BNE und die UN-Klimakonferenz

Vom 6. bis 17. November 2017 fand die UN-Klimakonferenz in Bonn statt. Zum 23. Mal trafen sich Diplomaten, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft aus aller Welt, es kamen mehr als 20.000 Teilnehmer. Das BNE-Portal hat anlässlich der Konferenz Beiträge zum Thema Bildung und Klima veröffentlicht.

Die UN-Klimakonferenzen

Das Klima verändert sich. Das hat es immer schon getan. Der Wandel war aber noch nie so rasant wie jetzt. Da Wissenschaftler sich weitestgehend einig sind, dass die Veränderungen menschengemacht sind, haben fast alle Länder der Welt die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) unterzeichnet. Sie ist das maßgebliche völkerrechtliche Vertragswerk zum internationalen Klimaschutz und soll eine gefährliche, vom Menschen verursachte Störung des Klimasystems verhindern.

Einmal pro Jahr kommen die Vertragsstaaten bei der Weltklimakonferenz (Conference of the Parties, COP) zusammen, um die wirksame Durchführung des Übereinkommens zu fördern und Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel zu besprechen. Die diesjährige Klimakonferenz fand vom 6. bis 17. November 2017 in Bonn statt. Zum 23. Mal trafen sich hier Diplomaten, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft aus aller Welt. Deutschland nahm dabei die Rolle des technischen Gastgebers ein, die Präsidentschaft der Konferenz übernahm die Regierung der Fidschi-Inseln. Am 16. November fand der Education Day statt, bei dem Bildung im Mittelpunkt steht.

Die Konferenz wurde nach dem Konzept „Eine Konferenz – zwei Zonen“ in zwei Bereiche geteilt. In der „Bula-Zone“, die von Fidschi und dem Sekretariat der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) betreut wurde, fanden die eigentlichen Verhandlungen statt. Hier wurde unter anderem die Umsetzung des Pariser Klima-Abkommens, das 2015 auf der 21. Weltklimakonferenz in Paris verabschiedet wurde, konkretisiert und weiter vorangetrieben. Das Abkommen gilt als großer Erfolg, da sich die Staatengemeinschaft auf ein neues Klima-Abkommen geeinigt hat, das die globale Erderwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“ begrenzt. Es ist der Nachfolger des 2020 auslaufenden Kyoto-Protokolls.

In der „Bonn-Zone“ in der Rheinaue stellten Länder, Nichtregierungsorganisationen (Non-Governmental Organisations - NGOs), Zwischenstaatliche Organisationen (Intergovernmental Organisations - IGOs), UN-Organisationen sowie Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft ihre Projekte zum Thema Klimaschutz vor. Rund um das Konferenzgelände fanden zahlreiche Veranstaltungen statt. Aktiv werden für den Klimaschutz stand dabei im Mittelpunkt.
 

Die Rolle von Bildung

Wer zur Vermeidung des Klimawandels beitragen will, der benötigt Wissen und Kenntnisse. Wenn Menschen verstehen, wie der eigene Alltag das Klima beeinflusst, welche Ursachen, Prozesse und Auswirkungen der Klimawandel hat, dann können sie bewusste und abgewogene Entscheidungen treffen und danach handeln.

Aus diesem Grund betont die Klimarahmenkonvention die herausragende Rolle von Bildung für den Klimaschutz. In Artikel 6 verpflichten sich die Vertragsstaaten, ihre Bürgerinnen und Bürger in Form von Bildungsangeboten, Öffentlichkeitsarbeit und bewusstseinsbildenden Maßnahmen über den Klimawandel zu informieren. Dieser Prozess wird auch Action for Climate Empowerment (ACE) genannt. Seit 2013 treffen sich Vertreter von Regierungen, Jugendorganisationen, NGOs und der Zivilgesellschaft einmal pro Jahr zum Dialogue on Action for Climate Empowerment. Hier wird zum Beispiel über erzielte Fortschritte diskutiert, Beispiele guter Praxis aufgezeigt und die internationale Zusammenarbeit im Bereich Klimabildung vorangetrieben.

Action for Climate Empowerment

Der Leitfaden von UNESCO und UNFCCC in englischer Sprache zeigt auf, wie das Klimabewusstsein vor Ort gesteigert werden kann.

Auch im Abkommen von Paris wird die Rolle von Bildung als essenziell angesehen. Artikel 12 ruft die Vertragsparteien dazu auf, „Maßnahmen zur Verbesserung der Bildung, der Ausbildung, des öffentlichen Bewusstseins, der Beteiligung der Öffentlichkeit und des öffentlichen Zugangs zu Informationen auf dem Gebiet der Klimaänderungen zu ergreifen“. Der Artikel war einer der ersten des Klimaabkommens, der von allen beteiligten Staaten akzeptiert wurde. Auf der diesjährigen Klimakonferenz wurde er nun erstmalig verhandelt. Darüber hinaus wurde dem Thema Bildung ein ganzer Tag auf der COP 23 gewidmet. Am Education Day haben zahlreiche Veranstaltungen stattgefunden, die die weltweite Klimabildung thematisieren. Unter anderem haben Umwelt- und Bildungsminister sowie internationale Organisationen über die Verankerung von Climate Change Education in der Bildungslandschaft aller Staaten diskutieren.

Klima und BNE

Der Themenbereich Klimabildung oder Climate Change Education ist breit gefächert und reicht von klimafreundlichem Einkauf und Konsum, Mobilität und Ressourcenschutz über Erneuerbare Energien bis hin zu Grundlagenwissen über Wetter, den Wasserkreislauf oder den Schutz unserer Böden. Lehrkräften stehen auf dem BNE-Portal daher mehr als 120 Lehrmaterialien zum Thema Klima zur Verfügung. Auch rund 250 Akteure aus allen Bildungsbereichen der deutschen BNE-Landschaft beschäftigen sich mit dem Klimawandel.

Zum Beispiel der ausgezeichnete Lernort Klimahaus Bremerhaven 8° Ost. Seit seiner Eröffnung im Juni 2009 engagiert sich das Klimahaus Bremerhaven auf einer 11.500 m² großen Ausstellungsfläche für BNE. Eine „Weltreise durch die Klimazonen der Erde” treten seine Besucher an, erforschen die kulturelle und biologische Vielfalt des blauen Planeten und untersuchen gleichzeitig die Hintergründe der Klimaveränderungen entlang des achten Längengrades Ost.

Auch das ausgezeichnete NaturGut Ophoven engagiert sich zum Thema BNE und Klima: Der Lernort ist Teil des Projekts BildungKlima-Plus. Im Rahmen der Initiative entwickeln sich 16 Bildungszentren in ganz Deutschland zu BildungszentrenKlimaschutz. Dr. Hans-Martin Kochanek, Leiter des NaturGuts Ophoven, unterstützt das Projekt mit seiner umfangreichen Erfahrung in der Klimabildung. Im Interview spricht er über die weiteren Pläne bis 2018 und spezielle Bildungsangebote zur Weltklimakonferenz.

Der ausgezeichnete Lernort Green City e.V. ist seit 1990 für ein grüneres München aktiv. Wir trafen Vanessa Mantini, Referentin für Umweltbildung / Bildung für nachhaltige Entwicklung bei Green City. Im Interview berichtet sie, was sie von der im Rahmen der Weltklimakonferenz stattfinden Konferenz „Biodiversität und Klima“ erwartet und erklärt wie sich ihre Organisation in der Klimabildung engagiert.

Weitere Klimaakteure, die von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgezeichnet wurden, sind hier zu finden.

Auch die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch e.V. engagiert sich für BNE, internationale Klimapolitik und globale Gerechtigkeit. Im Gespräch mit Germanwatch-Teamleiterin internationale Klimapolitik Rixa Schwartz dreht sich alles um die Entwicklung des Themas Bildung bei den Klimakonferenzen und die Forderungen der Organisation zum Artikel 12 des Pariser Klimaabkommens.

Greenpeace-Lehrmaterial: Schools for Earth

Aktionspaket mit kreativen Ideen für leicht umsetzbare Projekte zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

Greenpeace-Lehrmaterial: Alles Verhandlungssache?

Bildungsmaterialien zum internationalen Klimaschutz, die zum Nachdenken, Diskutieren und Handeln anregen