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Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Einmal pro Legislaturperiode legt die Bundesregierung den Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Bericht) vor. In dem nun vorliegenden Bericht werden die BNE-Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder und Länderkonferenzen sowie der Kommunen und weiterer Akteure von Mitte 2017 bis Mitte 2021 dargestellt.

Aufgeschlagenes Buch Aufgeschlagenes Buch
Aufgeschlagenes Buch © Adobe Stock / monticellllo

Es ist bereits der siebte BNE-Bericht der Bundesregierung, der nun mit einigen Neuerungen vorgestellt wird: Die Aktivitäten des Bundes, der Länder, der Kommunen und weiterer gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure werden entlang der Bildungsbereiche benannt, so wie sie auch im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführt werden. Zu frühkindlicher Bildung, Schule, beruflicher Bildung, Hochschule, non-formalem und informellem Lernen/Jugend sowie zu den Kommunen entsteht jeweils ein thematischer Überblick. Jeder Beitrag wird zudem den 17 Nachhaltigkeitszielen aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zugeordnet, den Sustainable Development Goals, kurz SDGs.

Auch neu ist die digitale Aufbereitung des Berichts hier auf dem BNE-Portal. Der BNE-Bericht wird erstmals online dargestellt, eine Datenbank beinhaltet zudem die Beiträge der Bundesregierung, der Länder, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure. Filterfunktionen bieten die gezielte Auswahl nach Akteurinnen und Akteure, nach Bildungsbereichen und nach Handlungsfeldern an. Damit steht der Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung jederzeit allen offen, die sich insbesondere für die Fortschritte in der strukturellen Verankerung von BNE interessieren.

BNE-Bericht der Bundesregierung 2021 (PDF barrierefrei | 9,4 MB)

BNE-Bericht: Drucksache des Bundestages (PDF extern | 10,4 MB) (PDF, 10MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder, der Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure

Die in dieser Datenbank wiedergegebenen Beiträge ordnen sich nach den im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführten sechs Bildungsbereichen – Frühe Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, non-formales und informelles Lernen/Jugend und Kommunen – und den jeweils zugeordneten Handlungsfeldern. Des Weiteren werden übergreifende Beiträge, die mehrere Bildungsbereiche betreffen bzw. in den einzelnen Bildungsbereichen mehrere Handlungsfelder bedienen, übergeordnet aufgeführt.

Innerhalb jedes Bildungsbereichs gilt es hervorzuheben, dass sich die Zusammenstellung der Beiträge der Ressorts, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure stark von der Zusammenstellung der Beiträge der Länder unterscheidet, die innerhalb ihrer Länderkonferenzen zusammengefasst wurden und insofern nicht gleichzustellen sind.

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Beiträge auf die sechs Bildungsbereiche zzgl. übergreifender Bereich verteilen. 

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen je Bildungsbereich herunterladen [PDF | 278 KB].

Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

SDG-Zuordnung

Bei den einzelnen Beiträgen ist kenntlich gemacht, auf welches/welche der 17 UN Nachhaltigkeitsziel(e) (Sustainable Development Goals, SDGs) dieser einzahlt. Eine Zuordnung zum Bildungs-SDG Nr. 4 und somit dem BNE-Unterziel 4.7. war dabei Ausschlusskriterium zur Aufnahme in den BNE-Bericht. Durch die Herstellung von Querbezügen zu weiteren SDGs soll eines der zentralen Ziele des "BNE 2030" unterstützt werden: Nämlich aufzuzeigen, welchen Beitrag BNE zur Agenda 2030 insgesamt leistet. BNE/SDG 4 hat eine Sonderstellung bei den Nachhaltigkeitszielen inne, indem es sowohl Ziel als auch Motor für die Erreichung aller anderen Ziele ist. Ohne Bildung als Fundament ist beispielsweise die Erfüllung des Ziels 12 "Nachhaltiger Konsum" nur schwerlich zu erreichen.

Die folgende Grafik bietet einen Überblick darüber, wie sich die SDG-Zuordnungen aller Beiträge insgesamt im Bericht verteilen.

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen mit SDG-Zuordnung je Bildungsbereich herunterladen (PDF, 502KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Weiterbildungsangebote im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN): Informationsveranstaltungen zur Praxis des ökologischen Landbaus

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bildungsbereich
Berufliche Bildung

Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsstellung ökologisch wirtschaftender landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland. Dafür finden deutschlandweit bedarfsorientiert Informationsseminare, Workshops und Schulungen statt. Erklärtes Ziel ist es, Informations-, Wissens- und Erfahrungsdefizite bei Landwirtinnen und Landwirten und Beratungskräften abzubauen. Die Maßnahme gliedert sich in zwei Veranstaltungsreihen auf: den Praktiker- und den Fachberatertagen.

Besonders gefragt sind Seminare für Landwirtinnen und Landwirte, die bereits ökologisch wirtschaften oder eine Umstellung ihres Betriebs in Richtung Bio erwägen, die sogenannten Praktikertage. Denn Kenntnisse zu produktionstechnischen und weiteren betriebs- und unternehmensbezogenen Fragen können maßgeblich zum Betriebserfolg beitragen. Hilfreich ist auch der gegenseitige Erfahrungsaustausch. In den Veranstaltungen liegt der Schwerpunkt auf der praxisorientierten Vermittlung von aktuellen Themen, Entwicklungen und Praktiken. Um diesen Maßnahmenbaustein wirkungsvoll umzusetzen, sind aktuelle Entwicklungen im ökologischen Landbau auszuarbeiten. Methodisch sind die Veranstaltungen so konzipiert, dass neben abwechslungsreichen Vorträgen von Fachkräften der Praxisbezug zum Beispiel durch die Besichtigung eines Praxisbeispiels (zum Beispiel ein landwirtschaftlicher Betrieb) gegeben ist, Diskussionen und Fragen der Teilnehmenden gefördert werden und praktische Beispielkalkulationen oder Modelle vorgestellt werden. 35 bis 45 Veranstaltungstage werden pro Jahr als Präsenzveranstaltung beziehungsweise in virtueller Form realisiert.

Bei den Fachberatertagen werden landwirtschaftliche Fachberaterinnen und Fachberater gezielt geschult. Denn sie brauchen sowohl eine hohe fachliche als auch methodische Kompetenz. Ferner ist auch für diese Gruppe ein wechselseitiger Erfahrungsaustausch langfristig sehr bedeutsam. Die Teilnahme von Beratungskräften für konventionell wirtschaftende Betriebe ist möglich. Die Inhalte sind vorrangig auf die Zielgruppe der Fachberatungskräfte für ökologisch wirtschaftende Betriebe ausgerichtet. Es werden 35 bis 45 Veranstaltungstage pro Jahr als Präsenzveranstaltung bzw. in virtueller Form als Fachdialoge, Workshops und Schulungen realisiert. Um sicherzustellen, dass die Veranstaltungen dem Bedarf der Fachberatungskräfte entsprechen, ist für die Planung des Veranstaltungsangebots ein Beraterbeirat mit Vertretern der wichtigsten Beraterorganisationen als beratendes Gremium eingesetzt.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Jugendstrategie der Bundesregierung

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Da politische Entscheidungen in allen Politikfeldern Auswirkungen auf junge Menschen haben können, wurde am 3. Dezember 2019 erstmalig eine Jugendstrategie der Bundesregierung "In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend" verabschiedet. Basierend auf einem gemeinsamen jugendpolitischen Verständnis hat die Bundesregierung unter Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für neun jugendrelevante Handlungsfelder die Ausgangslage analysiert, Handlungsbedarfe identifiziert und Maßnahmen benannt. Die Jugendstrategie der Bundesregierung verfolgt das Ziel, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bestmögliche Bedingungen zu bieten, um die Herausforderungen der Lebensphase Jugend zu meistern und dabei die Interessen und Bedürfnisse der jungen Generation angemessen zu berücksichtigen.

Die ressortübergreifende Zusammenarbeit zur Verwirklichung dieses Ziels basiert auf den Prinzipien

  • Jugend beteiligen,
  • Jugend sichtbar machen und
  • gemeinsam Verantwortung übernehmen.

 

Es geht darum, junge Menschen ernst zu nehmen und ihnen wirksame Mitsprachemöglichkeiten zu eröffnen sowie die Mitbestimmung und Selbstbestimmung junger Menschen in sie betreffenden Belangen zu stärken. Es geht darum, Jugend sichtbar zu machen, damit ihre Belange ressortübergreifend im Blick bleiben. Kurzum: Es geht um das Handeln in gemeinsamer Verantwortung für und mit der jungen Generation.

Die Jugendstrategie wird deshalb nicht nur ressortübergreifend, sondern auch mithilfe von unterschiedlichen, möglichst breiten und fundierten Jugendbeteiligungsformaten entwickelt und umgesetzt. Zu den Formaten gehören die JugendPolitikTage, eine Jugendkonferenz, themen- und maßnahmenspezifische Jugend-Audits sowie Online-Konsultationen. Die einzelnen Beteiligungsformate greifen zum einen bei der Überprüfung der Umsetzung der Jugendstrategie und zum anderen bei der Umsetzung konkreter Vorhaben der Bundesregierung im Rahmen der Strategie. So wurden in den neun Handlungsfeldern auch zahlreiche Maßnahmen aufgenommen, die unter anderem die Verknüpfung partizipativer Ansätze mit Bildungsangeboten für nachhaltige Entwicklung stärken sollen. Die Möglichkeiten zur Jugendbeteiligung bei der Umsetzung der Jugendstrategie der Bundesregierung eröffnen neue und innovative Formate des inhaltlichen Dialogs zwischen den Ressorts der Bundesregierung und Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Weitere Weiterbildungsangebote für Landwirtinnen und Landwirte im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bildungsbereich
Berufliche Bildung

Der ökologische Landbau gilt als ein besonders "informations- und wissensintensives" Managementsystem (siehe ZöL 2017). Deshalb initiiert, koordiniert und betreut das BÖLN vielfältige Weiterbildungs- und Informationsangebote. Es realisiert zurzeit neun verschiedene Wissenstransfer-, Praxis- und Weiterbildungsveranstaltungsreihen vor allem für die Landwirtschaft. Hierbei gibt es Veranstaltungsreihen, die bestimmte Themen wie Tiergesundheit oder Praxisfragen herausgreifen und solche die Prozesse, wie die Überlegung zum Einstieg in den Ökolandbau, die Umstellung auf den Ökolandbau oder die Entwicklung von bestimmten Betriebszweigen, in den Fokus stellen. Auch hier bestimmt der praktische Bedarf die Zielsetzung.

Orientierungs- und Einführungsseminare Ökolandbau

Zur nachhaltigen Stärkung der Angebotsseite in Deutschland bedarf es landwirtschaftlicher Unternehmerinnen und Unternehmer, die in die Produktionsweise des ökologischen Landbaus neu einsteigen. Die Umstellung auf den ökologischen Landbau ist ein großer Schritt für die beteiligten Familien, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Wirtschaftspartnerinnen und -partner. Die Entscheidung, die Wirtschaftsweise des Betriebs zu ändern, muss daher gründlich vorbereitet und die möglichen Entwicklungswege geplant werden.

Die Orientierung- und Einführungsseminare geben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter anderem im Rahmen einer Exkursion zu geeigneten Betrieben einen Einblick in die Praxis des Ökolandbaus. Praktikerinnen und Praktiker vermitteln Basiswissen über die ökologische Landwirtschaft und Beraterinnen und Berater berichten über die Voraussetzungen, Notwendigkeiten, Chancen und Risiken einer Umstellung.

Die Seminare bieten Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern Hilfe bei der Entscheidung, ob eine Umstellung für den eigenen Betrieb möglich und sinnvoll sein kann. Von Herbst 2017 bis 2020 wurden insgesamt circa 25 Seminare an verschiedenen Standorten in ganz Deutschland durchgeführt.

Umstellungs- und Betriebsentwicklungsseminare

Inhaltlich bauen die Umstellungs- und Betriebsentwicklungsseminare auf die Orientierungs- und Einführungsseminare auf. Liegt eine Entscheidung zur Umstellung vor, bieten diese ein wichtiges Informationsangebot. Die Umstellung auf den ökologischen Landbau ist üblicherweise ein komplexer und langwieriger Prozess, da der ökologische Landbau als ein besonders "informations- und wissensintensives" Managementsystem gilt. Eine fundierte Vorbereitung und eine intensive Beratung vor bzw. während einer Umstellung ist für eine erfolgreiche Umstellung von großer Bedeutung. Neben der Umstellung zur ökologischen Wirtschaftsweise ist die regelmäßige, systematische Weiterentwicklung des Betriebes, bzw. einzelner Betriebszweige ein wesentlicher Faktor erfolgreichen Wirtschaftens. Hier setzen die Betriebsentwicklungsseminare an. Eine Veranstaltungsreihe betrachtet bspw. die Betriebsentwicklung in Richtung auf mehr Tierwohl. Im Fokus stehen die Bedürfnisse der jeweiligen Tierart und die Gestaltung des Umfeldes, damit die Tiere die artspezifischen Bedürfnisse möglichst umfassend ausleben können. Neben Landwirten werden auch Berufs- und Fachschullehrerinnen und -lehrer, Beraterinnen und Berater, Tierärztinnen und -ärzte angesprochen. Gerade Lehrerinnen und Lehrer wie Beraterinnen und Berater haben eine starke Multiplikatorenfunktion und können somit die Seminarinhalte in ihrem jeweiligen Berufsfeld (Schüler und praktizierende Landwirte) einbringen.

Von 2019 bis Ende 2020 wurden insgesamt rund 20 meist zweitägige Seminare zu verschiedenen Schwerpunkten an Standorten über Deutschland verteilt durchgeführt.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Lehr- und (pädagogische) Fachkräfteausbildung für eine nachhaltige Entwicklung

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

In der Lehramtsausbildung ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der fachlichen und allgemeindidaktischen Ausbildung zunehmend verankert. Je nach Hochschulgesetzgebung der Länder differieren die Hebel hinsichtlich der verpflichtenden Implementierung von BNE in den Studiengängen der Lehrämter beziehungsweise dem Studium Universale. Zu nennen sind unter anderem Baden-Württemberg (verpflichtender Erwerb von BNE-Querschnittskompetenzen in allen Lehramtsstudiengängen), Bayern (BNE in Lehramtsprüfungsordnung LPO I, Erstes Staatsexamen), Hamburg (BNE im erziehungswissenschaftlichen Studium der Lehrämter), Hessen (Implementierung von BNE an den fünf Lehrkräfte ausbildenden Universitäten),  Rheinland-Pfalz (unter anderem als Querschnittsthema in den Bildungswissenschaften), Thüringen (integraler Bestandteil der Lehrkräftebildung gemäß § 2 Abs. 2 Thüringer Laufbahngesetz, ThürLbG).

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW)

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Kommunen

Ziel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist es, kommunale Entwicklungspolitik zur Normalität in deutschen Kommunen zu machen und damit dazu beitragen, die Agenda 2030 und ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) lokal zu verankern. Wir setzen uns dafür ein, dass die globalen Wirkungen lokalen Handelns noch stärker im kommunalen Alltag berücksichtigt werden. Unabhängig von ihren kommunalen Pflichtaufgaben müssen Kommunen auch für das globale Gemeinwohl Verantwortung übernehmen.

Unser Projekt "Globale Nachhaltige Kommune" (GNK) der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global unterstützt Kommunen bei der Aneignung der SDGs und der Verzahnung von Maßnahmen der Entwicklungspolitik und Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda 2030. Ziel ist es, Verwaltungsabläufe und Dienstleistungen so nachhaltig wie möglich zu gestalten und die globale Verantwortung dabei in den Vordergrund zu stellen. Wir unterstützen Kommunen dabei, Nachhaltigkeitsstrategien im Kontext der Agenda 2030 zu entwickeln und konkret umzusetzen. Die Relevanz kommunaler Nachhaltigkeitsberichterstattung für eine verbesserte Steuerung einer nachhaltigen Entwicklung steigt vor Ort wie international. Vor diesem Hintergrund bieten wir durch die Maßnahmen des Projektes GNK Beratung zu den Instrumenten des Nachhaltigkeitsmanagements und in der Erstellung von Nachhaltigkeitsstrategien mit dem Fokus auf Globale Verantwortung an. 

GNK wurde als Leuchtturmprojekt 2019 von dem Staatssekretärsausschuss für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Aktuell wird das Projekt 117 Kommunen in neun Bundesländern angeboten und erzielt durch den Länderansatz mit einer gleichzeitigen Beratung von mehreren Kommunen große Wirkung. Wertvolle Synergien und Schnittstellen zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ergeben sich bei den einzelnen Bausteinen der Prozessberatung. Einzelne Kommunen legen neben anderen Handlungsfeldern ihren Schwerpunkt auf Bildung, speziell auch BNE, und entwickeln ein Handlungsprogramm zu diesem Themenfeld. Hier wäre eine Anschlussberatung zu BNE durch andere Institutionen wünschenswert, da dies nicht von der Servicestelle wahrgenommen wird. Ihre Aufgabe liegt ausschließlich in der Prozessberatung und in der Fachberatung zu Themenfeldern der kommunalen Entwicklungspolitik.

Der vorläufige Entwurf des Berichtsrahmens Nachhaltige Kommune (BNK) im Kontext des Deutschen Nachhaltigkeitskodex‘ für Kommunen dient für uns als Grundlage für die Erstellung kommunaler Nachhaltigkeitsstrategien und -berichte. Die Verzahnung von Entwicklungspolitik und Nachhaltigkeit ist die Voraussetzung für einen kommunalen Nachhaltigkeitskodex im Sinne der Agenda 2030. GNK ist seit langem im BNE-Fachkreis Kommunen vertreten. Neben Fachbeiträgen durch die Servicestelle werden BNE-Kommunen regelmäßig zu Fachveranstaltungen eingeladen, um eine Plattform für Fachaustausch voranzutreiben und ein Netzwerk aus GNK- und BNE-Kommunen zu etablieren. Zu diesem Zweck steht GNK im regen Austausch mit dem BNE-Kompetenzzentrum und gleichzeitig ist die SKEW auch im Beirat des BMBF-geförderten Projekts BiNaKom vertreten (siehe auch 3.7.2. Übergreifende Themen, BMBF, "BNE-Kompetenzzentrum für Prozessbegleitung und Prozessevaluation" (BiNaKom).

© Engagement Global

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Erweiterung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung auf die gymnasiale Oberstufe

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert über Engagement Global die Umsetzung, Aktualisierung und Weiterentwicklung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung des BMZ und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK) unter anderem auf gymnasiale Oberstufe, einschließlich der Entwicklung von begleitenden Lern- und Lehrmaterialien.

Nach den Beschlüssen des KMK Schulausschusses vom September 2019 und der KMK Amtschefskonferenz von November 2019 erfolgt die Erweiterung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung auf die gymnasiale Oberstufe. Der Gesamtprozess wird durch die KMK/BMZ Projektgruppe begleitet. Sie besteht aus Vertretern von Bundesländern, Wissenschaft, Zivilgesellschaft. Die Leitung der KMK-BMZ Projektgruppe erfolgt durch die KMK-Berichterstatter BNE gemeinsam mit Engagement Global.

Die Beiträge zu den einzelnen Fächern werden von Facharbeitskreisen erstellt, die aus einer Leitung sowie insgesamt bis zu fünf Fachdidaktikerinnen und -didaktiker, Schulpraktikerinnen und -praktiker mit Schwerpunkt Sekundarstufe II und/oder Vertreterinnen und -vertreter der schulischen Unterstützungssysteme wie der Lehrkräftebildung, der Lehrplanentwicklung, der Zivilgesellschaft usw. bestehen. Insgesamt sind 16 Facharbeitskreise geplant. Sie erstellen die jeweiligen Beiträge des OR GOS in den Fächern: Deutsch, Neue Fremdsprachen, Alte Sprachen, Bildende Kunst, Musik und Darstellendes Spiel, Sozialkunde/Politische Bildung, Geographie, Geschichte, Fächergruppe Religion/Philosophie/Ethik, Wirtschaft, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Informatik und Sport). Im Rahmen der Erweiterung werden für jedes Fach detaillierte Unterrichtsbeispiele erstellt, die als Unterrichtsmaterialien sofort einsetzbar sind und beispielhaft zeigen, wie BNE in der gymnasialen Oberstufe umgesetzt werden kann.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Einbindung von BNE in Landesnachhaltigkeitsstrategien der Länder

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Viele Länder stellen – parallel zum Vorgehen im Bund – Bezüge zu den landeseigenen Nachhaltigkeitsstrategien her oder verweisen auf die Länderaktivitäten im Rahmen von UN-Nachhaltigkeitsziels 4 (Sustainable Development Goals, SDGs) beziehungsweise Unterziel 4.7; u.a. in Baden-Württemberg, Brandenburg (BNE als einer der fünf Schwerpunkte), Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen (Ausweisung von BNE als landespezifisches Politikfeld), Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Thüringen; Mecklenburg-Vorpommern in Vorbereitung (Grundlage: "BNE-Eckpunktepapier für Schulen in Mecklenburg-Vorpommern").

Erstmals wird BNE mit Indikatoren mit Bezug zu SDG 4 beziehungsweise SDG 4.7 in einigen Landesnachhaltigkeitsstrategien der Länder hinterlegt, so in Nordrhein-Westfalen 2020 (Anzahl an SDG-Schulen, MINT-Schulen, BNE-zertifizierte außerschulische Bildungs- und Weiterbildungsanbieter), Rheinland-Pfalz (Kriterium: im Bereich Nachhaltigkeit zertifizierte Schulen); geplant in Berlin (Kriterium: SDG-Schulen).

Auch beziehen die Länder BNE und Globales Lernen in die entwicklungspolitische Arbeit ein, so unter anderem in Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt.

© Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Gestaltungskompetenz für eine chancengerechte und inklusive BNE fördern 

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Einen freien Zugang zu hochwertiger Bildung für alle zu ermöglichen – dieser Leitgedanke steht über dem Ziel 4 der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs). Die Fördervorhaben "Weltaktionsprogramm als Chance – BNE trifft Jugendsozialarbeit" und ab 2021" Jugendsozialarbeit – mit Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Zukunft" (Bayern) befähigen benachteiligte junge Menschen im Sinn einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung (BNE).

Die Ziele einer BNE – Gestaltungskompetenz erlangen, Partizipation ermöglichen, Selbstwirksamkeit und Chancengleichheit in einer demokratischen Gesellschaft erfahren – zeigen viele Parallelen mit dem sozialpädagogischen Ansatz, sodass sich beide Bereiche sehr gut ergänzen. Zunehmend bedeutend wird das Querschnittsthema Digitalisierung, zum Beispiel mit der Frage, wie digitale Medien einen niedrigschwelligen Zugang zu Nachhaltigkeitsthemen und Teilhabemöglichkeiten bieten können.

Das bayerische Pilotvorhaben "Naturschwärmer – ein Familienprojekt für wissbegierige, naturverliebte Weltverbesserer" resultiert aus den pandemiebedingten Einschränkungen, die die kontaktintensiven Angebote der Umweltbildung/BNE massiv betreffen. Im Mittelpunkt steht eine Webseite, die alle Aktivitäten und Maßnahmen digital bündelt. Von dem Angebot profitieren vor allem auch Corona-Risikogruppen wie Menschen der Generation 60+, die vom notwendigen "Social Distancing" oft verstärkt betroffen sind. Als barrierearmer Lernort der informellen Bildung für nachhaltige Entwicklung in Berlin kommt dem "Schöneberger Südgelänge" durch eine barrierearme Stadt-Naturerfahrung kombiniert mit ebenfalls barrierearmen Projekten eine Pilotfunktion zu (unter anderem partizipativ mit blinden und sehbehinderten Menschen erarbeitete Ausstellung mit eigener Webseite, "Bahnbrechende Natur"). In Bremen zielt die kostenfreie Broschüre "17 Ziele – in Leichter Sprache", darauf ab, in der breiten Bevölkerung Aufmerksamkeit für die SDGs zu schaffen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Hochschule

Bioökonomie umfasst die Erzeugung, Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Systeme, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen. Als übergreifender Ansatz adressiert die Bioökonomie 11 der 17 SDGs direkt; die "Nationale Bioökonomiestrategie" ist auf das Erreichen der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) ausgerichtet. Unter deren Dach bündelt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die sozial-, politik- und wirtschaftswissenschaftliche Forschung im Rahmen des Dachkonzepts "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel". Das Konzept umfasst vier Module und eine Querschnittsmaßnahme, die jeweils durch Förderrichtlinien umgesetzt werden. Für die Ziele zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sind insbesondere die Maßnahmen zur Förderung von Nachwuchsgruppen (Modul 1) und neuer Formate der Kommunikation und Partizipation (Querschnittsmaßnahme) von Bedeutung, weil diese neben der Erforschung von nachhaltigkeitsrelevanten Fragen auch die langfristige Verankerung dieser Themen in Wissenschaft und Gesellschaft anstreben.

Mit der Förderung von Nachwuchsgruppen trägt das BMBF zu einem verlässlichen Umfeld für die Forschung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei und schafft so bestmögliche Qualifizierungsmöglichkeiten. Die Maßnahme zielt darauf ab, Bioökonomie und Nachhaltigkeit langfristig in den Sozial-, Politik und Wirtschaftswissenschaften, aber auch den Kultur- und Geisteswissenschaften zu verankern. Das geschieht auf direktem Weg während der fünfjährigen Förderperiode an Hochschulen, die bis zu sechs Forschenden als akademische Qualifizierungsphase (für eine Habilitation oder Promotion) dient. Strukturelle Wirkung entfaltet die Förderung dadurch, dass sich exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler Themen erarbeiten, die sie nach einem Ruf auf eine Professur langfristig in Forschung und Lehre festschreiben.

Als Querschnittsmaßnahme fördert das BMBF einen Ideenwettbewerb zu neuen Formaten der Kommunikation und Partizipation in der Bioökonomie. Die geförderten Verbünde setzen sich mit der Frage auseinander, wie eine gesellschaftliche Debatte über Transformationsprozesse im Zuge einer nachhaltigen Entwicklung initiiert und unterstützt werden können. Neuartige Dialogformate und Instrumente werden unter Einbindung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen entwickelt, erprobt und begleitend evaluiert. Die Ergebnisse werden – auch über die Laufzeit der Vorhaben hinweg – in Ausstellungen und anderen Formaten einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und regen dazu an, sich mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und miteinander auszutauschen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Jährliche Fachtagung zum Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ veranstaltet über Engagement Global jährlich eine Fachtagung zur Umsetzung und Weiterentwicklung des BMZ/KMK-Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung durch. Die Fachtagung wird mit der KMK durchgeführt. Themen der Tagung in den Jahren 2017 bis 2020 waren: BNE im Kontext der Digitalisierung; BNE im Kontext des neuen UNESCO-Weltaktionsprogramms "ESD for 2030"; Engagement für nachhaltige Entwicklung im Schulbereich, der Umgang mit Komplexität und Unsicherheit im Rahmen von BNE sowie die Erweiterung des Orientierungsrahmens auf die gymnasiale Oberstufe. An der Tagung im November 2020 nahmen 200 Personen aus Ministerien, Wissenschaft, Lehrerbildung, Schulen und Zivilgesellschaft teil. Wie auch auf der Fachtagung im Jahr 2019 wurde wieder großer Wert auf die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern gelegt. Es nahmen rund 20 Schülerinnen und Schüler an der Fachtagung 2020 teil.

© Engagement Global

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Bildungsmaßnahmen im Lichte der SDGs 3, 4 und 6 in Deutschland und dem pan-europäischen Raum

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Bildungsbereich
Kommunen

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) fördert die Schaffung von Bildungs- und Wissensgrundlagen in Bezug auf die Zielsetzungsbereiche der UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) SDG 3 (3.3 und 3.9), 4 und 6 in Deutschland und dem pan-europäischen Raum durch Finanzierungsmaßnahmen beim Umweltbundesamt (UBA) , bei den Kollaborationszentren der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) in Deutschland auf dem Gebiet der Fortentwicklung der Trinkwasserhygiene und des Wassermanagements sowie zum Protokoll über Wasser und Gesundheit des Übereinkommens zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen der Vereinten Nationen (VN; United Nations, UN). Bildungsmaßahmen dienen der Einführung der Instrumente von Risikobewertung und Risikomanagement in Wasserversorgungen (Water Safety Plan-Konzept (WSP) der WHO) und leisten somit Beiträge zur Zielerreichung in den SDG 3 und 6. Zur Unterstützung des SDG 4 (Hochwertige Bildung) ist das durch die Bundesregierung geförderte WHO-Kollaborationszentrum für Wassermanagement und Risikokommunikation zur Förderung der Gesundheit an der Universität Bonn zu nennen, welches durch Unterstützung der WHO in Bezug auf die Verbesserung der Wasser- und Abwasserversorgung und Hygiene (WASH) in Schulen für angemessene und gendergerechte Gesundheits- und Bildungsvorrausetzungen auf internationaler Ebene sorgen soll.

Deutschland hat unter dem Protokoll zu Wasser und Gesundheit des Übereinkommens zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen gemeinsam mit Serbien die Federführung für den Bereich "kleine Systeme" inne. Das WHO Kollaborationszentrum des UBA entwickelt aktuell englischsprachige Schulungsmaterialien für kleine Trinkwasserversorgungen in der pan-Europäischen Region sowie Ansätze dazu, wie auch Wasserversorgungen in entlegenen, ländlichen Gebieten durch Schulungen erreicht werden können. Zur Verbesserung der Finanzierung kleiner Trinkwasserversorgungen wurde im Juli 2020 ein Webinar für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zu dem Thema veranstaltet.

Im aktuell geltenden deutschen Trinkwasserrecht sind Ansätze für freiwillige WSP-Maßnahmen (Risikobewertung) bereits enthalten. Ferner sind Vorgaben zur verpflichtenden Risikobewertung und zum Risikomanagement in Wasserversorgungen künftig auf europäischer Ebene durch die erfolgte Revision der Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft (EG) über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (2020/2184) vorgesehen, in der Anforderungen zur Umsetzung von WSP einen verstärkten Fokus auf das Risikomanagement legen. Um die Umsetzung zu befördern, hat das UBA im Rahmen eines BMG-geförderten Projektes Schulungsmaterialien für Trinkwasserversorger und für Gesundheitsämter entwickelt, die das UBA kostenlos zur Verfügung stellt. Eine Gruppe von Trainerinnen und Trainern wurde durch das UBA in der Anwendung dieser Materialien geschult, um das Angebot von Schulungen durch diese Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu befördern.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm ENSA

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ fördert über Engagement Global internationale Schulpartnerschaften mit dem Globalen Süden vor allem über das ENSA-Programm.

ENSA fördert im Berichtszeitraum jährlich bis zu 50 Lernreisen für entwicklungspolitische Schulpartnerschaften, an denen pro Jahr bis zu 1.000 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte allgemein- und berufsbildender Schulen sowie NRO-Vertretende aus Deutschland und dem Globalen Süden beteiligt sind. Das Programm bietet Gelegenheit, sich im Rahmen der Schulaustauschreisen sowie der von ENSA organisierten pädagogischen Begleit- und Qualifizierungsmaßnahmen intensiv mit Fragen globaler Herausforderungen auseinanderzusetzen. Die Programmmaßnahmen wurden aufgrund der Corona-Pandemie seit März 2020 entweder verschoben oder virtuell durchgeführt.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

SDG Kommunikationsoffensive

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Übergreifend

Für die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung auf nationaler und internationaler Ebene gilt es, bei Akteuren aus allen gesellschaftlichen Bereichen, also aus – Staat, Wirtschaft und Gesellschaft – eine neue Kultur der Nachhaltigkeit zu fördern und sie zum gemeinsamen, nachhaltigen Handeln zu bewegen. Aus Sicht des BMZs besteht daher insbesondere im non-formalen Bereich eine große Chance, die Agenda 2030 bekannter zu machen, vor Ort zu verankern und in konkrete Lern- und Handlungsmöglichkeiten zu übertragen.

Mit seiner SDG Kommunikationsoffensive leistet das BMZ einen Beitrag dazu, die Agenda 2030 in die Breite zu tragen und verschiedene gesellschaftliche Akteure zu nachhaltigem Handeln zu motivieren. Hierzu gehört die Zusammenarbeit mit reichweitenstarken zivilgesellschaftlichen Organisationen wie dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Transfair e.V., der World Benchmarking Alliance (WBA) oder dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). Diese Organisationen tragen die Kommunikation zur Agenda 2030 sowohl in die breite Öffentlichkeit als auch in ihre internen Strukturen und stellen dort Verbindungen zwischen der Agenda 2030 und dem konkreten (Verbands-) Handeln her. Der Fokus liegt dabei stets auf handlungsorientierter Kommunikation und dem Beitrag jeder und jedes Einzelnen zu der globalen nachhaltigen Entwicklung.

Im Rahmen der Kommunikationsoffensive wurden beispielsweise auch mehrere Stopps der "Tour der Nachhaltigkeit" in verschiedenen deutschen Städten gestaltet. Bei jeder Veranstaltung stand die Bedeutung der Agenda 2030 für das tägliche Leben und Handeln im Zentrum. Der Fokus lag dabei auf niedrigschwelligen Mitmachaktionen, die Begeisterung für die Agenda 2030 schaffen sollen. Weitere Anknüpfungspunkte der Kampagne sind die Zusammenarbeit mit der UN SDG Action Campaign sowie die Vergabe des Deutschen Nachhaltigkeitspreis, die gute Beispiele für die Umsetzung der Agenda 2030 prämieren und die allgemeine Bevölkerung informieren.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Verankerung von BNE in den Lehrplänen der Fächer

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

In den Bildungs- beziehungsweise Lehrplänen der Länder zeigen sich in allen Ländern inzwischen in vielen Fächern thematische Verknüpfungen von BNE und Globalem Lernen – allerdings in unterschiedlicher Tiefe und auf Grundlage unterschiedlicher BNE-Verständnisse insbesondere hinsichtlich eines transformatorischen Anspruchs von BNE. Schwerpunkte bilden Fächer wie Sachunterricht in der Grundschule, Geographie und Politik bei den Gesellschaftswissenschaften, Biologie, Physik bei den Naturwissenschaften in den weiterführenden Schulen. BNE und Globales Lernen findet sich auch in rahmenden Dokumenten auf der Ebene von Bildungs- und Erziehungszielen. In Bayern wurde BNE in die Lehramtsprüfungsordnung (§ 33 in LPO I, Ordnung für die Erste Prüfung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen) aufgenommen. In Hamburg ist BNE im erziehungswissenschaftlichen Studium aller Lehrämter (Drucksache 21/11562 vom 9.1.2018) verankert.

In vielen Ländern, unter anderem Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein wurden beziehungsweise werden Bildungs- beziehungsweise Lehrpläne unter Berücksichtigung von BNE als Querschnittsaufgabe überarbeitet. Im Saarland wird ein "Basiscurriculum BNE" als Grundlage für die nachfolgende Lehrplanarbeit erstellt.

Es werden Überschneidungen und Bezüge hergestellt zu angrenzenden Querschnittsthemen wie Verbraucherbildung und ökonomischer Bildung, Mobilitätserziehung, kultureller Bildung, Demokratie- und Menschenrechtsbildung, Friedenserziehung und vermehrt auch zu digitaler Bildung.

© Michael Woizick

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Schulbücher

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)

Bildungsbereich
Schule

Aufgreifen von Arbeiten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in Schulbüchern: Ein wichtiger Begleitnutzen der Arbeit des WBGU ist das Aufgreifen der Gutachtenthemen in Schulbüchern.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

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