Handlungsleitfaden: Lernende Städte und die SDGs

Die Publikation „Learning Cities and the SDGs“ des UNESCO-Instituts für lebenslanges Lernen zeigt, wie Städte globalen Herausforderungen wie Klimawandel und Bevölkerungswachstum lokal begegnen. Im Mittelpunkt: konkrete Handlungsansätze und Beispiele guter Praxis.

Wie finden Städte lokale Lösungen für globale Herausforderungen?

Im Jahr 2030 werden voraussichtlich sechs von zehn Menschen in Städten leben. Sie ziehen oft dorthin, um Arbeit zu finden, verursachen aber auch jede Menge Müll und Abgase. In Städten spiegeln sich also globale Herausforderungen, gleichzeitig finden sich dort enorme Potenziale, diesen zu begegnen. Der Handlungsleitfaden „Learning Cities and the SDGs: A Guide to Action“  des UNESCO-Instituts für lebenslanges Lernen zeigt, wie Lernende Städte die 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen lokal umsetzen.

Im Mittelpunkt stehen Beispiele guter Praxis, Handlungsempfehlungen und Leitfragen, die auf den Erfahrungen der Mitglieder des Globalen Netzwerkes lernender Städte (GNLC) basieren. Diese gliedern sich entlang der drei Säulen von Nachhaltigkeit: lernende Städte werden „grün“ und gesund  (ökologisch nachhaltig), gerecht und inklusiv (sozial nachhaltig), sie fördern außerdem Unternehmen und angemessene Arbeitsplätze (ökonomisch nachhaltig). Als vierte wichtige Dimension betrachtet der Leitfaden kulturelle Aspekte. Alle vier Bereiche hängen miteinander zusammen.

Die Publikation verdeutlicht mit Praxisbeispielen, wie lernende Städte in diesen vier Bereichen nachhaltige Entwicklung voranbringen. Die Leitfragen helfen, vorhandene Potenziale und Bedarfe zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Dabei wird deutlich, dass die Ziele der lernenden Städte sich in großen Teilen mit denen der SDGs überschneiden. Die Publikation verdeutlicht dies anhand von fünf Beispielen aus den erwähnten Themenbereichen. Besonders wichtig seien für Lernende Städte SDG 4 (inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern) und SDG 11 (Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen).

Internationales Netzwerk Lernender Städte und nachhaltige Stadtentwicklung

Der Handlungsleitfaden baut auf dem Cork Call to Action for Learning Cities auf, den das Netzwerk Lernender Städte im September 2017 bei seiner dritten internationalen Konferenz in Irland beschlossen hatte. Die UNESCO hatte das Netzwerk ins Leben gerufen, um lernenden Städten eine Austauschplattform zu bieten. Inzwischen sind 195 Städte aus 47 Staaten aller Kontinente Mitglieder des Bündnisses.

Warum Bildung für nachhaltige Entwicklung in Städten wichtig ist und wie Städte weltweit diese anwenden, erfahren Sie in unserem Dossier zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Den Beitrag deutscher Kommunen zum Weltaktionsprogramm BNE beschreibt das Dossier zu Kommunen. Über 150 Akteure der deutschen BNE-Landschaft beschäftigen sich in Deutschland mit dem Thema "Nachhaltige Städte und Gemeinden.“