Biologische Vielfalt

Die Rate des Artensterbens steigt immer stärker, die Gesundheit der Ökosysteme verschlechtert sich schneller denn je. Das geht aus dem Weltbericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) zur Artenvielfalt und Ökosystemen von 2019 hervor. Schutz und Erhalt Biologischer Vielfalt über und unter Wasser sind Ziele der globalen Nachhaltigkeitsagenda. Wie kann Bildung dazu beitragen, sie zu verwirklichen?

Biologische Vielfalt verstehen und schützen

Biologische Vielfalt meint nicht nur die Millionen von Arten, die es auf der Erde gibt. Auch die genetischen Variationen innerhalb der Spezies und die Vielfalt der verschiedenen Lebensräume selbst – wie tropische Regenwälder, Hochgebirge oder Korallenriffe – gehören dazu. Etwa zwei Millionen Arten wurden bereits entdeckt und beschrieben. Die Gesamtzahl der Arten wird jedoch deutlich höher eingeschätzt. Dabei gehen die Schätzungen weit auseinander, denn über die besonders hohe Vielfalt in den tropischen Regenwäldern ist bislang noch wenig bekannt. So könnte die Zahl aller Arten zwischen 5 und 20 Millionen liegen: Besonders viele Spezies weisen die Insekten, die Pilze und die Algen auf.

Vielfalt begreifen

Ein Beispiel lässt das Ausmaß dieser Vielfalt erahnen  ...

Mehr als 300 Hunderassen gibt es auf der Welt. Zusammengenommen stellen sie nicht einmal eine Art, sondern nur eine Unterart des Wolfes dar. Die Gesamtzahl aller Lebewesen auf der Erde ist noch viel weniger abschätzbar, ihre Zahl beträgt aber schätzungsweise mehrere Trillionen.

Biodiversität bedeutet Lebensqualität

Biologische Vielfalt, auch Biodiversität genannt, ist für Menschen überlebenswichtig und notwendig für eine hohe Lebensqualität. Doch rund eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht – so viele wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. Diesem Verlust entgegenzuwirken ist nötig, um die negativen Folgen für unser menschliches Leben auf diesem Planeten gering zu halten, zugleich hat die Natur einen Eigenwert. Damit der Schutz von Lebensräumen und Artenvielfalt gelingt, brauchen alle Menschen neben dem Wissen um Biodiversität Werte, Haltungen und vor allem Handlungsoptionen.

Die Agenda 2030

In der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ist der Erhalt der Biodiversität als Ziel 15 der Globalen Nachhaltigkeitsziele fest und hochrangig verankert: „Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen“. Und weil auch im Wasser, besonders in den Weltmeeren, biologische Vielfalt eine große Rolle spielt, besagt Ziel 14: „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen“.

Biodiversität und nachhaltige Entwicklung

Intakte und funktionsfähige Ökosysteme sind die Existenzgrundlage jedes menschlichen Lebens. Sie liefern etwa Nahrungsmittel, Baumaterialien, Energie und Wirkstoffe für Arzneimittel. Sie regulieren das Klima und sind wichtig für Bodenbildung, Nährstoffkreislauf und sauberes Trinkwasser und sind damit essentiell für das Überleben und für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt. Intakte und funktionsfähige Ökosysteme brauchen zwingend Vielfalt. in jedem einzelnen Ökosystem und in jedem Kubikmeter Boden wirken tausende Arten und Mikroorganismen zusammen.

Je vielfältiger die Natur ist, desto besser kann sie auf Veränderungen und Belastungen wie Klimawandel oder Verschmutzung reagieren und sich entsprechend anpassen. Durch geringe Vielfalt können jede Belastung, jeder Wandel und jeder Krankheitserreger überlebensbedrohende Folgen für bestimmte Arten haben. Laut des Weltberichts des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) von 2019 ist die Zahl der Arten in den meisten Lebensräumen an Land durchschnittlich um mindestens 20 Prozent gesunken. Mehr als 40 Prozent der Amphibienarten, fast 33 Prozent der riffbildenden Korallen und mehr als ein Drittel aller Meeressäuger sind bedroht. Auch sind bis 2016 bereits mehr als neun Prozent aller domestizierten Säugetierrassen in der Landwirtschaft ausgestorben und mindestens 1.000 weitere Rassen sind bedroht.

Sonderbericht

über den Ozean und die Kryosphäre, Eisgebiete, vom Weltklimarat IPCC

Tiere, die es einmal gab

Mehr erfahren über bereits ausgestorbene Tierarten ...

Weltweit sind bereits tausende Arten ausgestorben wie der Auerochse, der Tasmanische Beutelwolf oder der Harlekinfrosch. Die Zahl der Arten, die bereits ausgestorben sind, ohne dass die Menschen von ihnen wussten, dürfte mindestens ebenso groß sein – gerade in den Regenwäldern und den Weltmeeren. Heutzutage werden rund viermal so viele Fische aus dem Meer geholt wie noch vor 60 Jahren; viele Tiere sterben sinnlos als Beifang. Wenn die Fischbestände nicht stärker geschont werden, ist laut Berechnungen des UN-Umweltprogramms UNEP spätestens 2050 weltweit keine kommerzielle Fischerei mehr möglich.

 

Porträts über ausgestorbene Arten

gibt es auf den Seiten des NABU.

Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt zu verwirklichen. Biologische Vielfalt ist dafür ein wesentliches Merkmal und zugleich Voraussetzung. Sie steht daher im Zentrum nachhaltiger Entwicklung. Ihr Verlust ist eng verknüpft mit anderen globalen Problemen wie Armut und Hunger, Wassermangel, der zunehmenden Zahl an Naturkatastrophen und Dürren infolge der Erderwärmung sowie der Verschmutzung der Umwelt durch Schadstoffe aus Industrie und Verkehr. Nachhaltige Entwicklung heißt, alle diese Probleme gemeinsam zu lösen – weil sie gemeinsame Ursachen haben.

Um die biologische Vielfalt zu erhalten, sind Maßnahmen in allen Sektoren nötig, vor allem in Industrie, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei. Diese Sektoren sind von biologischer Vielfalt abhängig und beeinflussen sie zugleich unmittelbar. Von der Fischereiwirtschaft hängen etwa allein in Deutschland viele tausend Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Gastronomie sowie der Seefischerei in Nord- und Ostsee ab. Der Verlust von Biodiversität im Meer bedroht diese Arbeitsplätze stärker, als der Schutz des Meeres etwa für die Fischerei an Einschränkungen mit sich bringt. Biodiversität und ihr Erhalt sind also kein „Umweltthema“, sondern ein wirtschaftliches, sicherheitspolitisches, soziales und moralisches Problem für uns Menschen.

Bildung und Biodiversität

Schlüsselthemen der BNE

Die Vermittlung der Bedeutung und des Wertes von Biodiversität ist ein Kernziel für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie kann anknüpfen an Schlüsselthemen der Biodiversität, die eng mit der Alltags- und Lebenswelt der Menschen zusammenhängen. Dazu gehören unter anderem Freizeit in der Natur, Landwirtschaft und Konsum, Insektensterben, oder Klimawandel.

Lernorte für BNE

Nachhaltige Entwicklung, gerade im Hinblick auf biologische Vielfalt, lässt sich am besten draußen „in der Natur“ erfahren, erlernen und wertschätzen. Zum Beispiel anhand eines Vergleich zwischen einem Hochleistungsackers, auf dem nur eine Pflanzenart gedeiht, und einer Wiese mit hunderten von Arten.

Es gibt in Deutschland über 1.000 Umweltzentren. Außerhalb der Schule vermitteln sie Wissen, Werte und Haltungen zu biologischer Vielfalt. Hinzu kommen 100 Naturparks und 16 Nationalparks. Darüber hinaus bieten die zahlreichen UNESCO-Netzwerke viele Bildungsangebote zum Thema Biodiversität: Darunter sind einige der UNESCO-Welterbestätten oder der UNESCO-Geoparks. Vor allem aber gibt es 16 UNESCO-Biosphärenreservate in Deutschland.

Um die Harmonie zwischen Mensch und Natur zu stärken, koordiniert die UNESCO seit Mitte der 1970er Jahre das weltweite Netz der Biosphärenreservate. Diese über 700 Kulturlandschaften mit ihren mehr als 250 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern weltweit verfolgen als Lernorte das gemeinsame Ziel nachhaltiger Entwicklung Biosphärenreservate kombinieren Bildung mit nachhaltigen Wirtschaftsformen, Naturschutz, Forschung und internationaler Kooperation.

UNESCO-Netzwerke

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Drei deutsche UNESCO-Biosphärenreservate oder ihre Partner wurden im Rahmen des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dafür ausgezeichnet, dass sie BNE strukturell und langfristig in ihren Konzepten und ihrem Leitbild verankern. 

BNE-Akteurslandschaft

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Ökonomischer Nutzen von Biodiversität

Biologische Vielfalt spielt auch in Medizin und Technik eine wichtige Rolle. Sterben bestimmte Pflanzenarten aus, sind mögliche Heilmittel für immer verloren. Fast 50 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Medikamente werden aus Pflanzenmaterial gewonnen. Die Rinde der Silberweide bildet beispielsweise einen der beiden pflanzlichen Ausgangsstoffe für eins der weltweit am häufigsten verwendeten Arzneimittel: Aspirin.

Die Natur bietet zudem Vorbilder für technische Entwicklungen. So haben Schiffsantriebe, die dem Flossenschlag von Fischen oder den Ruderbewegungen von Pinguinen nachempfunden sind, einen viel niedrigeren Energieverbrauch als propellerbetriebene Schiffe.

Ein weiteres Beispiel ist die selbstreinigende und schmutzabweisende Oberfläche des Blatts der Lotusblume. Sie diente als Vorbild für die Beschichtung von Oberflächen. Auf diese Weise ist eine Vielzahl von Produkten entstanden: vom Honiglöffel bis hin zu selbstreinigenden Farben für Fassaden.

Diese Beispiele zeigen die Bedeutung von biologischer Vielfalt als Quelle und Inspiration für die Wirtschaft. Keinesfalls darf jedoch die Schlussfolgerung gezogen werden, dass Produkte, die von der Natur inspiriert sind oder auf natürlichen Ausgangsstoffen basieren, daher per se unschädlich für Mensch und Natur seien.

Vorteile gerechter aufteilen

Die Vereinten Nationen haben mit dem „Nagoya-Protokoll“ und der Globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 im Ziel 15.6 formuliert, dass die Vorteile, die sich aus der Nutzung genetischer Ressourcen ergeben, gerechter aufgeteilt werden sollen. Zum Beispiel sollen indigene Gemeinschaften von ihrem alten Wissen profitieren, wenn Unternehmen aus pflanzlichen Wirkstoffen Medikamente herstellen.

Diese ökonomische Bedeutung der biologischen Vielfalt wurde in den letzten 15 Jahren in vielen Studien dokumentiert, so etwa von The Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB) oder von der deutschen Nachfolgestudie Naturkapital Deutschland

#Act4SDGs

Globale Nachhaltigkeitsagenda bis 2030 umsetzen! Die Deutsche UNESCO-Kommission leistet dazu vielfältige Beiträge.

Ursachen für den Verlust von Biodiversität

Im Verlauf der Erdgeschichte hat es immer wieder Umweltveränderungen – zum Beispiel infolge von Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüchen oder Meteoriteneinschlägen – gegeben, die zu einem massiven Artensterben geführt haben. Seit dem 17. Jahrhundert sind es aber vor allem die Menschen, die für den Verlust der biologischen Vielfalt verantwortlich sind. Hauptursachen sind die Verschmutzung der Land- und Meeresökosysteme, die Übernutzung der Böden und die Inanspruchnahme großer Flächen durch die Landwirtschaft, die Abholzung der Regenwälder, die Überfischung der Meere, Bevölkerungswachstum und zunehmender Konsum,  Versiegelung biologisch produktiven Bodens durch Bebauung und Verkehr, die Verdrängung angestammter Arten durch eingewanderte, so genannte invasive, Spezies sowie der Klimawandel.

Der Schutz von Biodiversität in Deutschland zeigt positive Entwicklungen, aber es gibt auch weiterhin Verbesserungsbedarf. Naturschutz, der aktiv betrieben wird, ist an vielen Stellen wie beispielsweise in Wäldern, Flüssen oder Schutzgebieten bereits erfolgreich. Doch um Biodiversität langfristig zu erhalten, muss auch in der Landwirtschaft stärker auf nachhaltiges Wirtschaften gesetzt werden. Das geht aus den Informationen zur UN Biodiversitätskonferenz 2018 hervor.

Folgen des Verlusts von Biodiversität

Wenn einzelne Arten sterben, sind davon häufig andere Arten bedroht, die mit ihnen in Symbiose leben oder die sich von der verschwundenen Art ernährt haben. Der Verlust von Arten kann in Kettenreaktionen ganze Ökosysteme verändern und sich damit auf die Nahrungsproduktion auswirken: Fallen selbst kleinste Lebewesen weg, ist der gesamte Kreislauf gefährdet. Sterben etwa Fressfeinde von Läusen oder Käfern aus, die Feldfrüchte schädigen, kann das zu erheblichen Einbußen bei der Ernte führen. Viele der Insekten, die für die Bestäubung zuständig sind, nehmen sowohl in ihrer Zahl also auch in ihrer Artenvielfalt ab. Dabei ist die Bestäubung wichtig für drei Viertel aller vom Menschen angebauten Nahrungspflanzen wie Obstbäume.

Durch Abholzung von Regenwäldern oder hochindustrielle Landwirtschaft gefährdet der Mensch nicht nur einzelne Arten, sondern ganze Ökosysteme stark und häufig unumkehrbar. Dies hat weitreichende Folgen: Wasserhaushalt, Sauerstoffbildung, Fruchtbarkeit des Bodens und Klima einer Region können aus dem Gleichgewicht geraten und Naturkatastrophen wie etwa Überschwemmungen nach sich ziehen: Im Falle einer weiteren Abholzung des Amazonas-Beckens warnen viele Expertinnen vor schweren Dürren in ganz Brasilien.

„Ökosystemleistungen“ erhalten

Verlust von Biodiversität bedeutet Verlust von „Ökosystemleistungen“. Der Fachbegriff legt bereits nahe, dass Menschen ein dringendes Interesse an der Erhalt der Vielfalt haben müssen, selbst wenn sie ethische und moralische Vorstellungen vom Eigenwert der Natur nicht teilen.

Die Folgen und Ursachen für den Verlust dieser „Ökosystemleistungen“ sind weltweit ungleich verteilt. Die größten Gewinne aus der Nutzung natürlicher Ressourcen erzielen die Industriestaaten – zu Lasten der Länder, die am wenigsten im Stande sind, sich an die Veränderungen der Ökosysteme anzupassen. Schließlich ist der Hauptgrund für die Abholzung des Regenwalds die Ausweitung der Landwirtschaft für den Export von Produkten wie Palmöl oder von Soja als Futtermittel für europäische und amerikanische Massentierhaltung.

Aktivitäten der Vereinten Nationen

Konvention zur Biologischen Vielfalt

Die Völkergemeinschaft will den alarmierenden Rückgang der biologischen Vielfalt durch weltweite Zusammenarbeit und gegenseitige Überwachung der Fortschritte eindämmen. Deshalb wurde das „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ (Biodiversitätskonvention) auf dem Weltgipfel der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro beschlossen. Mit über 195 Vertragsstaaten, inklusive der EU, hat es fast universelle Gültigkeit.

Das Übereinkommen betont die Rolle von Bildung und Ausbildung für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt (Artikel 12). Im Artikel 13 wird festgehalten, dass biologische Vielfalt in Bildungsprogramme sowie Programme zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit einbezogen werden soll. Ziel des Übereinkommens ist es, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu schützen, zu erhalten und deren nachhaltige Nutzung so zu organisieren, dass möglichst viele Menschen heute und auch in Zukunft davon leben können. Genauer geht es um:

  • den Erhalt der biologischen Vielfalt,
  • die nachhaltige Nutzung der Artenvielfalt,
  • und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen.
Biodiversitätskonvention

1992 beschließen mehr als 195 Vertragsstaaten auf dem Weltgipfel der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung das Übereinkommen

Die Aichi-Biodiversitäts-Ziele

Auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Biologischen Vielfalt 2010 in Aichi, Japan, haben über 190 Staaten die so genannten Aichi-Biodiversitäts-Ziele festgelegt. Fünf strategische Ziele sollen dem fortschreitenden Verlust von Biodiversität entgegenwirken. Dazu gehören etwa die Bekämpfung der Ursachen, die Förderung einer nachhaltigen Nutzung oder die Verbesserung der Planung durch partizipative Planung, Wissensmanagement und Kapazitätsaufbau.

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES

Als zwischenstaatliches Gremium hat der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) die Aufgabe, über den aktuellen Zustand und Wissensstand zu Biodiversität und Ökosystemleistungen zu berichten. Dazu nominieren die rund 130 Mitgliedstaaten Expertinnen und Experten zur Erstellung der IPBES-Berichte. 2019 ist der umfassendste jemals erstellte zwischenstaatliche Bericht seiner Art, mit innovativen Methoden zur Bewertung von Evidenz, erschienen:

Weltbericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) zur Artenvielfalt und Ökosystemen

UN-Dekade für Biologische Vielfalt

Im Dezember 2010 haben die Vereinten Nationen die Jahre 2011 bis 2020 zur „UN-Dekade für Biologische Vielfalt“ erklärt. Damit ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Am Ende des Jahrzehnts sollen mehr Menschen wissen, was Biodiversität ist, warum wir sie brauchen und wie jeder etwas zur Erhaltung biologischer Vielfalt beitragen kann.

Hier geht es zu den Projekten der UN-Dekade.

Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt

Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschreibt in rund 330 Zielvorgaben und 430 konkreten Maßnahmen, wie Schutz, nachhaltige Nutzung und soziale Aspekte zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland beitragen sollen.

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Naturschutz-Offensive 2020 

Seit 2015 bringt die „Naturschutz-Offensive 2020“ des Bundesumweltministeriums (BMU) die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2020 voran. Das Handlungsprogramm des BMU benennt die größten Defizite und Maßnahmen zu ihrer Überwindung.

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Aichi-Biodiversitäts-Ziele

2010 legen über 190 Staaten in Aichi, Japan, die so genannten Aichi-Biodiversitäts-Ziele fest

Materialien

Datenbanken und Sammlungen

Die Lehrmitteldatenbank im BNE-Portal umfasst rund 200 Materialien zum Thema Biodiversität/Ökosysteme.

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Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit stellt mit Umwelt im Unterricht eine fortlaufende Reihe von Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.

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Auf den Seiten des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gibt es ebenfalls eine umfangreiche Materialsammlung.

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Unterrichtsmaterialien zu BNE-Themen wie Ernährung, Meere oder Energie und Klima bietet die Umweltstiftung WWF Deutschland (World Wide Fund For Nature) Unterrichtsmaterialien an.

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In dem Projekt TMEUF (Teaching Material Europa-Universität Flensburg) erarbeitet die Universität Unterrichtsmaterialien zum Themenbereich Erhaltung der Biodiversität.

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In der Datenbank Portal Globales Lernen des World University Service (WUS) stehen verschiedene Unterrichtsmaterialien zum Thema Biodiversität zur Verfügung.

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Lehrmaterialien

Leitfaden zur Biodiversitätskonvention (Englisch)

Das Jugendnetzwerk „Global Youth Biodiversity Network“ (GYBN) hat zur Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity (CBD)) einen 200 Seiten starken Leitfaden „CBD in a nutshell“ herausgebracht, der sich an die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in seinen Mitgliedsorganisationen richtet. Gut verständlich und mit vielen anschaulichen Grafiken erklärt die Publikation den Wert der biologischen Vielfalt. Zudem zeigt die Publikation ganz konkret den Ablauf einer Vertragsstaatenkonferenz und Möglichkeiten der Beteiligung auf.

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Biologische Vielfalt – unsere gemeinsame Verantwortung

Diese Broschüre gibt einen Überblick darüber, wie Deutschland gemeinsam mit vielen Partnern weltweit zum Schutz der biologischen Vielfalt beiträgt.

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Faktenkoffer Biodiversität

Diese Publikation des Netzwerk-Forums zur Biodiversitätsforschung Deutschland bietet eine Einführung zum Begriff der Biodiversität und der Biodiversitätsforschung. Es zeigt verschiedene Zugangsweisen zu Biodiversität auf und erläutert, warum es wichtig ist, sie zu erhalten.

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Biodiversity Learning Kit (Englisch)

Diese Publikation wurde gemeinsam von der UNESCO und dem Sekretariat des Übereinkommens über die biologische Vielfalt entwickelt und richtet sich an Lehrer. Während der erste Band erläutert, was Biologische Vielfalt ist, inwieweit sie zum menschlichen Wohl beiträgt und was für Auswirkungen eine Abnahme der Biodiversität nach sich zieht, beinhaltet der zweite Teil Lehrmaterialien, die eingesetzt werden können.

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UNESCO Video: Learning about Biodiversity

In einem Video bündelt die UNESCO die wichtigsten Daten und Fakten zur Biodiversität und vermittelt sie unterstützt durch animierte Videoclips.

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Querbeet
Biologische Vielfalt und Bildung für nachhaltige Entwicklung - Anregungen für die Praxis

Zur Publikation

Weiterführende Links

Höhepunkte des Weltaktions­programms BNE 2015 bis 2019