Bundesländer

Warum sind die Bundesländer für eine strukturelle Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung so wichtig? Und wie setzen sie das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung konkret um?

Die Bundesländer in Deutschland haben weitereichende Zuständigkeiten im Bereich Bildung. Deshalb sind sie entscheidend für die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Kultusministerkonferenz, Umweltministerkonferenz und Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder (JFMK) koordinieren die Aktivitäten der Länder zu dem Thema. Der Bericht der Bundesregierung zur BNE hält unter anderem auch die Entwicklung in den Ländern fest.

Warum ist Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Bundesländern so wichtig?

Je früher Kinder an Themen und Probleme der nachhaltigen Entwicklung herangeführt werden, desto selbstverständlicher wird ihr späterer kritischer und engagierter Umgang mit den großen ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Die Schule ist dafür ein idealer Ort.

Doch BNE kann nur in die Struktur gelangen, wenn es auch systematische Berücksichtigung findet - in Lehr- und Bildungsplänen, in Schulcurricula, Rahmenlehrplänen und der gesamten Lernumgebung des Lernorts im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes. Als die Nationale Plattform den Nationalen Aktionsplan BNE erarbeitet hat, waren daher auch die Länder in den Prozess involviert und haben ihn mit verabschiedet. Vertreter aus der Umweltministerkonferenz, der Kultusministerkonferenz und der JFMK haben an dem Dokument mitgearbeitet. Die in immer mehr Bundesländern neu eingesetzten Landeskoordinatoren sind unter anderem erste sichtbare Ergebnisse der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans.

Wie setzen die Bundesländer Bildung für nachhaltige Entwicklung um?

2017 erhob die Kultusministerkonferenz, was in den Ländern bereits umgesetzt wird, um dem Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung gerecht zu werden. In dem Bericht „Zur Situation und zu Perspektiven der Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wird offensichtlich, dass BNE auf sehr vielfältige und unterschiedliche Art und Weise in den jeweiligen Ländern umgesetzt wird. Denn obwohl BNE mittlerweile in allen Ländern Eingang in die Lehr- beziehungsweise Bildungspläne der allgemeinbildenden Schulen gefunden hat, so ist die Umsetzung doch sehr unterschiedlich und vielfältig – von einer eigenen Landesstrategie zu BNE für alle Bildungsbereiche bis hin zur impliziten Verankerung in einzelnen Fächern.

Eine kurze Übersicht über die BNE-Aktivitäten in den einzelnen Bundesländern, finden Sie hier:

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Brandenburg

Bremen

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen

Das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung

2015 fiel der Startschuss für das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung, das Folgeprogramm der Vereinten Nationen für die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Das fünfjährige Programm (2015-2019) zielt darauf ab, Bildung für nachhaltige Entwicklung vom Projekt in die Struktur zu bekommen. Dabei konzentriert es sich vor allem auf 5 Handlungsfelder: Politische Unterstützung, ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen, Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatoren, Stärkung und Mobilisierung der Jugend und Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene.

Zur Umsetzung des Programms in Deutschland hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Nationale Plattform eingerichtet, die im Sommer 2017 einen Nationalen Aktionsplan erarbeitet hat. Sie wird unterstützt durch so genannte Fachforen, die aus Experten zu den verschiedenen Bildungsbereichen besteht.