Navigation und Service

Logo von BNE (Link zur Startseite)

Ergebnisse einer nationalen Befragung bestätigen Bedeutung von non-formalen und informellen Lernumgebungen für nachhaltigkeitsbezogene Bildung : Meldung vom

Nach über 10 Jahren wurden wieder Anbieter im non-formalen und informellen (NIL) Bildungsbereich zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) befragt. Die Ergebnisse des Monitoring-Teams am Institut Futur der Freien Universität Berlin zeigen, dass die Einrichtungen wichtige Lern- und Erfahrungsräume für nachhaltige Entwicklung sind, jedoch vor Herausforderungen in Bezug auf die Personalsituationen, Finanzierungsmodelle und politischen Entwicklungen stehen.

Zuletzt wurde 2013 eine bundesweite Studie zum NIL-Bildungsbereich zu nachhaltigkeitsbezogener Bildungsarbeit veröffentlicht. Das BNE-Monitoring-Team vom Institut Futur der Freien Universität Berlin führte deshalb im Herbst 2024 erneut eine umfassende, bundesweite Online-Erhebung durch und veröffentlichte am 13. November 2025 den Ergebnisbericht. Darin werden der Status quo nachhaltigkeitsbezogener Bildungsarbeit im non-formalen und informellen Bildungsbereich, vergangene und antizipierte Entwicklungen sowie Handlungsbedarfe aufgezeigt.

Einrichtungen im non-formalen und informellen Bildungsbereich als Lern- und Erfahrungsraum für nachhaltige Entwicklung

Akteure und Akteurinnen aus dem Bereich des non-formalen und informellen Lernens tragen wesentlich dazu bei, nachhaltigkeitsbezogene Bildung in der Praxis voranzubringen. Rund ein Drittel der befragten Einrichtungen wurde als Lernort oder Anbieter für BNE zertifiziert und/oder erhielt für die Bildungsarbeit Preise aus dem Kontext Bildung, Nachhaltigkeit oder Engagement. In Kooperation mit Institutionen des formalen Bildungssystems werden Angebote für BNE entwickelt, umgesetzt und das Konzept im Bildungssystem implementiert. Einrichtungen im non-formalen und informellen Bildungsbereich erreichen außerdem Menschen aller Altersgruppen in verschiedenen Lebensbereichen und befähigen sie zu nachhaltigem Handeln.

Wichtige Bedeutung tragfähiger Finanzierungsmodelle

Die Einrichtungen im NIL-Bildungsbereich schätzen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage gemischt ein, jedoch tendenziell eher negativ. Viele sind auf die jährliche Bewilligung von Fördergeldern angewiesen und berichten deshalb von hoher Planungsunsicherheit und mangelnden Perspektiven. Aufgrund fehlender langfristiger Förderungen und Finanzierungsmodelle können erfolgreiche Projekte meist nicht verstetigt werden.

Prekäre Beschäftigungssituation

Die Personalsituation in Einrichtungen im non-formalen und informellen Bildungsbereich ist insgesamt angespannt: Die Arbeitsbelastung wird als hoch beschrieben. Honorarkräfte und unbezahlte Ehrenamtliche bilden die größte Gruppe der Beschäftigten, wobei aber ein faires Honorar oder Entlohnung oft nicht realisierbar sind. Aufgrund der häufig jährlich neu zu beantragenden Bewilligung von Förderungen sind die Vertragslaufzeiten für Beschäftigte entsprechend kurz. All dies führt zu einer negativen Beeinflussung von Arbeitszufriedenheit und Qualitätsentwicklung. Die Weiterbildungsorientierung ist trotz der schwierigen Bedingungen insbesondere bei den hauptamtlichen Beschäftigten hoch.

Hürden, Perspektiven und Handlungsbedarfe

Die schwierigen Finanzierungsmodelle sowie eine fehlende Interessensvertretung werden als die größten Hürden für die Bildungsarbeit im non-formalen und informellen Bereich benannt. Mit einer stetig ansteigenden Nachfrage seit der Covid-Pandemie und einer Politisierung von Nachhaltigkeitshemen erhöhen sich auch die Anforderungen an die nachhaltigkeitsbezogene Bildungsarbeit. Gleichzeitig werden aufgrund demographischer Veränderungen Stellen im Haupt- und Ehrenamt in Zukunft schwieriger nachzubesetzen sein. Tragfähige und nachhaltige Finanzierungsmodelle sind also im non-formalen und informellen Bildungsbereich laut der Studie dringend notwendig.

Hintergrund

Zivilgesellschaftliche, staatliche sowie privatwirtschaftliche Bildungsanbieter beispielsweise aus den Bereichen Erwachsenen-, Umwelt-, Familienbildung, Sport haben an der Studie aus 310 der insgesamt 400 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland teilgenommen. Vor allem bei den jüngeren Einrichtungen – ein Viertel entstanden nach 2009 – ist nachhaltige Entwicklung ein zentrales Thema der Gründung. Bei der Betrachtung der Ergebnisse muss berücksichtigt werden, dass Einrichtungen im non-formalen und informellen Bildungsbereich ohne ausgeprägte Bezüge zu nachhaltiger Entwicklung vermutlich wenig Interesse an der Befragung hatten und deshalb nicht teilgenommen haben. Da die Grundgesamtheit der Einrichtungen im non-formalen und informellen Bildungsbereich nicht bekannt ist, können außerdem keine repräsentativen Schlüsse aus den Ergebnissen gezogen werden.

Weiterführende Links