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Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Einmal pro Legislaturperiode legt die Bundesregierung den Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Bericht) vor. In dem nun vorliegenden Bericht werden die BNE-Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder und Länderkonferenzen sowie der Kommunen und weiterer Akteure von Mitte 2017 bis Mitte 2021 dargestellt.

Aufgeschlagenes Buch Aufgeschlagenes Buch
Aufgeschlagenes Buch © Adobe Stock / monticellllo

Es ist bereits der siebte BNE-Bericht der Bundesregierung, der nun mit einigen Neuerungen vorgestellt wird: Die Aktivitäten des Bundes, der Länder, der Kommunen und weiterer gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure werden entlang der Bildungsbereiche benannt, so wie sie auch im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführt werden. Zu frühkindlicher Bildung, Schule, beruflicher Bildung, Hochschule, non-formalem und informellem Lernen/Jugend sowie zu den Kommunen entsteht jeweils ein thematischer Überblick. Jeder Beitrag wird zudem den 17 Nachhaltigkeitszielen aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zugeordnet, den Sustainable Development Goals, kurz SDGs.

Auch neu ist die digitale Aufbereitung des Berichts hier auf dem BNE-Portal. Der BNE-Bericht wird erstmals online dargestellt, eine Datenbank beinhaltet zudem die Beiträge der Bundesregierung, der Länder, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure. Filterfunktionen bieten die gezielte Auswahl nach Akteurinnen und Akteure, nach Bildungsbereichen und nach Handlungsfeldern an. Damit steht der Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung jederzeit allen offen, die sich insbesondere für die Fortschritte in der strukturellen Verankerung von BNE interessieren.

BNE-Bericht der Bundesregierung 2021 (PDF barrierefrei | 9,4 MB)

BNE-Bericht: Drucksache des Bundestages (PDF extern | 10,4 MB) (PDF, 10MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder, der Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure

Die in dieser Datenbank wiedergegebenen Beiträge ordnen sich nach den im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP BNE) aufgeführten sechs Bildungsbereichen – Frühe Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, non-formales und informelles Lernen/Jugend und Kommunen – und den jeweils zugeordneten Handlungsfeldern. Des Weiteren werden übergreifende Beiträge, die mehrere Bildungsbereiche betreffen bzw. in den einzelnen Bildungsbereichen mehrere Handlungsfelder bedienen, übergeordnet aufgeführt.

Innerhalb jedes Bildungsbereichs gilt es hervorzuheben, dass sich die Zusammenstellung der Beiträge der Ressorts, Kommunen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure stark von der Zusammenstellung der Beiträge der Länder unterscheidet, die innerhalb ihrer Länderkonferenzen zusammengefasst wurden und insofern nicht gleichzustellen sind.

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Beiträge auf die sechs Bildungsbereiche zzgl. übergreifender Bereich verteilen. 

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen je Bildungsbereich herunterladen [PDF | 278 KB].

Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der Zuordnungen der einzelnen Beiträge nach Bildungsbereichen (n=274) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

SDG-Zuordnung

Bei den einzelnen Beiträgen ist kenntlich gemacht, auf welches/welche der 17 UN Nachhaltigkeitsziel(e) (Sustainable Development Goals, SDGs) dieser einzahlt. Eine Zuordnung zum Bildungs-SDG Nr. 4 und somit dem BNE-Unterziel 4.7. war dabei Ausschlusskriterium zur Aufnahme in den BNE-Bericht. Durch die Herstellung von Querbezügen zu weiteren SDGs soll eines der zentralen Ziele des "BNE 2030" unterstützt werden: Nämlich aufzuzeigen, welchen Beitrag BNE zur Agenda 2030 insgesamt leistet. BNE/SDG 4 hat eine Sonderstellung bei den Nachhaltigkeitszielen inne, indem es sowohl Ziel als auch Motor für die Erreichung aller anderen Ziele ist. Ohne Bildung als Fundament ist beispielsweise die Erfüllung des Ziels 12 "Nachhaltiger Konsum" nur schwerlich zu erreichen.

Die folgende Grafik bietet einen Überblick darüber, wie sich die SDG-Zuordnungen aller Beiträge insgesamt im Bericht verteilen.

Hier können Sie das PDF mit allen Grafiken aus dem BNE-Bericht zu den Beiträgen mit SDG-Zuordnung je Bildungsbereich herunterladen (PDF, 502KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend)
Absolute Häufigkeit der SDG-Zuordnungen in den einzelnen Beiträgen (n=1.413) (alle Bildungsbereiche inkl. Übergreifend) © BMBF

Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Unterstützungsstrukturen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren fördern 

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Eine große Anzahl an Ländern verfügte im Berichtszeitraum über BNE-Koordinierungsstellen oder ähnlich als Unterstützungsstrukturen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. In Bayern erfüllen diese Funktion regionale "Runde Tische Umweltbildung/BNE" sowie ein "Arbeitskreis BNE". In Berlin gibt es seit 2018 eine "Koordinierungsstelle Umweltbildung". Die 2019 gestartete "Servicestelle BNE für Brandenburg" baut auf den Erfahrungen der seit 2011 stattfindenden "Runden Tische BNE" auf. Zusätzlich gibt es in Brandenburg eine "BNE-Steuerungsgruppe" mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren, die unter anderem den nach wie vor jährlich stattfindenden "Runden Tisch BNE" mit vorbereitet. In Bremen arbeiten die für Kinder und Umwelt zuständigen Ressorts im Bereich BNE/Umweltbildung eng zusammen und unterstützen dadurch die Qualifizierung zentraler Change Agents (unter anderem seit 2017 im Projekt "Natur erleben in der Kita"). Die "Koordinierungsstelle Umwelt Bildung Bremen" unterstützt seit 2008 Muliplikatorinnen und Multiplikatoren zum Thema Umweltbildung für Kinder und Jugendliche durch intensive Netzwerkarbeit sowie Qualifizierungsmaßnahmen und Beratungsangebote. Auf Grundlage einer Richtlinie werden BNE-Projekte gemeinnütziger Organisationen gefördert. In Hessen tauschen sich BNE-Akteurinnen und -Akteure in einem Runden Tisch BNE aus. Zudem gibt es in Hessen Regionale BNE-Netzwerke außerschulischer Akteurinnen und Akteure mit jeweils einer zentralen Koordinierungsstelle, die auch im Bundesprojekt "Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategie (RENN.west)" des Rates für nachhaltige Entwicklung (RNE) mitarbeiten. In Nordrhein-Westfalen vernetzt die bei der Natur- und Umweltschutz-Akademie des Landes angesiedelte BNE-Agentur seit 2016 die BNE-Akteurinnen und -Akteure, verbunden mit einem breiten Qualifizierungsangebot (siehe unten). Rheinland-Pfalz fördert landesweite, regionale und grenzüberschreitende BNE-Netzwerke. Sachsen-Anhalt verfügt seit 2019 über eine Koordinierungs- und Servicestelle Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Aufbau von Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystemen

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Eng verbunden mit den oben genannten Unterstützungsstrukturen ist der Aufbau von Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystemen für non-formale und informelle BNE in vielen Ländern.

Bayern verleiht jährlich und jeweils für drei Jahre das Qualitätssiegel "Umweltbildung.Bayern" an außerschulische Einrichtungen, Netzwerke und selbstständig Tätige im Bereich Umweltbildung/BNE. Berlin und Sachsen-Anhalt erarbeiten derzeit in einem partizipativen Prozess landesweite BNE-Leitbilder. Der "Qualitätskatalog für außerschulische Anbieterinnen und Anbieter von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Land Brandenburg" bildet die Grundlage für die im Jahr 2020 erstmalig vergebenen Zertifizierungen. Seit 2018 zertifiziert Nordrhein-Westfalen außerschulische Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen als "Einrichtung der Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Zusätzlich bietet auch der Gütesiegelverbund Weiterbildung NRW e.V., als anerkannte Zertifizierungsstelle des Landes NRW, die BNE-Zertifizierung NRW an. Die hier zugrundeliegenden BNE-Qualitätskriterien wurden speziell für die Einrichtungen der gemeinwohlorientierten Weiterbildung entwickelt. Hessen verleiht gemeinsam mit den Umwelt-, Kultus- und, Sozialministerien- und unter Mitwirkung des Wirtschaftsministeriums die Auszeichnung als "Zertifizierter Bildungsträger BNE für nachhaltige Entwicklung in Hessen“. Thüringen verleiht "Qualitätssiegel Bildung für nachhaltige Entwicklung für non-formale außerschulische Anbieter*innen" aus allen Bildungsstufen. Im Rahmen der "NUN – Norddeutsch und Nachhaltig" Zertifizierung für außerschulische Lernorte werden in mittlerweile vier Bundesländern (Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein) seit knapp 15 Jahren außerschulische Lernorte für ihre BNE-Arbeit ausgezeichnet. Auch Rheinland-Pfalz und das Saarland verfügen über ein gemeinsames Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystem für außerschulische BNE-Bildungsanbieter.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Auszeichnung von Vorreiterschulen für BNE

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Schule

Bei der Auszeichnung von Vorreiterschulen für BNE kooperieren die Umweltressorts der Länder mit den Schul- und Kultusministerien und weiteren Akteurinnen und Akteuren (siehe hierzu im Detail Kapitel 3.3.4.1, KMK Schule, "Vorreiterschulen für BNE und Globales Lernen"). Im "Schuljahr der Nachhaltigkeit" des Hessischen Umweltministeriums werden Nachhaltigkeitsthemen in Lernwerkstätten jeweils in einem ganzen Jahrgang einer Grundschule bearbeitet und im Rahmen des "Whole School Approaches" mit der gesamten Schulgemeinde umgesetzt. Die Grundschulen können sich um die Auszeichnungen "Schuljahr" beziehungsweise "Schule der Nachhaltigkeit" bewerben und gehören dann zum Schulnetzwerk "Nachhaltigkeit lernen in Hessen".

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm ENSA

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ fördert über Engagement Global internationale Schulpartnerschaften mit dem Globalen Süden vor allem über das ENSA-Programm.

ENSA fördert im Berichtszeitraum jährlich bis zu 50 Lernreisen für entwicklungspolitische Schulpartnerschaften, an denen pro Jahr bis zu 1.000 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte allgemein- und berufsbildender Schulen sowie NRO-Vertretende aus Deutschland und dem Globalen Süden beteiligt sind. Das Programm bietet Gelegenheit, sich im Rahmen der Schulaustauschreisen sowie der von ENSA organisierten pädagogischen Begleit- und Qualifizierungsmaßnahmen intensiv mit Fragen globaler Herausforderungen auseinanderzusetzen. Die Programmmaßnahmen wurden aufgrund der Corona-Pandemie seit März 2020 entweder verschoben oder virtuell durchgeführt.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Lernportale zu BNE

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Verschiedene Länder stellen ländereigene Lernportale zu BNE zur Verfügung, unter anderem "Future:N" aus Baden-Württemberg, Internetportal für politische Bildung für bayrische Schulen mit eigenem Bereich BNE, Hamburger Bildungsserver, hessisches BNE-Portal, BNE-Portal in Nordrhein-Westfalen bei der "Fach- und Koordinierungsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung", BNE-Portal des Bildungsservers Rheinland-Pfalz, sächsisches BNE-Portal/sächsisches Portal schulische Qualitätsentwicklung.

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Zusammenarbeit mit Schulbuchverlagen und offene Bildungsmaterialien

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ fördert über Engagement Global in Zusammenarbeit mit Verlagen, Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktikern und Vertreterinnen und Vertretern von Zivilgesellschaft die Entwicklung von Lern- und Lehrmaterialien auf Grundlage des BMZ/KMK-Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung.

im Rahmen des Umsetzungsprozesses des Orientierungsrahmens werden unter anderem Schulbuchverlage beraten. 2018 wurden die Verlagsleitungen und weitere Führungskräfte der Verlage für Bildungsmedien über die aktuellen Entwicklungen im Bereich BNE in einer Veranstaltung am Rande der Bildungsmesse didacta informiert. In einer Fortbildung für Redakteure und Autoren konnte im November 2019 in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus sowie Arche Nova e.V. konkret für Verlagsmitarbeitende gezeigt werden, wie Verlage BNE in ihren Materialien nutzen können. Eine Handreichung für Verlage soll 2021 vorgelegt werden.

Im Bereich von "Open Educational Resources", (OER, offene Bildungsmaterialien) wurden im Jahr 2019 ein Positionspapier zur wechselseitigen Ergänzung von BNE und offenen Bildungsmaterialien sowie zahlreiche entsprechende Materialien veröffentlicht. Des Weiteren wurden Erklärvideos als OER zu Themen der Nachhaltigen Entwicklung erstellt, die sich sowohl für den direkten Einsatz im Unterricht als auch für die Integration in andere Materialien eignen.

© Engagement Global

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Lernort/Sozialraum, Kooperation und BNE

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

In allen Ländern beruht Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf der engen Kooperation mit außerschulischen Bildungspartnerinnen und -partnern. Landesregierungen unterstützen deren Qualitätsentwicklung durch Auditierung und Zertifizierung, unter anderem "NUN (norddeutsch und nachhaltig)-Zertifizierung" von außerschulischen Bildungseinrichtungen als gemeinsame Länderinitiative von Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, Zertifikat "Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung" in Hessen, BNE-Zertifizierung von außerschulischen Bildungs- und Weiterbildungsanbietern in Nordrhein-Westfalen, "LernOrte Nachhaltigkeit" in Rheinland-Pfalz, "Zukunft bilden – BNE zertifiziert" als gemeinsame Zertifizierungsstelle in Rheinland-Pfalz und Saarland und "Thüringer Qualitätssiegel BNE".

© Jan Laackmann - Büro für Kultur- und Medienprojekte gGmbH

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Förderung der Internetplattform "Die Eine Welt Internet Konferenz" (EWIK)

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Schule

Das BMZ fördert über Engagement Global die Bündelung von Online-BNE-Materialien zum BMZ/KMK-Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung auf der Internetplattform Die Eine Welt Internet Konferenz (EWIK).

Die im Rahmen der Länderinitiativen zur Umsetzung des Orientierungsrahmens entwickelten Materialien zu BNE bzw. zum Globalen Lernen werden dem EWIK-Portal zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2020 wurden mehr als 80 umfangreiche Lern- und Lehrmaterialien zu Möglichkeiten der Berücksichtigung von BNE in Schule erstellt. Damit wird ein großes Spektrum sowohl an Themen wie auch an didaktischen Grundsätzen und strukturellen Vorgaben des Orientierungsrahmens der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Insgesamt werden jedes Jahr rund 25.000 Downloads von BNE-Materialien auf der EWIK-Plattform getätigt.

Weiterführender Link:

Internetplattform "Die Eine Welt Internet Konferenz" (EWIK)

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Aus-, Fort- und Weiterqualifizierungsprogramme 

Umweltministerkonferenz (UMK)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Verschiedene Länder bieten innerhalb der oben genannten Strukturen Aus-, Fort- und Weiterqualifizierungsprogramme im Bereich der non-formalen und informellen BNE an.

In Bayern führen Einrichtungen, die das Qualitätssiegel "Umweltbildung.Bayern" tragen, bereits seit 2006 jährlich Qualifizierungsworkshops für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der außerschulischen Umweltbildung/BNE durch. Ergänzend zur BNE-Zertifizierung hat die BNE-Agentur in Nordrhein-Westfalen ein Angebot zur Weiterqualifizierung von BNE- Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren der non-formalen Kinder-; Jugend- und Erwachsenenbildung entwickelt. Das BNE-Qualifizierungsangebot wird seit 2019 als Modellvorhaben erprobt und seitdem weiterentwickelt. In Sachsen-Anhalt bildet die BNE-Koordinierungsstelle des Landes seit 2019 BNE-Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren fort und weiter. Auch in Brandenburg führt die Servicestelle BNE Weiterbildungen durch und bietet Fach- und Informationsveranstaltungen an.  Um die Perspektiven zur Aus- und Weiterbildung junger BNE-Change Agents zu stärken, führte der landesgeförderte Kinder- und Jugendring Sachsen einen Vergleich der Bundesländer zum Stand der Integration von BNE in den Ausbildungsworkshops zur bundesweiten Jugend Leiter Card (JuLeiCa) durch. Hessen unterstützt Berufstätige, die durch ihre Arbeit einen Beitrag zu BNE und den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) leisten möchten, durch eine Fortbildungsreihe zu Umwelt- und Klimabildung im Sinne einer BNE. In Schleswig-Holstein erscheint jährlich ein Programmheft des Bildungszentrums für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR) mit Informationen zu BNE-Veranstaltungen, zum Beispiel im Bereich Qualifikation für Beruf und Ehrenamt, die teils auch von Kooperationspartnern durchgeführt werden.

Weiterführender Link:

Jahresprogramm 2020 des Bildungszentrums für Natur, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Bildungswettbewerb für Nachhaltigkeit "Zukunft, fertig, los!"

Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat 2017/18 den Bildungswettbewerb für Nachhaltigkeit "Zukunft, fertig, los!" durchgeführt, der auf neue Ideen und Ansätze zur Kommunikation, Bekanntmachung und Verbreitung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) in den klassischen Bildungsbereichen aufmerksam machen und diese befördern sollte.

Die besten 22 der knapp 100 eingereichten Ideen wurden von einer Jury aus Expertinnen und Experten nominiert und konnten ihren Projektansatz vor 15 Förderern aus Stiftungen, Unternehmen und Politik in einem "Speed-Dating"-Format vorstellen. Rund 50 Prozent der nominierten Projektideen haben im Nachgang der Veranstaltung Förderangebote beziehungsweise konkrete Förderzusagen erhalten.

Weiterführender Link:

SDG-Bildungswettbewerb

© Rat für Nachhaltige Entwicklung, Illustration: Iantrei/Shutterstock.com

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Programm „Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland“ (EBD)

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Bildungsbereich
Non-formales und Informelles Lernen/Jugend

Mit dem Programm "Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland" (EBD), das Engagement Global gGmbH im Auftrag des BMZ durchführt, wird das Ziel verfolgt, Menschen in Deutschland, die bisher wenig bis keinen Kontakt zu entwicklungspolitischen Themen hatten, im Bereich der Ausbildung/tertiären Bildung, der non-formalen und informellen Bildung, in unterschiedlichen Arbeitszusammenhängen und Lebenssituationen für eine nachhaltige Entwicklung zu sensibilisieren und zu entsprechendem Handeln zu ermutigen. Die Umsetzung von EBD wird daher auch am lokalen Bedarf vor Ort ausgerichtet. Um dies zu gewährleisten, wird das EBD-Programm von den dezentralen Außenstellen durchgeführt. Es gibt sechs Außenstellen in Berlin (zuständig für die Länder Berlin und Brandenburg), Düsseldorf (zuständig für Nordrhein-Westfalen), Hamburg (zuständig für Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein), Leipzig (zuständig für Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen), Mainz (zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) sowie Stuttgart (zuständig für Baden-Württemberg und Bayern). Damit wird in Kooperation und im regelmäßigen Austausch mit der Zivilgesellschaft vor Ort und mit ihren Netzwerken sowie mit kommunalen Partnern die lokale Verankerung von entwicklungspolitischen Themen angestrebt. Aktuelle Schwerpunktthemen sind: die Vermittlung der Agenda 2030, fairer Handel und nachhaltiges Wirtschaften, Flucht und Migration sowie Friedens- und Sicherheitspolitik. Diese Themen werden durch ein breites Spektrum an Formaten und Methoden vermittelt, um individuell und maßgeschneidert auf die verschiedenen Zielgruppen wie junge Berufstätige und Auszubildende, Studierende, zuzugehen.

Weiterführender Link:

"Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland" (EBD) (Standorte)

Dieser Beitrag trägt zur Erreichung folgender SDGs bei:

Vorreiterschulen für BNE und Globales Lernen

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz, KMK)

Bildungsbereich
Schule

Initiativen für Vorreiterschulen für BNE und Globales Lernen, die sich insbesondere im Rahmen der Unterrichts- und Schulentwicklung die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) zur Leitschnur ihres pädagogischen Handelns machen, werden in allen Ländern unterstützt. Kennzeichen sind die Beteiligung von Nichtregierungsorganisationen als Schulpartnerinnen und die Bildung von Netzwerken. Zu unterscheiden sind länderspezifische und bundesweit agierende Initiativen.

a) Landeseigene Initiativen: Modellprojekt "Nachhaltigkeitsorientierte Schulentwicklung" in der Region Heidenheim in Baden-Württemberg, "Modellschulen nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen" in Berlin, "Schulen des Globalen Lernens in der Lausitz" in Brandenburg, "Klimaschulen" unter anderem in Hamburg und Sachsen, "Umweltschulen" in Hessen , "Schulen der Zukunft" in Nordrhein-Westfalen, "BNE-Modellschulen M-V" in Mecklenburg-Vorpommern, "BNE-Schulen" in Rheinland-Pfalz, "Schulen der Nachhaltigkeit" im Saarland, "Öko-Schulen" in Sachsen-Anhalt, "Zukunftsschule.SH" in Schleswig-Holstein, "Thüringer Nachhaltigkeitsschulen – Umweltschulen in Europa". Häufig erfolgen diese schulischen Initiativen in Zusammenarbeit mit den Umweltressorts und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

b) Bundesweit agierende Initiativen: UNESCO-Projektschulen, UNESCO-Baltic Sea Project-Schulen, Club-of-Rome-Schulen, Verbraucherschulen (vzbv Bundesverband), FairTrade-Schools, "Eco-Management and Audit Scheme"-(EMAS)-Schulen (in Baden-Württemberg), "Umweltschulen in Europa – Internationale Nachhaltigkeitsschulen" unter anderem in Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Naturparkschulen (Verband Deutscher Naturparke e.V.), "Grenzenlos – Schulen" (Globales Lernen in der beruflichen Bildung für berufsbildende Schulen) in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

c) Netzwerke: "BNE-Schulnetzwerk" (adressiert an alle Schulen des Landes) in Baden-Württemberg, "BNE-Netz Bremen" (Koordination durch das Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz), Schulnetzwerk "Nachhaltigkeit lernen in Hessen", Regionale BNE-Netzwerke in Hessen (finanziert durch das Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), "Netzwerk der anerkannten außerschulischen Lernstandorte BNE" in Niedersachsen, "Landesnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung" Nordrhein-Westfalen (gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz), "Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) e.V." zur Förderung von Kooperationen zwischen Schulen und nichtstaatlichen entwicklungspolitischen Initiativen im Bereich des Globalen Lernens.

© Steffen Weßler, promotion pictures für proWin Pronature Stiftung

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