Bundesregierung unterstützt Nationalen Aktionsplan

Vier Grundsätze leiten die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans

Die deutsche Bundesregierung begrüßt in einer Stellungnahme vom 22. September 2017 den Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Mit dem Aktionsplan bestehe laut der Bundesregierung „erstmals in Deutschland eine umfassende BNE-Strategie, die von Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft gemeinsam unterstützt wird. Er bietet die Grundlage, BNE im deutschen Bildungssystem in ganzer Breite und strukturell zu implementieren.“

Die Bundesregierung sichert zu, sich an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans umfassend zu beteiligen. Sie lässt sich dabei von  vier Grundsätzen leiten:

  • Sie sieht BNE als zentral an, um alle Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen umzusetzen.
  • Das deutsche Bildungswesen soll am Leitprinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden.
  • Die Bundesregierung unterstützt den partizipativen Multi-Akteur-Ansatz und bezieht Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Medien und Bildung sowie insbesondere junge Menschen in die Umsetzung mit ein.
  • Die Ressorts der Bundesregierung leisten eigene, konkrete Beiträge zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans, die in „Commitments“ im Nationalen Aktionsplan festgehalten sind.

Bundesministerien setzen Nationalen Aktionsplan mit „Commitments“ konkret um

Vier Bundesministerien beschreiben in der Stellungnahme, wie sie heute und in Zukunft zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans beitragen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist das federführende Ressort für die Umsetzung des Weltaktionsprogramms in Deutschland. Es fördert BNE-Programme in verschiedenen Bildungsbereichen, unter anderem Haus der Kleinen Forscher (Frühkindliche), HOCH-N (Hochschule) und Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung. Darüber hinaus stärkt das BMBF die Jugendbeteiligung, unter anderem durch das Jugendforum youpaN. Eine Förderrichtlinie zur Entwicklung von BNE-Indikatoren soll es einfacher machen, gute Praxis zu ermitteln und nachvollziehbar darüber zu berichten.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fördert Projekte über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt oder die Nationale Klimaschutzinitiative, BNE-Kriterien sind dabei verbindlich. Das Ministerium bietet außerdem Unterrichtsmaterialien im Online-Portal Umwelt im Unterricht an. Grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln in der beruflichen Bildung fördert ein weiteres Programm des BMUB.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert unter anderem den internationalen Austausch und die Kompetenzentwicklung von Lehrkräften im Rahmen des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzt sich besonders für die Beteiligung Jugendlicher ein. BNE ist Standard in der pädagogischen Begleitung des Bundesfreiwilligendienstes und des Freiwilligen Ökologischen Jahres. Das Ministerium erarbeitete außerdem mit verschiedenen Trägern ein Konzept für die Umsetzung von BNE in der nationalen und internationalen Jugendarbeit.

Der Nationale Aktionsplan BNE

Am 20. Juni 2017 hat die Nationale Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung den Aktionsplan für Deutschland verabschiedet. Er nennt 130 Ziele und 349 Handlungsempfehlungen zur strukturellen Verankerung von BNE in der deutschen Bildungslandschaft.

Vertreter aus über 350 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Politik, Bildung und Wirtschaft und Ministerien auf Bundes- und Landesebene haben seit September 2015 die Ziele und Handlungsempfehlungen gemeinsam im Dialog erarbeitet. Bürger reichten bei einer Onlinekonsultation Anfang 2017 über 700 Maßnahmenvorschläge und knapp 8000 Bewertungen ein, die den Fachforen als wesentliche Impulse für die weitere Ausarbeitung des Nationalen Aktionsplans dienten.