BNE in UNESCO-Geoparks

Workshop der Beratungsstelle für UNESCO-Geoparks: Arbeitsgrundlage und nächste Schritte

Als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung ist die Förderung von Bildung eine der Kernaufgaben der UNESCO-Geoparks. In ihren Bildungsangeboten adressieren UNESCO-Geoparks gesellschaftliche Herausforderungen und schaffen ein Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen wie Klimaschutz und Ressourcennutzung. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), da die UNESCO-Geoparks nicht nur die Rolle von Wissensvermittlern einnehmen, sondern ihre Besucherinnen und Besucher wie auch die Menschen vor Ort dabei ermutigen, Werte und Haltungen zu hinterfragen. Bei einem Workshop am 24. November erörterten die Vertreterinnen und Vertreter der deutschen UNESCO-Geoparks – sowie derjenigen Geoparks, die sich aktuell im Bewerbungsverfahren um die Auszeichnung befinden – gemeinsam mit Mitgliedern des Nationalkomitees für UNESCO-Geoparks, Experten für BNE und der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) die Chancen und Potenziale von BNE.

BNE soll Menschen in die Lage versetzen, Entscheidungen für die Gegenwart und Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf das Leben in anderen Weltregionen und künftige Generationen auswirken. Klar ist, dass es sich hierbei um anspruchsvolle Lernprozesse handelt, deren Umsetzung in der Praxis nicht immer möglich ist. Genau diese Herausforderung stand bei dem Workshop in Osnabrück – gelegen im UNESCO-Geopark TERRA.vita – im Mittelpunkt: Wie können UNESCO-Geoparks im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten bereits vorhandene BNE-Angebote konzeptionell unterfüttern, inhaltlich weiterentwickeln und gegebenenfalls für neue Zielgruppen erweitern?

Inhaltlich knüpfte der fachliche Austausch an den im Jahr 2016 von der Beratungsstelle durchgeführten Workshop zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) in den UNESCO-Geoparks an. Die teilnehmenden Vertreter der Geoparks waren sich bereits im Vorjahr einig darüber, dass insbesondere SDG 4.7 mit Fokus auf Bildungsqualität und BNE eine hohe Priorität für ihre Arbeit habe, aktuell und auch künftig. Als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung sehen die UNESCO-Geoparks einen klaren Bildungsauftrag für sich selbst.

Teilnehmende entwickeln gemeinsames Verständnis von BNE

Dies bekräftigte auch Dr. Winfried Wilkens, Umweltdezernent des Landkreises Osnabrück, der die Teilnehmenden begrüßte und betonte, dass Bildung in all ihren Facetten sowie nachhaltige Entwicklung in der strategischen Schwerpunktsetzung der Region einen dauerhaft herausragenden Stellenwert einnehmen. Anschließend trugen Fachreferenten mit grundlegenden Ausführungen zu einem gemeinsamen Verständnis von BNE als Arbeitsgrundlage bei: Vom bildungstheoretischen Hintergrund über Qualitätsentwicklung von BNE in der Bildungspraxis hin zu konkreten Praxisbeispielen. In den darauffolgenden Diskussionen setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit ihrer eigenen Rolle innerhalb der Bildungslandschaft auseinander, diskutierten auf Geoparks zugeschnittene Handlungsfelder und zeichneten Zukunftsvisionen für die mittelfristige Weiterentwicklung ihrer Bildungskonzepte.

Dass die UNESCO-Geoparks dabei gut positioniert sind, betonte Bianca Bilgram, Leiterin der Geschäftsstelle „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der DUK: Geoparks können Nachhaltigkeits-Suchprozesse und Zukunftsoptionen im lokalen Rahmen aufzeigen, Akteure von der lokalen bis hin zur internationalen Ebene vernetzen und erfahrungsbasiertes Lernen ermöglichen. Auch die Workshop-Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass UNESCO-Geoparks sich als Akteure für BNE und außerschulische Lernorte in ihrer Region weiter profilieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zu den SDGs leisten können.