BNE-Kommunen nominiert für Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Gelsenkirchen und Heidelberg: bereits In Weltaktionsprogramm und UN-Dekade ausgezeichnet

Fünf Großstädte sind dieses Jahr für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert – darunter Gelsenkirchen und Heidelberg, die bereits eine Auszeichnung im Rahmen des Weltaktionsprogramms (Gelsenkirchen, 2016) und der UN-Dekade BNE (Heidelberg, 2006, 2009, 2012) erhielten.

Die Auszeichnung wird seit 2008 jährlich vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Die fünf Preiskategorien sind Städte und Gemeinden, Unternehmen, Produkte, Bauen sowie Forschung. Bewerbungen waren je nach Kategorie zwischen Anfang des Jahres und Mitte Juli möglich. Für jede Kategorie gibt es eine spezielle Jury, diese besteht aus Experten aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die Jurymitglieder entscheiden im September über die Preisträger, für den Produkt-Preis gibt es ein zusätzliches Online-Verbrauchervoting. Die Jury für nachhaltige Städte und Gemeinden wählt am 25. September die Top 3, diese erhalten jeweils 35.000 Euro. Die Preisverleihung findet im Rahmen des  Nachhaltigkeitstages statt, ein Kongress am 7. Und 8. Dezember 2017 in Düsseldorf.

Gelsenkirchen schaffte es beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis bereits im vergangenen Jahr unter die Top 3 in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Großstädte“. Die Jury urteilte damals in Ihrer Begründung, dass Gelsenkirchen das industrielle Erbe als Chance begreife und betonte „Beteiligung ist die eine Säule, die die nachhaltige Zukunft der Stadt trägt. Die andere ist Bildung.“ Wie das aGEnda 21-Büro der Stadt Bildung für nachhaltige Entwicklung seit 1997 umsetzt, beschreibt unser Kurzporträt und dieses Interview mit Manfred Beck, dem ehemaligen Beigeordneten für Kultur, Bildung, Jugend, Sport und Integration Gelsenkirchens.

Auch in Heidelberg vernetzt ein Agenda-Büro seit Jahren Engagierte und Entscheidungsträger aus allen Bildungsbereichen, beim Runden Tisch tauschen sie sich regelmäßig aus. Mitglieder des Agenda-Büros beteiligen sich außerdem im Partnernetzwerk Kommunen – ein Gremium des Weltaktionsprogramms in Deutschland, das unter anderem Beispiele Guter Praxis auf den Weg bringt und begleitet.

Mittelgroße und kleinere Städte und Gemeinden setzen sich für BNE ein

Auch für die zehn mittelgroßen und kleinen Städte und Gemeinden, die für den Nachhaltigkeitspreis 2017 nominiert sind, spielt Bildung für nachhaltige Entwicklung eine wichtige Rolle.

Die saarländische Stadt St. Ingbert setzt hierbei ganz auf Ihre Lage im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau. Die örtliche kommunale Volkshochschule ist auch als „Biosphären-VHS“ bekannt. Sie bietet BNE-Kurse wie ein Reparatur-Café oder die Kunstschule „BiosphärenART“ an. Friedrichshafen in Baden-Württemberg sieht seine Rolle als Gründungsmitglied im Bündnis der Kommunen für biologische Vielfalt als Ansporn, Biodiversität in vielfältigen BNE-Angeboten zu vermitteln. Im niedersächsischen Geestland entwickelt eine Jugendumweltmanagerin Klimaschutz-Projekte, die sie mit Kindern und Jugendliche auf Augenhöhe umsetzt.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis und BNE-Kommunen

Bereits in den vergangenen Jahren fanden sich unter den Trägern des Deutschen Nachhaltigkeitspreises  einige Kommunen, die für ihr Engagement auch eine Auszeichnung im Rahmen des Weltaktionsprogramms oder der UN-Dekade erhalten hatten.

2016 erhielt das hessische Alheim eine Auszeichnung als BNE-Kommune und siegte beim Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte und Gemeinden“. Neumarkt in der Oberpfalz gewann 2012 den Nachhaltigkeitspreis und erhielt 2016 eine Auszeichnung als BNE-Kommune. Alle neun ausgezeichneten Kommunen aus dem vergangenen Jahr finden Sie in der BNE-Landschaft.

Die Rolle, die kommunale Bildung beim Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft spielt, ist eines von fünf prioritäten Handlungsfeldern des Weltaktionsprogramms.