduktion klimafreundlicher machen

Deutsche Unternehmen produzieren jährlich 43 Millionen Tonnen Stahl, die hiesige Stahlindustrie ist damit Europas größte. Dabei entstehen allerdings enorme Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) – ein Hindernis, um das 2015 beschlossene Pariser Klimaschutzabkommen zu erfüllen. Das Projekt „Carbon2Chem“ führt daher Unternehmen und Forschende zusammen, um  neue Methoden zu erfinden, mit denen man das Abgas in Vorprodukte für Kraftstoffe, Kunststoffe und Dünger umwandelt.

Die Beteiligten sollen während der nächsten zehn Jahre so eine Lösung entwickeln, um die deutsche Stahlindustrie wettbewerbsfähig zu halten, ohne den Klimaschutz zu gefährden. Außerdem soll das Projekt die Energiewende erleichtern, indem Überschussstrom aus erneuerbaren Energien eingesetzt wird, um den zur Verarbeitung des CO2 notwendigen Wasserstoff herzustellen. Ziel ist es, jährlich 20 Millionen Tonnen des deutschen CO2-Ausstoßes dadurch wirtschaftlich nutzbar zu machen. Auch Branchen wie die Chemieindustrie sollen das Verfahren zur Energiegewinnung nutzen können.

Am Projekt beteiligen sich acht Industrieunternehmen, die Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft sowie verschiedene Universitäten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit über 60 Millionen Euro, die beteiligten Partner wollen mehr als 100 Millionen Euro investieren. Für die kommerzielle Realisierung haben sie über eine Milliarde Euro vorgesehen.