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Bildung für nachhaltige Entwicklung und Megatrends : Meldung vom

Erneuerbare Energie, Klimawandel oder knappe Ressourcen: Megatrends kommt eine immer größere Bedeutung für den Wandel zu. Wie kann Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an aktuelle Megatrends anschließen?

Megatrends beziehen sich auf Veränderungsdynamiken und beschreiben komplexe Modelle für den Wandel. Sie entwickeln sich langsam und stetig und funktionieren langfristig, mindestens für 25 Jahre, mit einer globalen Reichweite. Somit entwickeln sie eine große Macht und beeinflussen Gesellschaften auf allen Ebenen: Unternehmen, Institutionen und Individuen. Aktuelle Megatrends sind laut dem Museum Futurium – Das Haus der Zukünfte zum Beispiel: Erneuerbare Energien, Klimawandel, knappe Ressourcen, künstliche Intelligenz, Vernetzung der Welt, Verstädterung, Wachstum und Alterung der Bevölkerung. Megatrends können als "übergeordnete Großwetterlagen" verstanden werden, die sich über einen längeren Zeitraum abzeichnen. Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) beeinflussen viele der Mega- und Subtrends, SDGs und Megatrends wirken sich wechselseitig aufeinander aus. Einige der Megatrends sind dabei besonders relevant für das Erreichen der SDGs. Ein Blick auf SDG 4 – Hochwertige Bildung, an das Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) angeknüpft ist, ist vielversprechend.

Wie kann BNE an Megatrends anknüpfen?

Um BNE in allen Bildungsbereichen voranzubringen und Transformationsprozesse umzusetzen, ist es sinnvoll, BNE und Megatrends zusammen zu denken. Viele der aktuellen Megatrends haben Berührungspunkte mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Insbesondere erneuerbare Energien, Klimawandel und knappe Ressourcen hängen direkt mit BNE zusammen. Aber auch Megatrends wie künstliche Intelligenz oder Verstädterung haben relevante Bezugspunkte. Laut Zukunftsinstitut haben außerdem die folgenden Megatrends einen Bezug zu BNE: Wissenskultur, New Work, Sicherheit. Die zentrale Frage hierzu ist: wie kann BNE an bestehende Megatrends produktiv anknüpfen?

Im Rahmen einer BMBF geförderten Veranstaltung veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Landesverband Hessen e.V. (ANU Hessen e.V.) dazu eine Dokumentation mit dem Titel "Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Zeichen der Megatrends – Spielball oder Mitgestalter?". Dabei geht es insbesondere um Anknüpfungspunkte im außerschulischen Bildungsbereich, also für Naturparks, Umweltbildungszentren, Tierparks, Geoparks, Schülerlabore und Einrichtungen der Erwachsenenbildung wie Volkshochschulen und Museen. Ziel der Publikation ist, die Ergebnisse des dazugehörigen Fachtags zu dokumentieren und relevante Megatrends und Zukunftsszenarien im Kontext von BNE herauszuarbeiten: Wie kann man als Bildungsakteurinnen und -akteure in Krisenzeiten Zukunftshoffnung haben? Welche Möglichkeiten zur Gestaltung von Zukunft können vermittelt werden? Die Erkenntnisse sollen motivieren, sich als aktive Gestalter der Zukunft, statt als Spielball von Trends und Megatrends wahrzunehmen. Ein entscheidender Punkt ist dabei, eine positive Einstellung gegenüber der Zukunft zu generieren. Hier liegt das Potential von BNE: sie kann das Mögliche aufzeigen und versuchen, in Utopien statt Dystopien zu denken. Somit entsteht ein empowernder Effekt, der die eigene Selbstwirksamkeit unterstützt.

In Bezug auf die Fragestellung wurden die Schlussfolgerung gezogen, dass außerschulische Lernorte Trendsetter statt Spielball von Megatrends sein können und müssen. Sie sollten aktiv auf die Veränderungen im Kontext der Megatrends reagieren, sich politisch engagieren, ihre Angebote anpassen und innovative Wege zur Zielgruppenansprache nutzen, um ihre Bedeutung und Wirksamkeit in einer sich wandelnden Welt zu erhalten.

Weitere Informationen

Zur Publikation "Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Zeichen der Megatrends – Spielball oder Mitgestalter?"

Mehr über die ANU Hessen e.V.

BNE – einfach erklärt!

BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. BNE richtet sich an Menschen in allen Lebenslagen: von der Geburt bis ins hohe Alter. BNE will erreichen, dass alle Menschen lernen, nachhaltig zu handeln und sich für Nachhaltigkeit zu engagieren. Nachhaltig heißt, dass alle Menschen heute und in Zukunft gut leben und sich frei entfalten können und wir unsere Lebensgrundlagen und unsere Umwelt auch für die Zukunft erhalten. Denn: Unsere Entscheidungen und Handlungen haben oftmals Folgen für andere Menschen heute oder in Zukunft. Deshalb sollen darüber alle Kinder und Erwachsene weltweit Informationen erhalten und lernen, was jeder Einzelne und was wir gemeinsam tun können, um nachhaltig zu handeln – zum Beispiel in der Kindertagesstätte, in der Schule, im Beruf oder im Sportverein vor Ort.

BNE hilft, die 17 weltweiten Ziele  für eine gute gemeinsame Zukunft aller Menschen zu erreichen. Diese Ziele wurden von den Vereinten Nationen beschlossen. Auf Englisch heißen diese Ziele: Sustainable Development Goals oder kurz SDGs.

Das gehört zu BNE:

  • Gemeinsam ausprobieren, lernen und erforschen.
  • Kritisch nachfragen.
  • Themen wie Umwelt, aber auch Wohlstand, Kunst, Politik und das Miteinander.
  • Weltweit denken und vor Ort handeln.
  • Vor Ort mitmachen und mitentscheiden, zum Beispiel
    • einen Wald schützen und erhalten,
    • einen neuen Spielplatz fordern,
    • sich für mehr Radwege einsetzen,
    • Bus und Bahnangebote vor Ort verbessern,
    • Müllsammelaktionen durchführen,
    • ein Insektenhaus bauen,
    • Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort unterstützten oder
    • in einem Verein oder anderen Gruppen mitmachen und mit anderen Menschen über eine gute Zukunft nachdenken und aktiv werden.

Mehr Infos gibt’s auf Was ist BNE?