Workshop der UNESCO-Projektschulen in Indien

Wie kann nachhaltiges Wirtschaften und Konsumieren aussehen? Wie verhalten sich Traditionen zu gesellschaftlichem Wandel? Diesen und weiteren Fragen widmeten sich 27 Jugendliche und Erwachsene aus indischen und deutschen Schulen in einem Workshop im indischen Trivandrum. Die Veranstaltung war Teil des neuen Vorhabens „START UP“ der UNESCO-Projektschulen. Diese kooperieren weltweit und setzen sich für interkulturelles Lernen ein.  

„START UP“ ermutigt Jugendliche, lokale Projekte mit Bezug zu den im UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung verankerten Nachhaltigkeitszielen zu entwickeln, umzusetzen und in einem bilateralen Dialog zu evaluieren. In diesem Sinne erarbeiteten die Teilnehmenden beim Workshop vier Tage lang  gemeinsame Projektpräsentationen.

Als Grundlage hierfür diente unter anderem eine eintägige Exkursion in die ländliche Non-Profit Community „Mitraniketan“, die vor Ort Bildung und Berufsperspektiven für die etwa 400 Bewohnerinnen und Bewohner ermöglicht. Die Organisation pflegt seit vielen Jahren eine intensive Partnerschaft mit dem Karlsruher Heisenberg-Gymnasium, einer UNESCO-Projektschule. Mitraniketan gilt als herausragendes Beispiel für ein tragfähiges Konzept jenseits ökonomischer Wachstumsorientierung.

Die Teilnehmenden beschäftigten sich außerdem mit Themen wie „Global Citizenship“, „Energy for all – a Utopia“ oder „Consumption – your personal responsibility“. Ein Filmprojekt beleuchtete niedrigschwellige Ideen für die „Degrowth Society“, eine szenische Installation beschäftigte sich mit Migration.

Workshop legt Grundstein für langfristigen Austausch

Bis heute existieren relativ wenige Schulpartnerschaften zwischen Deutschland und Indien. Das „START UP“-Projekt soll die entstandenen Kontakte künftig vertiefen. Im weiteren Prozess sollen stabile, partnerschaftliche Austauschformate entstehen, in denen sich die Beteiligen gemeinsam und kulturübergreifend mit den wichtigsten Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft auseinander setzen. Die Veranstaltung in Trivandrum legte hierzu den Grundstein, Inder und Deutsche lernten sich kennen und besprachen weitere notwendige Schritte.

UNESCO-Projektschulen in Deutschland und weltweit

In Deutschland gibt es bundesweit 250 UNESCO-Projektschulen. Sie sind ganz „normale” Schulen, aber mit einer besonderen Schwerpunktsetzung: UNESCO-Projektschulen engagieren sich für eine Kultur des Friedens, für den Schutz der Umwelt, für eine nachhaltige Entwicklung und für einen gerechten Ausgleich zwischen Arm und Reich. Das Schulleben gestalten sie im Sinne des interkulturellen Lernens. Das übergeordnete Bildungsziel der UNESCO-Projektschulen lautet: Zusammenleben lernen in einer pluralistischen Welt in kultureller Vielfalt. Die Projektschulen initiieren Partnerschaftsprojekte und internationale Projekttage mit Schulen aus anderen Ländern. Sie führen Seminare, Tagungen und Austauschprogramme durch.  Das deutsche UNESCO-Projektschulnetz wird vom Auswärtigen Amt und von den Ländern gefördert, das Auswärtige Amt förderte auch den Workshop in Trivandrum.

Weltweit sind über 10.000 Schulen in über 180 Ländern Mitglieder des internationalen Netzwerkes der Projektschulen (UNESCO Associated Schools Project Network). Dieses wurde 1953 unter Beteiligung Deutschlands gegründet. Es soll dazu dienen, Friedens- und Demokratieerziehung, Förderung einer Erinnerungskultur, Menschenrechtsbildung, Leben in Vielfalt und Bildung für nachhaltige Entwicklung in Schulprofilen sowie im Alltag und der pädagogischen Arbeit ausgewählter Schulen wirkungsvoll zu verankern.

„For me, this was indeed a wake- up call; it alarmed me. It told me that there’s a vast universe out-side the bubble I was living in, there was so much to explore, experience and enjoy.”“
Anu Swaraj
Teilnehmerin des Workshops