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Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Einmal pro Legislaturperiode legt die Bundesregierung den Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Bericht) vor. In dem nun vorliegenden Bericht werden die BNE-Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder und Länderkonferenzen sowie der Kommunen und weiterer Akteure von Mitte 2017 bis Mitte 2021 dargestellt.

Aufgeschlagenes Buch Aufgeschlagenes Buch
Aufgeschlagenes Buch © Adobe Stock / monticellllo

Es ist bereits der siebte BNE-Bericht der Bundesregierung, der nun mit einigen Neuerungen vorgestellt wird: Die Aktivitäten des Bundes, der Länder, der Kommunen und weiterer gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure werden entlang der Bildungsbereiche benannt, so wie sie auch im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführt werden. Zu frühkindlicher Bildung, Schule, beruflicher Bildung, Hochschule, non-formalem und informellem Lernen/Jugend sowie zu den Kommunen entsteht jeweils ein thematischer Überblick. Jeder Beitrag wird zudem den 17 Nachhaltigkeitszielen aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zugeordnet, den Sustainable Development Goals, kurz SDGs.

Auch neu ist die digitale Aufbereitung des Berichts hier auf dem BNE-Portal. Der BNE-Bericht wird erstmals online dargestellt, eine Datenbank beinhaltet zudem die Beiträge der Bundesregierung, der Länder, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure. Filterfunktionen bieten die gezielte Auswahl nach Akteurinnen und Akteure, nach Bildungsbereichen und nach Handlungsfeldern an. Damit steht der Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung jederzeit allen offen, die sich insbesondere für die Fortschritte in der strukturellen Verankerung von BNE interessieren.

BNE-Bericht der Bundesregierung 2021 (PDF barrierefrei | 9,4 MB)

BNE-Bericht: Drucksache des Bundestages (PDF extern | 10,4 MB) (PDF, 10MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder, der Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure

Die in dieser Datenbank wiedergegebenen Beiträge ordnen sich nach den im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführten sechs Bildungsbereichen – Frühe Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, non-formales und informelles Lernen/Jugend und Kommunen – und den jeweils zugeordneten Handlungsfeldern. Des Weiteren werden übergreifende Beiträge, die mehrere Bildungsbereiche betreffen bzw. in den einzelnen Bildungsbereichen mehrere Handlungsfelder bedienen, übergeordnet aufgeführt.

Innerhalb jedes Bildungsbereichs gilt es hervorzuheben, dass sich die Zusammenstellung der Beiträge der Ressorts, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure stark von der Zusammenstellung der Beiträge der Länder unterscheidet, die innerhalb ihrer Länderkonferenzen zusammengefasst wurden und insofern nicht gleichzustellen sind.

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Beiträge auf die sechs Bildungsbereiche zzgl. übergreifender Bereich verteilen. 

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen je Bildungsbereich herunterladen [PDF | 278 KB].

Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

SDG-Zuordnung

Bei den einzelnen Beiträgen ist kenntlich gemacht, auf welches/welche der 17 UN Nachhaltigkeitsziel(e) (Sustainable Development Goals, SDGs) dieser einzahlt. Eine Zuordnung zum Bildungs-SDG Nr. 4 und somit dem BNE-Unterziel 4.7. war dabei Ausschlusskriterium zur Aufnahme in den BNE-Bericht. Durch die Herstellung von Querbezügen zu weiteren SDGs soll eines der zentralen Ziele des "BNE 2030" unterstützt werden: Nämlich aufzuzeigen, welchen Beitrag BNE zur Agenda 2030 insgesamt leistet. BNE/SDG 4 hat eine Sonderstellung bei den Nachhaltigkeitszielen inne, indem es sowohl Ziel als auch Motor für die Erreichung aller anderen Ziele ist. Ohne Bildung als Fundament ist beispielsweise die Erfüllung des Ziels 12 "Nachhaltiger Konsum" nur schwerlich zu erreichen.

Die folgende Grafik bietet einen Überblick darüber, wie sich die SDG-Zuordnungen aller Beiträge insgesamt im Bericht verteilen.

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen mit SDG-Zuordnung je Bildungsbereich herunterladen (PDF, 502KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Handlungsfeld

Übersicht SDGs:

Übersicht SDG Übersicht SDGs:

BNE-Kompetenzentwicklung auf allen Ebenen stärken

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Kommunen

Eine Vielzahl von Ländern verfügt über Strukturen und Kooperationen, um die Kompetenzentwicklung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung auf kommunaler Ebene zu stärken (siehe hierzu auch Kapitel 3.6., insbesondere HF III und IV).

Das Nachhaltigkeitszentrum Thüringen begleitet Thüringer Kommunen hierbei durch vielfältige Maßnahmen, u.a. Bürgermeisterdialog zur nachhaltigen Kommunalentwicklung. Die Freie und Hansestadt Hamburg führt gemeinsam mit den Ländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (seit 2020) die NUN-Zertifizierung ("Norddeutsch und Nachhaltig") durch und entwickelt sie weiter, um zukünftig die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) noch mehr in die Bildungsarbeit einzubinden. Um die SDGs auch in der Verwaltungstätigkeit zu verankern, bietet Bremen in Kooperation mit dem Aus- und Fortbildungszentrum für den Öffentlichen Dienst entsprechende Fortbildungen für Verwaltungsangestellte an, flankiert durch Wettbewerbe oder ähnliches in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und künftig auch mit der Stadtbibliothek bietet Bremen zudem SDG-bezogene Erwachsenbildungsangebote an.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Unterstützungsstrukturen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren fördern 

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Eine große Anzahl an Ländern verfügte im Berichtszeitraum über BNE-Koordinierungsstellen oder ähnlich als Unterstützungsstrukturen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. In Bayern erfüllen diese Funktion regionale "Runde Tische Umweltbildung/BNE" sowie ein "Arbeitskreis BNE". In Berlin gibt es seit 2018 eine "Koordinierungsstelle Umweltbildung". Die 2019 gestartete "Servicestelle BNE für Brandenburg" baut auf den Erfahrungen der seit 2011 stattfindenden "Runden Tische BNE" auf. Zusätzlich gibt es in Brandenburg eine "BNE-Steuerungsgruppe" mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren, die unter anderem den nach wie vor jährlich stattfindenden "Runden Tisch BNE" mit vorbereitet. In Bremen arbeiten die für Kinder und Umwelt zuständigen Ressorts im Bereich BNE/Umweltbildung eng zusammen und unterstützen dadurch die Qualifizierung zentraler Change Agents (unter anderem seit 2017 im Projekt "Natur erleben in der Kita"). Die "Koordinierungsstelle Umwelt Bildung Bremen" unterstützt seit 2008 Muliplikatorinnen und Multiplikatoren zum Thema Umweltbildung für Kinder und Jugendliche durch intensive Netzwerkarbeit sowie Qualifizierungsmaßnahmen und Beratungsangebote. Auf Grundlage einer Richtlinie werden BNE-Projekte gemeinnütziger Organisationen gefördert. In Hessen tauschen sich BNE-Akteurinnen und -Akteure in einem Runden Tisch BNE aus. Zudem gibt es in Hessen Regionale BNE-Netzwerke außerschulischer Akteurinnen und Akteure mit jeweils einer zentralen Koordinierungsstelle, die auch im Bundesprojekt "Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategie (RENN.west)" des Rates für nachhaltige Entwicklung (RNE) mitarbeiten. In Nordrhein-Westfalen vernetzt die bei der Natur- und Umweltschutz-Akademie des Landes angesiedelte BNE-Agentur seit 2016 die BNE-Akteurinnen und -Akteure, verbunden mit einem breiten Qualifizierungsangebot (siehe unten). Rheinland-Pfalz fördert landesweite, regionale und grenzüberschreitende BNE-Netzwerke. Sachsen-Anhalt verfügt seit 2019 über eine Koordinierungs- und Servicestelle Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Unternehmerisches Denken und Handeln für die SDGs fördern

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Junges unternehmerisches Denken und Handeln unter dem Leitbild nachhaltigen Wirtschaftens fördert Baden-Württemberg durch Juniorenfirmen. In einer einjährigen Zusammenarbeit der Schülerinnen und Schüler mit realen Unternehmen erlernen und erproben sie das Zusammenspiel ökonomischer, ökologischer und sozialer Ziele.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Förderinstrumente für außerschulische BNE auf- und ausbauen 

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

In Hessen werden Zertifizierungen bei der Vergabe von Fördermitteln positiv berücksichtigt und leisten somit einen Beitrag zu tragfähigen Finanzierungsmodellen. In Hessen gibt es zudem seit dem Haushalt 2020 ein eigenständiges Förderprodukt für non-formale BNE. Im Rahmen des "BNE-Paktes" mit 15 regionalen Umweltbildungs- und Nachhaltigkeitszentren in Hessen ist geplant, bis 2024 mit insgesamt 1,5 Millionen Euro Bildungsprojekte, Veranstaltungen oder konzeptionelle Vorhaben zu unterstützen. Nordrhein-Westfalen unterstützt in der aktuell fünften Förderperiode mit rund 2,4 Millionen Euro die Projektarbeit im BNE-Landesnetzwerk mit 25 angeschlossenen Regionalzentren. Jährlich werden landesweite Aktionen gemeinsam geplant und durchgeführt. Die Koordinierung des Netzwerks erfolgt durch die BNE-Agentur NRW. EU-Fördertöpfe stellen ebenfalls eine Möglichkeit für die Länder dar, um außerschulische BNE über längere Zeiträume zu fördern (zum Beispiel Brandenburg).

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Transformationsprozesse begleiten und unterstützen

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Der Transformationsprozess, der darauf abzielt, langfristig eine systemische Veränderung des Bildungssystems zu bewirken und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vom Projekt in die Struktur zu bringen, findet in den Ländern vor allem durch die in den Handlungsfeldern I–IV und VI–VII aufgeführten Ziele und Maßnahmen statt.

Narrative zur Transformation werden zudem durch wohnortnahe, barrierefreie BNE-Lehr- und Erlebnispfade entwickelt (Bayern). In Brandenburg werden die Ausstellungen der Besucherzentren der Nationalen Naturlandschaften barrierefrei gestaltet und EU-Förderprojekte erhalten ein besseres Ranking, wenn sie barrierefrei ausgerichtet sind. Sachsen-Anhalt bietet Beratungs- und Qualifizierungsangebote für BNE Akteure an, um Bilder und Narrative verstärkt in digitalen Kommunikationsmedien und bei der Erstellung pädagogischer Konzepte in den BNE-Einrichtungen zu nutzen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Aufbau von Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystemen

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Eng verbunden mit den oben genannten Unterstützungsstrukturen ist der Aufbau von Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystemen für non-formale und informelle BNE in vielen Ländern.

Bayern verleiht jährlich und jeweils für drei Jahre das Qualitätssiegel "Umweltbildung.Bayern" an außerschulische Einrichtungen, Netzwerke und selbstständig Tätige im Bereich Umweltbildung/BNE. Berlin und Sachsen-Anhalt erarbeiten derzeit in einem partizipativen Prozess landesweite BNE-Leitbilder. Der "Qualitätskatalog für außerschulische Anbieterinnen und Anbieter von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Land Brandenburg" bildet die Grundlage für die im Jahr 2020 erstmalig vergebenen Zertifizierungen. Seit 2018 zertifiziert Nordrhein-Westfalen außerschulische Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen als "Einrichtung der Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Zusätzlich bietet auch der Gütesiegelverbund Weiterbildung NRW e.V., als anerkannte Zertifizierungsstelle des Landes NRW, die BNE-Zertifizierung NRW an. Die hier zugrundeliegenden BNE-Qualitätskriterien wurden speziell für die Einrichtungen der gemeinwohlorientierten Weiterbildung entwickelt. Hessen verleiht gemeinsam mit den Umwelt-, Kultus- und, Sozialministerien- und unter Mitwirkung des Wirtschaftsministeriums die Auszeichnung als "Zertifizierter Bildungsträger BNE für nachhaltige Entwicklung in Hessen“. Thüringen verleiht "Qualitätssiegel Bildung für nachhaltige Entwicklung für non-formale außerschulische Anbieter*innen" aus allen Bildungsstufen. Im Rahmen der "NUN – Norddeutsch und Nachhaltig" Zertifizierung für außerschulische Lernorte werden in mittlerweile vier Bundesländern (Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein) seit knapp 15 Jahren außerschulische Lernorte für ihre BNE-Arbeit ausgezeichnet. Auch Rheinland-Pfalz und das Saarland verfügen über ein gemeinsames Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystem für außerschulische BNE-Bildungsanbieter.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Gestaltungskompetenz für eine chancengerechte und inklusive BNE fördern 

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Einen freien Zugang zu hochwertiger Bildung für alle zu ermöglichen – dieser Leitgedanke steht über dem Ziel 4 der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs). Die Fördervorhaben "Weltaktionsprogramm als Chance – BNE trifft Jugendsozialarbeit" und ab 2021" Jugendsozialarbeit – mit Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Zukunft" (Bayern) befähigen benachteiligte junge Menschen im Sinn einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung (BNE).

Die Ziele einer BNE – Gestaltungskompetenz erlangen, Partizipation ermöglichen, Selbstwirksamkeit und Chancengleichheit in einer demokratischen Gesellschaft erfahren – zeigen viele Parallelen mit dem sozialpädagogischen Ansatz, sodass sich beide Bereiche sehr gut ergänzen. Zunehmend bedeutend wird das Querschnittsthema Digitalisierung, zum Beispiel mit der Frage, wie digitale Medien einen niedrigschwelligen Zugang zu Nachhaltigkeitsthemen und Teilhabemöglichkeiten bieten können.

Das bayerische Pilotvorhaben "Naturschwärmer – ein Familienprojekt für wissbegierige, naturverliebte Weltverbesserer" resultiert aus den pandemiebedingten Einschränkungen, die die kontaktintensiven Angebote der Umweltbildung/BNE massiv betreffen. Im Mittelpunkt steht eine Webseite, die alle Aktivitäten und Maßnahmen digital bündelt. Von dem Angebot profitieren vor allem auch Corona-Risikogruppen wie Menschen der Generation 60+, die vom notwendigen "Social Distancing" oft verstärkt betroffen sind. Als barrierearmer Lernort der informellen Bildung für nachhaltige Entwicklung in Berlin kommt dem "Schöneberger Südgelänge" durch eine barrierearme Stadt-Naturerfahrung kombiniert mit ebenfalls barrierearmen Projekten eine Pilotfunktion zu (unter anderem partizipativ mit blinden und sehbehinderten Menschen erarbeitete Ausstellung mit eigener Webseite, "Bahnbrechende Natur"). In Bremen zielt die kostenfreie Broschüre "17 Ziele – in Leichter Sprache", darauf ab, in der breiten Bevölkerung Aufmerksamkeit für die SDGs zu schaffen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Auszeichnung von Vorreiterschulen für BNE

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Schule

Bei der Auszeichnung von Vorreiterschulen für BNE kooperieren die Umweltressorts der Länder mit den Schul- und Kultusministerien und weiteren Akteurinnen und Akteuren (siehe hierzu im Detail Kapitel 3.3.4.1, KMK Schule, "Vorreiterschulen für BNE und Globales Lernen"). Im "Schuljahr der Nachhaltigkeit" des Hessischen Umweltministeriums werden Nachhaltigkeitsthemen in Lernwerkstätten jeweils in einem ganzen Jahrgang einer Grundschule bearbeitet und im Rahmen des "Whole School Approaches" mit der gesamten Schulgemeinde umgesetzt. Die Grundschulen können sich um die Auszeichnungen "Schuljahr" beziehungsweise "Schule der Nachhaltigkeit" bewerben und gehören dann zum Schulnetzwerk "Nachhaltigkeit lernen in Hessen".

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

An bestehende Strukturen anknüpfen

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Bund und Länder kooperieren bei der Förderung des Freiwilligen Ökologischen Jahres, welches vielfältige Anknüpfungspunkte für eine gelebte BNE bietet. Die Platzzahl konnte im Berichtszeitraum mancherorts kontinuierlich erweitert werden (zum Beispiel Bremen: 40 Plätze im Jahrgang 2017/2018 über 50 Plätze im Jahrgang 2019/2020 auf 70 Plätze beginnend mit dem Jahrgang 2020/2021).

Auch die Nationalen Naturlandschaften sind stabile Strukturen, in denen sich non-formale und informelle BNE-Angebote optimal auf lokale Gegebenheiten anpassen lassen. Im Berichtszeitraum erreichte unter anderem Brandenburg eine Verbesserung der Stellensituation in Nationalen Naturlandschaften mit dem Schwerpunkt BNE.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Hamburger Masterplan BNE 2030

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Kommunen

Als Stadtstaat hat die Freie und Hansestadt Hamburg gemeinsam mit mehr als 100 Akteurinnen und Akteuren der Initiative "Hamburg lernt Nachhaltigkeit" basierend auf dem Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) den "Hamburger Masterplan BNE 2030" ausgearbeitet, um BNE bis 2030 in allen Hamburger Bildungsbereichen strukturell zu verankern.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

BNE in die Breite tragen

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

In einzelnen Ländern gibt es zudem niedrigschwellige Förderprogramme für BNE-Mikroprojekte, die dabei helfen, BNE in die Breite zu tragen (Baden-Württemberg: Förderprogramm "Beispielhafte Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung" für Einzelprojekte bis zu 20.000 Euro, Brandenburg: "Aktion Gesunde Umwelt" für Einzelprojekte bis zu 2.500 €). Auch landeseigene Stiftungen unterstützen das bürgerschaftliche Engagement für eine nachhaltige Entwicklung, indem sie Gelder für BNE-Projekte zur Verfügung stellen. So stellt bspw. das Land Nordrhein-Westfalen über die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen pro Jahr ihr rund 5 Millionen Euro aus Lotterieerlösen und Steuermitteln zur Verfügung, die u.a. der BNE-Bildungsarbeit zu Gute kommen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

BNE als fester Bestandteil von Fort- und Weiterbildungen

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Frühkindliche Bildung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist in vielen Ländern mittlerweile fester Bestandteil des Angebots von Fort- und Weiterbildungen im Bereich der frühkindlichen Bildung.

Baden-Württemberg verbindet den BNE-Ideenwettbewerb "Kleine Helden" mit der Erzieherinnen- und Erzieher-Weiterbildung. Bayern bietet BNE-Workshops und Fachtage für pädagogische Fachkräfte von Kita-Trägerinnen und -Trägern, die das landeseigene Qualitätssiegel "ÖkoKids" tragen, an. Das bayrische Pilotvorhaben "Kita im Aufbruch – Prozessbegleitung Richtung Nachhaltigkeit" verfolgt das Ziel einer strukturellen und ganzheitlichen Verankerung von BNE in allen Bereichen einer Kindertageseinrichtung. Bremen setzt bei trägerübergreifenden Fortbildungsangeboten für Erzieherinnen und Erzieher einen Schwerpunkt beim Thema Klimaschutz. Eine Aus- und Weiterbildung zur BNE-Fachkraft ermöglicht die Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz. Rheinland-Pfalz fördert zudem durch die Ausbildungen zum "Naturtrainer" oder "KinderGartenpaten" das ehrenamtliche Engagement in der Kita, vor allem von Seniorinnen und Senioren. Schleswig-Holstein bietet sowohl eine Fortbildungsreihe für Erzieherinnen und Erzieher als "BNE-Begleiterinnen und -Begleiter im Elementarbereich" an wie auch BNE-Weiterbildungen für Kitas durch das "Bildungszentrum für Natur, Umwelt und Ländliche Räume". Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) und das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren (MSGJFS) (Schirmherrschaft durch den Minister im MSGJFS) unterstützen in Schleswig-Holstein als Kooperationspartner die "S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung" bei der Zertifizierung von Kitas durch die "Bildungsinitiative KITA 21".

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Sensibilisierung, Qualifizierung und Empowerment mit und durch BNE

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Um auch kritischen Themen durch außerschulische BNE zu begegnen und somit Exklusion (zum Beispiel im Kontext von Migrations- oder Rassismuserfahrungen) entgegenzuwirken, bieten einzelne Länder Angebote zur Sensibilisierung und Qualifizierung beziehungsweise zum Empowerment an. Rheinland-Pfalz sensibilisiert in seinem mittlerweile auch auf Bundesebene übertragenen Programm "Naturschutz gegen Rechtsextremismus" Jugendliche dafür, rechtsextreme Botschaften unter dem Deckmantel des Naturschutzes zu erkennen und bestärkt sie darin, sich zu wehren.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Gezielte Kooperationen aufbauen

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Hierzu zählen Maßnahmen der Länder zur Schaffung von Möglichkeiten, zum Beispiel für Jugendliche, sich auf einen Perspektivwechsel einzulassen, Erfahrungen zu reflektieren und Visionen und Handlungsoptionen für nachhaltige Lebensstile zu entwickeln.

Dies kann beispielsweise durch eine gezielte Zusammenarbeit mit einschlägigen Akteurinnen und Akteuren (zum Beispiel Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V.) oder Jugendprojektfonds für Projekte und Aktionen anerkannter Jugendverbände (Thüringen) erfolgen. Die Integration der Zielsetzungen einer nachhaltigen Entwicklung in kulturelle Angebote, unter anderem Thüringen beim Kunstfest Weimar, und die Schaffung von Naturerfahrungsräumen, unter anderem durch das Modellprojekt StadtNaturRanger in Berlin, fördern die Selbstreflexion und bieten vielfältige Möglichkeiten, sich aktiv und gestaltend mit anderen Menschen, mit der Kultur beziehungsweise Natur auseinanderzusetzen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

BNE-Projekte und Aktivitäten junger Menschen unterstützen

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Innerhalb des partizipativen Jugendnetzwerks "Zukunftsformer – BNE in Kinder und Jugendzentren" fördert Rheinland-Pfalz BNE-Projektarbeit. Verschiedene Länder führen zudem Aktionstage oder Jugendkonferenzen zu BNE-Themenkomplexen wie Energie, Wasser, Klima, Landwirtschaft, etc. durch. Einige Länder bieten auch entsprechende Multiplikatorinnen- und Multipliktorenausbildungen für junge Menschen an (zum Beispiel Junior-Energie-Detektive und Umwelt-MentorInnen Programme in Baden-Württemberg). Diese Aktivitäten zahlen auch auf das Handlungsfeld III ein.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

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