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Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Einmal pro Legislaturperiode legt die Bundesregierung den Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Bericht) vor. In dem nun vorliegenden Bericht werden die BNE-Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder und Länderkonferenzen sowie der Kommunen und weiterer Akteure von Mitte 2017 bis Mitte 2021 dargestellt.

Aufgeschlagenes Buch Aufgeschlagenes Buch
Aufgeschlagenes Buch © Adobe Stock / monticellllo

Es ist bereits der siebte BNE-Bericht der Bundesregierung, der nun mit einigen Neuerungen vorgestellt wird: Die Aktivitäten des Bundes, der Länder, der Kommunen und weiterer gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure werden entlang der Bildungsbereiche benannt, so wie sie auch im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführt werden. Zu frühkindlicher Bildung, Schule, beruflicher Bildung, Hochschule, non-formalem und informellem Lernen/Jugend sowie zu den Kommunen entsteht jeweils ein thematischer Überblick. Jeder Beitrag wird zudem den 17 Nachhaltigkeitszielen aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zugeordnet, den Sustainable Development Goals, kurz SDGs.

Auch neu ist die digitale Aufbereitung des Berichts hier auf dem BNE-Portal. Der BNE-Bericht wird erstmals online dargestellt, eine Datenbank beinhaltet zudem die Beiträge der Bundesregierung, der Länder, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure. Filterfunktionen bieten die gezielte Auswahl nach Akteurinnen und Akteure, nach Bildungsbereichen und nach Handlungsfeldern an. Damit steht der Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung jederzeit allen offen, die sich insbesondere für die Fortschritte in der strukturellen Verankerung von BNE interessieren.

BNE-Bericht der Bundesregierung 2021 (PDF barrierefrei | 9,4 MB)

BNE-Bericht: Drucksache des Bundestages (PDF extern | 10,4 MB) (PDF, 10MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder, der Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure

Die in dieser Datenbank wiedergegebenen Beiträge ordnen sich nach den im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführten sechs Bildungsbereichen – Frühe Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, non-formales und informelles Lernen/Jugend und Kommunen – und den jeweils zugeordneten Handlungsfeldern. Des Weiteren werden übergreifende Beiträge, die mehrere Bildungsbereiche betreffen bzw. in den einzelnen Bildungsbereichen mehrere Handlungsfelder bedienen, übergeordnet aufgeführt.

Innerhalb jedes Bildungsbereichs gilt es hervorzuheben, dass sich die Zusammenstellung der Beiträge der Ressorts, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure stark von der Zusammenstellung der Beiträge der Länder unterscheidet, die innerhalb ihrer Länderkonferenzen zusammengefasst wurden und insofern nicht gleichzustellen sind.

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Beiträge auf die sechs Bildungsbereiche zzgl. übergreifender Bereich verteilen. 

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen je Bildungsbereich herunterladen [PDF | 278 KB].

Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

SDG-Zuordnung

Bei den einzelnen Beiträgen ist kenntlich gemacht, auf welches/welche der 17 UN Nachhaltigkeitsziel(e) (Sustainable Development Goals, SDGs) dieser einzahlt. Eine Zuordnung zum Bildungs-SDG Nr. 4 und somit dem BNE-Unterziel 4.7. war dabei Ausschlusskriterium zur Aufnahme in den BNE-Bericht. Durch die Herstellung von Querbezügen zu weiteren SDGs soll eines der zentralen Ziele des "BNE 2030" unterstützt werden: Nämlich aufzuzeigen, welchen Beitrag BNE zur Agenda 2030 insgesamt leistet. BNE/SDG 4 hat eine Sonderstellung bei den Nachhaltigkeitszielen inne, indem es sowohl Ziel als auch Motor für die Erreichung aller anderen Ziele ist. Ohne Bildung als Fundament ist beispielsweise die Erfüllung des Ziels 12 "Nachhaltiger Konsum" nur schwerlich zu erreichen.

Die folgende Grafik bietet einen Überblick darüber, wie sich die SDG-Zuordnungen aller Beiträge insgesamt im Bericht verteilen.

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen mit SDG-Zuordnung je Bildungsbereich herunterladen (PDF, 502KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Handlungsfeld

Übersicht SDGs:

Übersicht SDG Übersicht SDGs:

Träger etablieren BNE

Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder (JFMK)

Bildungsbereich
Frühkindliche Bildung

Bei der Ausgestaltung eines institutionellen Auftrags von Trägern muss berücksichtigt werden, dass die Träger ihre pädagogische Ausrichtung im Rahmen der in den Bundesländern jeweils gültigen gesetzlichen Grundlagen für die Kindertagesbetreuung gestalten.

Demnach fungieren die Länderministerien hierbei steuernd, aber nicht anordnend.

Es gilt also, die Träger für die Etablierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in ihren Einrich-tungen zu motivieren, sie ausreichend zu beteiligen und ggf. gesetzliche Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Verankerung in institutionellen Konzepten als sinnvoll erkannt und vollzogen wird.

Dies vorausgeschickt ergeben sich aus den Rückläufen der Bundesländer unterschiedliche Ansatzpunkte, um die Träger zur institutionellen Verankerung der frühkindlichen BNE zu veranlassen.

In Hamburg soll dazu beispielsweise perspektivisch unter anderem ein Beschluss der Vertragskommission Kinderta-gesbetreuung (VK Kita) herbeigeführt werden: ein Entscheidungs- und Steuerungsgremium, in dem die Kita-Verbände vertreten sind. Eine Selbstverpflichtung der Träger soll durch eine Änderung des Landerahmenvertrages Kita als bindendes Element dienen. Darüber hinaus soll es, initiiert von der zuständigen Sozialbehörde (dem Länderministerium), begleitend unterstützende und beratende Maßnahmen wie Handreichungen, Fortbildungen und gegebenenfalls Fachtagungen geben. Außerdem sollen Regelungen und Vorschriften gemeinsam mit den Trägern auf fördernde und hemmende Aspekte überprüft werden, damit gegebenenfalls eine BNE-fördernde Anpassung erfolgen kann. Brandenburg gibt an: "Die Aufgabe der Kita, mit den Kindern alltagsintegriert verantwortungsvoll mit der Umwelt umzugehen, ist bereits im Brandenburgischen Kita-Gesetz verankert. Eine explizite Nennung der BNE wird im Rahmen der Kita-Rechtsreform in Brandenburg geprüft und gegebenenfalls ab 2023 gesetzlich verankert".

Dazu gibt es sicher noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten, über die in den einschlägigen Bund-Länder-Gremien beraten werden könnte. Ein anregender Austausch hierzu wäre dienlich und könnte zu einer Best Practice-Praxis beitragen.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Nachhaltiger Konsum

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Bildungsbereich
Schule

Die Qualifizierung von Verbraucherinnen und Verbrauchern im Hinblick auf Möglichkeiten des umweltbewussten Konsums ist eine wichtige Bildungsaufgabe. Als staatliches Umweltkennzeichen mit hohen Glaubwürdigkeitswerten informiert der Blaue Engel über umweltfreundliche Produktalternativen. Unabhängig und glaubwürdig setzt er anspruchsvolle Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Der Blaue Engel ist die Orientierung beim nachhaltigen Einkauf. Die Aktion "Secondhand verliebt – Schulstart mit dem Blauen Engel. 100% Recyclingpapier für unsere Umwelt" soll Eltern sowie Schülerinnen und Schüler für einen nachhaltigen Konsum sensibilisieren. Mit den für alle Schulformen und Jahrgangsstufen geeigneten Unterrichtsmaterialien lernen die Schülerinnen und Schüler das Umweltzeichen kennen, erfahren, wie dadurch die Umwelt geschützt wird und erhalten Anregungen, was sie mit dem Blauen Engel für die Umwelt tun können.

Weiterführender Link:

Blauer Engel

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

"Zu gut für die Tonne!"

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bildungsbereich
Übergreifend

Im Februar 2019 hat das Bundeskabinett die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung verabschiedet. Ziel ist die Halbierung der Lebensmittelabfälle auf Einzelhandels- und Verbraucherebene und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverluste zu verringern. So sieht es auch das Unterziel 12.3 der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung vor.

Die Umsetzung dieses Ziels wird als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen, die nur gelingen kann, wenn sich alle Akteurinnen und Akteure entlang der Lebensmittelversorgungskette mit eigenen, möglichst konkreten Beiträgen beteiligen und das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln fördern. Mit Zu gut für die Tonne! wird das Bewusstsein für die Wertschätzung unserer Lebensmittel über gezielte Information der Öffentlichkeit erhöht. Denn was man achtet, wirft man nicht weg. Zentrale Bausteine sind dabei bildungspolitische Aspekte wie Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen, zum Beispiel über die Internetseite zugutfuerdietonne.de , ausgewählte Aktionen in sozialen Medien, Pressearbeit und Messebeteiligungen.

Die Arbeit mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ist im Rahmen von Zu gut für die Tonne! von besonderer Relevanz. Mit dem Zu gut für die Tonne!-Bundespreis zeichnet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) deshalb jährlich herausragende Projekte aus, die sich in besonderer Weise für mehr Lebensmittelwertschätzung und eine Reduzierung der Lebensmittelabfälle einsetzen. Eine weitere Plattform für Aktivitäten von engagierten Privatpersonen, Verwaltungen, Vereinen, Verbänden und Unternehmen bietet die bundesweite Aktionswoche "Deutschland rettet Lebensmittel!", welche durch die Bündelung vielfältiger Aktivitäten für mehr Lebensmittelwertschätzung werben soll. Sie fand erstmals 2020 statt.

Außerdem werden seit Oktober 2015 kostenfrei Unterrichtsmaterialien für die Klassenstufen 3 bis 6 sowie 7 bis 9 zu Verfügung gestellt, um bereits Schülerinnen und Schüler für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Reduzierung der Lebensmittelabfälle zu sensibilisieren.

Im Rahmen der Umsetzung der nationalen Strategie wird ferner ein partizipativer Ansatz verfolgt, der die gesamte Lebensmittelversorgungskette – also neben den privaten Haushalten auch Produktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie die Außer-Haus-Verpflegung – in den Blick nimmt. In sektorspezifischen Dialogforen werden Maßnahmen entwickelt, um die in diesen Sektoren entstehenden Lebensmittelabfälle wirksam zu reduzieren. Dazu gehört unter anderem auch die Entwicklung von Informationsmaterialien, welche zum Beispiel für die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verwendet werden können. Eine wichtige Rolle nimmt in diesem Zusammenhang das "Dialogforum Private Haushalte" ein, das auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse der Verhaltensforschung Maßnahmen entwickeln und testen wird, die nachhaltig zu Verhaltensänderungen führen können.

Weiterführender Link:

"Zu gut für die Tonne!"

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Projekt "Ein Haus für die Bienen"

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Insekten zu schützen, ist wichtig für den Erhalt der Ökosysteme und die biologische Vielfalt. Ein besonders prominentes Beispiel ist die Biene, die elementar wichtig ist für die Bestäubung der Pflanzen. Mittlerweile gibt es viele öffentliche Einrichtungen, die ein Zeichen für den Erhalt der Bienen setzen wollen und sich nebentätig und gemeinschaftlich mit Imkerei beschäftigen. Auch das Umweltbundesamt praktiziert das Teamwork mit den Bienen, auch weil die Biene als allseits beliebte "Botschafterin" für den Erhalt der biologischen Vielfalt gilt. In seiner Programmreihe "Kunst und Umwelt“ initiierte das Umweltbundesamt (UBA) im Sommer 2018 das partizipatorische Kulturprojekt "Ein Haus für die Bienen“. Mit dem Einzug von zwei Bienenvölkern auf dem Gelände des UBA-Dienstsitzes in Dessau wurden drei Imker-Workshops für die interessierte Öffentlichkeit und den Mitarbeitenden des Amtes organisiert, die sich um die beiden Bienenvölker kümmern.

Das Projekt hat einen hohen Identifikationsgrad für die Beteiligten, ermöglicht praktische Erkenntnisse für die Facharbeit und lässt sich zudem für die thematische Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Ferner bietet das Projekt vielfältige Möglichkeiten der Vernetzung und des Austausches – zum Beispiel mit Imkervereinen vor Ort und anderen Institutionen und Initiativen, die bereits Imkern oder sich dem Erhalt der biologischen Vielfalt widmen. So hielt der renommierte Neurobiologe und Bienenforscher Randolf Menzel in Dessau einen öffentlichen Vortrag über die Auswirkungen von Pestiziden auf das Verhalten und die Gesundheit der Bienen. Anlässlich des Weltbienentags am 22.05.2019 berichtete Norbert Schäffer, einer der Initiatoren des Volksbegehrens "Rettet die Bienen!“ in Bayern, über diese erfolgreiche Initiative.

Mit dem Projekt sollten auch die Außenanlagen des Amtes bienenfreundlicher gestaltet werden. In Kooperation mit dem Verein "Urbane Farm Dessau“ und in Eigenarbeit wurden zwei Hochbeete für Pflanzen und Kräuter gebaut und selbst bewirtschaftet. Denn ohne Pflanzen, keine Bienen. Im Sommer 2019 konnte der erste süße Ertrag des Imkerprojekts geerntet werden. Der UBA-Honig firmiert unter dem Titel"Dessauer Vielfalt" und wird an Gäste und Kooperationspartner des Umweltbundesamtes verschenkt.

Weiterführender Link:

Ein Haus für Bienen

© Marian Engel

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Beteiligung im Lenkungskreis der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030

Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)

Bildungsbereich
Hochschule

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) unterstützte bis Anfang 2020 durch seine Beteiligung im Lenkungskreis der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 ( wpn2030.de ) dabei, Nachhaltigkeitsforschung um die Dimension der umsetzungsorientierten Herausforderungen zu erweitern.

Weiterführender Link:

wpn2030.de

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Hochschulspezifischer Nachhaltigkeitskodex (HS-DNK)

Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)

Bildungsbereich
Hochschule

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) fördert die Nachhaltigkeitsberichterstattung an Hochschulen. Gemeinsam mit dem Verbundprojekt "Nachhaltigkeit an Hochschulen (HOCH-N): entwickeln – vernetzen – berichten", welches im Rahmen der BMBF-Initiative "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft – Sustainability in Science Initiative“ (SISI) gefördert wird, wurde der Nachhaltigkeitsberichtsstandard "Hochschulspezifischer Nachhaltigkeitskodex (HS-DNK)“ erarbeitet. Der HS-DNK besteht aus 20 Kriterien, die die Hochschulbereiche Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft umfassen und nach dem comply-or-explain-Ansatz zu berichten sind. Um die Anwendung zu erleichtern hat HOCH-N einen Leitfaden mit Praxisbeispielen entwickelt.

Weiterführender Link:

Deutscher Nachhaltigkeitskodex

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Hochschulnetzwerke im Rahmen der Lehramtsstudien

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Vielerorts haben sich neben dem bundesweit agierenden "Deutschsprachigen Netzwerk LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung" (LeNa) landesbezogene BNE-Hochschulnetzwerke gebildet, zum Beispiel in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. In Mecklenburg-Vorpommern werden BNE-Zertifikatskurse an den Universitäten in Rostock und Greifswald durchgeführt. In Rheinland-Pfalz ist BNE Querschnittsthema“ für alle Lehramtsstudierenden. Im Saarland wird ein BNE-Grundlagenkurs über das Zentrum für Lehrerbildung angeboten. Das Projekt "BNE in der Lehramtsausbildung in NRW“ der Bergischen Universität Wuppertal ermöglicht den systematischen Austausch zu BNE zwischen den lehramtsausbildenden Hochschulen in NRW. Es wird durch das Landesumweltministerium finanziell gefördert und am Institut für Geografie und Sachunterricht (Lehrstuhl Prof. Dr. Keil) durchgeführt. Inzwischen wirken Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von allen elf lehramtsausbildenden Universitäten in NRW in dem Netzwerk mit. Sie bringen ihre Expertise aus unterschiedlichen Fachrichtungen ein (unter anderem Didaktik für Geografie, Biologie, Deutsch, Mathematik, Politik/Ökonomie). Auch Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL), Studierende und außerschulische Bildungseinrichtungen mit BNE-Schwerpunkt sind beteiligt.

Weiterführender Link:

BNE-Hochschulnetzwerk in der Lehrkräftebildung in NRW

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Die Forschungsbörse des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Schule

Über die Onlineplattform Forschungsbörse des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werden seit 2010 bundesweit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Schulen vermittelt. Ein großer Teil der Forschenden kommt dabei aus Forschungsbereichen zu nachhaltiger Entwicklung.

Lehrkräfte können in der Forschungsbörse nach Expertinnen und Experten suchen und diese in den Unterricht, zu Projekttagen oder Workshops einladen. Die Vermittlung der Forschenden ist für die Schulen kostenfrei. Schülerinnen und Schüler treten durch die Forschungsbörse in direkten und persönlichen Kontakt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Sie lernen aktuelle Wissenschaft aus erster Hand – und jenseits der Lehrbücher und des Curriculums – kennen und bekommen konkrete Einblicke in die Berufspraxis, die aktuellen Themen und die Methoden wissenschaftlichen Arbeitens. Die Rückmeldungen von Lehrkräften und von Schülerinnen und Schülern zur Forschungsbörse sind durchgehend positiv und lassen erkennen, dass durch die persönliche Vermittlung wissenschaftliche Fragestellungen, Methoden und Ziele von den Schülerinnen und Schülern mit Neugierde aufgenommen und reflektiert werden. Viele Lehrkräfte nutzen regelmäßig den Service der Forschungsbörse, etwa zur Gestaltung von Themenschwerpunkten und Projektwochen. Im Schnitt finden pro Jahr rund 150 Unterrichtsbesuche statt. Im Zeitraum von Mitte 2017 bis Mitte 2021 wurden über die Forschungsbörse rund 15.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. 

Bundesweit beteiligen sich derzeit über 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ehrenamtlich in der Forschungsbörse. Im Austausch mit jungen Menschen können sie hier ihre Vermittlungskompetenz ausbauen und so einen persönlichen Beitrag zum Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit leisten. Zudem bekommen sie die Möglichkeit ihre eigene Forschungsarbeit vorzustellen und durch die Reflexion mit den Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven auf diese zu gewinnen. Beeindruckt sind viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach dem Besuch an den Schulen insbesondere von der Aufgeschlossenheit der Schülerinnen und Schüler und deren Bereitschaft, sich eingehend und auch kritisch mit Themen aus der Forschung zu befassen. Die Forschungsbörse konnte in den letzten Jahren ein breites Netzwerk an Partnern aufbauen. In der Kommunikation wird sie von wissenschaftlichen Institutionen und Bildungsverbänden unterstützt. Neben der überregionalen medialen Bewerbung der Onlineplattform Forschungsbörse werden ausgewählte Schultermine von lokaler und regionaler Pressearbeit begleitet.

Weiterführender Link:

Forschungsbörse

© BMBF/Forschungsbörse

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Die SchulKinoWochen von Vision Kino in den Wissenschaftsjahren

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Schule

Mit jährlich über 900.000 angemeldeten Schülerinnen und Schülern sowie deren Lehrkräften sind die SchulKinoWochen von Vision Kino eines der größten Filmbildungsprojekte Europas. Durchschnittlich nehmen circa 25 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen in Deutschland am Projekt teil. Die SchulKinoWochen arbeiten eng mit den Kultusministerien und Bildungsinstituten der Länder zusammen. Schülerinnen und Schüler ab der 1. Jahrgangsstufe sollen durch das "Sehen von Filmen im Kino" in ihrer Film- und Medienkompetenz gestärkt werden sowie den Film und das Kino als ein gesellschaftliches wie kulturelles Gut schätzen lernen. Im Filmpool sind circa 280 Spiel-, Animations- und Dokumentarfilme und Filmklassiker, pädagogisch geeignet für alle Schularten und Jahrgangsstufen. Zusätzlich werden die Filmvorführungen durch Kinoseminare, Workshops oder Filmgespräche bereichert. Das Angebot der SchulKinoWochen wird zum größten Teil in der Primarstufe sowie der Sekundarstufe I in Anspruch genommen. Zu den Wissenschaftsjahren 2010 bis 2020 (ausgenommen 2013) realisierte Vision Kino, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, im Rahmen der bundesweiten SchulKinoWochen ein gesondertes Filmprogramm zum jeweiligen Themenschwerpunkt des Wissenschaftsjahres. Insgesamt meldeten sich in diesem Zeitraum über 420.000 Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrkräfte für die Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme an. Alle Themenschwerpunkte der vergangenen Wissenschaftsjahre haben dabei einen starken Fokus auf die Bereiche der nachhaltigen Entwicklung (Energie, Gesundheit, Nachhaltigkeit, digitale Gesellschaft, Zukunftsstadt, Meere und Ozeane, Arbeitswelten der Zukunft, Künstliche Intelligenz und Bioökonomie). Ergänzt wurde das Filmprogramm durch Sonderveranstaltungen mit renommierten Forscherinnen und Forschern aus der Forschungsbörse der Wissenschaftsjahre, die direkt im Anschluss an die Filmvorführung in den Dialog mit den Schülerinnen und Schülern getreten sind.

Weiterführende Links:

SchulKinoWochen
Forschungsbörse

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Steuerungselemente zur Fachkräfte-Unterstützung

Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder (JFMK)

Bildungsbereich
Frühkindliche Bildung

Hessen setzt an mehreren Stellen an. Das dort konzipierte Projekt "Initiative von Anfang an – Bildung für nachhaltige Entwicklung in der frühen Kindheit" gliedert sich in vier Bausteine. Baustein 1 "Mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in den Bildungs- und Erziehungsplan (BEP)", Baustein 2 "Auf die Eltern kommt es an", Baustein 3 "Mehr BNE in die Ausbildung" und Baustein 4 "Zukunfts(t)räume: Lernorte der Zukunft" als Auszeichnungsveranstaltung sind die Komponenten des Projektes. Darüber hinaus erhalten "Bildungsträger der BNE (…) die Möglichkeit einer Zertifizierung. (…) Eine Zertifizierungskommission der beteiligten Ministerien Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV), Hessisches Kultusministerium (HKM) und Hessisches Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) begutachtet die Angebote, die Zertifikate werden durch die jeweiligen Ministerinnen und Minister erteilt."

Auch Bayern hat Maßnahmen umfangreicher Art ergriffen. Das Staatsinstitut für Frühpädagogik hat einen Orientierungsrahmen zur Konzeptentwicklung erstellt, der online verfügbar ist ( Orientierungsrahmen 2018, PDF ). Daneben gibt es Projekte wie "ÖkoKids – KindertageseinRICHTUNG NACHHALTIGKEIT" oder "Eine Welt Kita: fair und global" ( Eine Welt Kita ), die vielfältige Anregungen und Unterstützungsangebote beinhalten.

Auf Projektausrichtung setzen auch Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Mecklenburg-Vorpommern fördert durch das Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung "derzeit das Modellprojekt ‚Kita 2030 – Nachhaltigkeit erleben, Zukunft gestalten".

In Sachsen gibt es einen Kinder-Garten-Wettbewerb "Unser Kinder-Garten – Ein nachhaltiger Bildungsraum", der ein Begleitprogramm vorhält.

Hamburg hat in der zuständigen Sozialbehörde (Länderministerium) die Koordinierungsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung eingerichtet, die die BNE-Aktivitäten des Landes im frühkindlichen Bildungsbereich ministeriell begleitet und BNE-Akteurinnen und -Akteure sowie -Interessierte koordinierend berät und unterstützt.

In Bremen unterstützt die "Koordinierungsstelle Umwelt Bildung Bremen" die BNE-Aktivitäten für den frühkindlichen Bereich.

Weiterführende Links:

Orientierungsrahmen 2018, PDF
Eine Welt Kita

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

UNESCO-Internetseite zum SDG4-Monitoring

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bildungsbereich
Übergreifend

Das BMBF förderte 2019 die Einrichtung einer Monitoring-Internetseite der UNESCO ("SCOPE – Scoping Progress in Education"), um die Fortschritte bei der Erreichung von SDG 4 weltweit zu dokumentieren. Auf dieser Internetseite werden wichtige Fakten und Trends in der Bildung weltweit zu fünf Themenbereichen zusammengefasst: 1. Zugang, 2. Chancengerechtigkeit, 3. Lernen, 4. Qualität und 5. Finanzierung. Sie ergänzt die Angaben und Informationen der Druckfassung des Weltbildungsberichts, dem Werkzeug der internationalen Gemeinschaft zur Überwachung und Messung von Fortschritten auf dem Weg zur Erreichung des Bildungsziels SDG 4.

Weiterführender Link:

Monitoring-Internetseite

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Geschlechterklischees aufbrechen - Initiative "Klischeefrei"

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Bildungsbereich
Berufliche Bildung

Neben den bekannten Projekten Boys’Day, Girls’Day und meinTestgelaende 2.0 zielt die Initiative Klischeefrei seit 2016 darauf, eine Berufs- und Studienwahl frei von einengenden Geschlechterklischees bundesweit zu etablieren. Sie bietet allen am Berufswahlprozess Beteiligten (frühkindliche Bildung, Schulen, Hochschulen, Unternehmen, Institutionen, Berufsberatung, Eltern) vielfältige Unterstützung, damit sie Mädchen und Jungen bei einer Berufswahl begleiten können, die sich nach ihren Stärken und Neigungen richtet – und nicht nach Geschlechterklischees.

Die Servicestelle berät und vernetzt alle Beteiligten und betreibt die Webseite Initiative "Klischeefrei" . Dort finden sich klischeefrei gestaltete Materialien und Maßnahmen zur Berufswahl, Beispiele gelungener Praxis sowie Hintergrundinformationen. Eine stetig wachsende Zahl an Partnerorganisationen (Stand Februar 2021: 310) sind bisher beigetreten mit der Verpflichtung, sich innerhalb und außerhalb ihrer Organisationen aktiv für eine moderne, geschlechterunabhängige Berufs- und Studienorientierung junger Menschen einzusetzen.

Schirmherrin der Initiative ist Frau Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

Weiterführender Link:

Initiative "Klischeefrei"

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Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildungsarbeit (FEB)

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Übergreifend

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bringt im Rahmen seiner Zuständigkeit für entwicklungspolitische Bildung mit seinen Programmen des Globalen Lernens – als wesentlicher Teil von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – die globale Perspektive von BNE ein. Entwicklungspolitische Bildungsarbeit folgt dem Leitbild einer global nachhaltigen Entwicklung. Auf der Grundlage des Konzepts von BNE wird angestrebt, entwicklungspolitische Fragestellungen zu formulieren und entsprechendes Wissen zu vermitteln. Die Menschen sollen ermuntert werden, sich kritisch mit entwicklungspolitischen Themen auseinanderzusetzen und dabei befähigt werden, globale Auswirkungen ihres eigenen Handelns zu verstehen. Sie sollen ermutigt werden zu nachhaltigem Engagement für eine global gerechtere Welt.

Als wichtige Akteurinnen und Akteure der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit werden zivilgesellschaftliche Gruppen und Vereine durch die Förderprogramme zur entwicklungspolitischen Inlandsbildung des BMZ in ihren Maßnahmen und Aktivitäten unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, die zu einem besseren Verständnis der deutschen Öffentlichkeit für die Lage in Ländern des Globalen Südens und zu einem partnerschaftlichen Verhältnis mit ihnen beitragen. Die Bildungsarbeit zivilgesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure trägt dazu bei, die globalen Herausforderungen bildungsbereichsübergreifend ei-ner breiten Öffentlichkeit nahezubringen, konkrete Auswirkungen auf den Einzelnen sowie Möglichkeiten des persönlichen Engagements aufzuzeigen. Zivilgesellschaftliche Organisationen erreichen Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Sie schaffen Angebote zur Information und Diskussion, lebensnahe Lernorte und Möglichkeiten zu entwicklungspolitischem Engagement. Zentrales Förderinstrument ist das "Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung" (FEB), das Engagement Global im Auftrag des BMZ durchführt. In zahlreichen Projekten, die durch das FEB gefördert werden, werden Bildungsmaterialien zu globalen Bezügen in unterschiedlichen Bildungsbereichen erstellt, es finden Fort- und Weiterbildungen statt, die zu einer curricularen Verankerung von BNE beitragen können, und es wird die wirksame Beteiligung junger Menschen gefördert. Besondere Schwerpunktthemen sind die Agenda 2030, fairer Handel, Handel und Wirtschaft, Klima und Migration.

Weiterführender Link:

Engagement Global

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Austausch- und Entsendeprogramme für junge Menschen

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Jede und jeder Einzelne kann einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten. Daher richten sich die Austausch- und Entsendeprogramme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als Angebote des non-formalen Lernens an junge Menschen mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen. Ziel ist es, ein Verständnis für globale Zusammenhänge zu vermitteln und Engagement für nachhaltige Entwicklung anzuregen.

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst "weltwärts" ermöglicht jährlich mehr als 3.500 jungen Menschen zwischen 18 und 28 Jahren einen sechs- bis 24-monatigen Aufenthalt in BMZ-Partnerländern, der ihnen umfassende Möglichkeiten des Globalen Lernens eröffnet und sie für entwicklungspolitisches Engagement motiviert und stärkt. Die Freiwilligen erwerben wichtige Kenntnisse und Kompetenzen der sozio-kulturellen Kooperation und der sozialen Verantwortung für nachhaltige Entwicklung in einer globalisierten Gesellschaft (SDG 4.7). Ziel ist es auch, die zurückgekehrten Freiwilligen in die entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Inland einzubinden.

Junge Menschen aus dem Globalen Süden können über die Süd-Nord-Komponente von weltwärts einen Freiwilligendienst in Deutschland leisten. Neben dem Erfahrungs- und Wissenstransfer durch den Dienst in Deutschland werden auch die Partnerorganisationen in den Entwicklungsländern durch das Engagement der zurückgekehrten Freiwilligen gestärkt und gleichberechtigte Partnerschaften zwischen Globalem Süden und Globalem Norden gefördert (SDG 17.17).

Die Förderlinie "weltwärts – Außerschulische Begegnungsprojekte im Kontext der Agenda 2030" ermöglicht Jugendgruppen aus Deutschland und BMZ-Partnerländern, gemeinsame Projekte zur Umsetzung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) im gegenseitigen Austausch durchzuführen. Dies vertieft die interkulturelle Befassung mit Lösungsansätzen zu globalen Zukunftsthemen. Der Schwerpunkt liegt auf Austausch und Begegnungen mit afrikanischen Ländern.

Mit dem ASA-Programm fördert das BMZ ein entwicklungspolitisches Lern- und Qualifizierungsprogramm für junge Menschen verschiedener Berufs- und Studienfelder, die sich für globale Zusammenhänge interessieren und für nachhaltige Entwicklung engagieren wollen. Eine Projektphase in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Südosteuropa, eingebettet in Vor- und Nachbereitungsseminare des Globalen Lernens, geben Raum für vielfältige Perspektiven, um globalen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen.

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bildet den curricularen Rahmen bei Vor- und Nachbereitung der Praxisphase. Die Projekteinsätze werden bei Partnerinstitutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft durchgeführt und adressieren je nach fachlicher Ausrichtung unterschiedliche SDG. Die Teilnehmenden des ASA-Programms und die Partnerinstitutionen profitieren durch den internationalen Austausch und die Zusammenarbeit an einem konkreten Projekt durch neues Wissen und Kompetenzen, Kontakte und Vernetzung.

Weiterführende Links:

"weltwärts – Außerschulische Begegnungsprojekte im Kontext der Agenda 2030"
ASA-Programm

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Interkulturelle Öffnung und Diversitätsförderung in der Bundesverwaltung

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Bildungsbereich
Übergreifend

Toleranz, die Wahrung von Menschenrechten und interkultureller Austausch sind zentrale Elemente einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Wenn Menschen mit verschiedenen Kulturen, Hintergründen und Glauben zusammenkommen, um für ein gemeinsames Ziel zu arbeiten, wird oftmals nicht nur die Kreativität erhöht, sondern es können auch neue Lösungsansätze für bestehende Herausforderungen gefunden werden – sei es in der Gesellschaft oder am Arbeitsplatz. Ziel interkultureller Öffnung ist es, Menschen unabhängig von Herkunft Teilhabe an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Prozessen zu ermöglichen. Ein wichtiges Element interkultureller Öffnung ist die Befähigung von Personal, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft wertschätzend und diskriminierungsfrei umzugehen. Interkulturelle Öffnung bedeutet auch im Rahmen von Personalpolitik dafür Sorge zu tragen, dass die Vielfalt unserer Gesellschaft unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgebildet wird.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Diversität im öffentlichen Dienst zu fördern und Diversitätsmanagement als wichtige Aufgabe in den Organisationen zu verankern. Chancengerechtigkeit, Fairness und Vielfalt sollen den öffentlichen Dienst auszeichnen. Als eine zentrale Maßnahme fanden 2014 und 2015 auf freiwilliger Basis in den Bundesministerien und weiteren Bundesbehörden Beschäftigtenbefragungen statt, mit denen erstmalig der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an den Beschäftigten des Bundes erhoben wurden. In einem weiteren Schritt wurde im Zeitraum 2018–2020 ein breit angelegtes Forschungsprojekt von Integrationsbeauftragter und Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) zu Diversität und Chancengleichheit in insgesamt 55 Behörden der Bundesverwaltung durchgeführt. Damit wurden nicht nur belastbare und repräsentative Daten zur Diversität der Beschäftigten, sondern auch zu den individuellen und organisatorischen Konsequenzen einer vielfältigen Belegschaft in der öffentlichen Verwaltung in Deutschland erhoben ( Diversität & Chancengleichheit Survey 2019 ). Der durchschnittliche Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund in der Bundesverwaltung beträgt danach zwölf Prozent, ist also deutlich geringer als ihr Anteil von circa 26 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Die Ergebnisse zeigen auf, worin die Potenziale von Vielfalt und Vielfaltsmanagement liegen. Darüber hinaus geben die Daten Aufschluss über die konkreten Handlungsbedarfe und Herausforderungen, um Chancengleichheit und Re-präsentanz tatsächlich zu verwirklichen. Auf Grundlage der Ergebnisse, die Anfang Dezember 2020 veröffentlicht wurden, wurden sechs konkrete Handlungsempfehlungen formuliert, die auf eine veränderte Personalgewinnung und Personalentwicklung sowie auf den Ausbau von Diversitätsmanagement in den Behörden abzielen. Angesichts des Ziels der Vielfaltsförderung und des Diversitätsmanagements besteht zugleich ein mögliches Monitoringinstrument, welches in der Lage ist auch Veränderungsprozesse nachzuzeichnen. Das Projekt ist eng eingebettet in den Nationalen Aktionsplan Integration, mit dem im März 2021 eine neue Gesamtstrategie zur Förderung von Diversi-tät in der Bundesverwaltung vorgestellt wurde.

Weiterführender Link:

Broschüre: Kulturelle Diversität und Chancengleichheit in der Bundesverwaltung (PDF extern | 802 KB)

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Anzahl der Einträge: 272