Die neuen Mitglieder der Nationalen Plattform kennenlernen : Meldung vom
Seit Januar 2025 sind fünf neue Institutionen Mitglied der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Wir stellen sie vor und geben Einblicke, wie sie mit ihrer Arbeit zu BNE beitragen.
Die Nationale Plattform BNE (NP BNE) ist das Herzstück des politischen Prozesses Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland. Als oberstes Lenkungsgremium steuert sie die deutsche Umsetzung des UNESCO Rahmenprogramms "BNE 2030" und des Nationalen Aktionsplans BNE. Die Aufgaben der NP BNE und ihre Zusammensetzung sind in der Geschäftsordnung ausformuliert. Aktuell gehören ihr 41 Institutionen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an. Mit dem Start der neuen Amtsperiode wurden fünf neue Mitglieder im Rahmen der Sitzung am 14. Januar 2025 in die NP BNE aufgenommen. Alle Mitgliedsinstitutionen spielen eine wichtige Rolle für BNE und helfen, den politischen Prozess in Deutschland weiter voranzubringen. Worin die Expertise der neuen Mitglieder besteht und wie sie bereits zu BNE beitragen, stellen wir anbei vor.
Engagement Global gGmbh
Engagement Global agiert als Anlaufstelle für entwicklungspolitisches Engagement. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert die Organisation bürgerschaftliches und kommunales Engagement und entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Das breite Angebot umfasst Informationen, Vernetzung, Beratung und finanzielle Unterstützung mit dem Ziel, entwicklungspolitische Vorhaben zu unterstützen.
Eine Schnittstelle zu BNE gibt es unter anderem durch den Orientierungsrahmen Globale Entwicklung, eine von der Kultusministerkonferenz verabschiedete Empfehlung, um BNE mit globaler Perspektive fest in Schule und Unterricht zu verankern. Er ist Bezugsrahmen für die Entwicklung von Lehrplänen und schulischen Curricula, für die Gestaltung von Unterricht und außerunterrichtliche Aktivitäten sowie für die Schulverwaltung und Lehrkräftebildung. Die Ansätze des Orientierungsrahmens werden in den Bundesländern durch Länderinitiativen umgesetzt sowie durch Landeskoordinatorinnen und Landeskoordinatoren strukturell verankert. Engagement Global betreut und koordiniert dieses Programm sowie weitere Bildungs- und Förderprogramme der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und des Globalen Lernens. Dr. Jens Kreuter, Geschäftsführer von Engagement Global, vertritt die Perspektive der Entwicklungspolitik in der NP BNE.
Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes
Zu Beginn dieses Jahres hat das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlands die Vertretung der Kultusministerkonferenz (KMK) in der Nationalen Plattform BNE (NP) übernommen. Die Vertretung der KMK in der NP wurde bis dahin durch das Land Baden-Württemberg wahrgenommen.
Die Kultusministerkonferenz ist seit Gründung der Nationalen Plattform festes Mitglied in dem Leitgremium des BNE-Prozesses. Ein wichtiger Auftrag der KMK ist die Sicherung von Qualitätsstandards in Schule, Berufsbildung und Hochschule. 2024 veröffentlichte die KMK ihre zweite Empfehlung zu BNE. Sie setzt wichtige Impulse für Qualitätsentwicklungsprozesse zur Weiterentwicklung von BNE im Schulbereich und hat in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Indikator "Schulen mit BNE-Label" entwickelt, der 2025 in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen wurde.
Als neue Vertreterin der KMK wurde Jessica Heide, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Kultur Saarland, in die NP BNE berufen. Das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlands ist im BNE-Prozess sowohl im eigenen Land als auch in der KMK in hohem Maße engagiert. Das Saarland hat 2024 die Berichterstattung der KMK für BNE übernommen und ist im Forum Schule im Co-Vorsitz, sowie im Forum Berufliche Bildung vertreten.
Leibniz-Forschungsmuseen
Die acht Forschungseinrichtungen der Leibniz-Forschungsmuseen befassen sich mit den Themen Erdgeschichte und Artenvielfalt, Kultur- und Technikgeschichte und wissenschaftliches und kulturelles Erbe. An 12 Standorten in Deutschland leisten sie mit ihren forschungsbasierten Dauer- und Sonderausstellungen einen wichtigen Beitrag zur Wissensvermittlung, insbesondere auch zum Thema Nachhaltigkeit. Prof. Dr. Alexandra W. Busch ist Sprecherin der Leibniz-Forschungsmuseen, Generaldirektorin am Leibniz-Zentrum für Archäologie und vertritt die Leibniz-Forschungsmuseen in der NP BNE auf Entscheidungsebene.
Eine Verbindung zu BNE ist an vielen Stellen gegeben. Im Bereich Archäologie beschäftigt sich eines der Museen beispielsweise mit der Frage, ob der Mensch je nachhaltig gelebt hat. Wissenschafts-YouTuber Jacob Beautemps besucht in seiner Reihe Breaking Lab @ Leibniz-Forschungsmuseen das Archäologie-Museum Monrepos. Er stellt fest, dass die Archäologie-Forschung mittlerweile beweisen kann, dass es schon zur Zeit des Neandertalers Umweltzerstörungen gab.
Stiftung Digitale Spielekultur gGmbH
Die Stiftung Digitale Spielekultur gGmbH versteht sich als Chancenbotschafterin für Games. Games stehen dabei für alle Arten von Computerspielen und digitalen Spielen. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Knowhow aus dem Games-Bereich mit zivilgesellschaftlichen und politischen Institutionen in Deutschland zu verknüpfen. Dabei konzentriert sie sich auf die Bereiche Kultur, Bildung und Forschung, in denen sie die vielfältigen Potenziale von Games für die Gesellschaft erprobt und veranschaulicht. Die Geschäftsführerin Nandita Wegehaupt vertritt die Stiftung Digitale Spielekultur in der NP BNE und bringt ihre Expertise dazu ein.
Games bieten ein großes Potential für BNE. Denn sie können einen edukativen Charakter haben und somit auch BNE-Inhalte transportieren. Die Stiftung hat hier ein umfangreiches Angebot und stellt beispielsweise digitale Spiele mit pädagogischem Potential zusammen oder prüft im Rahmen einer Initiative, wie digitale Spiele im Regelunterricht eingesetzt werden können. Inhaltlich setzt sich die Stiftung ebenfalls mit vielen BNE-relevanten Themen auseinander, zum Beispiel, wie Umweltbewusstsein mit Spielen gestärkt werden kann. Die Fachkonferenz "One Planet Left" diskutierte 2022 beispielsweise, wie Klimaanpassungen in der Schule vermittelt werden oder stellten das Konzept "Grünes Gaming" vor. Andere thematische Schwerpunkte waren beispielsweise die bundesweite Initiative zur Förderung von sozioökonomisch benachteiligten Kindern und Jugendlicher mit Hilfe von Games ("Stärker mit Games 2") oder das Projekt "Auswärtsspiel", bei dem erarbeitet wurde, wie Außenpolitik mit Games vermittelt und erlebt werden kann.
Universität Hamburg
Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons ist seit Dezember 2022 neues Mitglied im Präsidium der Universität Hamburg mit der neu geschaffenen Rolle als Chief Sustainability Officer (CSO). Damit verankert die Universität Hamburg das Thema Nachhaltigkeit und BNE auf Ebene ihres höchsten Entscheidungsgremiums. Nachhaltigkeit steht für die Universität somit mit an oberster Stelle. Als CSO entwickelt und implementiert Professorin Dr. Laura Marie Edinger-Schons eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie. Dazu gehört beispielsweise auch das Sustainability Office als zentrale Anlaufstelle für alle Nachhaltigkeitsinitiativen und -projekte. Ziel des Office ist, die Universität zu einer führenden Institution für Nachhaltigkeit zu entwickeln. So schaffte es die Universität Hamburg 2024 laut QS Sustainability Ranking bereits zur nachhaltigsten Hochschule Deutschland. Mit ihrer Expertise bringt sich Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons in die NP BNE ein.
An der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg geht Professorin Dr. Laura Marie Edinger-Schons als Professorin für nachhaltiges Wirtschaften zudem der Frage nach, wie Organisationen zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung beitragen können. Durch Forschung, Lehre und den Transfer in die Gesellschaft kann nachhaltige Entwicklung so positiv beeinflusst werden.
Weiterführende Links
Mehr über die Nationale Plattform BNE
Mehr über die Sitzung der NP BNE am 14. Januar 2025
BNE – einfach erklärt!
BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. BNE richtet sich an Menschen in allen Lebenslagen: von der Geburt bis ins hohe Alter. BNE will erreichen, dass alle Menschen lernen, nachhaltig zu handeln und sich für Nachhaltigkeit zu engagieren. Nachhaltig heißt, dass alle Menschen heute und in Zukunft gut leben und sich frei entfalten können und wir unsere Lebensgrundlagen und unsere Umwelt auch für die Zukunft erhalten. Denn: Unsere Entscheidungen und Handlungen haben oftmals Folgen für andere Menschen heute oder in Zukunft. Deshalb sollen darüber alle Kinder und Erwachsene weltweit Informationen erhalten und lernen, was jeder Einzelne und was wir gemeinsam tun können, um nachhaltig zu handeln – zum Beispiel in der Kindertagesstätte, in der Schule, im Beruf oder im Sportverein vor Ort.
BNE hilft, die 17 weltweiten Ziele für eine gute gemeinsame Zukunft aller Menschen zu erreichen. Diese Ziele wurden von den Vereinten Nationen beschlossen. Auf Englisch heißen diese Ziele: Sustainable Development Goals oder kurz SDGs.
Das gehört zu BNE:
- Gemeinsam ausprobieren, lernen und erforschen.
- Kritisch nachfragen.
- Themen wie Umwelt, aber auch Wohlstand, Kunst, Politik und das Miteinander.
- Weltweit denken und vor Ort handeln.
- Vor Ort mitmachen und mitentscheiden, zum Beispiel
- einen Wald schützen und erhalten,
- einen neuen Spielplatz fordern,
- sich für mehr Radwege einsetzen,
- Bus und Bahnangebote vor Ort verbessern,
- Müllsammelaktionen durchführen,
- ein Insektenhaus bauen,
- Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort unterstützten oder
- in einem Verein oder anderen Gruppen mitmachen und mit anderen Menschen über eine gute Zukunft nachdenken und aktiv werden.
Mehr Infos gibt’s auf Was ist BNE?