Interview
Gespräche mit Akteuren und Fachleuten zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung.
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Barabara Hemkes
Leiterin des Arbeitsbereichs Qualität, Nachhaltigkeit, Durchlässigkeit im Bundesinstitut für Berufsbildung

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in Kenia

Barbara Hemkes reiste im Herbst 2017 nach Kenia um sich vor Ort über Möglichkeiten der Stärkung beruflicher Bildung und der Orientierung an den Prinzipien nachhaltiger Entwicklung auszutauschen. Über ihre Eindrücke berichtet sie in diesem Gastbeitrag.

Dieses Interview dauert 7 Minuten

Kenia ist im Klimaschutz seit Jahren sehr engagiert und hat das Recht auf eine gesunde und saubere Umwelt sogar in seiner Verfassung verankert. Kenia, das von der Weltbank als Land mit mittlerem Einkommen am unteren Rand geführt wird, ist ein wirtschaftlich führendes Land in Afrika; in Ostafrika stellt es die größte Volkswirtschaft.

Von den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (SDG) will Kenia sich auf fünf konzentrieren, darunter auch SDG 4 – Bildung. Berufliche Bildung spielt dabei im doppelten Sinn eine Rolle: So geht es sowohl um die Integration von nachhaltigkeitsorientierten Themen in die Ausbildung als auch um die Gestaltung von dauerhaft wirksamen curricularen und institutionellen Strukturen der Berufsbildung. Eng gekoppelt damit sind Strategien einer wirtschaftlichen Entwicklung, die auf „grüne“ Prozesse und Produkte durch qualifizierte Beschäftigte setzt.

Partner aus Wirtschaft Politik und Wissenschaft

Vor diesem Hintergrund hat die deutsche Botschaft in Kenia einen „German Embassy Green Economic Cycle“ gestartet. In Kooperation mit der Außenhandelskammer (AHK) diskutiert und promotet die Botschaft die Idee einer nachhaltigen Wirtschaft und Ausbildung mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. So auch am 13.September 2017, als mehr als 150 Teilnehmende zur Tagung „Vocational Training in the Field of Green Economy” in Nairobi zusammenkamen und Möglichkeiten der Stärkung beruflicher Bildung und der Orientierung an den Prinzipien nachhaltiger Entwicklung erörterten. Dabei fanden die deutsche Umsetzung des Weltaktionsprogramms „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ sowie die damit verbundenen Aktivitäten einer nachhaltigkeitsorientierten dualen Berufsbildung großes Interesse.

Internationale Kooperationen

Auch die mit über 70.000 Studierenden zweitgrößte Universität in Kenia, die Kenyatta University, hat sich der Nachhaltigkeit verpflichtet – sie kooperiert hierzu unter anderem mit der Leuphana Universität Lüneburg – und möchte ihr Engagement in der Bildung und Forschung für nachhaltige Entwicklung ausbauen.

Der Kurztrip als Fachfrau für Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung ist auch eine Folge meiner Teilnahme (eingeladen und finanziert über das Bundesministerium für Bildung und Forschung) an der UNESCO-Week in Ottawa im März 2017, bei der ich mir mit einer Kollegin der Kenyatta University einig war, dass die Berufsbildung im Rahmen von Bildung für nachhaltige Entwicklung gestärkt werden muss. In den nächsten Wochen wird geprüft, wie Kooperationen zwischen der Berufsbildung in Kenia und Deutschland ausgebaut und institutionell unterstützt werden können.