UNESCO Week on Peace and Sustainable Development

Über 400 Akteure trafen sich bei der UNESCO Week on Peace and Sustainable Development vom 6. bis 10. März 2017 in Ottawa, Kanada. Mit dabei: die deutschen Mitglieder der internationalen Partnernetzwerke der UNESCO zum Weltaktionsprogramm sowie 50 Jugenddelegierte.

Über 400 Experten, Entscheidungsträger und Akteure aus der ganzen Welt, darunter die deutschen Mitglieder der internationalen Partnernetzwerke der UNESCO zum Weltaktionsprogramm sowie 50 Jugenddelegierte kamen vom 6. bis 10. März 2017  für die UNESCO Week on Peace and Sustainable Development in Ottawa, Kanada, zusammen.

Minister a.D. Walter Hirche, Internationaler Berater der Nationalen Plattform BNE
„Die UN-Agenda 2030 mit ihren Zielen für eine nachhaltige Entwicklung der Welt macht den Austausch der Staaten und aller zivilgesellschaftlichen Organisationen unabdingbar. Die UNESCO-Konferenz in Ottawa hat dafür viele nützliche Anregungen gegeben. Es hat sich gezeigt, daß nirgendwo ein Patentrezept besteht. Auch wir Deutschen müssen für unseren Weg „Vom Projekt zur Struktur“ international noch weiter werben.“

In interaktiven Sitzungen tauschten die Teilnehmenden Erfahrungen und Beispiele guter Praxis zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Global Citizenship Education (GCED) aus und diskutierten den Beitrag von BNE und GCED zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs). Die Expertinnen und Experten stellten neue pädagogische Ansätze und Trends vor und diskutierten Strategien, um das SDG Ziel 4.7 umzusetzen. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Rolle von Lehrenden für das Erreichen der Ziele der globalen Nachhaltigkeitsagenda.

Die UNESCO Week brachte dabei zwei Veranstaltungen unter ein Dach: Das „Review Forum for the UNESCO Global Action Programme (GAP)“ legte ein besonderes Augenmerk auf BNE Fortschritte in der Implementierung des Weltaktionsprogramms seit 2014 und diskutierte weitere Schritte. Das „Third UNESCO Forum on Global Citizenship Education (GCED): The Role of Teachers“ widmete sich der zentralen Bedeutung von Lehrenden für GCED.

Eine gemeinsam organisierte Session des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des japanischen Bildungsministeriums (Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology) und des kenianischen Bildungsministeriums diskutierte verschiedene politische Möglichkeiten, die praktische Umsetzung von BNE zu unterstützen. Eine Vertreterin des japanischen Bildungsministeriums präsentierte Japans strukturelle Förderung von BNE, die u.a. die Rolle der UNESCO-Projektschulen als Multiplikatoren für BNE in den Vordergrund rückt. Je eine Vertreterin des BMBFs, der Fachforen und der Partnernetzwerke in Deutschland stellten gemeinsam den bundesweiten, partizipativen Prozess zur Erarbeitung eines Nationalen Aktionsplans vor. Die Vertreterin des kenianischen Bildungsministeriums wiederum erläuterte Kenias Umsetzung, BNE als Querschnittsthema sowohl in Bildungsinstitutionen als auch in das Curriculum zu integrieren.

Katja Hintze M.A. phil., Vorstandsvorsitzende Stiftung Bildung und Co-Vorsitzende des Fachforums Schule
„Zwei Dinge des BNE-Prozesses in Deutschland sind für mich ganz besonders. Dieses wollte ich mit der Weltgemeinschaft teilen, um anderen Ländern Anregungen für sich selbst mit zu geben: 1. Der partizipativ groß angelegte bundesweite Prozess zur Erstellung des nationalen Aktionsplans zu BNE und 2. die Jugendbeteiligung im Rahmen der nationalen Plattform zu BNE, die von der Jugend gefordert und angeregt wurde und sich jetzt in der Umsetzungsphase befindet. Beide Punkte stießen bei der Weltgemeinschaft auf reges Interesse und ich bin mir sicher, dass es die eine oder andere Nachahmung geben wird. Darüber würde ich mich sehr freuen!“
Barbara Hemkes, Leiterin des Arbeitsbereichs „Qualität, Nachhaltigkeit, Durchlässigkeit“ im Bundesinstitut für Berufsbildung, Sprecherin des Partnernetzwerks „Berufliche Aus- und Weiterbildung“
„Die Ernsthaftigkeit und Vielfalt der Aktivitäten im Weltaktionsprogramm und dessen große Nähe zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) wurde in Ottawa beeindruckend deutlich. Die partizipativ angelegte deutsche Umsetzungsstrategie ist für viele Partner beispielgebend, aber auch wir können von den anderen lernen, z.B. bei der Verknüpfung von formalen und non-formalen Bildungsbereichen. Deutlich wurde zudem, dass es wichtig ist, alle Bildungsbereiche zu berücksichtigen, so wie es in der nationalen Plattform umgesetzt wird. BNE ist eben nicht nur eine Herausforderung für die Schulen und Hochschulen sondern für die gesamte bildungbiografische Entwicklung von der frühkindlichen Bildung bis hin zur beruflichen Weiterbildung.“

Präsentiert wurde zudem eine neue Publikation der UNESCO, „Education for Sustainable Development Goals: Learning Objectives“, welche Lehrende und politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger darin unterstützen soll, die SDGs in den Unterricht und in die Lehrpläne zu integrieren.

Begleitend zur UNESCO Week wurde zudem ein Aufruf an Jugendliche zu einem Fotowettbewerb zum Thema BNE und GCED gestartet, und ein Videospiel zum Thema der SDGs vorgestellt.

 

Mareike Hachemer, Jugenddelegierte der UNESCO Week
„Die UNESCO-Woche für die Rolle von Bildung für Frieden und Nachhaltige Entwicklung hat für mich bestätigt: Es ist unabdingbar, dass wir Schülern helfen, Weltbürger zu werden, die denken, fühlen und handeln können und damit auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu Nachhaltigkeit und Frieden beitragen. Es gibt 1,2 Milliarden Schüler in den Schulen weltweit und 270 Millionen, die derzeit ohne Bildung ihrer Chancen beraubt werden. Die UNESCO-Woche in Ottawa hat mich darin bestärkt, mich weiterhin - zusammen mit vielen Mitstreitern - dafür einzusetzen, dass Lehrende und Lernende erkennen können, wie groß ihr Einfluss auf diese Welt sein kann und wie sie miteinander so lernen können, dass wir alle gemeinsam die Weltziele für Nachhaltige Entwicklung erreichen können: Eine gesunde Welt in Frieden, ohne Hunger, Armut und Ungerechtigkeit.“

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung und Global Citizenship Education zielen darauf ab, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung einer nachhaltigen und friedlichen Gesellschaft erlangen, und auf diese Weise zur Verwirklichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele beitragen.