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Rückblick auf den Ganztagskongress "Das Kind im Zentrum" am 02. und 03. April in Berlin : Meldung vom

Rund 300 Teilnehmende vor Ort in Berlin und 230 Gäste im Livestream nutzten die Gelegenheit zum Austausch am ersten Tag des Ganztagskongresses am 2. April 2025. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zu der Veranstaltung unter dem Motto "Das Kind im Zentrum" ins Humboldt Carré eingeladen.

In seiner Begrüßung führte Stephan Ertner, Staatssekretär im BMBF, aus: "Ein fächerübergreifender, fantasievoller und an den Bedürfnissen der Kinder orientierter Ganztag öffnet diesen die Tür zur eigenen Lebenswelt". Im Anschluss gaben die Medienwissenschaftlerin Dr. Anna Grebe und Michael Fritz von der Initiative Zukunftsbildung gGmbH Anregungen, wie kindgerechte Bildung im Ganztag gelingen kann und welche Zukunftsvisionen es für eine Weiterentwicklung braucht. In der anschließenden Gesprächsrunde forderte der Bundesvorsitzende von Seniorpartner in School, Matthias Kraemer, gemeinsame Anstrengungen von Zivilgesellschaft, Schule, Verwaltung und Politik. Dr. Lena Irmler vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg sprach sich dafür aus, für neue Ideen zu werben und Hürden abzubauen.

Praxiseinblicke bieten Anknüpfungspunkte für die alltägliche Umsetzung

Die praktische Arbeit im Ganztag wurde in 16 Fachforen dargestellt. Vier Kurzvorträge lieferten zusätzliche Impulse mit Bezug zum Alltag: So berichtete Daniela Dockendorff von ihren Erfahrungen als Leiterin der Grundschule Hasenfänger (Andernach) und Svenja Ksoll von der German Toilet Organization rief dazu auf, Schülerinnen und Schüler in die Gestaltung der Toilettenräume einzubeziehen. Sophia Roggenbuck wies auf die wichtige Rolle von kultureller Bildung im Ganztag und die Beratungsstellen von "Kultur macht stark" hin. Sandra Liebender von der Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien setzte den Fokus auf den Umgang von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Medien.

Am zweiten Tag stellte Prof. Dr. Iris Nentwig-Gesemann von der Freien Universität Bozen eine Studie zu "Ganztagsgrundschulen als Resonanz- und Partizipationsräume" vor, die sie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und der Robert Bosch Stiftung durchführt. Dabei betonte sie: "Ist das Miteinander-Leben und -Lernen von Resonanz geprägt, dann nehmen die Interakteure einander wahr und antworten aufeinander. Der Grundmodus von Partizipation und von Resonanz ist geprägt von Anerkennung, vom Miteinander, vom Dialog und von der geteilten Erfahrung." Danach griff das "Legislative Theater Berlin" das Thema spielerischer auf und arbeitete gemeinsam partizipativ mit dem Publikum in kurzen Szenen daran, wie ein guter Ganztag als Lern- und Lebensort von Kindern und Jugendlichen gestaltet sein kann.

Die anschließende Podiumsdiskussion wurde von Muschda Sherzada moderiert und griff viele Themen der vorangegangenen Beiträge auf. Die Bundesvorsitzende des Ganztagsschulverbandes, Eva Reiter, warb dafür, Schülerinnen und Schülern eine Stimme zu geben und diese an der Ausgestaltung von Ganztagsformaten zu beteiligen. Dr. Leonhard Birnbacher vom Deutschen Jugendinstitut stellte verschiedene Möglichkeiten der Beteiligung vor. Britta Vollertsen vom Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein stellte die Wichtigkeit des gemeinsamen Austausches aller Beteiligter heraus. Daniela Broda vom Deutschen Bundesjugendring wünschte sich eine ganz selbstverständliche Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Gestaltung des Ganztags an Schulen.

Nach weiteren acht sich anschließenden Fachforen zu verschiedenen Themen, schloss die geschäftsführende Bundesfamilienministerin, Lisa Paus, die Veranstaltung mit einem Mut machenden Appell: "Guter Ganztag kann einen Unterschied machen. Er fördert, er prägt Kinder. Und zwar ganzheitlich."

Insgesamt wurde mit dem Ganztagskongress 2025 "Das Kind im Zentrum" ein vielseitiges Bild mit Impulsen aus der Fachwelt, konkreten Einblicken aus dem Alltag und vielen Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Austausch geboten.

Weiterführende Links

Das Ganztagsschulportal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bietet einen Newsletter an.

Informationen und Berichte über die bundesweite Entwicklung von Ganztagsschulen: www.ganztagsschulen.org

Informationen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Ganztagsausbau in Vorbereitung des Rechtsanspruchs: www.recht-auf-ganztag.de

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