Inspirierender Fachaustausch zum neuen Indikator "Schulen mit BNE-Label" : Meldung vom
In diesem Jahr wurde der Indikator "Schulen mit BNE-Label" in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) aufgenommen. Am 26. Juni 2025 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der 27 BNE-Label, die in die erste Erhebung für den Indikator einbezogen wurden, um sich über weitere Entwicklungen auszutauschen.
Wie kann Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und ihre strukturelle Verankerung in Deutschland gemessen werden? Welche Instrumente beziehungsweise Indikatoren eignen sich, um Entwicklungen über die Zeit sichtbar zu machen? Der Indikator Schulen mit BNE-Label wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Vorarbeiten durch das Bundesbildungsministerium und die Kultusministerkonferenz der Länder als BNE-Indikator für die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Der Indikator misst bundesweit den Anteil der Schulen, die für die Bereiche Schul- und Unterrichtsentwicklung mit einem BNE-Label zertifiziert sind. Die BNE-Schullabel stehen für innovative ganzheitliche Unterrichts- und Schulentwicklung orientiert an den Zielen der UN-Agenda 2030 und zeigen somit beispielhaft die Dynamik der Verankerung von BNE im Bildungssystem insgesamt auf. Nach dem Ergebnis der ersten Erhebung traf das im Schuljahr 2023/2024 bundesweit auf mehr als jede zehnte Schule (rund 12 Prozent) zu. Für die Erhebung wurden insgesamt 27 BNE-Label (bundeslandspezifisch und -übergreifend) kriterienbasiert ausgewählt.
Austausch der Labelgebenden
Die Aufnahme des neuen BNE-Indikators in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie bietet erstmals einen Rahmen zum gegenseitigen Austausch von BNE-Schullabeln über Länder- und Organisationsgrenzen hinweg. 34 Vertreterinnen und Vertreter von am Indikator Beteiligter, aber auch Label, die noch nicht einbezogen sind, folgten der Einladung des BNE-Monitoring-Teams der Freien Universität Berlin um Prof. Dr. Gerhard de Haan, die die wissenschaftliche Begleitung des Indikators übernommen hat. Gegenstand des Austauschs waren die Kriterien des BNE-Indikators sowie Herausforderungen, Entwicklungsperspektiven und Beispiele guter Praxis. So stellten Martin Jarrath und Simon Meurer das Label der schleswig-holsteinischen Zukunftsschulen vor: Schleswig-Holstein unterstützt Schulen bei der Bewerbung durch ein Beratungsnetzwerk und stellt in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Projektmittel für die beteiligten Schulen bereit. Das Label erfreut sich einer hohen Nachfrage. In den Diskussionen wurde hervorgehoben, dass die Label wichtige Treiber für die Weiterentwicklung von BNE und Qualitätsentwicklung in Schule sein können, weil sie Rahmen und Orientierung für Schulentwicklung anbieten. Einen wichtigen Erfolgsfaktor sahen die Teilnehmenden dabei in der Einbindung Emotionen in das Lernen und in Lehr-/Lernumgebungen, die durch die Verankerung von BNE gefördert wird: Das sozio-emotionale Lernen, das charakteristisch für den pädagogischen Ansatz von BNE ist, trägt nachweislich zur Lernmotivation und zum Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler und des Lehrpersonals bei und erweist sich damit als Hebel für innovative Schulentwicklung. Für viele Schulen ist zudem auch die mit dem Label zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung und Sichtbarkeit ein wichtiger Anreiz, sich um eine Zertifizierung zu bemühen.
Eine zentrale Herausforderung für die Labelgebenden sind Limitierungen der bereitgestellten Fördermittel: Die begrenzte Ausstattung der Begleitstrukturen kann sich perspektivisch bremsend auf die Aufnahme neuer Schulen und das Ziel des BNE-Indikators auswirken, eine kontinuierliche Steigerung abzubilden. Gleichzeitig betonten die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Label, dass sie sich nicht als Konkurrenz empfinden. Vielmehr steigert die Vielfalt der Label die Sichtbarkeit von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie öffnet den Schulen die Möglichkeit, dem eigenen Profil entsprechend das für sie passende Label zu wählen, gegebenenfalls auch kumulativ mehrere Label zu erwerben und sich entsprechend weiter zu entwickeln. Die Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken fand regen Anklang bei den Beteiligten und soll nach dem klaren Votum der Teilnehmenden auch weitergeführt und wiederholt werden.
Ein großer Dank an das Monitoring Team der FU Berlin, das den Austausch vorbereitet und begleitet hat!
Mehr über die Indikatoren für BNE und weiterführenden Infos zum Indikator "Schulen mit BNE-Label" inklusiver einer Übersicht der 27 Labels
Weiterführende Links
Zur Unterseite Indikatoren für BNE
Mehr über den Whole Institution Approach
Zur Meldung über die Aufnahme des neuen Indikators für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie
BNE – einfach erklärt!
BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. BNE richtet sich an Menschen in allen Lebenslagen: von der Geburt bis ins hohe Alter. BNE will erreichen, dass alle Menschen lernen, nachhaltig zu handeln und sich für Nachhaltigkeit zu engagieren. Nachhaltig heißt, dass alle Menschen heute und in Zukunft gut leben und sich frei entfalten können und wir unsere Lebensgrundlagen und unsere Umwelt auch für die Zukunft erhalten. Denn: Unsere Entscheidungen und Handlungen haben oftmals Folgen für andere Menschen heute oder in Zukunft. Deshalb sollen darüber alle Kinder und Erwachsene weltweit Informationen erhalten und lernen, was jeder Einzelne und was wir gemeinsam tun können, um nachhaltig zu handeln – zum Beispiel in der Kindertagesstätte, in der Schule, im Beruf oder im Sportverein vor Ort.
BNE hilft, die 17 weltweiten Ziele für eine gute gemeinsame Zukunft aller Menschen zu erreichen. Diese Ziele wurden von den Vereinten Nationen beschlossen. Auf Englisch heißen diese Ziele: Sustainable Development Goals oder kurz SDGs.
Das gehört zu BNE:
- Gemeinsam ausprobieren, lernen und erforschen.
- Kritisch nachfragen.
- Themen wie Umwelt, aber auch Wohlstand, Kunst, Politik und das Miteinander.
- Weltweit denken und vor Ort handeln.
- Vor Ort mitmachen und mitentscheiden, zum Beispiel
- einen Wald schützen und erhalten,
- einen neuen Spielplatz fordern,
- sich für mehr Radwege einsetzen,
- Bus und Bahnangebote vor Ort verbessern,
- Müllsammelaktionen durchführen,
- ein Insektenhaus bauen,
- Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort unterstützten oder
- in einem Verein oder anderen Gruppen mitmachen und mit anderen Menschen über eine gute Zukunft nachdenken und aktiv werden.
Mehr Infos gibt’s auf Was ist BNE?