Navigation und Service

- -

Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Einmal pro Legislaturperiode legt die Bundesregierung den Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Bericht) vor. In dem nun vorliegenden Bericht werden die BNE-Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder und Länderkonferenzen sowie der Kommunen und weiterer Akteure von Mitte 2017 bis Mitte 2021 dargestellt.

Aufgeschlagenes Buch Aufgeschlagenes Buch
Aufgeschlagenes Buch © Adobe Stock / monticellllo

Es ist bereits der siebte BNE-Bericht der Bundesregierung, der nun mit einigen Neuerungen vorgestellt wird: Die Aktivitäten des Bundes, der Länder, der Kommunen und weiterer gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure werden entlang der Bildungsbereiche benannt, so wie sie auch im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführt werden. Zu frühkindlicher Bildung, Schule, beruflicher Bildung, Hochschule, non-formalem und informellem Lernen/Jugend sowie zu den Kommunen entsteht jeweils ein thematischer Überblick. Jeder Beitrag wird zudem den 17 Nachhaltigkeitszielen aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zugeordnet, den Sustainable Development Goals, kurz SDGs.

Auch neu ist die digitale Aufbereitung des Berichts hier auf dem BNE-Portal. Der BNE-Bericht wird erstmals online dargestellt, eine Datenbank beinhaltet zudem die Beiträge der Bundesregierung, der Länder, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure. Filterfunktionen bieten die gezielte Auswahl nach Akteurinnen und Akteure, nach Bildungsbereichen und nach Handlungsfeldern an. Damit steht der Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung jederzeit allen offen, die sich insbesondere für die Fortschritte in der strukturellen Verankerung von BNE interessieren.

BNE-Bericht der Bundesregierung 2021 (PDF barrierefrei | 9,4 MB)

BNE-Bericht: Drucksache des Bundestages (PDF extern | 10,4 MB) (PDF, 10MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder, der Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure

Die in dieser Datenbank wiedergegebenen Beiträge ordnen sich nach den im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführten sechs Bildungsbereichen – Frühe Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, non-formales und informelles Lernen/Jugend und Kommunen – und den jeweils zugeordneten Handlungsfeldern. Des Weiteren werden übergreifende Beiträge, die mehrere Bildungsbereiche betreffen bzw. in den einzelnen Bildungsbereichen mehrere Handlungsfelder bedienen, übergeordnet aufgeführt.

Innerhalb jedes Bildungsbereichs gilt es hervorzuheben, dass sich die Zusammenstellung der Beiträge der Ressorts, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure stark von der Zusammenstellung der Beiträge der Länder unterscheidet, die innerhalb ihrer Länderkonferenzen zusammengefasst wurden und insofern nicht gleichzustellen sind.

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Beiträge auf die sechs Bildungsbereiche zzgl. übergreifender Bereich verteilen. 

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen je Bildungsbereich herunterladen [PDF | 278 KB].

Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

SDG-Zuordnung

Bei den einzelnen Beiträgen ist kenntlich gemacht, auf welches/welche der 17 UN Nachhaltigkeitsziel(e) (Sustainable Development Goals, SDGs) dieser einzahlt. Eine Zuordnung zum Bildungs-SDG Nr. 4 und somit dem BNE-Unterziel 4.7. war dabei Ausschlusskriterium zur Aufnahme in den BNE-Bericht. Durch die Herstellung von Querbezügen zu weiteren SDGs soll eines der zentralen Ziele des "BNE 2030" unterstützt werden: Nämlich aufzuzeigen, welchen Beitrag BNE zur Agenda 2030 insgesamt leistet. BNE/SDG 4 hat eine Sonderstellung bei den Nachhaltigkeitszielen inne, indem es sowohl Ziel als auch Motor für die Erreichung aller anderen Ziele ist. Ohne Bildung als Fundament ist beispielsweise die Erfüllung des Ziels 12 "Nachhaltiger Konsum" nur schwerlich zu erreichen.

Die folgende Grafik bietet einen Überblick darüber, wie sich die SDG-Zuordnungen aller Beiträge insgesamt im Bericht verteilen.

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen mit SDG-Zuordnung je Bildungsbereich herunterladen (PDF, 502KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Handlungsfeld

Übersicht SDGs:

Übersicht SDG Übersicht SDGs:

Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) – Internationale Klimaschutzstipendien der Alexander von Humboldt-Stiftung

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Bildungsbereich
Hochschule

Das durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) geförderte Stipendienprogramm für Internationalen Klimaschutz der Alexander von Humboldt-Stiftung richtet sich an Nachwuchsführungskräfte aus der Wissenschaft, Wirtschaft sowie aus staatlichen oder nichtstaatlichen Organisationen und fördert den Austausch von Wissen, Methoden und Techniken im Bereich Klima- und Ressourcenschutz. Das Programm unterstützt nunmehr den 10. Jahrgang internationaler Klimaschutzstipendiatinnen und -stipendiaten aus Entwicklungs- und Schwellenländern.

Im Rahmen der IKI entwickelte die Universität Bonn mit Partnerorganisationen und Hochschulen der Elfenbeinküste und Ghanas einen interdisziplinären Master-Studiengang zur Nutzung und Förderung von Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik im Zusammenhang mit Biodiversität und Ökosystemleistungen und zur Unterstützung der Arbeit des Weltrats für Biologische Vielfalt (IPBES) in Westafrika. Neben dem Wissens- und Kompetenzaufbau dient der Studiengang auch als regionale Vernetzungsplattform für Expertinnen und Experten und wurde erstmals im Jahr 2020 von Studierenden 15 westafrikanischer Länder absolviert.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

"Zukunftsstrategie ökologischer Landbau" (ZöL)

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bildungsbereich
Berufliche Bildung

Maßnahmenkonzept Nr. 11: Vernetzung und Austausch zwischen den Bildungsakteurinnen und -akteuren initiieren

"20 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030" – das ist das Ziel der Bundesregierung entsprechend der Nachhaltigkeitsstrategie. Denn: Der ökologische Landbau ist eine besonders ressourcenschonende, umweltverträgliche und nachhaltige Wirtschaftsform.

Die "Zukunftsstrategie ökologischer Landbau" (ZöL) zielt darauf ab, der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft neue Wachstumsimpulse zu geben. Sie enthält fünf Handlungsfelder und 24 Maßnahmenkonzepte. Maßnahmenkonzept Nr. 11 adressiert die Vernetzung und den Austausch zwischen den Bildungsakteurinnen und -akteuren.

Ein im Rahmen des Bundesprogrammes Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanziertes Forschungs- und Entwicklungs-Projekt (FuE) hat zum Ziel, die relevanten Bildungsakteurinnen und -akteure im Agrarbereich besser miteinander zu vernetzen, um sie für die Bedeutung des ökologischen Landbaus in der beruflichen Bildung zu sensibilisieren und einen Austausch über erfolgreiche Unterrichtsmodule, Lehrpläne oder Prüfungsfragen mit Bezug zum ökologischen Landbau zu ermöglichen.

Auf der Grundlage der Erfahrungen wird am Ende der Projektlaufzeit ein Konzept erarbeitet, aus dem hervorgeht, wie die angestoßene Vernetzung der Bildungsakteure langfristig fortgesetzt werden kann und welche Maßnahmen hierfür notwendig sind.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Wissenstransfer- und Fachveranstaltungen innerhalb des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bildungsbereich
Übergreifend

Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) legt einen besonderen Fokus auf den zeitnahen Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis. Die Maßnahme "Wissenstransfer- und Fachveranstaltungen zur ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft" dient der praktischen Umsetzung der Forschung und der Erschließung des Forschungsbedarfs und beinhaltet zwei Veranstaltungsreihen mit unterschiedlichen Zielen:

Wissenstransfer Veranstaltungen

Diese Veranstaltungen dienen dazu, aktuelle Forschungsergebnisse zeitnah sowie zielgruppengerecht in die Praxis zu vermitteln. Das Ziel ist daher der Wissensdialog zwischen Forschung und Praxis. Zielgruppe sind Erzeugerinnen, Erzeuger und weitere Akteure der Beratung der ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft. Es werden Schulungen, Praxis-Workshops und Seminare sowie weitere interaktive Veranstaltungsformate mit starkem Praxisbezug für die oben genannte Zielgruppe durchgeführt. Die hier vorgestellten Forschungsergebnisse sollen direkt in der Praxis anwendbar sein und Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen der Praxis aufzeigen. Es finden circa 80 Veranstaltungstage pro Jahr in ganz Deutschland statt.

Dialogorientierte Fachveranstaltungen

In Form von Fachgesprächen, Konferenzen, Tagungen, Messe- und Dialogforen werden aktuelle Fragestellungen und Forschungsbedarfe zur Weiterentwicklung des ökologischen Sektors mit Fachgruppen der Branche diskutiert. Zielgruppe sind Akteure und Multiplikatoren der Wertschöpfungskette der ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft; abhängig von der Veranstaltung können dies Vertreter aus der Forschung, der Praxis, der Anbauverbände oder der Politik sein. So setzte sich ein im Jahr 2020 durchgeführtes digitales Seminar mit der Umsetzung von Verhaltensregeln auf Grund der Corona Situation insbesondere bei der Schulobstbelieferung auseinander mit dem Ziel, Forschungsbedarfe abzuleiten Bundesweit finden jährlich circa 40 Fachveranstaltungstage statt.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

"Initiative Nachhaltigkeit in der Wissenschaft" (SISI)

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Hochschule

Mit der 2012 gestarteten "Initiative Nachhaltigkeit in der Wissenschaft – Sustainability in Science Initiative" (SISI) unterstützt das BMBF Hochschulen, außeruniversitäre Forschungsorganisationen und Studierendeninitiativen dabei, Nachhaltigkeit in den verschiedenen Bereichen des Wissenschaftssystems zu implementieren. Dabei verfolgt das BMBF einen gesamtinstitutionellen Ansatz, den sogenannten "Whole Institution Approach", der auch im Weltaktionsprogramm Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) seine Entsprechung findet. Damit bringt das BMBF die Transformation der Hochschullandschaft zu mehr Nachhaltigkeit weiter voran. Im Rahmen von SISI werden innovative Pilotvorhaben gefördert, die dazu beitragen, die nachhaltige Entwicklung im Wissenschaftssystem institutionell zu implementieren und zu professionalisieren.

Das BMBF wird die SISI-Initiative mit einer weiteren Förderphase fortsetzen und neu ausrichten. Ziel der neuen Förderphase ist es, Transformationspfade für mehr Nachhaltigkeit an Hochschulen zu entwickeln, die auf möglichst viele Hochschulen übertragen werden können. Hierzu sollen ab 2022 Forschungsverbünde gefördert werden. Das neue Förderangebot wird in einem Agendaprozess sowohl hinsichtlich möglicher Inhalte als auch Formate gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft und Praxis diskutiert und entwickelt. Abschluss und Höhepunkt des Agendaprozesses ist das 5. SISI-Symposium "Hochschulen gemeinsam für Nachhaltigkeit", das im März 2021 als Online-Veranstaltung stattfindet.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

BNE als Aufgabe der Bildungssysteme der Länder: Gesetzliche und untergesetzliche Verankerung von BNE

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird im Jahr 2020 von den Kultus- und Schulministerien verstärkt als wichtige Aufgabe des Bildungssystems Schule verstanden. Die meisten Länder haben BNE als Querschnittsaufgabe des schulischen Lernens gesetzlich und untergesetzlich verankert: unter anderem ressortübergreifende "Gesamtstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung" in Baden-Württemberg, BNE als fächerübergreifendes Bildungs- und Erziehungsziel ("LehrplanPLUS") in Bayern, Verankerung von "nachhaltiger Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen" in den Schulgesetzen von Berlin (insbesondere § 3 Abs. 3) und Brandenburg, BNE als Aufgabe des Bildungssystems in der Landesverfassung Brandenburgs, "Hamburger Masterplan BNE“, BNE als "besondere Bildungs- und Erziehungsaufgabe" im hessischen Schulgesetz (Neufassung 30.6.2017, § 6 Abs. 4), Verwaltungsvorschrift "Bildung für nachhaltige Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen" und Verankerung von BNE im Schulgesetz (§§ 3 und 5) in Mecklenburg-Vorpommern, für Anfang 2021 geplanter BNE-Erlass in Niedersachsen, Verankerung von BNE in den Schulgesetzen des Landes (§ 1: "Verantwortungsbewusstsein (…) für die globalen Nachhaltigkeitsziele fördern“) sowie "Zukunftskonzeption Bildung für Nachhaltige Entwicklung 2015+" in Rheinland-Pfalz, Sachsen vom 26.4.2017 (§ 1 Abs. 6), Sachsen-Anhalt (§ 1 Abs 2 (7).

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Bildung als Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung.

Parlamentarischer Beirat für nachhaltige Entwicklung (PBnE)

Bildungsbereich
Übergreifend

Im Frühjahr 2004 wurde der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung (PBnE) erstmalig durch den Deutschen Bundestag eingesetzt. Zu den Aufgaben des Beirats zählt nicht nur die parlamentarische Begleitung der nationalen und europäischen Nachhaltigkeitsstrategie, sondern auch der Arbeit der Bundesregierung und des Bundestages mit Blick auf Fragestellungen der Nachhaltigkeit. Zum einen bringt der Beirat Vorschläge zur Fortentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie ein und nimmt Stellung zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen, zum anderen bewertet er bei Gesetzentwürfen und Verordnungen die Nachhaltigkeitsprüfung der Bundesregierung im Rahmen der Gesetzesfolgenabschätzung und leitet selbstständig entsprechende gutachterliche Stellungnahmen an die federführenden Ausschüsse des Bundestages weiter. Zum anderen sorgt der Beirat mit öffentlichen Anhörungen für den notwendigen gesellschaftlichen Dialog und stößt mit regelmäßig veröffentlichten Positionspapieren wichtige Debatten zum Thema "Nachhaltige Entwicklung" an.

Bereits im Jahr 2010 hatte der Beirat in einer Entschließung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an die Bundesländer appelliert, BNE strukturell in der schulischen und beruflichen Bildung zu verankern. 2012 betonte der Beirat in einer Unterrichtung zum "Fortschrittsbericht 2012 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie" erneut die Rolle der Bildung im gesellschaftlichen Transformationsprozess in Richtung Nachhaltigkeit.

Auch in der 19. Wahlperiode setzt sich der Beirat intensiv mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auseinander. In seinem Positionspapier "Nachhaltigkeit: Bildung und Engagement – Bildung als Schlüssel für nachhaltige Entwicklung stärken" (Ausschussdrucksache 19(26)55) hat der Beirat die Bedeutung von BNE als Schlüssel für eine zukunftsfähige Gesellschaft unterstrichen. Im Rahmen von zwei öffentlichen Fachgesprächen hatten die Mitglieder des Beirats zudem die Gelegenheit, sich mit Sachverständigen zu diesem Themenkreis auszutauschen (37. Sitzung am 29. Januar 2020 zum Thema "Lebenslanges Lernen – Lerninhalte für Bildung für nachhaltige Entwicklung" und 39. Sitzung am 12. Februar 2020 zum Thema "Strukturanforderungen an ein zukunftsfähiges Bildungssystem"). Dabei wurde insgesamt deutlich, dass in Hochschulen, Berufsschulen, Bildungsstätten, Betrieben, Schulen, Kindertagesstätten und Kommunen, ebenso wie an zahlreichen Orten des informellen Lernens das Bewusstsein für die Bedeutung sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit stetig wächst. Nicht nur Schülerinnen und Schüler protestieren für mehr Klimaschutz, auch Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Ausbildende zeigen großes Interesse an Ideen und Strategien zur Vermittlung von Nachhaltigkeit. Umso wichtiger ist es aus Sicht des Beirats, diese Themen langfristig in den Bildungs-strukturen zu verankern und somit verantwortungsbewusstes Denken und Handeln zu ermöglichen.

Für alle Bildungsbereiche gilt es, den Grundgedanken von BNE einer nachhaltigeren Ausgestaltung der Bildungsinstitutionen zugrunde zu legen, nach dem Bildung für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ungeachtet ihres sozioökonomischen Hintergrunds, ihres Geschlechts oder anderer Faktoren inklusiv zugänglich sein soll. Der PBnE weist darauf hin, dass die Indikatoren "Frühe Schulabgängerinnen und Schulabgänger" sowie "Ausländische Schulabsolventinnen und -absolventen" der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bisher einen nicht zielkonformen Trend aufweisen. Die Bundesregierung sollte gemeinsam mit den Ländern, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft weiterhin darauf hinwirken, dass die entsprechenden Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie rechtzeitig erreicht werden.

Weiterführender Link:

Positionspapier "Nachhaltigkeit: Bildung und Engagement – Bildung als Schlüssel für nachhaltige Entwicklung stärken" (PDF extern | 210 KB)

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Digital-analog verknüpfte BNE-Landschaften gestalten 

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

In den letzten Jahren ist zudem ein verstärkter Auf- und Ausbau digitaler BNE-Landschaften in vielen Ländern zu verzeichnen. Baden-Württemberg verfügt über eine eigene Webseite mit Informationen und Ansprechpartnern zu BNE ( Nachhaltigkeit lernen Baden-Württemberg ) und entwickelt zudem derzeit (Stand September 2020) ein adaptives Online-Lernportal zur Förderung einer BNE (FutureN) sowie eine Klimawandel-App zur Vermittlung lokaler Auswirkungen des Klimawandels (KlimReAction). Brandenburg hat eine digitale Broschüre mit Praxisbeispielen und Erläuterungen rund um den Brandenburger BNE-Qualitätskriterienkatalog (siehe HF III) herausgebracht ("Der Brandenburger Lernweg"). In Hessen stehen im Rahmen des "Schuljahrs der Nachhaltigkeit" entwickelte Bildungsmaterialien als open educational resources zur Verfügung; das Online-Portal Klimabildung Hessen bietet frei verfügbare Bildungsmaterialien zu BNE-/Klimabildung an. Auch Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein bieten zentrale Internetplattformen für BNE an.

Weiterführende Links:

Nachhaltigkeit lernen Baden-Württemberg
Broschüre "Brandenburger Lernweg"
"Schuljahr der Nachhaltigkeit", Hessen
Klimabildung Hessen
bne.nrw.de
Nachhaltiges Nordrhein-Westfalen
Bildung für nachhaltige Entwicklung Sachsen-Anhalt
Bildung für nachhaltige Entwicklung, Hochschulen, Schleswig-Holstein
Bildung für nachhaltige Entwicklung, Schulen, Schleswig-Holstein

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bildungsbereich
Übergreifend

Der ökologische Landbau zeichnet sich durch eine besonders umweltverträgliche, ressourcenschonende und tiergerechte Wirtschaftsweise aus. Damit trägt er zu einer nachhaltig bewirtschafteten und vielfältigen Kulturlandschaft bei. Charakteristisch für den Ökolandbau ist ein geschlossener Nährstoffkreislauf. Dieser fördert und bewahrt die Artenvielfalt der Agrar-Ökosysteme in besonderer Weise. Das dient auch dem Schutz der heimischen Fauna und Flora.

Das gesellschaftliche Interesse an dieser Bewirtschaftungs- und Lebensform wächst zunehmend. So genießen Produkte und Dienstleistungen des ökologischen Landbaus eine besondere Wertschätzung. Mehr und mehr Verbraucherinnen und Verbrauchern kaufen Bioprodukte. Gleichzeitig schafft oder sichert der ökologische Landbau Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und in den ländlichen Regionen.

Die Bundesregierung setzt sich daher für den ökologischen Landbau ein. In diesem Zusammenhang schreibt das BMEL den Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau zur Auszeichnung von beispielhaften Innovationen im Bereich des ökologischen Landbaus aus.

Ausgezeichnet werden ökologisch wirtschaftende Betriebe, die beispielsweise mit einem besonderen gesamtbetrieblichen Konzept in punkto Nachhaltigkeit Vorreiter sind. Landwirtschaftliche Betriebe können sich auch im Verbund mit Verarbeitungs- und Vermarktungsbetrieben bewerben. Wichtig dabei ist, dass die Leistungen der Preisträgerinnen und Preisträger auf andere Betriebe übertragbar sind. All das erhöht die Akzeptanz für den ökologischen Landbau und ebnet so den Weg für eine Ausdehnung ökologisch bewirtschafteter Flächen in Deutschland. Zugleich bietet der Wettbewerb die Chance, Verbraucherinnen und Verbraucher an den Ökolandbau heranzuführen und so die Nachfrage nach Produkten der ökologisch wirtschaftenden Betriebe weiter zu erhöhen.

Die Auszeichnung ist mit insgesamt bis zu 22.500 Euro dotiert. Interessierte Betriebe können sich in den Monaten Mai bis Ende Juni bewerben. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden im Januar im Rahmen einer besonderen Veranstaltung auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin geehrt.

Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren sowie zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern sind abrufbar unter:

Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Programm "Bildung trifft Entwicklung" (BtE)

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Im Auftrag und mit Mitteln des BMZ führt Engagement Global das "Programm Bildung trifft Entwicklung" (BtE), durch. BtE ist ein bundesweites niedrigschwelliges Programm zum Globalen Lernen/Bildung für nachhaltige Entwicklung, bei dem besonders die Erfahrungen und Kompetenzen von rückgekehrten Fach- und Nachwuchskräften aus der Entwicklungszusammenarbeit und von Menschen aus Ländern des Globalen Südens eingebunden werden. BtE qualifiziert und vermittelt Referentinnen und Referenten für Bildungsveranstaltungen im Globalen Lernen. Eine-Welt-Themen werden bei diesen Bildungsveranstaltungen durch Referentinnen und Referenten mit authentischen Erfahrungen aus dem Globalen Süden durch einen mindestens einjährigen Aufenthalt in Entwicklungsländern erfahrbar gemacht.

Mit BtE wird auch das Ziel verfolgt, junge Menschen zu Engagement im Rahmen der entwicklungs­politischen Bildungsarbeit zu motivieren und zu qualifizieren sowie ihre Rolle als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu stärken. Der größte Teil der Veranstaltungen findet mit jungen Menschen als Teilnehmenden statt. Die Nutzung digitaler Medien für das Globale Lernen und den Austausch mit Südpartnern im Rahmen des "CHAT der WELTEN" ist ein weiterer Schwerpunkt von BtE.

Weiterführender Link:

"Programm Bildung trifft Entwicklung" (BtE)

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE)

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Bildungsbereich
Berufliche Bildung

Im Bereich der beruflichen Bildung bündelt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) seine Angebote in dem Förderprogramm „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf (BBNE)“ im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF). BBNE verbindet Inhalte nachhaltiger Entwicklung mit Aspekten der Beruflichkeit und setzt dabei Methoden und pädagogische Zielsetzungen der BNE im Verständnis politischer Bildung sowie der praxis- und erlebnisorientierten offenen Jugendarbeit ein.

Auf Talentsuche gehen, Berufe kennenlernen und erfahren, wie dort nachhaltiges Handeln möglich ist – dies zeigen bundesweit angebotene Workcamp-Projekte.

Für Auszubildende und Ausbildungspersonal in Bauberufen bieten die geförderten Projekte Kurse zur gewerkeübergreifenden Zusammenarbeit in der energetischen Gebäudesanierung.

Für Projekte der zweiten BBNE-Förderrunde stellen das BMU und die Europäische Union (EU) im Zeitraum von 2019 bis 2022 rund 9,5 Millionen Euro europäische Mittel und rund 7,7 Millionen Euro aus Bundesmitteln bereit. 14 Projekte der zweiten Förderrunde sind zum Jahresbeginn 2019 gestartet.

Übersicht bisheriger Projekte und Hintergrund zum Programm unter:

Nachhaltige Arbeitswelt
Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) (ESF)

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Förderung der Internetplattform "Die Eine Welt Internet Konferenz" (EWIK)

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ fördert über Engagement Global die Bündelung von Online-BNE-Materialien zum BMZ/KMK-Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung auf der Internetplattform Die Eine Welt Internet Konferenz (EWIK).

Die im Rahmen der Länderinitiativen zur Umsetzung des Orientierungsrahmens entwickelten Materialien zu BNE bzw. zum Globalen Lernen werden dem EWIK-Portal zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2020 wurden mehr als 80 umfangreiche Lern- und Lehrmaterialien zu Möglichkeiten der Berücksichtigung von BNE in Schule erstellt. Damit wird ein großes Spektrum sowohl an Themen wie auch an didaktischen Grundsätzen und strukturellen Vorgaben des Orientierungsrahmens der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Insgesamt werden jedes Jahr rund 25.000 Downloads von BNE-Materialien auf der EWIK-Plattform getätigt.

Weiterführender Link:

Internetplattform "Die Eine Welt Internet Konferenz" (EWIK)

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN)

Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)

Bildungsbereich
Übergreifend

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) fördert mit den Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) seit 2016 das Nachhaltigkeitsengagement von Akteurinnen und Akteuren aus der Zivilgesellschaft, der Politik und der Verwaltung über die Grenzen der Bundesländer hinweg. Die RENN verknüpfen bundesweit bestehende Nachhaltigkeits-Initiativen, begeistern neue Akteurinnen und Akteure für das Thema und strukturieren den Austausch von Erfahrungen und Meinungen. Jedes Jahr organisieren die RENN über 100 Veranstaltungen zu den brennenden Fragen der Nachhaltigkeit und geben in zahlreichen Publikationen praktische Tipps zur Umsetzung der 17 UN- Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) vor Ort. Beim "Projekt Nachhaltigkeit" zeichnen die RENN in Kooperation mit dem RNE jedes Jahr 40 Initiativen und Projekte aus, die sich besonders erfolgreich für eine nachhaltige Entwicklung in der gesamten Breite der Gesellschaft einsetzen. Seit Ende 2019 verantwortet RENN.süd den Nachhaltigen Warenkorb. Dieser bietet Konsumalternativen und Tipps für nachhaltige Lebensweise.

Weiterführender Link:

Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN)

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN): Lehrmaterialien zum Ökologischen Landbau für allgemeinbildende Schulen

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bildungsbereich
Schule

Die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft liefert zahlreiche pädagogische Ansätze zum Verständnis der Nachhaltigkeit. Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) liefert allgemeine, jahrgangsstufengerechte Informationsmaterialien für alle Schulformen, aber auch Aktionsmaterialien für den erlebnisorientierten Kontext und Anleitungen für Aktionen und Unterrichtseinheiten für Pädagoginnen und Pädagogen. Kinder und Jugendliche mit einem Thema bekannt zu machen, funktioniert am besten spielerisch oder über eine Aktion. So bietet das Lernmaterial beispielsweise eine Anleitung zum Bau einer Wildbienen-Nisthilfe und stellt darüber hinaus Hintergrundwissen über Bienen und Bestäuber zur Verfügung. Lernen an einem außerschulischen Lernort ermöglicht Schülerinnen und Schülern einen intensiveren Praxisbezug als es das Arbeiten in der Schule vermag. In authentischer Umgebung können sie mit allen Sinnen erfahren und erleben, wie Landwirtinnen und Landwirte arbeiten, wie Tiere auf dem Hof leben, welche Pflanzen wie angebaut werden und welchen Einfluss die Natur auf die Landwirtschaft hat. Lernmaterial hilft diese Exkursionen vor- und nachzubereiten. Weitere Unterrichtsmaterialien beantworten zum Beispiel die Frage: Wann ist Saison für eine Obst- oder Gemüseart? Seit 2020 werden pädagogische Projekte über die "Richtlinie über die Förderung von Projekten zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern über regionale Wertschöpfungsketten zur Erzeugung von Bioprodukten sowie zur Umsetzung von begleitenden pädagogischen Angeboten (RIGE)" des BÖLN unterstützt. Dort erstellte pädagogische Informationsmaterialien werden zukünftig auf der Internetseite Ökolandbau in der Schule bereitgestellt.

Weiterführender Link:

Lehrmaterialien zum Ökolandbau

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

BNE als zentrale Querschnittsaufgabe und Treiber für die gesamte Agenda 2030

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Übergreifend

Der Vertreter der Umweltministerkonferenz (UMK) in der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung (NP BNE) auf Arbeitsebene, Herr Horst Cürette, Saarland, hat im Sommer 2020 eine Abfrage zu den BNE-Aktivitäten der Umweltressorts der Länder durchgeführt. Rückmeldungen aus 15 Ländern sind erfolgt und bilden die Basis der folgenden komprimierten Darstellung. Bei der Aufführung der Länderaktivitäten entlang der Bildungsbereiche und Handlungsfelder des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) ist eine Auswahl vorgenommen worden. Dabei werden exemplarische Maßnahmen genannt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, als Illustration der vielfältigen Projekte in den verschiedenen Ländern. Daneben sei auf die Ausführungen der UMK in der Zwischenbilanz zum Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (Berlin 2020, S. 67–69) verwiesen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird in allen Bundesländern als wichtige Querschnittsaufgabe verstanden. Die wesentlichen Rückmeldungen der Umweltressorts beziehen sich auf den Bildungsbereich non-formales und informelles Lernen/Jugend (siehe Kapitel 3.6). Eine große Maßnahmenvielfalt gibt es auch im Bereich der Fort- und Weiterbildung in der frühkindlichen Bildung (siehe hierzu Kapitel 3.2. dieses Berichts). Im Bereich Schule kooperieren die Umweltressorts der Länder bei zahlreichen Auszeichnungsinitiativen mit den Kultusministerien und weiteren Akteurinnen und Akteuren (siehe hierzu Kapitel 3.3). Auch in der beruflichen Bildung für nachhaltige Entwicklung gibt es Förderaktivitäten der Länder, unter anderem das bayrische Vorhaben "egal war gestern – Richtung Nachhaltigkeit an beruflichen Schulen", welches Auszubildende als BNE-Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren weiterbildet. Die Verbindung zum Bildungsbereich Hochschule wird zum Beispiel durch die "Fortbildung von Hochschuldozierenden und Seminarlehrkräften der Lehrerbildung in BNE in Bayern" und "BNE in der Lehramtsausbildung" an der Bergischen Universität Wuppertal (Nordrhein-Westfalen), dokumentiert. Zu den Maßnahmen der Länder im Bereich Kommunen (siehe Kapitel 3.7).

Häufig liegen die strategisch-strukturellen Schwerpunkte der BNE-Ziele und -Maßnahmen der Umweltressorts der Länder bei der Qualitätsentwicklung und der BNE-Zertifizierung von Einrichtungen der außerschulischen Bildung/Weiterbildung sowie in einer weiteren Vernetzung der Bildungsbereiche untereinander. Unter Federführung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat die Plattform "Bund-Länder-Treffen BNE" das Ziel, zwischen Bund und Ländern einen Austausch und die Information zu bundesweiten BNE-Aktivitäten zu gewährleisten. Ein gemeinsamer Beitrag zur Umsetzung des NAP BNE ist ein Bericht zur Situation und zu den Erfahrungen der Länder mit etablierten Zertifizierungen sowie Eckpunkte für die Ausgestaltung von Zertifizierungen als Instrumente der BNE-Qualitätsentwicklung. Beides hat eine länderoffene Ad-hoc-Arbeitsgruppe unter der Federführung Nordrhein-Westfalens erarbeitet und Ende 2017 der UMK vorgelegt.

Inhaltlich lassen sich durch eine Thematisierung globaler Zusammenhänge viele Querbezüge zur gesamten Agenda 2030 herstellen. Zusätzlich zum Unterziel 4.7. der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) zielen viele Maßnahmen im Berichtszeitraum daher auch auf die Umsetzung weiterer SDGs ab. Die Länder beziehen sich auf BNE/SDG 4 bei der Erstellung beziehungsweise Fortschreibung von Landesnachhaltigkeitsstrategien, unter anderem indem sie eigene BNE-Indikatoren hinterlegen (Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein). Sie erstellen beziehungsweise schreiben BNE-Landesstrategien fort, mit eindeutigem Bezug zum BNE-Prozess der UNESCO und zur Agenda 2030 (Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein). Auch betten sie den Bildungsaspekt in thematisch verwandte Landesstrategien, Förderprogramme und Wettbewerbe ein, wodurch neben SDG 4 weitere SDGs angesprochen werden, zum Beispiel die Themenkomplexe Ernährung, Wasser, Energie, Kreislaufwirtschaft, Klima, Biodiversität, Menschenrechte. Baden-Württemberg stellt beispielsweise kostenlose Themenhefte für den Unterricht bereit, die sich inhaltlich mit den SDGs beschäftigen (zum Beispiel Biodiversität, Wasser). Klima- und Ernährungsbildung im Sinne einer BNE sind prioritäre Maßnahmen im "Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025". Sachsen-Anhalt plant die Einrichtung einer Datenbank von Bildungsmodulen zu allen SDGs, während Bremen plant, formale und non-formale Bildungsakteurinnen und -akteure bezüglich einer ganzheitlichen Umsetzung aller SDGs im Sinne des Whole Institution Approaches (WIA) zu beraten. Zudem vermitteln manche Länder BNE innerhalb der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit (unter anderem Bremen, NRW, Rheinland-Pfalz).

In Nordrhein-Westfalen wurde die BNE-Agentur NRW als zentrale Fach- und Koordinierungsstelle für BNE in Nordrhein-Westfalen in der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) eingerichtet und seit 2016 kontinuierlich ausgebaut und verstetigt. Sie unterstützt den Umsetzungsprozess der BNE-Landesstrategie in Nordrhein-Westfalen und arbeitet dabei sowohl mit der Landesregierung und -verwaltung als auch mit zivilgesellschaftlichen Aktiven, Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Zu ihren Aktivitäten gehören unter anderem Bildungs- und Beratungsangebote, Auszeichnungen und Zertifizierungen sowie die zentrale Internetplattform für BNE in NRW ( bne.nrw.de ).

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Bildungsbereichsübergreifende Kooperationen und Vernetzungsstrukturen fördern 

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Die Länder weisen mittlerweile eine große Bandbreite an langfristig angelegten Kooperationen und Vernetzungsstrukturen von formalen Bildungsinstitutionen (Kita, Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung) mit außerschulischen Lernorten und Anbietern von Inhalten zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vor. Diese reichen von Schullandheimen (Saarland), staatlich anerkannten Umweltstationen (Bayern) oder Vernetzungsstellen Schulverpflegung (Saarland) über Nationale Naturlandschaften (Nationalpark Hunsrück in Rheinland-Pfalz, Nationalpark Hunsrück-Hochwald und Biosphäre Bliesgau im Saarland, Nationale Naturlandschaften Brandenburg und Thüringen) bis hin zu Museen (unter anderem in Sachsen, Deutsches Hygiene Museum in Dresden) und Stiftungen (unter anderem in Thüringen, Stiftung Naturschutz).

Eine Vielzahl von Ländermaßnahmen unterstützt die Netzwerkarbeit zwischen den unterschiedlichen Partnerinnen und Partnern innerhalb der Bildungslandschaften. Die Landesinitiative "Rheinland-Pfalz isst besser" kooperiert eng mit Landwirten bei der bildungsbereichsübergreifenden Verbraucherinnen- und Verbraucherbildung, das Saarland nutzt Bauernhofpädagogik zur handlungsorientierten BNE-Vermittlung. In Schleswig-Holstein gibt es das Konzept "Schulklassen auf dem Bauernhof", welches die Möglichkeit bietet, die heutige Landwirtschaft altersgerecht mit all ihren Besonderheiten kennen und verstehen zu lernen. Derzeit stehen 100 Bauernhöfe für Besuche von Schulklassen zur Verfügung. Bei Aktivitäten zur Stärkung der Biodiversität kooperieren manche Länder zum Beispiel in Bienenprojekten mit Imkerinnen und Imkern (Rheinland-Pfalz, Saarland). Rheinland-Pfalz und das Saarland fördern Kita-, Schul- und Gemeinschaftsgärten. In Hessen sind im Netzwerk Schulgärten Akteure aus Verwaltung, Bildung, Fachleute aus Obst- und Gartenbau und Zivilgesellschaft gemeinsam aktiv. Eine waldbezogene BNE wird in Hessen und Rheinland-Pfalz praktiziert. Rheinland-Pfalz fördert zudem den grenzüberschreitenden Austausch mit Luxemburg, Belgien und Frankreich durch jährliche BNE-Bildungsforen.

Weiterführender Link:

Schulklassen auf dem Bauernhof

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Anzahl der Einträge: 110