Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz hat zahlreiche Rahmenpapiere und Strategien zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) entwickelt. In dem Bundesland sind bereits seit über 20 Jahren BNE-Koordinatoren im Einsatz und die zahlreichen Maßnahmen reichen von Fortbildung und Qualifizierungen für Fachkräfte bis hin zu einzelnen Handreichungen. Für die Zukunft sind noch zahlreiche Maßnahmen geplant wie etwa die weitere Förderung und Ausbau der Netzwerkstrukturen.

Wie setzt Rheinland-Pfalz Bildung für nachhaltige Entwicklung um?

In Rheinland-Pfalz gibt es folgende Rahmenpapiere und Strategien zur Bildung für nachhaltigen Entwicklung:

Weiterhin gibt es folgende Maßnahmen und die folgende Infrastruktur wird geboten:

  • Fortbildung und Qualifizierung für Fachkräfte: Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Elementarbereich/ in Kitas
  • Biodiversität: Naturerlebnis Campingplätze, Bildungsangebote in Zooschulen
  • Lernort Bauernhof: Netzwerk und Förderprogramm
  • Schulgarten Rheinland-Pfalz: Beratung, Förderung, Fortbildung
  • Ernährungsbildung: „Rheinland-Pfalz isst besser“
  • Bildungsmodul Klimawandelpfad; AutoFasten
  • Globales Lernen:
    • Interdisziplinäre Handreichungen „Globale Entwicklung in der Mittelstufe“ (GEMs) - unterrichtspraktische Vorschläge zu den Themen Rassismus, Ernährung und so weiter (in Kooperation mit Engagement Global)
    • länderübergreifendes Projekt (Rheinland-Pfalz und Niedersachsen) zu einer Handreichung für Gesamtkonferenzen zum Thema Flucht;
    • Fachkonferenz mit dem Titel "Unsere Verschwendungswut - von Europa könnte die ganze Welt leben“
  • Fachpromotorin für Globales Lernen (angesiedelt beim Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz/ELAN e.V.) an der Schnittstelle der formalen und nicht-formalen Bildung: Kooperation und Vernetzung beider Bereiche unter anderem durch gemeinsame Foren (Fachforum globales Lernen jeweils im Herbst jeden Jahres), den ACT!-Schulpreis für entwicklungspolitisches Engagement von Schulen in Rheinland-Pfalz, die gemeinsame Empfehlungsliste für außerschulische Anbieter/ Kooperationspartner globalen Lernens (Weltläden, kirchliche Initiativen und so weiter), Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer/innen, Zusammenarbeit mit der Beratungsgruppe für BNE am Pädagogischen Landesinstitut (PL) und mit den weiteren schulischen Netzwerken (BNE, UNESCO)
  • Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung als Richtschnur. Der Orientierungsrahmen ist Gegenstand von Info- und Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte und außerschulische Bildner/innen beziehungsweise Eine Welt-Akteure. Veranstaltungen beispielsweise zu Fragen der Postwachstumsökonomie, (fairer) Welthandel, virtuelles Wasser, Klimawandel, Eine Welt-Kooperation, Partnerschaft mit (vor allem) ruandischen Schulen
  • Begleitung und Beratung der Expertenrunde für Bildung der Klimastiftung für Bürger in der länderübergreifenden Metropolregion Rhein-Neckar
  • Verankerung der BNE in der Lehrplanarbeit, zuletzt Sekundarstufe 1-Lehrplan für die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer
  • zahlreiche und thematisch diverse Lehrkräftefortbildungen mit BNE-Bezug und in enger Kooperation mit Partnern der außerschulischen BNE-Arbeit
  • BNE und Senioren: KindergartenPaten
  • Freiwilliges Ökologisches Jahr grenzüberschreitend in der Großregion
  • Lehramtsbezogener (zweisemestriger) Zertifikatsstudiengang „Bildung – Transformation – Nachhaltigkeit“ an der Universität Koblenz-Landau
  • Bildung für Nachhaltige Entwicklung/Wasser: Nature Lab Euertal, Wasserwissenswerk Steinbachtalsperre
  • Förderung regionaler und grenzüberschreitender BNE durch entsprechende Netzwerkbildung
  • Netzwerk Bienen an Bildungsorten
  • Organisation und Durchführung von BNE-Tagungen als Foren für schulische und außerschulische Akteure, Vertretern der Universitäten, Zivilgesellschaft und Behörden (zuletzt an der Uni Landau); Unterstützung des Schulgeographentages Rheinland Pfalz (zuletzt als konsequent „nachhaltig“ ausgerichtete Tagung)
  • umfangreiche wald- und forstpädagogische Angebote für Schulen und weitere Zielgruppen
  • seit nunmehr über 20 Jahren BNE-Koordinatoren und BNE-Beratungsgruppe (am Pädagogischen Landesinstitut) als Säulen der Beratungs- und Unterstützungsarbeit für Schulen und außerschulische Angebote/ Partner: regionale Netzwerktreffen der mehr als 80 BNE-Schulen, BNE-Schultage, spezifische Fortbildungsangebote je nach schulischen Voraussetzungen und Bedarfen (zum Beispiel terra preta, Weltladen an der Schule, Klimavertrag, Energieparcours), Bereitstellung von BNE-Lernsets und weiteren Hilfsmitteln (zum Beispiel Energiefahrrad)
  • seit Februar 2018 zusätzlich (dank der Unterstützung durch Engagement Global im Rahmen des Schulprogramms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung): zwei Landeskoordinatoren für BNE am Pädagogischen Landesinstitut mit besonderem Augenmerk auf die strukturelle Verankerung der BNE/ des Globalen Lernens, deren weitere Vernetzung (auch über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus) und die Implementation in der Lehrerausbildung aller Phasen.
  • viele BNE-Angebote sind das Ergebnis interministerieller Zusammenarbeit: Das Bildungs-, Umwelt-, Innen- und Wirtschaftsministerium leisten Beiträge, die Landeszentrale für Umweltaufklärung und viele weitere Einrichtungen bilden ein Netzwerk für vielfältige und qualitativ verlässliche BNE-Angebote.

Was plant Rheinland-Pfalz im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Aktuell ist geplant:

  • Einführung des überarbeiteten, dreistufigen Zertifizierungssystems für BNE-Schulen mit dem Schuljahr 2018/19
  • Einführung eines Qualitätsmanagements- und Zertifizierungssystems für außerschulische Bildungsanbieter 2019 in Rheinland-Pfalz und Saarland
  • Jugend: „Zukunftsformer“ – Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Kinder- und Ju-gendzentren – Netzwerkbildung 2018/2019
  • weitere Förderung und Ausbau der Netzwerkstrukturen und der damit verbundenen Kooperationen und des Informationsaustauschs innerhalb Rheinland-Pfalz und mit den Nachbarländern in den Gebieten der Großregion und des Oberrheins
  • Projekt Lernort Bauernhof: Ausbau und Stabilisierung des Netzwerks und der damit verbundenen Bildungsangebote für Schulen.
  • Ausbau und Qualitätssicherung des SchUR-Netzwerks (mehr als 70 schulnahe Umwelt-bildungseinrichtungen in Rheinland-Pfalz)
  • Festigung und Ausbau der bestehenden Schulnetzwerke (BNE-Schulen, UNESCO-Projektschulen, Fairtrade-Schools, Bienenschulen), insbesondere auch das der Schulen mit Schulgarten: Ausbau und Stabilisierung der regionalen Netzwerkbildung, Angebotsstrukturen, Beratungsleistungen und Projektförderungen. Integration des Themas in Aus- und Fortbildungsangebote für Lehrkräfte. Kooperationsprojekt mit Ruanda.
  • Entwicklungspolitische Inlandsarbeit der Zivilgesellschaft durch Ausweitung des Eine-Welt-PromotorInnenprogramms
  • Weiterhin Projektförderungen Globales Lernen: Projekte „Fairness macht Mobil“ und „Der Blick hinter die Kulissen“
  • Kooperationsprojekt „global nachhaltige Kommune“
  • Schüler- und Lehrerbildungsangebote im Rahmen der Messe Faire Welten zu Bedeutung und Interdependenz
  • weitere Maßnahmen zur Implementation des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung: Lehrkräftefortbildungen, unterrichtspraktische Umsetzungsmöglichkeiten und so weiter.
  • Ergänzungsprojekt zu "GEMs - Globale Entwicklung in der Mittelstufe": Unterrichtsentwicklung im Lernbereich Globale Entwicklung
  • Biodiversität: Aufbau/Ausbau eines entsprechenden Bildungsangebotes mit Kooperationspartnern
  • Klimakochen, Klimasparbuch
  • Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Ausweitung der Bildungsangebote, Qualifizierung der Ranger für globales Lernen
  • Aktionstage 2018 „Umwelt braucht Bildung"
  • Stärkung der schulischen Arbeitsbereiche Mobilitätserziehung, Kultur und ökonomische Bildung sowie der ethischen Bildung und der globalen Perspektive im Rahmen der BNE
  • fortgesetzte Verankerung der BNE in den Lehrplänen, gerade auch in Wahlpflichtfächern
  • BNE als wichtige Aufgabe schulischer Qualitätsentwicklung umfassender etablieren (whole system approach)
  • Anschlussfähigkeit der BNE-Qualifizierung, von BNE Aus- und Weiterbildungsangeboten für Lehrkräfte über alle Phasen hinweg ermöglichen
  • Sustainable Development Goals (SDGs) als zentrale Referenzen der Lehrkräftebildung, von Beratung, Fortbildung und Materialherstellung berücksichtigen

Gibt es Bezugspunkte zur Agenda 2030 und zum Nationalen Aktionsplan?

Agenda 2030 und Sustainable Development Goals (SDGs) sind über die Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz, mit einem eigenen Handlungsfeld und Indikator für BNE, Bezugsgrundlage für die BNE im Lande. Hinzu kommt die Zukunftskonzeption Bildung für Nachhaltige Entwicklung 2015+.

Der Nationale Aktionsplan wird als positive Herausforderung begriffen: Gerade der intendierte Wandel vom Projekt zur Struktur wird im Wege der verstärkten und jeweils anschlussfähigen Implementierung von BNE-Elementen im Rahmen der Lehreraus- und -fortbildung, der Qualitätsentwicklung von Bildungseinrichtungen, der curricularen Arbeit und im Falle von Lernmaterialien und Handreichungen ernst genommen. Die weiteren, oben aufgeführten Aktivitäten in Rheinland-Pfalz stellen letztlich unverzichtbare Beiträge zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans dar.

Zum Weiterlesen

Ansprechpartner

Ministerium für Bildung

Mittlere Bleiche 61
55116 Mainz
Jan Hendrik Winter
Referat Bildung für nachhaltige Entwicklung an Schulen (u.a.)

Telefon: 06131 16-5532
E-Mail: JanHendrik.Winter(at)bm.rlp.de

 

Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten

Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
Michael Staaden
Referat Bildung für nachhaltige Umwelt, internationale Umweltpolitik, Umwelt und Sport

Telefon: 06131 16-4424
E-Mail: Michael.Staaden(at)mueef.rlp.de

Höhepunkte des Weltaktions­programms BNE 2015 bis 2019