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Der Friedhof lebt: Interreligiöse Archegärten als Vermittlungsorte : Meldung vom

In unserer neuen Reihe "BNE an besonderen Orten" werden Initiativen vorgestellt, die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in einem nicht traditionellen Umfeld umsetzen. Die Reihe schließt an die BNE-Wochen an und macht die Vielseitigkeit von BNE sowie die kreativen Umsetzungsmöglichkeiten sichtbar. Dieses Mal geht es um BNE auf Friedhöfen.

Das Institut für Theologische Zoologie (ITZ) in Münster hat sich mit dem Projekt "Der Friedhof lebt– Interreligiöse Archegärten in Deutschland" zum Ziel gesetzt, auf die Bedeutung von Friedhöfen im Klimawandel aufmerksam zu machen und in der Vermittlung auf interkulturelle Begegnungen zu setzen. Gerade in den Städten dienen Friedhöfe als Erholungsgebiete und Schutzräume für Pflanzen, Tiere sowie Menschen. Das Projekt bietet ökologisch-interreligiöse Erkundungen von Friedhöfen an und entwickelt zudem das Konzept der Archegärten.

Ein Archegarten ist ein außerschulischer Lern- und Begegnungsort, der den Wert biologischer und kultureller Vielfalt mit interdisziplinärer BNE erfahrbar macht. In Archegärten können die Anwohnerinnen und Anwohner die biologische Vielfalt vor ihrer Haustür besser kennenlernen. Das gemeinsame Engagement bringt Menschen verschiedener gesellschaftlicher und religiöser Herkünfte näher zusammen. Die Wissensvermittlung über die Begräbniskulturen der Religionen kann hierbei Brücken bauen. Am Beispiel verschieden konfessioneller Friedhöfe wird die Bedeutung sowohl biologischer als auch religiöser Vielfalt vermittelt, praktisch umgesetzt, nachhaltig gepflegt und so der gesellschaftliche Zusammenhalt und der Naturschutz gestärkt.

Hintergrund

Das ITZ-Projekt "Der Friedhof lebt – Interreligiöse Archegärten in Deutschland" wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.

Unterstützung erfährt das Projekt unter anderem durch die Universität Münster (Institut für Landschaftsökologie, Agroforst-Monitoring, Arbeitsstelle Forschungstransfer, Zentrum für Islamische Theologie) sowie durch die Universität Potsdam (School of Jewish Theology), durch das Bistum Münster und das Erzbistum Köln.

Weiterführende Informationen

Zum Projekt-Flyer "Der Friedhof lebt" (PDF)

Zum Youtube-Video über Pilotstandorte der Archegärten

BNE – einfach erklärt!

BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. BNE richtet sich an Menschen in allen Lebenslagen: von der Geburt bis ins hohe Alter. BNE will erreichen, dass alle Menschen lernen, nachhaltig zu handeln und sich für Nachhaltigkeit zu engagieren. Nachhaltig heißt, dass alle Menschen heute und in Zukunft gut leben und sich frei entfalten können und wir unsere Lebensgrundlagen und unsere Umwelt auch für die Zukunft erhalten. Denn: Unsere Entscheidungen und Handlungen haben oftmals Folgen für andere Menschen heute oder in Zukunft. Deshalb sollen darüber alle Kinder und Erwachsene weltweit Informationen erhalten und lernen, was jeder Einzelne und was wir gemeinsam tun können, um nachhaltig zu handeln – zum Beispiel in der Kindertagesstätte, in der Schule, im Beruf oder im Sportverein vor Ort.

BNE hilft, die 17 weltweiten Ziele  für eine gute gemeinsame Zukunft aller Menschen zu erreichen. Diese Ziele wurden von den Vereinten Nationen beschlossen. Auf Englisch heißen diese Ziele: Sustainable Development Goals oder kurz SDGs.

Das gehört zu BNE:

  • Gemeinsam ausprobieren, lernen und erforschen.
  • Kritisch nachfragen.
  • Themen wie Umwelt, aber auch Wohlstand, Kunst, Politik und das Miteinander.
  • Weltweit denken und vor Ort handeln.
  • Vor Ort mitmachen und mitentscheiden, zum Beispiel
    • einen Wald schützen und erhalten,
    • einen neuen Spielplatz fordern,
    • sich für mehr Radwege einsetzen,
    • Bus und Bahnangebote vor Ort verbessern,
    • Müllsammelaktionen durchführen,
    • ein Insektenhaus bauen,
    • Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort unterstützten oder
    • in einem Verein oder anderen Gruppen mitmachen und mit anderen Menschen über eine gute Zukunft nachdenken und aktiv werden.

Mehr Infos gibt’s auf Was ist BNE?