Neue BNE-Impulse aus Südafrika

19 Expertinnen und Experten aus 14 Ländern trafen sich vom 13. bis 15. Juni 2017 zum dritten internationalen UNESCO-Symposium mit lokalen Akteuren in Stellenbosch, Südafrika, um Impulse von Bildung nachhaltiger Entwicklung (BNE) für wirtschaftlich benachteiligte Gemeinden und Regionen zu diskutieren.

UNESCO-Symposium in Südafrika

Wie können BNE-Lernerfahrungen dazu beitragen, Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung in wirtschaftlich benachteiligten Gemeinden und Regionen zu bewältigen? Wie können Einstellungen, Werte und Lebensstile sowie innovative Pädagogik und technologiebasierte Lernumgebungen im Kontext von Entwicklungsländern und für Menschen in wirtschaftlich schwierigen Situationen in den Blick genommen werden?

Um über aktuelle BNE-Methoden im Kontext von Armut und über die Zukunft von BNE zu diskutieren, versammelten sich vom 13. bis 15. Juni 2017 internationale Expertinnen und Experten sowie lokale Akteure für ein UNESCO-Symposium in der südafrikanischen Stadt Stellenbosch, rund 50 km von Kapstadt entfernt.

Die dreitägige Veranstaltung regte lokale Akteure und Experten verschiedener Disziplinen dazu an, Gedanken auszutauschen und Narrative zu teilen. Die 19 Teilnehmenden kamen aus 14 Ländern – darunter Australien, Österreich, Kanada, Ägypten, Deutschland, Indonesien, Japan, Kenia, Republik Korea, Marokko, Niederlande, Nigeria, Südafrika und Simbabwe. Sie repräsentierten unterschiedliche Disziplinen, in denen sie sich auf Nachhaltigkeit konzentrieren: Recht, Medien, Stadtplanung, Wirtschaftswissenschaften, Lehrerausbildung und Jugend.

Das Symposium in Stellenbosch war das dritte in einer Reihe von insgesamt vier Symposien, welche die UNESCO ins Leben gerufen hat, um neue Ideen zu entwickeln und die Relevanz und Kontinuität von BNE über das Weltaktionsprogramm hinaus sicherzustellen.

Projektbesuch im Township

Die Teilnehmenden besuchten eine High School, in der Nähe des Townships Enkanini, wo Sie sich mit den Lehrkräften zu ihrer Arbeit austauschten: “Im Leben der Kinder, außerhalb der Schule, geht es vor allem ums Überleben ", sagte ein Lehrender. “Pädagogische Aktivitäten neigen dazu, sich auf das Klassenzimmer zu beschränken, weil die Kinder sie außerhalb nicht fortführen können.“ Wichtig sei, Bildungsprogramme den jeweiligen örtlichen Begebenheiten anzupassen, besonders wenn es sich um wirtschaftlich benachteiligte Regionen handelt.

Das 2013 gegründete Solarenergie-Projekt iShack versorgt über 1.000 Haushalte im Township Enkanini mit Strom. Bei ihrem Besuch erfuhren die Symposiumsteilnehmer, wie das Projekt den Alltag der Gemeindebewohner mit Hilfe grüner Technologien verbessert und zugleich die lokale Wirtschaft fördert.

Relevanz von Stadtplanung und Lebensbedingungen für BNE

Am zweiten Tag besuchten die Teilnehmenden eines der ärmsten Townships Kapstadts - Khayelitsha – mit einer geschätzten Einwohnerzahl von 2 Millionen.

Bei einem Besuch des Informal Settlement Network (ISN), einer Allianz örtlicher Organisationen zur Armutsbekämpfung, betonten die Netzwerkinitiatoren die Bedeutung von Themen wie Urbanisierung, Ausbeutung und Umsiedlungen sowie Ungleichheit, Gewalt und Unsicherheit für BNE.

Kinder einer Grundschule des Townships erzählten, dass sie sich mehr Sicherheit in der Gemeinde und Wohlergehen für die Kinder wünschen. Sie selbst würden gerne zur Verbesserung ihres Umfelds beitragen.

Bezüglich der Bedeutung von BNE und den Nachhaltigen Entwicklungszielen, betonten die Teilnehmer zum Abschluss des Symposiums, dass die BNE der Zukunft relevant, verantwortlich und reflexiv sein müsse.