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Deutsche UNESCO-Kommission zeichnet Minden und Neumarkt für Bildungsarbeit aus

 
 

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat Minden und Neumarkt i. d. Oberpfalz  für ihre herausragende Bildungsarbeit als Kommunen der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Sie erhalten die Auszeichnung am Mittwoch, 24. November, im Rathaus der Stadt Neumarkt. Außerdem werden dort weitere 58 Bildungsinitiativen aus ganz Deutschland als Projekte der UN-Dekade gewürdigt.

Minden und Neumarkt erhalten die Auszeichnung der Deutschen UNESCO-Kommission bereits zum wiederholten Mal, weil sie die Ideen der Bildung für nachhaltige Entwicklung vorbildlich umsetzen. Sie sind damit Kommune der Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, einer weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen. Sie tragen dazu bei,  eine neue Art des Lernens bekannt zu machen: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Dieses Konzept bereitet Menschen darauf vor, Herausforderungen wie Klimawandel und Globalisierung zu bewältigen und sich in der Welt von morgen zurechtzufinden. Ziel der von 2005 bis 2014 laufenden UN-Dekade ist es, BNE vom Kindergarten bis zur Hochschule, in außerschulischen Einrichtungen und der Berufsausbildung zu verankern.

Minden: Bürger tragen Engagement in die Region

„In Minden trägt ein breites Bündnis von Vereinen und Verbänden die städtische Initiative für Bildungsangebote, die nachhaltiges Denken und Handeln vermitteln. Bürgerschaft und Stadt arbeiten vorbildlich Hand in Hand, um das Engagement über die Kommune hinaus auch in die Region zu tragen“, begründete Prof. Gerhard de Haan, Erziehungswissenschaftler und Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade, die Auszeichnung.


Minden erhält die Auszeichnung bereits zum zweiten Mal. Keimzelle der Arbeit ist das Stadtviertel Obere Altstadt. Dort  und von dort aus organisieren Nicht-Regierungsorganisationen (NRO), Kirchen und andere Bildungsträger regelmäßig Veranstaltungen und Projekte. So haben im Stadtteil Bärenkämpen Bürger verschiedener Herkunft einen internationalen Garten angelegt und das Viertel so ökologisch gestaltet. Die neue Arbeitsstelle „Nachhaltige Bildungslandschaft“ bündelt  strategische und praktische Aktivitäten. Für Schulen werden von hier im Rahmen dieser Initiative zum Beispiel gemeinsam mit Unternehmen, Kirchen, der Weltladen und anderen Akteuren Unterrichtsangebote rund um Klimawandel und Energie  organisiert. Berufsschüler unterstützen die Experten aus Wirtschaft und NROs dabei, Aspekte dieser Themen im Unterricht zu behandeln und Schülern während einer Projektwoche Zukunftsberufe in der Solar- oder anderen grünen Branchen näher zu bringen.

Neumarkt: Als erste Kommune zum dritten Mal ausgezeichnet

„Neumarkt hat schon vor vielen Jahren die Vision einer nachhaltigen Kommune formuliert und kommt diesem Ideal mit großen Schritten näher. Bildung spielt dabei eine herausragende Rolle. Neumarkt ist auch deshalb die erste Kommune in Deutschland, die zum dritten Mal die Auszeichnung als Kommune der UN-Dekade erhält“, so de Haan.

Neumarkt fördert zahlreiche Initiativen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung vermitteln. Der „Erlebnisraum Nachhaltigkeit“ zeigt Kindern und Jugendlichen spielerisch, warum zum Beispiel fair gehandelter Kaffee eine gute Wahl ist oder was Fußbälle mit Kinderarbeit zu tun haben. Solche und
andere Zusammenhänge der Globalisierung bringt auch das Projekt „Eine Welt macht Schule“ in die Neumärkter Klassenzimmer. Zu den Modellprojekten gehört auch das Bürgerhaus Neumarkt. Als Anlaufstelle für alle Bürger bietet es Unterstützung von der Kinderbetreuung über Beratung zum Thema Klimaschutz und Energiesparen bis zu Möglichkeiten, selbst aktiv das Gemeindeleben mitzugestalten, etwa im Interkulturellen Bürgerforum. Das Bürgerhaus deckt damit viele Aspekte nachhaltiger Entwicklung ab, bringt sie zusammen und vermittelt nachhaltiges Handeln in allen Lebensbereichen. Die Mitarbeiter organisieren außerdem die Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz, die einmal pro Jahr renommierte Experten wie Dr. Klaus Töpfer oder Ernst Ulrich von Weizäcker in die 40.000-Einwohner-Stadt bringt. Mit dem neu erschienenen Stadtleitbild „Neumarkt – Starke Stadt“ ist die Nachhaltigkeit als Querschnittsthema der Stadtentwicklung verankert worden.

UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Die notwendigen Fähigkeiten dazu – etwa Teamfähigkeit oder interdisziplinäres Denken – vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung. Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, diese Art des Lernens in ihren Bildungssystemen zu verankern. Auf der Grundlage eines einstimmigen Bundestagsbeschlusses koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die deutschen Aktivitäten zur UN-Dekade. Dazu hat sie ein Nationalkomitee mit Experten berufen, das die Umsetzung begleitet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Arbeit.

Projekte und Kommunen

Darüber hinaus zeichnet die Deutsche UNESCO-Kommission Projekte und Kommunen für herausragendes Engagement im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung aus. Mehr als 1000 solcher Dekade-Projekte und elf Kommunen in ganz Deutschland zeigen, wie die Idee „Nachhaltigkeit lernen“ in der Praxis funktioniert.

Kontakt vor Ort:

Heidi Consentius
UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“
Arbeitsstelle beim Vorsitzenden des Nationalkomitees
Tel.: +49 (0)171-2745403

Detail-Infos
Datum: 24.11.2010