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Das BNE-Jugendforum youpan stellt neue Forderungen auf dem BNE-Winterfest vor : Meldung vom

Vom 24. bis 25. November 2025 fand in Berlin das BNE-Winterfest des Jugendforums youpan statt unter dem Motto "Zukunft bewegen – Gemeinsam für BNE". Eingeladen waren engagierte junge Menschen aus Jugendorganisationen sowie Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Ziel der Veranstaltung war es, junges Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sichtbarer zu machen und Jugendbeteiligung in allen gesellschaftlichen Bereichen zu stärken.

Vernetzung und Empowerment junger Engagierter

Am ersten Tag trafen sich über 30 Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Jugendorganisationen in den Räumen der Stiftung Bildung. Phillip Gutberlet und Amelie Paassen (youpan) führten die Teilnehmenden durch den Tag: In moderierten Kennenlernrunden wurden Erwartungen gesammelt und anschließend im Open-Space-Format zentrale Themen diskutiert. Dabei wurde deutlich, wie groß der Bedarf an einer besseren Vernetzung junger Menschen ist. Zudem rückte die Frage in den Fokus, wie junge Menschen stärker Verantwortung in ehrenamtlichen Strukturen übernehmen und ihre Interessen gebündelter vertreten können.

Kritisch betrachtet wurde, dass Schülerinnen und Schüler weiterhin nur begrenzte Mitgestaltungsmöglichkeiten im Bildungssystem haben. In der zweiten Arbeitsphase wurden erste konkrete Ansätze entwickelt, darunter Ideen für eine Koordinierungsstelle für jugendpolitische Lobbyarbeit, Beteiligungsformate wie Losverfahren an Schulen als Ergänzung zu Wahlämtern sowie ein zentraler Messenger-Kanal für Jugendinformationen. Eine weitere Gruppe befasste sich mit den Forderungen zu BNE und Jugendbeteiligung, die das youpan an Entscheidungstragende richtet und es wurden sich über die engere Zusammenarbeit mit Schülerinnen- und Schülervertretungen und Studierendenparlamenten ausgetauscht.

Workshops und Abendprogramm

Nachdem der zweite Veranstaltungstag mit einer lobbykritischen Stadtführung begann, trafen sich die Teilnehmenden in der Saarländischen Landesvertretung mit weiteren Gästen aller Altersgruppen aus der Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Nach der Begrüßung durch die Moderatorinnen und youpan-Mitglieder Jeanine Rühle und Jasmin Scholtbach folgten zwei Workshopphasen. Die Teilnehmenden befassten sich dabei mit der Entstehung von BNE und den Zusammenhängen zwischen Nachhaltigkeit und Bildung, mit demokratie- und menschenfeindlichen Ideologien im Natur- und Umweltschutz, mit Social Entrepreneurship Education und nachhaltigen Schülerfirmen als Lern- und Beteiligungsorten sowie mit der Frage, wie BNE sowohl die mentale Gesundheit als auch eine nachhaltige Gesellschaft stärken kann.

Bühnenprogramm und youpan-Forderungen

Am Abend eröffnete Inga Thao My Bui (ehemaliges youpan-Mitglied) das Programm mit einer Poesie-Performance. Anschließend wurden die aktualisierten Forderungen und Handlungsempfehlungen des youpan vorgestellt, die sich an Bildungsorte sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in den Ländern richten. Anhand von sieben Handlungsfeldern präsentiert das youpan darin seine Vision und Maßnahmen für ein nachhaltiges, gerechtes Bildungssystem, in dem junge Menschen mitentscheiden.

Aufgezeigt wurden die Forderungen in Form eines Zukunftsszenarios, in dem Dewina Leuschner und Sophie Vahldiek als Geschäftsführerinnen einer (fiktiven) Bundeszentrale für Bildung für nachhaltige Entwicklung aus dem Jahr 2053 schilderten, wie das Bildungssystem nach vollständiger Umsetzung der youpan-Forderungen aussehen könnte.

Zu den gesamten neuen Forderungen des youpan: https://youpan.de/forderungen-2025/

Podiumsdiskussion zu Chancen und Hürden bei der Umsetzung von BNE

In der Podiumsdiskussion mit Isabelle Kiehn (Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) des Saarlandes) und Bernd Schwarz (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)) gingen die Moderatorinnen der Frage nach, welche Hürden und Chancen es bei der Verankerung von BNE auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene gibt. Aus dem Publikum, das aktiv in die Diskussion eingebunden war, wurde unter anderem die Sorge geäußert, dass die Umsetzung von BNE zu langsam voranschreite.

Auch wenn Forderungen nach einer schnelleren Implementierung von BNE im Bildungsbereich nachvollziehbar seien und BNE auch in Konkurrenz um Aufmerksamkeit stehe, seien in den letzten Jahren gute Grundlagen geschaffen und vieles umgesetzt worden: "BNE ist eine Erfolgsgeschichte", so Bernd Schwarz, Leiter des Referats Bildung für nachhaltige Entwicklung im BMBFSFJ.

Zudem waren sich die beiden Diskutanten darüber einig, dass BNE konsequent mit Demokratiebildung und sozialem Zusammenhalt zusammengedacht werden müsse, insbesondere vor dem Hintergrund antidemokratischer Entwicklungen in der Gesellschaft.

Als besonders vielversprechend hob Isabelle Kiehn, Leiterin des Referats Entwicklungszusammenarbeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Demokratiepädagogik im MBK Saarland den Whole Institution Approach (WIA) hervor. Dieser Ansatz setzt auf eine ganzheitliche Verankerung von BNE in Institutionen wie Schulen und geht damit weit über eine rein theoretische Behandlung im Unterricht hinaus. "BNE ist immer verbunden mit einer demokratischen Schulkultur", so Kiehn.

Zum Abschluss sorgte ein musikalischer Beitrag von Theresa Zanon für einen stimmungsvollen Ausklang, bevor der Abend bei einem gemeinsamen Essen endete. Begleitend konnten die Teilnehmenden die interaktive SDG-Ausstellung "Alle alles anpacken" von zelt17 besuchen.

Weiterführende Links

Zu Die Jugend und BNE - eine große Chance