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Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Einmal pro Legislaturperiode legt die Bundesregierung den Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Bericht) vor. In dem nun vorliegenden Bericht werden die BNE-Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder und Länderkonferenzen sowie der Kommunen und weiterer Akteure von Mitte 2017 bis Mitte 2021 dargestellt.

Aufgeschlagenes Buch Aufgeschlagenes Buch
Aufgeschlagenes Buch © Adobe Stock / monticellllo

Es ist bereits der siebte BNE-Bericht der Bundesregierung, der nun mit einigen Neuerungen vorgestellt wird: Die Aktivitäten des Bundes, der Länder, der Kommunen und weiterer gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure werden entlang der Bildungsbereiche benannt, so wie sie auch im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführt werden. Zu frühkindlicher Bildung, Schule, beruflicher Bildung, Hochschule, non-formalem und informellem Lernen/Jugend sowie zu den Kommunen entsteht jeweils ein thematischer Überblick. Jeder Beitrag wird zudem den 17 Nachhaltigkeitszielen aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zugeordnet, den Sustainable Development Goals, kurz SDGs.

Auch neu ist die digitale Aufbereitung des Berichts hier auf dem BNE-Portal. Der BNE-Bericht wird erstmals online dargestellt, eine Datenbank beinhaltet zudem die Beiträge der Bundesregierung, der Länder, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure. Filterfunktionen bieten die gezielte Auswahl nach Akteurinnen und Akteure, nach Bildungsbereichen und nach Handlungsfeldern an. Damit steht der Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung jederzeit allen offen, die sich insbesondere für die Fortschritte in der strukturellen Verankerung von BNE interessieren.

BNE-Bericht der Bundesregierung 2021 (PDF barrierefrei | 9,4 MB)

BNE-Bericht: Drucksache des Bundestages (PDF extern | 10,4 MB) (PDF, 10MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder, der Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure

Die in dieser Datenbank wiedergegebenen Beiträge ordnen sich nach den im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführten sechs Bildungsbereichen – Frühe Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, non-formales und informelles Lernen/Jugend und Kommunen – und den jeweils zugeordneten Handlungsfeldern. Des Weiteren werden übergreifende Beiträge, die mehrere Bildungsbereiche betreffen bzw. in den einzelnen Bildungsbereichen mehrere Handlungsfelder bedienen, übergeordnet aufgeführt.

Innerhalb jedes Bildungsbereichs gilt es hervorzuheben, dass sich die Zusammenstellung der Beiträge der Ressorts, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure stark von der Zusammenstellung der Beiträge der Länder unterscheidet, die innerhalb ihrer Länderkonferenzen zusammengefasst wurden und insofern nicht gleichzustellen sind.

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Beiträge auf die sechs Bildungsbereiche zzgl. übergreifender Bereich verteilen. 

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen je Bildungsbereich herunterladen [PDF | 278 KB].

Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

SDG-Zuordnung

Bei den einzelnen Beiträgen ist kenntlich gemacht, auf welches/welche der 17 UN Nachhaltigkeitsziel(e) (Sustainable Development Goals, SDGs) dieser einzahlt. Eine Zuordnung zum Bildungs-SDG Nr. 4 und somit dem BNE-Unterziel 4.7. war dabei Ausschlusskriterium zur Aufnahme in den BNE-Bericht. Durch die Herstellung von Querbezügen zu weiteren SDGs soll eines der zentralen Ziele des "BNE 2030" unterstützt werden: Nämlich aufzuzeigen, welchen Beitrag BNE zur Agenda 2030 insgesamt leistet. BNE/SDG 4 hat eine Sonderstellung bei den Nachhaltigkeitszielen inne, indem es sowohl Ziel als auch Motor für die Erreichung aller anderen Ziele ist. Ohne Bildung als Fundament ist beispielsweise die Erfüllung des Ziels 12 "Nachhaltiger Konsum" nur schwerlich zu erreichen.

Die folgende Grafik bietet einen Überblick darüber, wie sich die SDG-Zuordnungen aller Beiträge insgesamt im Bericht verteilen.

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen mit SDG-Zuordnung je Bildungsbereich herunterladen (PDF, 502KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Handlungsfeld

Übersicht SDGs:

Übersicht SDG Übersicht SDGs:

Wissenschaftsjahre

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Wissenschaft im Dialog seit 20 Jahren ausgerufenen Wissenschaftsjahre haben den Auftrag die breite Öffentlichkeit zu informieren, zu begeistern und Diskussionen anzuregen, um Forschung transparent zu machen. Jedes Jahr steht ein neues Forschungsthema im Mittelpunkt, das für die Zukunft der Gesellschaft wichtig ist.

Mit einer Vielzahl interaktiver Exponate aus der Forschung vermittelt Fraunhofer in der Mitmachausstellung die Chancen von Forschungsthemen und gewährt einen tieferen Einblick in die Technologien dahinter. Entdecken, Ausprobieren und Mitmachen – an Fraunhofer-Exponaten stellen junge und erwachsene Gäste an Bord ihre Kompetenzen auf die Probe und lernen spielerisch dazu.

Das BMBF möchte 2020 dazu beitragen, das Wissen um die Potenziale für ein nachhaltigeres Wirtschaften noch umfangreicher in der Öffentlichkeit verankern. Mit der "Nationalen Bioökonomiestrategie" der Bundesregierung wird die Industriegesellschaft stärker biobasiert und vor allen Dingen nachhaltiger agieren können. Und von diesen Innovationen hängt am Ende die Wettbewerbsfähigkeit und auch der Erhalt unserer Lebensgrundlage ab. Biologische Ressourcen kombiniert mit digitalen Technologien bieten Chancen für viele innovative Produkte.

Eines der diesjährigen Exponate auf der "MS Wissenschaft" und – in diesem Jahr neu hinzugekommen – auf dem ersten Bürgerbeteiligungsschiff, der MS Halle, ist das "BIO ECONOMY ADVENTURE"-Spiel der Fraunhofer Academy. Das Exponat richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler ab circa zwölf Jahren, Familien, aber auch an die ältere Generation und soll anhand verschiedener Anwendungsbeispiele aufzeigen, was Fraunhofer bereits heute zum Thema Bioökonomie erforscht, um nicht weiter und zwingend auf fossile Ressourcen angewiesen zu sein. Die Bereitschaft in der Bevölkerung ihr Handeln und Denken umzustellen setzt voraus, dass die Forschung neue Produkte, Prozesse und Ideen hervorbringt, die eine Umstellung auf biobasierte Lebens- und Produktionsweisen überhaupt erst ermöglichen. Es soll spielerisch die allgemeine Awareness für das Thema Bioökonomie gesteigert werden und gleichzeitig demonstriert werden, wie wichtig die Bildung und Bewusstseinsschaffung für Wirtschaft und Industrie in Bezug auf die komplex vernetzten Wirkungszusammenhängen von Natur und Technik ist.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Forschungsschwerpunkt "Inklusive Bildung"

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Übergreifend

Die "Inklusive Bildung" ist ein Forschungsschwerpunkt des BMBF in der Bildungsforschung (Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung). Denn für eine erfolgreiche Realisierung und Gestaltung inklusiver Bildung, benötigen die Verantwortlichen in Bildungspolitik, -verwaltung und -praxis notwendiges Wissen. Dieses Wissen stellt das BMBF durch Forschungsförderung bereit. Ziel ist es, allen Lernenden eine gleichberechtigte Teilhabe an hochwertiger Bildung zu ermöglichen und somit nachhaltig zu einer inklusiven Gesellschaft beizutragen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

"Roberta – Lernen mit Robotern"

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Schule

Spielerisch und intuitiv: Mit ihrem Konzept vermittelt die Initiative "Roberta – Lernen mit Robotern" des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) wichtige Kompetenzen zur Gestaltung der digitalen Welt im Bildungsbereich – von der Grundschule bis zur beruflichen Ausbildung. Seit 2002 schafft es das Fraunhofer IAIS, Kinder und Jugendliche für Themen der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu begeistern, sie digital mündig zu machen und ihnen Selbstvertrauen im Umgang mit Technik zu vermitteln. Dazu bildet Fraunhofer IAIS Lehrkräfte in der gendergerechten Gestaltung von Programmierkursen aus. Mit mehr als 2.700 geschulten und aktiven Lehrkräften hat die Roberta-Initiative über 500.000 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Im Laufe der letzten Jahre avancierte das Bildungsprogramm zu einer der größten MINT-Initiativen Europas. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet die 2014 vom Fraunhofer IAIS entwickelte Programmierplattform "Open Roberta Lab", dessen Entstehung im Rahmen einer Kooperation mit der "Zukunftswerkstatt" von Google Deutschland gefördert wurde. Als cloudbasierte Open-Source-Software aus Deutschland ist Open Roberta jederzeit kostenfrei verfügbar und ermöglicht auf höchstem Datenschutzniveau den Einstieg in die Programmierung ohne Vorkenntnisse.

So können im Lab 13 verschiedene Robotiksysteme und ein virtueller Roboter programmiert werden. Der intuitive Ansatz von Open Roberta kommt weltweit gut an. In mehr als 20 Sprachen verfügbar, verzeichnet das Lab seit 2017 einen enormen Zuwachs aus über 100 Ländern weltweit. Wurden 2017 insgesamt 100.000 Menschen erreicht, sind es aktuell (Stand 08/20) über 200.000 Menschen monatlich. Open Roberta kam bis August 2020 auf 1,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzer.

National profitieren Lehrkräfte besonders vom Engagement der Initiative. Mithilfe von Kooperationen mit Bundesländern und Wirtschaftspartnern wurden kostenfreie Roberta-Schulungen ermöglicht. Allein 2018 konnten dadurch 700 Lehrkräfte zu Roberta-Teachern geschult werden.

Darüber hinaus entstanden zwischen 2018 und 2020 rund 30 Open Roberta Coding Hubs, die dem Nachwuchs bundesweit an außerschulischen Lernorten kostenfreie Programmierkurse anbieten. Mit Sitz am Fraunhofer IAIS, einem der führenden Wissenschaftsinstitute auf den Gebieten Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen in Europa, möchte die Roberta-Initiative aktuelle Themen wie KI und Cybersecurity bereits den Jüngsten begreifbar machen. So findet auch das wichtige Thema Cybersicherheit als gemeinsames Projekt "Cybersecurity4Schools" mit dem Projekt des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT) EIT Digital den Weg ins Klassenzimmer. Bis Ende 2020 sollen europaweit 3.000 Lehrkräfte online und kostenfrei zum Thema Cybersecurity ausgebildet werden.

Um insbesondere Mädchen frühzeitig für MINT zu begeistern, wurde gemeinsam mit der Stiftung "Erste deutsche Astronautin"der Grundschulwettbewerb "Code4Space" initiiert. Dafür programmieren Teams mit mindestens 50 Prozent Mädchenanteil ein Experiment, das 2021 auf der ISS ausgeführt wird.

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Bridging in Biodiversity Science (BIBS)

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Übergreifend

Das Verbundprojekt "Bridging in Biodiversity Science" (BIBS) versucht, die seit Langem bestehende Trennung der Biodiversitätsforschung in einzelne Fachdisziplinen, Skalen und Systeme zu überwinden; in diesem Brückenkonzept werden verschiedene sich schnell verändernde Ökosysteme untersucht und Emp-fehlungen für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger und die breite Öffentlichkeit erarbeitet. Innerhalb BIBS spielt die Verknüpfung von Wissenschaft und Gesellschaft eine große Rolle. Ein vielversprechendes Werkzeug ist dabei die Bürgerwissenschaft (Citizen Science, CS). Hier können "Nicht-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler" aktiv an Forschungsprojekten teilnehmen. Eine Citizen Science-Koordination wurde daher am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) im Forschungsverbund Berlin e.V. angelegt, welche die Etablierung von Citizen Science-Projekten unterstützt. Die Kommunikationsplattform "Stadtwildtiere" soll die Gesellschaft über Stadtwildtier-Themen informieren und Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, sich aktiv an Forschungsprojekten zu beteiligen.

Insgesamt wurden sieben Citizen Science-Projekte innerhalb von BIBS initiiert, an denen man sich derzeit noch aktiv beteiligen kann. Es besteht eine enge Kooperation mit dem Leibniz-Netzwerk Citizen Science und der Plattform BürgerSchaffenWissen, an dem auch der BIBS-Partner Museum für Naturkunde Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung beteiligt ist und zu der "BürgerWissen-AG Citizen Science Berliner Raum". Auf europäischer Ebene kooperiert BIBS in der European Citizen Science Association (ECSA). Durch BIBS-Engagement an den verschiedensten Veranstaltungen wurden neue Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler angeworben, so auf der Woche der Umwelt des Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) 2016 und bei sich jährlich wiederholenden Veranstaltungen: a. Lange Nacht der Wissenschaften, b. Langer Tag der Stadtnatur, c. Mind the Lab, d. Berliner Science Week, e. Girls Day und f. Geo-Tag der Natur. In diversen Artikeln von Kulturprogrammzeitschriften der Stadt Berlin wurde dafür geworben, sich als Bürgerwissenschaftlerin bzw. Bürgerwissenschaftler zu engagieren. Auch Seniorinnen und Senioren wurden bei einer Veranstaltung der Seniorenuniversität Lichtenberg und bei einem Vortrag in einer Seniorenresidenz als Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler angeworben. Durch Workshops "Wie man CS richtig macht" bei der Stiftung Naturschutz und am Potsdam Graduate School wurden die anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer als zukünftige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geschult. Im Rahmen des Lehr-Lern-Laborprogramms "NatLab" der Freien Universität Berlin und durch das in 2019 etablierte BIBS-Programm "Schools go Science" wurden zudem Schülerinnen und Schüler für die BIBS-Themen interessiert und zum eigenen Engagement aufgefordert.

© Jon A. Juárez

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Entwicklung von Indikatoren im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Übergreifend

Der Nationale Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) definiert als Ziele in allen Bildungsbereichen die Entwicklung von BNE-Indikatoren. Diese sollen Implementation, Entwicklung sowie Umsetzungshürden von BNE systematisch und kontinuierlich erfassen. In den bestehenden Datenpools des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Eurobarometer und Eurostat fehlen bislang entsprechende empirische Zugänge. Indikatoren, Messgrößen und Ansätzen sollen für BNE sowie in der Forschung für nachhaltige Entwicklung eine signifikante Dynamik auslösen (siehe auch FONA³ – Rahmenprogramm des BMBF). Der Entwicklung eines Indikators bzw. eines Indikatoren-Sets zur Erfassung von BNE – als inhaltliche und institutionelle Querschnittsaufgabe – kommt deshalb auf nationaler wie internationaler Ebene eine zentrale Bedeutung zu.

Das BMBF trägt mit der Förderbekanntmachung "Entwicklung von Indikatoren im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung" vom 17. August 2017 dazu bei, fundierte Erkenntnisse zu Fragen der Indikatorenentwicklung in Bezug auf BNE in den Bildungsbereichen zu generieren. Im Zeitraum von 2019 bis 2021 fördert das BMBF hierfür insgesamt vier Verbundvorhaben. Drei Vorhaben sind im schulischen Bereich verortet, eines im Bereich der beruflichen Bildung. Sie erforschen Input, Output und Outcome Indikatoren, um BNE im allgemeinbildenden und berufsschulischen Bereich integrationsfähig zu machen, auf nationaler Ebene die Anforderungen an BNE in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zu messen, die Umsetzung des NAP BNE zu überprüfen und die Berichterstattung für beziehungsweise über BNE zu sichern. Eines der Vorhaben entwickelt zudem ein Testverfahren zur Erfassung der Systemkompetenz als möglichem BNE-Indikator. Alle Verbundpartner entwickeln und diskutieren kontinuierlich – gemeinsam mit weiteren Beteiligten unter anderem der statistischen Ämter – Vorschläge für einen Pars pro toto–Indikator und einen übergreifenden Indikator. Die Forschungsergebnisse können somit bei der Konzeption neuer Programme Berücksichtigung finden und bei Bedarfsanalysen zur Planung von BNE-Angeboten helfen, auch über die untersuchten Bildungsbereiche Schule und Berufliche Bildung hinaus. Auch international, im Kontext der Entwicklung eines globalen Indikators für das Unterziel 4.7. der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs), stoßen die deutschen Aktivitäten zur BNE-Indikatorik-Forschung auf großes Interesse: Die UNESCO hat an Netzwerktreffen mitgewirkt, 2021 ist ein deutscher Input auf dem Global Forum on Education for Sustainable Development and Global Citizenship Education der UNESCO geplant.

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Förderung "Ressourceneffizienter Stadtquartiere für die Zukunft"

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Kommunen

In der Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) "Ressourceneffiziente Stadtquartiere für die Zukunft" (RES:Z) werden zwölf inter- und transdisziplinäre Vorhaben unter Beteiligung von über 20 Modellkommunen gefördert, in denen umsetzungsorientierte Konzepte für Wasserwirtschaft, Flächennutzung und Stoffstrommanagement als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung von Stadtquartieren erforscht, entwickelt und erprobt werden.

Unter Verwendung der Ergebnisse der einzelnen Forschungsvorhaben wird als ein zentrales Endergebnis der Fördermaßnahme ein frei verfügbares Schulungsmodul für kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Planerinnen und Planer entwickelt. Dieses Schulungsmodul soll Fachwissen und neue Erkenntnisse beinhalten und die Möglichkeit bieten, neue Methoden zur Umsetzung in konkreten Stadtquartieren anzuwenden und zu üben.

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Fördermaßnahme "Stadt–Land–Plus"

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Kommunen

In der BMBF-Fördermaßnahme "Stadt–Land–Plus" werden 22 Forschungsverbünde und ein Querschnittsvorhaben gefördert, um die Beziehungen zwischen Stadt und Land zu stärken. Die Fördermaßnahme richtet sich an Wissenschaft, Kommunen und kommunale Einrichtungen, Landnutzerinnen und Landnutzer und damit verbundene Wirtschaftszweige (Land- und Forstwirtschaft, Wohnungsbau, Tourismus, Naturschutz, Abfallwirtschaft), Regionalplanerinnen und -planer sowie Regionalentwicklerinnen und -entwickler. Sie ist Teil des BMBF-Rahmenprogramms "Forschung für Nachhaltige Entwicklung – FONA" und der Hightech-Strategie 2025 "Forschung und Innovation für die Menschen" im Handlungsfeld "Stadt und Land: Für ein lebenswertes Umfeld und zukunftsfähige Regionen".

In der Fördermaßnahme wird unter anderem ein frei verfügbares Schulungsmodul für kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Landnutzerinnen und Landnutzer basierend auf den Ergebnissen der Projekte erarbeitet. Das Schulungsmodul soll zertifiziert werden und für Fachkräfte sowie für die berufliche und akademische Ausbildung geeignet sein.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Nachwuchsgruppen "Globaler Wandel – 4+1"

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Hochschule

Die Nachwuchsgruppen "Globaler Wandel – 4+1" leisten mit neuen und innovativen Forschungsideen und Fragestellungen zu Themen wie dem Klimawandel oder der zunehmenden Knappheit von Rohstoffen und Wasser wichtige Beiträge, um die Prozesse des Globalen Wandels zu verstehen und zukünftige Entwicklungen gestaltbar zu machen.

Ziel dieser Nachwuchsförderung ist es auch, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Leitung von wissenschaftlichen Teams zu qualifizieren, um ihre Chancen zu erhöhen, sich in ihrem Forschungsfeld zu etablieren und ihnen Perspektiven für wissenschaftliche Karrieren in Deutschland und Europa zu eröffnen. Die Fördermaßnahme "Nachwuchsgruppen Globaler Wandel -4+1" läuft seit 2013. Bislang wurden in zwei Förderrunden insgesamt 32 Nachwuchsgruppen gefördert.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Geschäftsfeld "Transfer in die Gesellschaft" der Fraunhofer-Gesellschaft

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Die Fraunhofer-Gesellschaft als angewandte Forschungseinrichtung hat ein großes Interesse daran, Bürgerinnen und Bürger – die breite Öffentlichkeit – für ihre Technologien und ihr Forschungs-Know-how zu sensibilisieren. Dieses Bewusstsein schafft Fraunhofer durch Wissenstransfer mithilfe transparenter Kommunikation, um für aktuell relevante Forschungsfragen zu begeistern. Hierfür wagt Fraunhofer gemeinsam – im Zusammenspiel aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft – in ihrem neuen Geschäftsfeld "Transfer in die Gesellschaft" einen wichtigen Schritt. Fraunhofer will eine gelebte Verantwortungskultur sichtbar machen und den sozioökonomischen Erwartungen von Politik, Gesellschaft und Kunden entsprechen. Fraunhofer ist überzeugt, dass die Basis für eine nachhaltige Entwicklung ein frühzeitiges Bewusstsein erfordert und in der späteren Laufbahn ein entsprechendes Fachwissen von Vorteil ist. Hierzu leistet Fraunhofer einen Beitrag zur nachhaltigen Bildung in verschiedensten (Lebens-)Bereichen durch Forschungs‐ und Entwicklungslösungen, verbunden mit innovativen Lernkonzepten und spielerischen Exponaten. Damit Forschung transparent und leicht verständlich wird, muss sich der bereits begonnene Kulturwandel hin zu einer kommunizierenden Wissenschaft weiter fortsetzen. Der Schwerpunkt des neuen Geschäftsfelds liegt daher auf Vermittlungs-, Dialog und Beteiligungsformate.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Förderrichtlinie "Förderbezogene Diagnostik in der inklusiven Bildung"

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Übergreifend

Der Diagnostik und der diagnosebasierten Förderung kommt in der inklusiven Bildung eine zentrale Funktion zu, um zum Beispiel die vielfältigen – auch persönlichen und lebensweltlichen – jeweiligen Lernausgangslagen aller Lernenden zu erfassen sowie Lernverläufe zu dokumentieren. Ziel der Förderrichtlinie "Förderbezogene Diagnostik in der inklusiven Bildung" ist es, einen Beitrag zur (Weiter-)Entwicklung einer alltagsintegrierten Diagnostik und ihrer Rahmenbedingungen zu leisten, um die Voraussetzung für inklusive Bildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene über alle Bildungsetappen hinweg sowie in den Übergangen zu verbessern.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Förderung der BNE in der "Initiative Nachhaltigkeit in der Wissenschaft" (SISI)

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Hochschule

Im Rahmen der Initiative "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft – Sustainability in Science Initiative" (SISI) verfolgt das BMBF einen gesamtinstitutionellen Ansatz, den sogenannten "Whole Institution Approach", um Nachhaltigkeit in der Wissenschaft zu verankern. Das BMBF fördert auch Forschungs- und Best-Practice-Vorhaben zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Mit der Neuausrichtung der SISI-Initiative, die 2020 in einem Agendaprozess gestartet ist, werden neben Akteurinnen und Akteuren aus der Nachhaltigkeitsforschung auch Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich der Hochschulbildung beteiligt. Somit leistet SISI im Rahmen seiner Projektförderungen einen Beitrag zu einer forschungsorientierten Lehre für Nachhaltigkeit an Hochschulen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Initiative "netzwerk n"

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Hochschule

Mit dem Projekt "Zukunftsfähige Hochschulen - Denken. Handeln. Wandeln." fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft – Sustainability in Science Initiative" (SISI) die studentische Initiative "netzwerk n" bei der Etablierung und Professionalisierung von studentischen Nachhaltigkeitsinitiativen und deren Projekten in ganz Deutschland. Das netzwerk n bietet studentischen Initiativen eine kostenlose Weiterbildung an ("Wandercoaching"), wie ihr Engagement für Nachhaltigkeit an ihrer Hochschule weiterentwickelt und praxisrelevant eingebracht werden kann. Mithilfe des Wandercoachings konnten in den letzten Jahren über 140 studentische Nachhaltigkeitsinitiativen und über 1.000 Studierende im deutschsprachigen Raum erreicht werden.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Stiftung Innovation in der Hochschullehre

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Hochschule

Gute Absolventinnen und Absolventen sind die nachhaltige Sicherung der Innovationskraft Deutschlands. Damit die Hochschullehre zukunftsfähig bleibt, aktuellen Herausforderungen verantwortungsvoll begegnen und neue Bedarfe stetig aufnehmen kann, muss sie sich kontinuierlich und dynamisch anpassen. Diese Dynamik nachhaltig zu stärken, ist Ziel der Stiftung Innovation in der Hochschullehre: Es sollen wegweisende Projekte zu strukturell-strategischen Anpassungen, thematischen Neuausrichtungen und innovativen Ansätzen in der Hochschullehre gefördert werden. Die Stiftung soll Hochschulen und ihre Lehrenden motivieren, sich nachhaltig für gute Lehre einzusetzen. Ferner soll sie den deutschlandweiten Austausch und die (internationale) Vernetzung der Lehrenden und anderer Akteurinnen und Akteure effektiv organisieren und den Wissenstransfer in die Breite langfristig unterstützen. Ab 2021 wird die Stiftung mit 150 Millionen Euro jährlich dauerhaft gefördert, zunächst alleine durch den Bund und ab 2024 mit einer Länderbeteiligung von 40 Millionen Euro.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

BMBF-Grundsatzpapier Partizipation

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Übergreifend

Das 2016 veröffentlichte Grundsatzpapier des BMBF zur Partizipation bietet Orientierung, wie die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern wirksam umgesetzt werden kann. Es fasst die Leitlinien der Bürgerbeteiligung sowie die wesentlichen Partizipationsprozesse im BMBF zusammen und führt in die Typologie der Partizipation im Bereich Forschung ein. Das Grundsatzpapier wird gegenwärtig in einem partizipativen Prozess weiterentwickelt.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Forschungspartnerschaften für die Bewertung komplexer Prozesse im System Erde in der Region Südliches Afrika - SPACES

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Hochschule

Mit der Maßnahme "Science Partnerships for the Adaptation to Complex Earth System Processes in Southern Africa" (SPACES) soll das Wissen über die Funktionsweise des Systems Erde im südlichen Afrika verbessert werden. Im weltweiten Vergleich sind im südlichen Afrika die klimawandelbedingten Folgen wie Dürren, Überschwemmungen und Nahrungsmittelknappheit in den letzten Jahren deutlich sichtbar geworden. Die Wechselwirkungen zwischen Geosphäre, Atmosphäre und Ozean sowie die Interaktionen zwischen Land und Meer sowie Biosphäre und Atmosphäre stehen daher im Mittelpunkt dieses Forschungsprogramms. Ziel ist es, Mensch und Umwelt besser auf die negativen Folgen des Klimawandels vorzubereiten und widerstandsfähige und anpassungsfähige Landnutzungssysteme zu entwickeln. Diese sollen die Menschen in ihrer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise unterstützen und resiliente Ökosysteme und ihre natürlichen Ressourcen für künftige Generationen bewahren.

Das SPACES-Programm wird durch ein Kapazitätsaufbauprogramm begleitet, das mit den in SPACES-Projekten involvierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eng abgestimmt ist und durch Maßnahmen wie Sommerschulen, Ausbildung auf Forschungsschiffen, Forschungsaufenthalte, Vernetzungsaktivitäten und Workshops mit Entscheidungsträgern begleitet wird.

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Anzahl der Einträge: 50