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Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Einmal pro Legislaturperiode legt die Bundesregierung den Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Bericht) vor. In dem nun vorliegenden Bericht werden die BNE-Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder und Länderkonferenzen sowie der Kommunen und weiterer Akteure von Mitte 2017 bis Mitte 2021 dargestellt.

Aufgeschlagenes Buch Aufgeschlagenes Buch
Aufgeschlagenes Buch © Adobe Stock / monticellllo

Es ist bereits der siebte BNE-Bericht der Bundesregierung, der nun mit einigen Neuerungen vorgestellt wird: Die Aktivitäten des Bundes, der Länder, der Kommunen und weiterer gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure werden entlang der Bildungsbereiche benannt, so wie sie auch im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführt werden. Zu frühkindlicher Bildung, Schule, beruflicher Bildung, Hochschule, non-formalem und informellem Lernen/Jugend sowie zu den Kommunen entsteht jeweils ein thematischer Überblick. Jeder Beitrag wird zudem den 17 Nachhaltigkeitszielen aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zugeordnet, den Sustainable Development Goals, kurz SDGs.

Auch neu ist die digitale Aufbereitung des Berichts hier auf dem BNE-Portal. Der BNE-Bericht wird erstmals online dargestellt, eine Datenbank beinhaltet zudem die Beiträge der Bundesregierung, der Länder, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure. Filterfunktionen bieten die gezielte Auswahl nach Akteurinnen und Akteure, nach Bildungsbereichen und nach Handlungsfeldern an. Damit steht der Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung jederzeit allen offen, die sich insbesondere für die Fortschritte in der strukturellen Verankerung von BNE interessieren.

BNE-Bericht der Bundesregierung 2021 (PDF barrierefrei | 9,4 MB)

BNE-Bericht: Drucksache des Bundestages (PDF extern | 10,4 MB) (PDF, 10MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder, der Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure

Die in dieser Datenbank wiedergegebenen Beiträge ordnen sich nach den im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführten sechs Bildungsbereichen – Frühe Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, non-formales und informelles Lernen/Jugend und Kommunen – und den jeweils zugeordneten Handlungsfeldern. Des Weiteren werden übergreifende Beiträge, die mehrere Bildungsbereiche betreffen bzw. in den einzelnen Bildungsbereichen mehrere Handlungsfelder bedienen, übergeordnet aufgeführt.

Innerhalb jedes Bildungsbereichs gilt es hervorzuheben, dass sich die Zusammenstellung der Beiträge der Ressorts, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure stark von der Zusammenstellung der Beiträge der Länder unterscheidet, die innerhalb ihrer Länderkonferenzen zusammengefasst wurden und insofern nicht gleichzustellen sind.

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Beiträge auf die sechs Bildungsbereiche zzgl. übergreifender Bereich verteilen. 

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen je Bildungsbereich herunterladen [PDF | 278 KB].

Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

SDG-Zuordnung

Bei den einzelnen Beiträgen ist kenntlich gemacht, auf welches/welche der 17 UN Nachhaltigkeitsziel(e) (Sustainable Development Goals, SDGs) dieser einzahlt. Eine Zuordnung zum Bildungs-SDG Nr. 4 und somit dem BNE-Unterziel 4.7. war dabei Ausschlusskriterium zur Aufnahme in den BNE-Bericht. Durch die Herstellung von Querbezügen zu weiteren SDGs soll eines der zentralen Ziele des "BNE 2030" unterstützt werden: Nämlich aufzuzeigen, welchen Beitrag BNE zur Agenda 2030 insgesamt leistet. BNE/SDG 4 hat eine Sonderstellung bei den Nachhaltigkeitszielen inne, indem es sowohl Ziel als auch Motor für die Erreichung aller anderen Ziele ist. Ohne Bildung als Fundament ist beispielsweise die Erfüllung des Ziels 12 "Nachhaltiger Konsum" nur schwerlich zu erreichen.

Die folgende Grafik bietet einen Überblick darüber, wie sich die SDG-Zuordnungen aller Beiträge insgesamt im Bericht verteilen.

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen mit SDG-Zuordnung je Bildungsbereich herunterladen (PDF, 502KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Handlungsfeld

Übersicht SDGs:

Übersicht SDG Übersicht SDGs:

Initiative "Schulen: Partner der Zukunft (PASCH)"

Auswärtiges Amt (AA)

Bildungsbereich
Schule

Das Erlernen von Deutsch verbessert den Zugang zu inklusiver, gerechter und hochwertiger Bildung und eröffnet Entwicklungschancen: im eigenen Land, aber auch in Deutschland. Die 2008 vom Auswärtigen Amt (AA) ins Leben gerufene Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH) trägt mit ihrem internationalen Netzwerk von etwa 600.000 Schülerinnen und Schülern an etwa 1.800 Schulen in über 120 Partnerländern gezielt zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bei. Nachhaltigkeit und Umweltschutz gehören zu den im PASCH-Netzwerk vermittelten Werten und Inhalten.

Wichtiger Bestandteil des PASCH-Netzwerks sind die 140 von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) betreuten Deutschen Auslandsschulen, an denen in Deutschland anerkannte Abschlüsse abgelegt werden können. Umweltbewusstsein wird dort über Unterrichtsinhalte und Projekte vermittelt. Das Umweltprogramm "Zukunft heute. Ökologisch, gesund, nachhaltig!" der Deutschen Schule Bogotá zielt beispielsweise auf eine nachhaltige Schule ab. Einen festen Platz hat das Thema Umwelt auch im Schul- und Prüfungsprogramm des Deutschen Sprachdiploms (DSD) der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK), das an rund 1.100 PASCH-Schulen von der ZfA umgesetzt wird.

Die über 670 vom Goethe-Institut betreuten PASCH-Schulen (sog. Fit-Schulen) sind ebenso zu kreativer Projektarbeit zu Umweltfragen aufgerufen. Beispielsweise wurden im Sommer 2020 rund 1.300 Stipendiatinnen und Stipendiaten zu den Digitalen PASCH-Jugendcamps #VisionenFürDieZukunft eingeladen. Das Goethe-Institut Moskau initiierte 2014 in enger Zusammenarbeit mit deutschen Forschungsinstituten das Vernetzungsprojekt "Umwelt macht Schule: Denken, Forschen, Handeln", das vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) mit dem Qualitätssiegel "Projekt Nachhaltigkeit 2017" ausgezeichnet wurde.

Im Vordergrund stehen Themen der nachhaltigen Entwicklung auch bei den durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der KMK betreuten PASCH-Schulpartnerschaften zwischen Schulen in Deutschland und der ganzen Welt. Als Orientierung dient hier beispielsweise die Empfehlung zur "Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule" (erarbeitet von KMK und Deutscher UNESCO-Kommission) oder der "Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung" (erarbeitet von KMK und BMZ). In den vom PAD angebotenen Fort- und Weiterbildungen für PASCH-Lehrkräfte sind Umweltthemen fest etabliert.

Als vierter PASCH-Partner widmet sich der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) den Partnerschaften zwischen Hochschulen und PASCH-SchulenBetreuungsinitiative Deutsche Auslands- und Partnerschulen (BIDS), dem Schüleraustausch und der Alumniarbeit. Bei den Geförderten äußert sich zunehmendes Interesse an Studiengängen mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Umwelt, zum Beispiel Umweltwissenschaften, nachhaltige Energieversorgung oder Städtebau. Zudem wurde auf der vom DAAD betreuten PASCH-Alumni-Plattform im vergangenen Jahr ein erfolgreicher Videowettbewerb zu Umwelt und Klimawandel anlässlich des 250. Geburtstags Alexander von Humboldts durchgeführt.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Zweite Phase der Lehrkräfteausbildung

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

In der zweiten Phase der Lehrkräfteausbildung zeigt sich eine geringere systematische Verankerung. Es überwiegen Modellprojekte, unter anderem in Baden-Württemberg ("Whole Seminar Approach" zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung), Integration von BNE und Globalem Lehren am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg, BNE-Fortbildungen an 17 hessischen Studienseminaren durch einen pädagogischen Tag, BNE-Einführungsveranstaltungen für Referendarinnen und Referendare in Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland.

Neben Modellprojekten besteht in Baden-Württemberg ein BNE-Netzwerk im Bereich der Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

"Roberta – Lernen mit Robotern"

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Schule

Spielerisch und intuitiv: Mit ihrem Konzept vermittelt die Initiative "Roberta – Lernen mit Robotern" des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) wichtige Kompetenzen zur Gestaltung der digitalen Welt im Bildungsbereich – von der Grundschule bis zur beruflichen Ausbildung. Seit 2002 schafft es das Fraunhofer IAIS, Kinder und Jugendliche für Themen der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu begeistern, sie digital mündig zu machen und ihnen Selbstvertrauen im Umgang mit Technik zu vermitteln. Dazu bildet Fraunhofer IAIS Lehrkräfte in der gendergerechten Gestaltung von Programmierkursen aus. Mit mehr als 2.700 geschulten und aktiven Lehrkräften hat die Roberta-Initiative über 500.000 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Im Laufe der letzten Jahre avancierte das Bildungsprogramm zu einer der größten MINT-Initiativen Europas. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet die 2014 vom Fraunhofer IAIS entwickelte Programmierplattform "Open Roberta Lab", dessen Entstehung im Rahmen einer Kooperation mit der "Zukunftswerkstatt" von Google Deutschland gefördert wurde. Als cloudbasierte Open-Source-Software aus Deutschland ist Open Roberta jederzeit kostenfrei verfügbar und ermöglicht auf höchstem Datenschutzniveau den Einstieg in die Programmierung ohne Vorkenntnisse.

So können im Lab 13 verschiedene Robotiksysteme und ein virtueller Roboter programmiert werden. Der intuitive Ansatz von Open Roberta kommt weltweit gut an. In mehr als 20 Sprachen verfügbar, verzeichnet das Lab seit 2017 einen enormen Zuwachs aus über 100 Ländern weltweit. Wurden 2017 insgesamt 100.000 Menschen erreicht, sind es aktuell (Stand 08/20) über 200.000 Menschen monatlich. Open Roberta kam bis August 2020 auf 1,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzer.

National profitieren Lehrkräfte besonders vom Engagement der Initiative. Mithilfe von Kooperationen mit Bundesländern und Wirtschaftspartnern wurden kostenfreie Roberta-Schulungen ermöglicht. Allein 2018 konnten dadurch 700 Lehrkräfte zu Roberta-Teachern geschult werden.

Darüber hinaus entstanden zwischen 2018 und 2020 rund 30 Open Roberta Coding Hubs, die dem Nachwuchs bundesweit an außerschulischen Lernorten kostenfreie Programmierkurse anbieten. Mit Sitz am Fraunhofer IAIS, einem der führenden Wissenschaftsinstitute auf den Gebieten Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen in Europa, möchte die Roberta-Initiative aktuelle Themen wie KI und Cybersecurity bereits den Jüngsten begreifbar machen. So findet auch das wichtige Thema Cybersicherheit als gemeinsames Projekt "Cybersecurity4Schools" mit dem Projekt des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT) EIT Digital den Weg ins Klassenzimmer. Bis Ende 2020 sollen europaweit 3.000 Lehrkräfte online und kostenfrei zum Thema Cybersecurity ausgebildet werden.

Um insbesondere Mädchen frühzeitig für MINT zu begeistern, wurde gemeinsam mit der Stiftung "Erste deutsche Astronautin"der Grundschulwettbewerb "Code4Space" initiiert. Dafür programmieren Teams mit mindestens 50 Prozent Mädchenanteil ein Experiment, das 2021 auf der ISS ausgeführt wird.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Aktivitäten der Länder im Schulbereich

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Eine systematische und ausdrückliche Verankerung ist im Handlungsfeld V eher selten, es gibt jedoch vielerlei Aktivitäten, die direkt an die Adressaten Schülerinnen und Schüler gerichtet sind. Erwähnt seien beispielhaft, um das Spektrum der Aktivitäten zu verdeutlichen, die "col labs: Zukunftslabore" in Baden-Württemberg, der "Schülerinnen- und Schüler-Kongress der Taten – jetzt mache ich mehr" in Bremen, die "Klimazukunftskonferenz" in Berlin, die Einbindung von bis zu 800 Schülerinnen und Schülern bei BNE-Aktivitäten der "BürgerStiftung Hamburg", "Schools of tomorrow" in Mecklenburg-Vorpommern, der "Landesdemokratietag" in Rheinland-Pfalz und das "Landesnetzwerk Entwicklungspolitik Saarland e.V.".

© Johannes Eichstädt

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik "alle für Eine Welt - Eine Welt für alle“ mit Begleitmaßnahme Song Contest: Dein Song für Eine Welt!"

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ fördert über Engagement Global durch den Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik (SWB) und den Song Contest (SC) die Verankerung von BNE an Schulen, die Qualitätsentwicklung sowie individuelle BNE-Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern.

Der SWB "Alle für EINE WELT für alle" wird seit 2003 im Zweijahresrhythmus durchgeführt. Er hat zum Ziel, den Lernbereich Globale Entwicklung im Unterricht aller Jahrgangsstufen und Schulformen zu verankern und Kinder und Jugendliche für die Eine Welt zu sensibilisieren und zu aktivieren. Jede Wettbewerbsrunde steht hierbei unter einem thematischen Schwerpunkt. Theoretische Grundlage ist der Orientierungsrahmen Globale Entwicklung; Lernende demonstrieren durch ihre Teilnahme Kompetenzen auf den drei Ebenen Erkennen, Bewerten und Handeln.

Die Begleitmaßnahme des SWB, der SC "Dein Song für EINE WELT!", der 2015 erstmals durchgeführt wurde, fand 2019/2020 zum dritten Mal statt. Er hat die Erweiterung der Zielgruppe des Schulwettbewerbs auf Jugendliche zwischen zehn und 25 Jahren und somit eine Vergrößerung der Reichweite zum Ziel. Ausgezeichnet werden selbst komponierte Lieder rund um Themen globaler Entwicklung.

Der SC spricht sowohl musikbegeisterte Jugendliche mit geringen inhaltlichen Vorkenntnissen als auch inhaltlich engagierte Jugendliche mit geringer musikalischer Vorerfahrung an. Beide Wettbewerbe verzeichnen konstant hohe Teilnehmendenzahlen. In seiner neunten Runde 2019/2020 erreichte der SWB circa 28.500 Schülerinnen und Schüler, die 494 Beiträge einreichten. Die Wettbewerbe kooperieren mit einem Netzwerk aus Fach- und Medienpartnern sowie Partnern aus der Zivilgesellschaft. Ein Schwerpunkt beider Wettbewerbe ist die didaktische Begleitung durch rundenspezifische sowie rundenübergreifende Unterrichtsmaterialien, Fortbildungen und Workshops für Lernende sowie eine eigene Ausstellung, die aus in den verschiedenen Wettbewerbsrunden eingereichten Beiträgen besteht.

© Engagement Global / Fotograf: André Wagenzik

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Ausbau Ganztag

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Bildungsbereich
Schule

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode sieht vor, bis 2025 im Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Kinder im Grundschulalter zu schaffen. Die Bundesregierung sieht die Einführung des Rechtsanspruchs als wichtigen Beitrag an, um Bildungschancen von Kindern sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Zudem dürfte die Einführung dieses Rechtsanspruchs zu höheren Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen sowie geringere Ausgaben für Sozialtransfers führen, wie das im Januar 2020 vorgelegte Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) "Fiskalische Wirkungen eines weiteren Ausbaus ganztägiger Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter" zeigt. 

  • Es bedarf zur weiteren Umsetzung noch einer Änderung des SGB VIII, mit der der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung eingeführt wird, sowie eines Finanzhilfegesetzes.
  • Ende 2020 ist das Investitionsprogramm zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder gestartet. Ziel dieses Investitionsprogramms des BMFSFJ und Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von 750 Millionen Euro ist es, den Ganztagsausbau zu beschleunigen und so den Weg zu einem bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zu ebnen. Mit den Mitteln können Planung, Neubau, Umbau, Erweiterung, Modernisierung und Sanierung von Ganztagsangeboten finanziert und Ausstattungen, wie zum Beispiel Kücheneinrichtungen, Mobiliar sowie Sport- und Spielgeräte beschafft werden. Weitere Investitionsmittel des Bundes in Höhe von bis zu 2,75 Milliarden Euro werden zur Verfügung gestellt, wenn sich Bund und Länder auf den Umfang und die Finanzierung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter geeinigt haben. Die entsprechenden Verhandlungen werden derzeit geführt (Stand 08.01.21).

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Landeskoordinationen BNE und Globales Lernen

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Elf Länder erfahren zurzeit Unterstützung durch die Förderung (finanzierte Stellen) von Landeskoordinationen für BNE durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit Unterstützung von Engagement Global (Baden-Württemberg bis August 2020, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein). Zudem sind Fachpromotoren für das Globale Lernen in den meisten Bundesländern aktiv und unterstützen schulische Bildungsarbeit auf Ebene der Zivilgesellschaft.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Bundesweiter Schulwettbewerb zur nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bildungsbereich
Schule

Der bundesweite Schulwettbewerb "Echt kuh-l!" lädt Kinder und Jugendliche aller Schularten – von der 3. bis zur 10. Jahrgangsstufe – auf Entdeckungsreise in die Welt der ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung ein. Dabei soll der Wettbewerb auch dazu anregen, darüber nachzudenken wie sich die eigene Ernährung auf Mensch, Tier und Natur auswirken kann beziehungsweise welche Wechselwirkungen jeweils bestehen. In einer aktiven Auseinandersetzung mit dem jährlich wechselnden Wettbewerbsthema sollen schlüssige und nachhaltige Ideen entwickelt und in kreative Beiträge umgesetzt werden: Internetseiten, Hörspiele, Reportagen, (Werbe-)Plakate, Videos, Lieder, Spiele, Collagen und vieles mehr sind denkbar. Auch Schülercafés oder Kochaktionen an den Schulen kommen infrage. Die Beiträge können als Klassen-, Kurs-, Projektarbeiten oder Einzelbeiträge eingereicht werden.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Orientierungsrahmen Globale Entwicklung 

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

In vielen Ländern wird bei der fachlichen Umsetzung von BNE und Globalem Lernen der "Orientierungsrahmen für den Lernbereich der Globalen Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ)" genutzt und zum Teil als Länderinitiativen durch Engagement Global/BMZ gefördert. Zurzeit wird durch eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus KMK und BMZ eine Übertragung auf die gymnasiale Oberstufe erarbeitet.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Maßnahmen zur Förderung von BNE in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert über Engagement Global im Rahmen der Länderinitiativen zum BMZ/Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)-Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung von Lehrkräften, unter anderem auch im internationalen Austausch.

Seit 2017 wurden 22 Projekte und Initiativen in Bundesländern gefördert, die BNE und Globale Entwicklung in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften integrieren. Dies geschieht in unterschiedlichem Maße von kleinen Pilotprojekten bis hin zu weitreichenden Landesstrategien über alle drei Phasen der Lehrkräftebildung (von der Universität über die Studienseminare bis hin zur Fortbildung für bereits ausgebildete Lehrkräfte) hinweg. In der ersten Phase der Lehrkräftebildung waren bzw. sind Universitäten in Berlin, Bayern, Niedersachsen und Hessen Kooperationspartner von Länderinitiativen.

In der dritten Phase der Lehrkräftebildung sind sowohl Bildungsministerien, Landesinstitute für Lehrkräftebildung als auch Universitäten Projektträger von Länderinitiativen. In diesem Feld sind Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein Westfahlen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Sachsen aktiv. Als weitreichendes Beispiel für die Zusammenarbeit kann Nordrhein-Westfalen genannt werden. Im März 2019 startete dort die landesweite Fortbildungsinitiative des Schulministeriums zur Implementierung von BNE als Querschnittsaufgabe in die staatliche Lehrerfortbildung.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Qualifizierungsprogramm im Rahmen des BNE-Expertennetzwerks

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ fördert über Engagement Global die Qualifizierung von BNE-Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren von Staat und Zivilgesellschaft, unter anderem im Rahmen des BNE-Expertennetzwerks (Deutschland, Indien, Südafrika, Mexiko). Zu den Produkten des Netzwerks zählen unter anderem ein internationales "Mentoring for ESD-Leadership"-Programm, sowie die Aus- und Fortbildung von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen (Training-of-Trainers beziehungsweise ToT).

Inhalte des ToT wurden in Bundesländern (Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz) unmittelbar sowie im Rahmen der Implementierung des Orientierungsrahmens in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bundesländerübergreifend in verschiedenen Formaten ein- und umgesetzt.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Strukturelle Verankerung von BNE in Lehr- und Bildungsplänen: Übergeordnete Referenzdokument zur curricularen Verankerung von BNE

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Einige Länder entwickeln Referenzdokumente, Leitlinien, Leitgedanken oder ähnlich für die curriculare Verankerung von BNE. Dabei zeigen sich unterschiedliche Herangehensweisen: So wird BNE im Bildungsplan Baden-Württemberg als eine von sechs "Leitperspektiven" ausgewiesen, um BNE systematisch in den Bildungsplänen für die allgemeinbildenden Schulen (2016) zu verankern. In Berlin und Brandenburg ist BNE und Globales Lernen im "Rahmenlehrplan 1–10" eines von 13 übergreifenden Themen in den neuen Rahmenlehrplänen. Nordrhein-Westfalen hat mit wissenschaftlicher Unterstützung eine "Leitlinie BNE" entwickelt, welche als Referenzdokument unter anderem für alle zukünftigen Lehrpläne, Richtlinien und Lehrkräftefortbildungen dient. Ähnliches ist in Baden-Württemberg in der Planung. Rheinland-Pfalz und Bremen entwickeln eine BNE-Richtlinie und ein Empfehlungspapier zur Lehrplanarbeit. Thüringen hat Schlüsselthemen von BNE in dem Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre (TBP-18) und den Lehrplänen beigefügte Leitgedanken aufgenommen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Einbindung der schulischen Landesinstitute der Schul- und Kultusministerien

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Zunehmend werden auch die schulischen Landesinstitute bei der Implementierung von BNE beteiligt, unter anderem in Baden-Württemberg (Durchführung von Modellprojekten, Koordinierung des BNE-Schulnetzwerks etc.), Bremen (Lehrkräftefortbildung zu den SDGs), Nordrhein-Westfalen (Arbeitsschwerpunkte BNE in der Lehrplanentwicklung und Lehrkräftefortbildung), Saarland (Zentrum BNE), Sachsen-Anhalt (Pädagogische Arbeitsstelle BNE).

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Bundesweites Netzwerk zur Förderung von BNE in der Lehrkräftebildung

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ fördert über Engagement Global das bundesweite Netzwerk Lehrkräfte(fort)bildung zur Umsetzung des BMZ/KMK-Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung in der zweiten und dritten Phase der Lehrerbildung.

Seit 2019 sind alle Bundesländer in dem Netzwerk Lehrkräftefortbildung mit Institutionen der Lehrkräftebildung, den entwicklungspolitischen Landesnetzwerken sowie den BNE-Landeskoordinationen vertreten. Das Themenspektrum der jährlichen Netzwerktagungen umfasste Grundsatzfragen von BNE in der Lehrkräftebildung (Speyer 2017), Erfahrungen mit der Umsetzung modularer BNE-Fortbildungsstrukturen (Göttingen 2018), Digitalisierung und BNE (Hamburg 2019) sowie Reflexions- und Erfahrungsräume in der BNE (Speyer 2020).

Wichtiges Ergebnis ist die Erarbeitung einer Handreichung für die Qualifizierung von BNE-Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren, die 2021 veröffentlicht werden soll. Sie umfasst neben der Beschreibung von sieben BNE-Qualifikationsmodulen zur Lehrkräfteausbildung die Auswertung einer exemplarischen modularen Fortbildungsmaßnahme in Niedersachsen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Unterrichtshilfen und Handreichungen

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Weiterhin werden im Auftrag der Länder zum Teil detaillierte Unterrichtshilfen und Handreichungen herausgegeben, unter anderem in Baden-Württemberg, Berlin ("Nachhaltige Entwicklung in globalen Zusammenhängen"), Rheinland-Pfalz (Handreichungen "Globale Entwicklung konkret", GEko) und Sachsen-Anhalt.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

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