In Bad Honnef wird Bildung für nachhaltige Entwicklung gelebt

Die nordrhein-westfälische Stadt Bad Honnef leistet einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele und zeigt, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) erfolgreich in der lokalen Bildungslandschaft verankert werden kann.

Eine Gruppe von Menschen in Bad Honnef

 Maria-Elisabeth Loevenich (sitzend) übergibt im Ratssaal die "Berliner Erklärung" an den Bürgermeister Otto Neuhoff und präsentierte die Ergebnisse aktueller lokaler BNE-Projekte einer Grundschule. Im Hintergrund stehen die Netzwerkmitglieder – von links: Nicole Geier (IU Internationale Hochschule), Angela Büren (Leo Club Bad Honnef), Daniela Paffhausen (Marketingleitung Bad Honnef AG), Hans-Joachim Lampe-Booms (Betriebsleiter Abwasserwerk der Stadt Bad Honnef), Dr. Dirk Krämer (Privatschule Schloss Hagerhof) und Cornelis Weiß (Verbundschule Drachenfelsschule Königswinter).

Bad Honnef

"Die Zeit zu lernen und für unseren Planeten zu handeln ist jetzt!", so lautete das Schlusswort der UNESCO-Weltkonferenz "Learn for Our Planet. Act for Sustainability“, die im Mai 2021 von der UNESCO gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) ausgerichtet wurde. Die Konferenz war der offizielle Auftakt für die neue Dekade zur weltweiten Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in allen Bildungsbereichen bis 2030. Den Höhepunkt bildete die gemeinsame Verabschiedung der "Berliner Erklärung", die die Ergebnisse der internationalen Konferenz zusammenfasst.

In Bad Honnef wird das Gelernte gelebt: Um die verbindlichen BNE-Maßnahmen auf kommunaler Ebene zu bewerben und weiterhin strukturell zu verankern, übergab Maria-Elisabeth Loevenich, Koordinatorin des Netzwerkes "Bad Honnef lernt Nachhaltigkeit", die Berliner Erklärung an Otto Neuhoff, den Bürgermeister der Stadt Bad Honnef und an die Partnerinnen und Partner des Netzwerkes. Zudem informierte Loevenich die Bad Honnefer Akteurinnen und Akteure darüber, wie BNE zur Lösung der globalen Herausforderungen wie Klimakrise, Rückgang der Artenvielfalt und Umweltverschmutzung beiträgt. "Anlässlich des neuen Weltaktionsprogramms versuchen wir die globalen Nachhaltigkeitsziele verstärkt umzusetzen. Die Bad Honnefer Akteurinnen und Akteure sind mit ihrer Bildungsarbeit in einen globalen Lernprozess eingebunden, der heute mehr denn je von Bedeutung für die Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft ist", erklärt Loevenich. Gemeinsam setzen sie sich für einen gesamtinstitutionellen Ansatz ein, der demokratische Teilhabe, Bürgerbeteiligung, Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheit, Naturverbundenheit und Respekt für die Umwelt, Energieeffizienz und nachhaltigen Konsum als Werte einer handlungsorientierten, lokal zentrierten und kulturspezifisch ausgerichteten Bildung anerkennt. "Eine solche Bildung ermöglicht den Menschen vor Ort, persönliche Erfahrungen mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit zu verknüpfen und so das Gelernte im Alltag weiterzuführen", betont Bürgermeister Otto Neuhoff und sichert den Netzwerkmitgliedern auf kommunaler Ebene und auf Bundesebene weiterhin seine Unterstützung zu.

Die Stadt Bad Honnef ist ausgezeichnete BNE-Kommune und mit dem Netzwerk "Bad Honnef lernt Nachhaltigkeit" Partner der NRW-Landeskampagne "Schule der Zukunft". Bereits seit 2010 hat sie Bildung für nachhaltige Entwicklung im Leitbild der Stadt verankert und trägt dazu bei, eine kommunale BNE-Bildungslandschaft aufzubauen. In enger Zusammenarbeit mit Vereinen, Initiativen, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie engagierten Unternehmen vernetzt Bad Honnef regionale Mitwirkende und trägt BNE in die Breite.

So werden bereits mehrere globale Nachhaltigkeitsziele vor Ort umgesetzt, wie beispielsweise "SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden": In einem Pilotprojekt haben Schülerinnen und Schüler einer Grundschule ermittelt, wie die Stadt Bad Honnef nachhaltig gestaltet werden kann. Auf der Suche nach "Hitzeinseln" und "grünen Oasen" waren die Bushaltestellen und Vorgärten die Zielorte ihrer Untersuchung. Dabei haben sie große Temperaturunterschiede unter Glasdächern und bei Steingärten im Kontrast zu bepflanzten Grünanlagen gemessen und innovative Ideen und Modelle zur Begrünung der Stadt entwickelt. Daran anknüpfend wird von einer weiterführenden Schule zukünftig eine digitale Stadtkarte erstellt, auf der die untersuchten Orte markiert sind und die Lösungsbeispiele veranschaulicht werden. Nach Möglichkeit werden diese Ideen in der Stadtplanung berücksichtigt und umgesetzt.