Ausgezeichnete Kommunen: Jurybegründungen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission ehren herausragende Bildungsinitiativen für nachhaltige Entwicklung. Die 12-köpfige Jury besteht aus Mitgliedern der Nationalen Plattform und Vertretenden des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Freien Universität Berlin sowie der Deutschen UNESCO-Kommission. Die Jury begründet, warum die jeweiligen Kommunen eine Auszeichnung erhalten.

Neun Kommunen ausgezeichnet

Freie und Hansestadt Hamburg

„Bildung für nachhaltige Entwicklung hat in der Stadt Hamburg eine lange Tradition: Schon zur Unterstützung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) hat der Senat 2005 die Initiative „Hamburg lernt Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen. Durch behördenübergreifende Zusammenarbeit wurde BNE mit herausragendem Engagement strukturell und ganzheitlich vorangetrieben. So bestätigte der Hamburger Senat 2016 den Auftrag an alle Behörden, sich an der Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE zu beteiligen und beschloss, einen Masterplan BNE in Hamburg aufzustellen. Hervorzuheben ist auch das große internationale Engagement in Bezug auf BNE: Durch die Mitgliedschaft in internationalen Netzwerken leistet Hamburg einen Beitrag dazu, BNE auch weltweit umzusetzen.“

 

Gemeinde Alheim, Hessen

„Bildung für nachhaltige Entwicklung ist Teil des Leitbilds der Gemeinde Alheim. Die Gemeinde verfolgt das Ziel, sowohl Kindern als auch Erwachsenen die nötigen Handlungskompetenzen für nachhaltiges Handeln an die Hand zu geben. 2017 wurde nachhaltige Bildung und Entwicklung in der Hauptsatzung der Gemeinde Alheim fest verankert. Alheim zeigt beispielhaft, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung auch in kleinen Gemeinden durch Kooperationen und Bürgerbeteiligung umgesetzt und gelebt werden kann.“

 

Landeshauptstadt München, Bayern

„Die Landeshauptstadt München engagiert sich seit Langem für die systematische Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung: Seit 2007 finanziert sie die Geschäftsstelle des Vereins BenE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) München e.V. und hat damit ein Netzwerk für Münchner BNE-Akteure und Akteurinnen geschaffen. Zudem schult die Stadt auch ihre Stadtratsmitglieder in Sachen BNE. So findet im Herbst 2019 bereits das zweite Stadtratshearing zur Globalen Agenda 2030 statt. Beispielhaft ist auch die Einbindung von Kindern und Jugendlichen: Sie können beim halbjährlichen stadtweiten Kinder- und Jugendforum im Münchner Rathaus Anträge an Politik und Verwaltung stellen, um die Stadt kinderfreundlicher zu machen.“

 

Neumarkt in der Oberpfalz, Bayern

„Die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz hat bereits 2004 mit der Verabschiedung des Leitbilds "Zukunftsfähiges Neumarkt"  Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Stadtpolitik verankert. 2018 ist die Neumarkter Nachhaltigkeitsstrategie erstellt und durch den Stadtrat beschlossen worden. Eines von acht zentralen Handlungsfeldern ist "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Die Verschränkung kommunaler BNE- und Nachhaltigkeitsaktivitäten ist in Neumarkt strukturell verankert. Durch das seit 2012 etablierte Amt für Nachhaltigkeitsförderung wird BNE als ein Querschnittsthema behandelt: Das Amt ist mittlerweile mit acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt, die für die verschiedenen Handlungsfelder der Nachhaltigkeit, darunter auch BNE, zuständig sind. Die Jury würdigt das herausragende Engagement der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung!“

 

Stadt Aalen, Baden-Württemberg

„Die Stadt Aalen treibt die Ausweitung und Verstetigung von Bildung für nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene in vorbildlicher Weise voran. Alle Ämter der Stadt sind über das Agenda-Büro in BNE-Aktivitäten eingebunden. Der Gemeinderatsbeschluss macht Bildung für nachhaltige Entwicklung zum festen Bestandteil des Leitbilds der Stadt. Die Lokale Agenda 21 Aalen setzt seit 20 Jahren die Bildung und Arbeit für nachhaltige Entwicklung in der Stadt Aalen um. Neben bewährten Themenbereichen wie Energie, Europa, Biodiversität, Mobilität und Schulen wird ein neuer Schwerpunkt auf die Bereiche Jugend und Smart Future City gelegt. Die Kommune hat sich durch die Aalener Agenda-Struktur mit Agendagruppen, Agenda-Parlament, Agenda-Rat und Agenda-Büro kontinuierlich weiterentwickelt und hat eine wirksame Bürgerbeteiligung und Vernetzung der Akteure in der Stadt geschaffen.“

 

Stadt Blaustein, Baden-Württemberg

„Im Januar 2019 hat der Gemeinderat der Stadt Blaustein beschlossen, sich der Musterresolution zur Agenda 2030 anzuschließen. Die 2017 eingerichtete, geförderte Stelle "Koordination kommunaler Entwicklungspolitik" hat die Voraussetzung geschaffen, BNE und Nachhaltigkeit nicht nur als Randthemen anzugehen, sondern als Basis für kommunale Entscheidungen zu etablieren. Die Jury würdigt das Ziel der Stadt Blaustein, ihre Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit insbesondere mit Blick auf die Agenda 2030 zu verstetigen, auszuweiten und öffentlich sichtbarer zu machen.“

 

Stadt Heidelberg, Baden-Württemberg

„Die Aktivitäten der Stadt Heidelberg im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung basieren auf langjährig gefestigten Strukturen und Kooperationen. Zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung der Stadt wurde bereits 1999 das Agenda-Büro innerhalb der Stadtverwaltung eingerichtet; hiermit wurde die Koordinierung und Betreuung der BNE-Projekte in Heidelberg institutionalisiert. Das als „Runder Tisch BNE“ gegründete lokale BNE-Netzwerk zeigt durch seine steigenden Mitgliederzahlen, dass es in Heidelberg immer mehr Akteurinnen und Akteure gibt, die im Bereich BNE aktiv sind. Auch die Öffnung der Verwaltung in die Stadtgesellschaft ist in Heidelberg beispielhaft: Durch einen intensiven Bürgerbeteiligungsprozess, der weit über den gesetzlich vorgegebenen Rahmen hinausgeht, können sich die Bürgerinnen und Bürger an aktuellen städtischen Themen frühzeitig beteiligen. Durch ihr Engagement in nationalen und internationalen Netzwerken trägt die Stadt Heidelberg dazu bei, Bildung für nachhaltige Entwicklung strukturell zu verankern.“

 

Stadt Neukirchen-Vluyn, NRW

„In Neukirchen-Vluyn setzen sich zahlreiche Akteure für eine nachhaltige Entwicklung der Kommune ein. Hervorzuheben sind dabei der vor 20 Jahren gestartete Agenda 21 Prozess und auch die Initiative Bildung für nachhaltige Entwicklung, welche in Zusammenarbeit mit der Heinz-Trox-Stiftung, der Stadtverwaltung sowie dem Förderverein der Stadtbücherei umgesetzt wird. In Neukirchen-Vluyn manifestiert sich das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung immer stärker im kommunalen Handeln. Durch das im Sommer 2019 gestartete Projekt „Global nachhaltige Kommune“ soll das Leitbild künftig politisch beschlossen und damit im kommunalen Alltag verankert werden.“

 

Stadt Wedel, Schleswig-Holstein

„In der Stadt Wedel existiert eine lebendige und starke Bildungslandschaft, die auf einer gemeinsamen, politisch beschlossenen „Agenda für Bildung“ fußt. Seit 2014 verfügt die Stadt über ein Integriertes Klimaschutzkonzept, das konkrete Maßnahmen enthält, um globale Herausforderungen auch auf lokaler Ebene anzugehen. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird hierbei als wertvolles Instrument angesehen, das Menschen befähigt, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. In vorbildlicher Weise stärkt die Kommune über städtische Kooperationsprojekte mit Kindertagesstätten, formalen- und non-formalen Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft die Kompetenzen bei Lehrenden, Multiplikatoren sowie auch Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Die Jury würdigt das herausragende Engagement der Stadt Wedel, Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Stadtgesellschaft und -verwaltung zu verankern."

Höhepunkte des Weltaktions­programms BNE 2015 bis 2019