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Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Einmal pro Legislaturperiode legt die Bundesregierung den Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Bericht) vor. In dem nun vorliegenden Bericht werden die BNE-Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder und Länderkonferenzen sowie der Kommunen und weiterer Akteure von Mitte 2017 bis Mitte 2021 dargestellt.

Aufgeschlagenes Buch Aufgeschlagenes Buch
Aufgeschlagenes Buch © Adobe Stock / monticellllo

Es ist bereits der siebte BNE-Bericht der Bundesregierung, der nun mit einigen Neuerungen vorgestellt wird: Die Aktivitäten des Bundes, der Länder, der Kommunen und weiterer gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure werden entlang der Bildungsbereiche benannt, so wie sie auch im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführt werden. Zu frühkindlicher Bildung, Schule, beruflicher Bildung, Hochschule, non-formalem und informellem Lernen/Jugend sowie zu den Kommunen entsteht jeweils ein thematischer Überblick. Jeder Beitrag wird zudem den 17 Nachhaltigkeitszielen aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zugeordnet, den Sustainable Development Goals, kurz SDGs.

Auch neu ist die digitale Aufbereitung des Berichts hier auf dem BNE-Portal. Der BNE-Bericht wird erstmals online dargestellt, eine Datenbank beinhaltet zudem die Beiträge der Bundesregierung, der Länder, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure. Filterfunktionen bieten die gezielte Auswahl nach Akteurinnen und Akteure, nach Bildungsbereichen und nach Handlungsfeldern an. Damit steht der Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung jederzeit allen offen, die sich insbesondere für die Fortschritte in der strukturellen Verankerung von BNE interessieren.

BNE-Bericht der Bundesregierung 2021 (PDF barrierefrei | 9,4 MB)

BNE-Bericht: Drucksache des Bundestages (PDF extern | 10,4 MB) (PDF, 10MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder, der Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure

Die in dieser Datenbank wiedergegebenen Beiträge ordnen sich nach den im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführten sechs Bildungsbereichen – Frühe Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, non-formales und informelles Lernen/Jugend und Kommunen – und den jeweils zugeordneten Handlungsfeldern. Des Weiteren werden übergreifende Beiträge, die mehrere Bildungsbereiche betreffen bzw. in den einzelnen Bildungsbereichen mehrere Handlungsfelder bedienen, übergeordnet aufgeführt.

Innerhalb jedes Bildungsbereichs gilt es hervorzuheben, dass sich die Zusammenstellung der Beiträge der Ressorts, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure stark von der Zusammenstellung der Beiträge der Länder unterscheidet, die innerhalb ihrer Länderkonferenzen zusammengefasst wurden und insofern nicht gleichzustellen sind.

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Beiträge auf die sechs Bildungsbereiche zzgl. übergreifender Bereich verteilen. 

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen je Bildungsbereich herunterladen [PDF | 278 KB].

Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

SDG-Zuordnung

Bei den einzelnen Beiträgen ist kenntlich gemacht, auf welches/welche der 17 UN Nachhaltigkeitsziel(e) (Sustainable Development Goals, SDGs) dieser einzahlt. Eine Zuordnung zum Bildungs-SDG Nr. 4 und somit dem BNE-Unterziel 4.7. war dabei Ausschlusskriterium zur Aufnahme in den BNE-Bericht. Durch die Herstellung von Querbezügen zu weiteren SDGs soll eines der zentralen Ziele des "BNE 2030" unterstützt werden: Nämlich aufzuzeigen, welchen Beitrag BNE zur Agenda 2030 insgesamt leistet. BNE/SDG 4 hat eine Sonderstellung bei den Nachhaltigkeitszielen inne, indem es sowohl Ziel als auch Motor für die Erreichung aller anderen Ziele ist. Ohne Bildung als Fundament ist beispielsweise die Erfüllung des Ziels 12 "Nachhaltiger Konsum" nur schwerlich zu erreichen.

Die folgende Grafik bietet einen Überblick darüber, wie sich die SDG-Zuordnungen aller Beiträge insgesamt im Bericht verteilen.

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen mit SDG-Zuordnung je Bildungsbereich herunterladen (PDF, 502KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Handlungsfeld

Übersicht SDGs:

Übersicht SDG Übersicht SDGs:

Projekt "Nachhaltiges Facility-Management an öffentlichen Schulen im Libanon"

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Im Rahmen des Projektes "Nachhaltiges Facility-Management an öffentlichen Schulen im Libanon" (Laufzeit: 2019 bis 2021) wird das libanesische Bildungsministerium bei der Entwicklung und Umsetzung eines verbindlichen Orientierungsrahmens für nachhaltiges Facility-Management auf nationaler, regionaler und Schulebene beraten. Zudem werden ausgewählte Schulen mit ressourceneffizienten Technologien ausgestattet und die Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte bei der Umgestaltung der Schule durch Umweltbildung einbezogen. Zusätzlich werden die technischen und pädagogischen Kapazitäten öffentlicher Schulen für die Nutzung digitaler Lernmedien verbessert, um auch angemessene Fernlernangebote zu ermöglichen. Des Weiteren erhalten libanesische sowie syrische Schülerinnen und Schüler Zugang zu hochwertiger Schulernährung.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Lehrkräftefort- und -weiterbildung

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Im Bereich der Lehrkräftefort- und -weiterbildung gibt es neben den vielfältigen Angeboten privater Träger inzwischen ein breites Angebot staatlicher Programme, unter anderem Online-Fortbildung als "Massive Open Online Course" (MOOC) zu den Leitperspektiven und Fortbildungsangebote im Rahmen des "Bildungsplans" in Baden-Württemberg, Fortbildungsangebote (Verankerung im Schwerpunktprogramm für die Lehrkräftefortbildung) in Bayern, jährlicher Fachtag für Lehrkräfte zu BNE in Berlin, Qualifizierung von Lehrkräften durch das Beratungs- und Unterstützungssystem (BUSS) der staatlichen Schulämter zu Nachhaltigkeitsthemen in Brandenburg, SDG-Fortbildungen in Bremen, phasenübergreifendes Konzept der Implementierung von BNE in der Lehrkräftebildung in Hamburg, BNE-Fortbildungen in Hessen, unter anderem landesweiter virtueller BNE-Kongress "BNE-Schule der Zukunft Hessen 2030", jährliche BNE-Fortbildungsangebote innerhalb der Führungskräfteschulung, der Inklusionsfortbildung, der Sommerakademie für Lehrkräfte durch das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V) und BNE-Sommerkurse des IQ M-V und des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) für Lehrkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, BNE-Zertifikate in Vorbereitung bei der Leuphana-Universität in Niedersachsen, gemeinsame Fortbildungsinitiative "BNE und Lehrerfortbildung" der fünf Bezirksregierungen und des Ministeriums für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen, Fortbildung im Rahmen des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung und der Klimaschutzinitiative in Sachsen, schulinterne Lehrerfortbildungen (SCHILF) in Sachsen-Anhalt, BNE-Fortbildungen durch das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH).

© Linn Stöckmann, SKB-Bremen

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Förderung von BNE-Schulentwicklungsprozessen im Rahmen von Länderinitiativen

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ fördert über Engagement Global in Kooperation mit den Ländern Länderinitiativen zum BMZ/KMK-Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung, die unter anderem Maßnahmen zur Umsetzung des Whole System Approaches (WSA) enthalten.

Ziel der im Berichtszeitraum durchgeführten zehn Länderinitiativen zu einem Whole System Approach in BNE ist es, Erfahrung in der Begleitung von Schulen in diesem Bereich zu sammeln und entsprechende Netzwerke zur Weitergabe guter Praxisbeispiele aufzubauen. Projektpartner sind vor allem Bildungsministerien der Länder bzw. diesen unterstellte Landesinstitute, unter anderem in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. So wird zum Beispiel in Baden-Württemberg die strukturelle Verankerung von BNE im Schulentwicklungsprozess an sechs Schulen der Region Heidenheim anhand eines Whole System Approaches umgesetzt und durch ein neu etabliertes Schulnetzwerk für nachhaltigkeitsorientierte Schulen systematisch übertragen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Umwelt im Unterricht

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Bildungsbereich
Schule

Das seit 2011 integrierte Onlineportal "Umwelt im Unterricht" veröffentlicht alle zwei Wochen ein "Thema der Woche" mit Unterrichtsmaterialien zu aktuellen Fragen aus den Themenfeldern Umwelt, Naturschutz, nachhaltige Entwicklung und aus anderen Arbeitsbereichen des BMU. Die Plattform wendet sich an Lehrkräfte. Die aktuellen Bezüge dienen jeweils als Beispiel, um langfristig relevante Fragen zu diskutieren. 

Ein "Thema der Woche" enthält jeweils einen Text mit Hintergrundinformationen sowie Unterrichtsvorschläge für Sekundarstufe und Grundschule. Darüber hinaus werden für die meisten Unterrichtsvorschläge Arbeitsmaterialien wie Arbeitsblätter, Handreichungen, Methodentipps, Bilderserien, Infografiken beziehungsweise Recherchehinweise für geeignete kostenlose Quellen im Internet angeboten. Die Materialien sind vollständig kostenlos und ohne Registrierung nutzbar. Die Texte dürfen verändert und für eigene Projekte verwendet werden.

Die Materialien orientieren sich am Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie am Orientierungsrahmen der Kultusministerkonferenz für den Lernbereich Globale Entwicklung. 

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Landeseigene BNE-Agenturen

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Einige Länder haben auch landeseigene Agenturen zur Umsetzung von BNE geschaffen, unter anderem "Fach- und Koordinierungsstelle BNE" in Nordrhein-Westfalen, "Koordinierungs- und Servicestelle BNE" in Sachsen-Anhalt. In vielen Ländern ist eine ressortübergreifende Zusammenarbeit der Schul- und Kultusministerien sowohl mit den Umweltministerien der Länder, die auf Landesebene häufig die Federführung für BNE besitzen, wie auch den Staatskanzleien der Länder zu verzeichnen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Medien für Lehrerinnen und Lehrer zur Gesundheitserziehung und -förderung in der Schule

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Bildungsbereich
Schule

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist das themenübergreifende Schwerpunktthema der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken und sie in ihrem Entwicklungsprozess zu unterstützen. Die gesundheitliche Aufklärung von Kindern und Jugendlichen ist in institutionelle und soziale Zusammenhänge eingebettet. Neben der Familie, dem Kindergarten, dem Jugendfreizeitbereich stellt die Schule als Lebens- und Lernraum ein zentrales Interventionsfeld für präventive Maßnahmen dar.

In der Schule können Heranwachsende aus allen sozialen Schichten über einen Zeitraum von zwölf bis 13 Jahren erreicht werden. Zudem ist die Schule gemäß ihres Erziehungs- und Bildungsauftrages verpflichtet, an der Gesundheitserziehung mitzuwirken.

Die in den Schulen tätigen Lehrerinnen und Lehrer sind deshalb für die BZgA eine wichtige Zielgruppe. Sie wirken als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, weil sie direkten Zugang zu den Kindern und Jugendlichen haben, und sie sind aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer lehrplangemäßen Aufgaben in der Lage, gesundheitsrelevantes Wissen und Verhalten zu vermitteln und es in den Schulalltag zu integrieren.

Die BZgA entwickelt seit mehr als 20 Jahren spezielle Medien für Lehrerinnen und Lehrer zur Gesundheitserziehung und -förderung in der Schule. Sie erscheinen in der Schriftenreihe "Gesundheit und Schule". Seit einigen Jahren werden sie ergänzt um Medien für Eltern/Erziehungsberechtigte.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Schulprogramm

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert über Engagement Global im Rahmen seines Schulprogramms die Zusammenarbeit mit den deutschen Ländern und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK), um zur strukturellen Einbindung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in die Curricula, in die Lehr- und Bildungspläne, in die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und zur Einbeziehung von BNE in die Schul- und Unterrichtsentwicklung beizutragen. Ein Kernstück des Programms ist das Angebot an die Länder, in jedem Kultusministerium die Einrichtung einer Landeskoordinatorenstelle BNE zu unterstützen.

Seit Frühjahr 2017 wurden in elf Bundesländern Landeskoordinationsstellen eingerichtet: Baden-Württemberg (Kooperation bis 30.09.2020), Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Sachsen. Die Landeskoordinationen sind überwiegend bei den obersten Kultusbehörden des jeweiligen Bundeslands angesiedelt. In einzelnen Ländern wurde aufgrund des Zuschnitts von Zuständigkeiten für übergreifende Themen ein gewisser Stellenanteil an einem Landesinstitut angesiedelt.

Im Zentrum der Arbeit der Landeskoordinationen steht die BNE-Verankerung in normsetzenden Dokumenten und curricularen Vorgaben, den Angeboten der Länder zur Lehrkräfteaus- und -fortbildung sowie zur Schulentwicklung. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind Materialentwicklung und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Bildungsträgern. Aus detaillierten Übersichten der BNE-Maßnahmen der einzelnen Bundesländer, wie sie auch dem aktuellen KMK-Bericht zur Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms und zum Nationalen Aktionsplan zugrunde liegen, geht hervor, dass der Einsatz von Landeskoordinationen vor allem im zentralen Handlungsfeld "BNE als Aufgabe des Bildungswesens" zu einem deutlichen Anstieg von Aktivitäten der Bundesländer geführt hat. Durch die Einrichtung einer an den Schwerpunktsetzungen der Länder orientierten zentralen koordinierenden Stelle für BNE in der schulischen Bildung konnte in der Mehrzahl der Bundesländer die strukturelle Verankerung von BNE gezielt im Sinne von Bildung für Nachhaltige Entwicklung vorangetrieben und vertieft werden. Durch einen Ausbau von Austauschformaten für den wachsenden Kreis hieran beteiligter Akteure konnten Synergiepotentiale bei der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans – gerade auch hinsichtlich der Zusammenarbeit staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure – deutlich stärker genutzt werden als zuvor.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im östlichen Afrika

Auswärtiges Amt (AA)

Bildungsbereich
Schule

Die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. (DUK) unterstützt mit Förderung des Auswärtigen Amts (AA) im östlichen Afrika die Stärkung von BNE-Ansätzen, zum Beispiel 2018 in Tansania, bei dem in einem Projekt zu Müllvermeidung und Recycling 15 Schulen und 40.000 Schülerinnen und Schüler erreicht wurden.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Netzwerk der UNESCO-Projektschulen

Auswärtiges Amt (AA)

Bildungsbereich
Schule

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stellt einen zentralen Bildungsansatz in der Arbeit der rund 280 UNESCO-Projektschulen in Deutschland dar. Schulleitungen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Akteurinnen und Akteur außerhalb der Schule entwickeln gemeinsam Konzepte und Maßnahmen, wie BNE im Schulprofil verankert und im Schulalltag gelebt werden kann.

Seit 2019 begleitet die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. (DUK) 31 UNESCO-Projektschulen in einem Pilotprojekt dabei, ein Nachhaltigkeits-Qualitätsprofil für ihre Schule zu erarbeiten. In dem Projekt, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und gemeinsam mit Fachpartnerinnen und Fachpartnern umgesetzt wird, entwickeln die Schulgemeinschaften gemäß des Whole Institution Approach (WIA) eigene Ziele und Maßnahmen für einen ganzheitlichen Wandel hin zu einem nachhaltigen Schulalltag. Ein parallel dazu entstehender Methodenbaukasten unterstützt den Transfer in das deutsche und auch (ost-)europäische Bildungssystem. Das Projekt knüpft an das von 26 UNESCO-Projektschulen in Deutschland erfolgreich umgesetzte internationale Climate Action Projekt der UNESCO (2016–2018) an. Im Rahmen des Projekts schlossen sich weltweit rund 250 Schulen des UNESCO Associated Schools Network aus 25 Ländern zusammen, um sich zum Klimawandel auszutauschen und gemeinsam Projekte und Methoden für den Schulalltag zu entwickeln. Gewonnene Erkenntnisse aber auch offenen Fragestellungen aus der Arbeit der UNESCO-Projektschulen mit dem WIA bzw. BNE im Einsatz für die Bildungsagenda 2030 wurden 2017 und 2019 im Rahmen von Schulleitungstagungen im Auswärtigen Amt (AA) bundesweit im Netzwerk geteilt und diskutiert.

Praktische Umsetzungsimpulse für BNE an den Schulen erhalten die UNESCO-Projektschulen darüber hinaus auf den bundesweiten Fachtagungen sowie den Tagungen und Konferenzen auf Länderebene. Die Fachtagungen 2018 und 2019 rückten mit jeweils über 200 Teilnehmenden die Themen der Bildungsagenda 2030 und der Demokratiebildung und Partizipation in den Mittelpunt, die Online-Tagung 2020 die Frage nach einer zukunftsfähigen BNE im Kontext einer digitalisierten Welt. Die Förderung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Schule und Kommune bildet einen wichtigen Fokus der UNESCO-Projektschulen (vgl. Handlungsfeld V des Bildungsbereichs Schule des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) und zeigt sich unter anderem auch an der Einbindung in den Fachtagungen 2018 und 2019.

Auf der Ebene einzelner UNESCO-Projektschulen sind bereits sehr erfolgreiche Umsetzungskonzepte für BNE erkennbar, wie sich auch in der entsprechenden Auszeichnung als BNE-Lernorte oder auch im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategien einzelner Bundesländer zeigt. Die UNESCO-Projektschulen geben ihre Unterrichtskonzepte und Lernmaterialien auch an andere Bildungseinrichtungen wie Universitäten oder Lehrerfortbildungsinstitute weiter und stellen diese öffentlich zur Verfügung. Neben Handlungsfeld III zahlen die Aktivitäten der UNESCO-Projektschulen auch auf die Handlungsfelder I, II, IV und V des Bildungsbereichs Schule im NAP BNE ein.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Lehr- und (pädagogische) Fachkräfteausbildung für eine nachhaltige Entwicklung

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

In der Lehramtsausbildung ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der fachlichen und allgemeindidaktischen Ausbildung zunehmend verankert. Je nach Hochschulgesetzgebung der Länder differieren die Hebel hinsichtlich der verpflichtenden Implementierung von BNE in den Studiengängen der Lehrämter beziehungsweise dem Studium Universale. Zu nennen sind unter anderem Baden-Württemberg (verpflichtender Erwerb von BNE-Querschnittskompetenzen in allen Lehramtsstudiengängen), Bayern (BNE in Lehramtsprüfungsordnung LPO I, Erstes Staatsexamen), Hamburg (BNE im erziehungswissenschaftlichen Studium der Lehrämter), Hessen (Implementierung von BNE an den fünf Lehrkräfte ausbildenden Universitäten),  Rheinland-Pfalz (unter anderem als Querschnittsthema in den Bildungswissenschaften), Thüringen (integraler Bestandteil der Lehrkräftebildung gemäß § 2 Abs. 2 Thüringer Laufbahngesetz, ThürLbG).

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Erweiterung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung auf die gymnasiale Oberstufe

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert über Engagement Global die Umsetzung, Aktualisierung und Weiterentwicklung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung des BMZ und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK) unter anderem auf gymnasiale Oberstufe, einschließlich der Entwicklung von begleitenden Lern- und Lehrmaterialien.

Nach den Beschlüssen des KMK Schulausschusses vom September 2019 und der KMK Amtschefskonferenz von November 2019 erfolgt die Erweiterung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung auf die gymnasiale Oberstufe. Der Gesamtprozess wird durch die KMK/BMZ Projektgruppe begleitet. Sie besteht aus Vertretern von Bundesländern, Wissenschaft, Zivilgesellschaft. Die Leitung der KMK-BMZ Projektgruppe erfolgt durch die KMK-Berichterstatter BNE gemeinsam mit Engagement Global.

Die Beiträge zu den einzelnen Fächern werden von Facharbeitskreisen erstellt, die aus einer Leitung sowie insgesamt bis zu fünf Fachdidaktikerinnen und -didaktiker, Schulpraktikerinnen und -praktiker mit Schwerpunkt Sekundarstufe II und/oder Vertreterinnen und -vertreter der schulischen Unterstützungssysteme wie der Lehrkräftebildung, der Lehrplanentwicklung, der Zivilgesellschaft usw. bestehen. Insgesamt sind 16 Facharbeitskreise geplant. Sie erstellen die jeweiligen Beiträge des OR GOS in den Fächern: Deutsch, Neue Fremdsprachen, Alte Sprachen, Bildende Kunst, Musik und Darstellendes Spiel, Sozialkunde/Politische Bildung, Geographie, Geschichte, Fächergruppe Religion/Philosophie/Ethik, Wirtschaft, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Informatik und Sport). Im Rahmen der Erweiterung werden für jedes Fach detaillierte Unterrichtsbeispiele erstellt, die als Unterrichtsmaterialien sofort einsetzbar sind und beispielhaft zeigen, wie BNE in der gymnasialen Oberstufe umgesetzt werden kann.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Einbindung von BNE in Landesnachhaltigkeitsstrategien der Länder

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Viele Länder stellen – parallel zum Vorgehen im Bund – Bezüge zu den landeseigenen Nachhaltigkeitsstrategien her oder verweisen auf die Länderaktivitäten im Rahmen von UN-Nachhaltigkeitsziels 4 (Sustainable Development Goals, SDGs) beziehungsweise Unterziel 4.7; u.a. in Baden-Württemberg, Brandenburg (BNE als einer der fünf Schwerpunkte), Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen (Ausweisung von BNE als landespezifisches Politikfeld), Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Thüringen; Mecklenburg-Vorpommern in Vorbereitung (Grundlage: "BNE-Eckpunktepapier für Schulen in Mecklenburg-Vorpommern").

Erstmals wird BNE mit Indikatoren mit Bezug zu SDG 4 beziehungsweise SDG 4.7 in einigen Landesnachhaltigkeitsstrategien der Länder hinterlegt, so in Nordrhein-Westfalen 2020 (Anzahl an SDG-Schulen, MINT-Schulen, BNE-zertifizierte außerschulische Bildungs- und Weiterbildungsanbieter), Rheinland-Pfalz (Kriterium: im Bereich Nachhaltigkeit zertifizierte Schulen); geplant in Berlin (Kriterium: SDG-Schulen).

Auch beziehen die Länder BNE und Globales Lernen in die entwicklungspolitische Arbeit ein, so unter anderem in Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt.

© Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Auszeichnung von Vorreiterschulen für BNE

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Schule

Bei der Auszeichnung von Vorreiterschulen für BNE kooperieren die Umweltressorts der Länder mit den Schul- und Kultusministerien und weiteren Akteurinnen und Akteuren (siehe hierzu im Detail Kapitel 3.3.4.1, KMK Schule, "Vorreiterschulen für BNE und Globales Lernen"). Im "Schuljahr der Nachhaltigkeit" des Hessischen Umweltministeriums werden Nachhaltigkeitsthemen in Lernwerkstätten jeweils in einem ganzen Jahrgang einer Grundschule bearbeitet und im Rahmen des "Whole School Approaches" mit der gesamten Schulgemeinde umgesetzt. Die Grundschulen können sich um die Auszeichnungen "Schuljahr" beziehungsweise "Schule der Nachhaltigkeit" bewerben und gehören dann zum Schulnetzwerk "Nachhaltigkeit lernen in Hessen".

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Jährliche Fachtagung zum Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ veranstaltet über Engagement Global jährlich eine Fachtagung zur Umsetzung und Weiterentwicklung des BMZ/KMK-Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung durch. Die Fachtagung wird mit der KMK durchgeführt. Themen der Tagung in den Jahren 2017 bis 2020 waren: BNE im Kontext der Digitalisierung; BNE im Kontext des neuen UNESCO-Weltaktionsprogramms "ESD for 2030"; Engagement für nachhaltige Entwicklung im Schulbereich, der Umgang mit Komplexität und Unsicherheit im Rahmen von BNE sowie die Erweiterung des Orientierungsrahmens auf die gymnasiale Oberstufe. An der Tagung im November 2020 nahmen 200 Personen aus Ministerien, Wissenschaft, Lehrerbildung, Schulen und Zivilgesellschaft teil. Wie auch auf der Fachtagung im Jahr 2019 wurde wieder großer Wert auf die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern gelegt. Es nahmen rund 20 Schülerinnen und Schüler an der Fachtagung 2020 teil.

© Engagement Global

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Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm ENSA

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ fördert über Engagement Global internationale Schulpartnerschaften mit dem Globalen Süden vor allem über das ENSA-Programm.

ENSA fördert im Berichtszeitraum jährlich bis zu 50 Lernreisen für entwicklungspolitische Schulpartnerschaften, an denen pro Jahr bis zu 1.000 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte allgemein- und berufsbildender Schulen sowie NRO-Vertretende aus Deutschland und dem Globalen Süden beteiligt sind. Das Programm bietet Gelegenheit, sich im Rahmen der Schulaustauschreisen sowie der von ENSA organisierten pädagogischen Begleit- und Qualifizierungsmaßnahmen intensiv mit Fragen globaler Herausforderungen auseinanderzusetzen. Die Programmmaßnahmen wurden aufgrund der Corona-Pandemie seit März 2020 entweder verschoben oder virtuell durchgeführt.

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