Schule

Wenn es darum geht, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) erfolgreich im Bildungswesen zu verankern, kommt der schulischen Bildung durch ihren prägenden Einfluss auf individuelle Bildungsbiografien eine besondere Bedeutung zu. BNE stellt dabei die handelnden Akteure im schulischen Bereich vor die Herausforderung, das orientierende Bildungskonzept BNE auf den unterschiedlichen Handlungsebenen (z.B. Bildungsverwaltung, Hochschule/Seminare, Schule) sinnvoll und vor allem wirksam zu verankern. Dabei gilt es, die wesentlichen Handlungsbereiche für diese Integration stärker in den Blick zu nehmen.

Aus Sicht des Fachforums Schule wurden für den Bereich der schulischen Bildung zentrale Handlungsfelder, prioritäre Ziele und geeignete Maßnahmen formuliert, die eine zielgerichtete Implementierung von BNE im schulischen Bereich ermöglichen können. Hierbei geht es insbesondere darum, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung als selbstverständliche Aufgabe der Bildungsverwaltung und des Bildungswesens zu verstehen, BNE in der Lehr- und (pädagogischen) Fachkräftebildung zu integrieren und strukturell in den Lehr- und Bildungsplänen sowie am Lernort und im Sozialraum Schule zu verankern und dabei die Partizipation von Kindern, Jugendlichen und Zivilgesellschaft als (Mit-)Gestaltungsinstrument sinnvoll zu berücksichtigen. Die hier formulierten Ziele gelten in gleichem Maße für allgemein- und berufsbildende Schulen.

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I. BNE als Aufgabe des Bildungswesens

BNE ist eine Gesamtaufgabe des Bildungswesens. Die Ministerien auf Bundes- und Landesebene sind hier genauso gefordert wie die nachgeordneten Behörden der Bildungs- verwaltung und Kommunen als Akteure in den Bildungslandschaften. Es gilt, Indikatoren zu entwickeln und Qualitätskriterien zu setzen, wie etwa Standards für Lernergebnisse. Um BNE zu etablieren, sind Strukturen und Netzwerke zu fördern sowie Ressourcen zu mobilisieren und bereitzustellen.

Ziele und Maßnahmen

1. Ziel:

Strukturelle Verankerung – Auf der Grundlage internationaler Vereinbarungen (SDGs der Vereinten Nationen, UNESCO-Weltaktionsprogramm  BNE [WAP], Education 2030 u.a.) soll BNE als Bildungskonzept bis 2030 im Bildungsbereich Schule strukturell verankert werden. Die Länder entscheiden in eigener Verantwortung und Zuständigkeit, wie dieses Ziel in den Ministerien, nachgeordneten Behörden, Seminaren und Schulen umgesetzt wird.

Geeignete Maßnahmen:

  • Erarbeitung von länderspezifischen Konzepten (BNE-Gesamtstrategien, Aktionsplänen etc.),
  • Aufnahme von BNE in die Schulgesetzgebung bzw. in andere gesetzliche Rahmenbedingungen,
  • Verankerung von BNE in der Lehrkräftebildung (Aus-, Fort- und Weiterbildung),
  • Verankerung von BNE in den Rahmenlehr- und Bildungsplänen der Länder,
  • Einbeziehung von BNE in die Schul- und Unterrichtsentwicklung,
  • Aufnahme von BNE in bestehende Förderprogramme bzw. ggf. die Einrichtung neuer BNE-Förderprogramme,
  • Förderung von BNE-relevanten Forschungsvorhaben (u.a. Indikatoren, Barrieren, Gelingensbedingungen und Wirkungen, besondere thematische Schwerpunkte),
  • Zertifizierung von Bildungseinrichtungen bzw. -angeboten,
  • Ausschreibung neuer bzw. Verbreitung vorhandener Wettbewerbe, Zertifizierungen und Preise für Schulen,
  • Erfassung und Verbreitung von Good Practice,
  • Nutzung der Potenziale internationaler Kooperationen für die strukturelle Verankerung,
  • Unterstützung von Schulen und lehrkräftebildenden Institutionen, die in vorbildlicher Weise BNE als Grundlage ihrer Arbeit legen in ihrer Funktion als BNE-Multiplikatoreneinrichtung.

 

2. Ziel:

Kooperationen, Staat und Zivilgesellschaft – Die Bildungsverwaltung hat bis 2030 wichtige Grundlagen für die schulische Umsetzung von BNE auf allen Ebenen (Bund, Länder, Kommunen) sowie für dauerhafte und verlässliche Kooperationen mit außerschulischen Partnern geschaffen. Die Verankerung in bestehenden lokalen und regionalen Netzwerken wird gefestigt und weiterentwickelt sowie weitere Netzwerkbildung angestoßen. Bund, Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft befördern und entwickeln im Rahmen ihrer Zuständigkeit sowie vor dem Hintergrund bereits durchgeführter Maßnahmen bzw. etablierter Instrumente die Zusammenarbeit zwischen Schule und Zivilgesellschaft.

Geeignete Maßnahmen:

  • Länderspezifische Kooperations- bzw. Rahmenvereinbarungen mit zivilgesellschaftlichen Bildungsakteuren,
  • Verlässliche Unterstützung von Bildungsaktivitäten von außerschulischen BNE-Bildungsakteuren für Schulen,
  • Förderung von BNE-Netzwerkarbeit wie bspw. die Einrichtung von kommunalen bzw. regionalen BNE-Anlaufstellen,
  • Beteiligung der Zivilgesellschaft (z.B. Nichtregierungsorganisationen [NGOs], Jugend-, Schülerinnen- und Schülervertretungen, Schulfördervereine, Elternvertretungen) in BNE-Gremien (Steuerungs-, Arbeitsgruppen, runde Tische etc.),
  • Verschränkung von Nachhaltigkeitsinitiativen auf lokalen und regionalen Ebenen,
  • Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, insbesondere auch von Eltern-, Schülerinnen- und Schülervertretungen sowie Schulfördervereinen,
  • Unterstützung durch BNE-Förderprogramme,
  • Ausschreibung neuer bzw. Verbreitung vorhandener Wettbewerbe, Zertifizierungen und Preise für Schulen,
  • Erfassung und Verbreitung von Good Practice.

 

3. Ziel:

BNE-Strategien – Der Nationale Aktionsplan BNE bildet eine zentrale Grundlage für die Umsetzung von BNE in den Ländern und ggf. in den Ländern erstellten BNE-Strategien, BNE-Aktionsplänen oder vergleichbaren Umsetzungsinstrumenten.

Geeignete Maßnahmen:

  • Kommunikation und Verbreitung des Nationalen Aktionsplans: Auf Bundes- und Landesebene sollten staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure kommunikative Strategien und Maßnahmen zur Verbreitung, Umsetzung und Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans BNE entwickeln. Dies sollte durch die Nutzung unterschiedlicher medialer Instrumente, Regionalkonferenzen, Kongresse und themenspezifischer Fachtagungen, Plattformen sowie durch Informationen zu konkreten praktischen Umsetzungsmöglichkeiten erfolgen.
  • Abstimmung und Zusammenarbeit der Akteure: Auf Bundes- und Landesebene sowie auf staatlicher und zivilgesellschaftlicher Seite sollten die Synergien bei der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans stärker genutzt werden.
  • Nationaler Aktionsplan BNE (NAP BNE) und Länderaktivitäten: Die Länder prüfen, wie sie in ihrer Zuständigkeit die Umsetzung von BNE durch BNE-Aktionspläne, BNE-Strategien oder vergleichbare Umsetzungsinstrumente befördern können. Dabei sollten sie sich am Nationalen Aktionsplan BNE orientieren. Das Bildungskonzept BNE sollte darüber hinaus auch in anderen BNE-relevanten Strategiepapieren Berücksichtigung finden (z.B. entwicklungspolitische Leitlinien, Nachhaltigkeitsstrategien, Klima-, Energie-, Naturschutz- bzw. Biodiversitätsstrategien).
  • Beteiligung von Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft: Bei der Entwicklung von Konzepten und Strategien zur Umsetzung von BNE (z.B. Gremien, Arbeitsgruppen, runde Tische) sollten Wissenschaft, Wirtschaft sowie Zivilgesellschaft beteiligt werden.

 

4. Ziel:

Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft gefordert – Die Umsetzung von BNE ist eine gemeinsame staatliche und gesellschaftliche Aufgabe. Bei der Umsetzung von BNE sind staatliche Akteure, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft entsprechend ihrer gesellschaftlichen Funktion gefordert.

Geeignete Maßnahmen:

  • Zivilgesellschaftsbeteiligung an der Entwicklung von Forschungsvorhaben: Bund, Länder und Wissenschaft prüfen, inwieweit die Zivilgesellschaft bei der Entwicklung und Durchführung von BNE-Forschungsvorhaben beteiligt werden kann.
  • Die Zivilgesellschaft nutzt eigene Strukturen: Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft und Wirtschaft sollten ihre bestehenden Strukturen zur Implementierung, Förderung und Weiterentwicklung der BNE nutzen.

 

5. Ziel:

Prozessbegleitung – Der BNE-Implementierungsprozess wird im Weltaktionsprogramm von der Nationalen Plattform kontinuierlich begleitet. Es wird geprüft, wie ab 2020 diese Prozessbegleitung stattfinden kann.

Geeignete Maßnahmen:

  • Fachforenarbeit, Gremienbeteiligung und finanzielle Ressourcen: Das BMBF begleitet den Umsetzungsprozess des Nationalen Aktionsplans durch die Fortführung geeigneter Strukturen zur Umsetzung des WAP (Nationale Plattform, Fachforen etc.) und prüft, inwieweit die Prozessbegleitung bis 2030 stattfinden kann. Für die Mitarbeit der Akteure, insbesondere von zivilgesellschaftlichen und ehrenamtlichen Akteuren, prüft das BMBF die Bereitstellung von Ressourcen.
  • Handlungsfähigkeit relevanter Akteure erhöhen: Für die Verbreitung von BNE und die Umsetzung des WAP prüfen Bund, Länder und Zivilgesellschaft
    (z.B. Stiftungen), wie die Handlungsfähigkeit relevanter Schulakteurinnen und -akteure (Schülerinnen und Schüler, Eltern, Schulfördervereine) befördert werden kann.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Öffentliche Veranstaltungen, wie z.B. der Agenda-Kongress, sowie themenspezifische bzw. regionale Fachtagungen können den Stand der Umsetzung deutlich machen und zur Weiterentwicklung des Prozesses beitragen.

 

6. Ziel:

Qualitätskriterien und Indikatoren – In der Umsetzung der SDGs (insbesondere des Unterziels 4.7) und im Kontext der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sollten in Zusammenarbeit mit den Ländern Indikatoren für die systematische Implementierung von BNE entwickelt werden. Die Länder sind aufgefordert, Qualitätskriterien für die Implementierung von BNE im Bildungsbereich Schule zu entwickeln. Sie stehen im Einklang mit den Bildungskriterien der jeweils gültigen Nachhaltigkeitsstrategie sowie den Grundsätzen der Standardsicherung der KMK.

Geeignete Maßnahme:

  • Bildungsberichtserstattung und weitere Dokumente: Die KMK und der Bund prüfen in ihrer Zuständigkeit, inwieweit Qualitätskriterien und Indikatoren von BNE zukünftig in Bildungsberichterstattung und standardsetzenden Dokumenten (z. B. Lehrkräfteleitbild) aufgenommen werden können.

 

7. Ziel:

Berichterstattung, Dokumentation und Transparenz – Bund und Länder begleiten und dokumentieren den Umsetzungsprozess von BNE und veröffentlichen
in regelmäßigen Abständen den Stand der Umsetzung und die Maßnahmen.

Geeignete Maßnahmen:

  • Dokumentation der BNE-Umsetzung: Bund und Länder prüfen mit wissenschaftlicher Unterstützung, inwieweit ein indikatorengestütztes Verfahren für die regelmäßige Dokumentation der BNE-Umsetzung zur Verfügung gestellt werden kann.
  • Berichterstattung der Bundesregierung: Die Dokumentation der BNE-Umsetzung der Länder kann als Grundlage für die Berichterstattung der Bundesregierung zu BNE dienen.
  • Internetplattform für Maßnahmen: Der Bund prüft, inwieweit eine nationale Informationsplattform eingerichtet werden kann, auf der alle relevanten Akteure (staatliche Akteure, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft) zur Begleitung des WAP kontinuierlich ihre Maßnahmen und Commitments einstellen können. Diese könnte die Umsetzung des WAP auf allen Ebenen transparent und öffentlich sichtbar machen. Darüber hinaus könnte der Stand des Umsetzungsprozesses dokumentiert werden und gleichzeitig als Grundlage für wissenschaftliche Begleitung dienen.

 

8. Ziel:

BNE und Nachhaltigkeitsstrategien – BNE wurde in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung fest verankert. BNE sollte in geeigneter Weise auch in den Nachhaltigkeitsstrategien der Länder berücksichtigt werden.

Geeignete Maßnahmen:

  • Nationale Nachhaltigkeitsstrategie: Im Rahmen der Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sollten die Kultus- bzw. Schulministerien der Länder bzw. die KMK in geeigneter Weise beteiligt werden. Das betrifft insbesondere die Auswahl von zukünftigen Indikatoren für den Bereich „Bildung".
  • Nachhaltigkeitsaktivitäten der Länder: Die Länder sollten BNE in geeigneter Weise sowie unter Beteiligung der Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft in ihren jeweiligen Nachhaltigkeitsstrategieprozessen berücksichtigen.

II. Lehr- und (pädagogische) Fachkräfteausbildung für eine nachhaltige Entwicklung

Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und diejenigen, die sie ausbilden, sind wirkungsvolle Change Agents. Um hierfür Kompetenzen zu entwickeln, muss BNE strukturell in der Aus-, Fort- und Weiterbildung verankert werden. Hierfür sind Rahmenbedingungen und Qualitätsstandards zu setzen sowie Erfolg versprechende Unterstützungsmaßnahmen zu entwickeln.

Ziele und Maßnahmen

1. Ziel:

Kompetenzentwicklung Lehrkräfte – Eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der Implementierung von BNE in Hochschule, Lehrkräftebildung und Schule ist die Kompetenzentwicklung  von zukünftigen Lehrkräften. Im Rahmen ihrer Zuständigkeit prüfen Bund und Länder die Bereitstellung von Forschungsmitteln, um die Kompetenzentwicklung der Lehrkräfte zu stärken und dies ggf. durch Begleitforschung zu evaluieren.

Geeignete Maßnahmen:

  • Kompetenzmodelle Lehrkräftebildung: Der Bund prüft im Rahmen seiner Zuständigkeit, inwieweit er unter Berücksichtigung bereits vorhandener Ansätze die Entwicklung von BNE-Kompetenzmodellen für die Lehrkräftebildung (Lehr- und Hochschullehrkräfte) fördern kann. Dieses sollte auch eine wissenschaftliche Literatur- und Metaanalyse relevanter empirischer Studien einschließen.
  • Durchführung von Modellprojekten: Die Förderung von Modellprojekten zur Lehrkräftebildung für nachhaltige Entwicklung in allen Phasen und zu deren Zusammenhängen sollte initiiert werden.

 

2. Ziel:

Lehrkräftebildung – Die Länder und die für die Lehrkräftebildung zuständigen Einrichtungen setzen sich für die Verankerung von BNE in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften ein und setzen diese länderspezifisch im Rahmen ihrer Möglichkeiten um (z.B. durch die Rahmen- und Zielvorgaben, Fortbildungskonzepte und -initiativen, Schaffung von Anreizsystemen).

Geeignete Maßnahmen:

  • BNE als Orientierung: BNE sollte eine fachliche und pädagogische Orientierung in der Lehrkräfteausbildung sein. Dabei sind Fachwissenschaften, Fachdidaktiken, Bildungswissenschaften und schulpraktische Studien gefordert, Prinzipien, Inhalte und Arbeitsweisen von BNE aufzunehmen.
  • BNE-Fortbildungsangebote für Dozierende: Die Zentren für Hochschuldidaktik prüfen, inwieweit sie BNE in Fortbildungen für Dozierende, die in der Lehrkräfteausbildung tätig sind, integrieren können.
  • Bestandsaufnahme: Der Bund sollte in Abstimmung mit den Ländern eine Bestandaufnahme über BNE-relevante Fort- und Weiterbildungsaktivitäten fördern. Diese Erfassung könnte in den kommenden Jahren wiederholt werden, um Veränderungsprozesse im Rahmen des WAP BNE bzw. der SDGs deutlich zu machen.
  • BNE-Qualifizierungsangebote für Lehrkräfte: Staatliche und zivilgesellschaftliche Organisationen bieten im Rahmen ihrer Zuständigkeit und Möglichkeiten im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung Qualifizierungsangebote an, die sich am Bildungskonzept von BNE orientieren. Diese Angebote können in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Bildungsakteuren erfolgen. Länder und Bund prüfen, inwieweit sie diese Aktivitäten unterstützen können (z.B. durch bundesweite und regionale Fachtagungen).

 

3. Ziel:

KMK/Länder – Die KMK prüft, wie sie die Verankerung von BNE in ihren künftigen Beschlüssen und Empfehlungen berücksichtigen kann.

Geeignete Maßnahmen:

  • BNE in KMK-Dokumenten: Die KMK und die Länder prüfen, inwieweit BNE in den ländergemeinsamen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Anforderungen der KMK sowie in den KMK-Standards und Fachprofilen der Bildungswissenschaften (Erziehungswissenschaften) verankert werden kann.
  • BNE in Rahmenvorgaben bzw. Zielvereinbarungen: Die Länder prüfen, inwieweit BNE in den Rahmenvorgaben bzw. Zielvereinbarungen der Länder für die Hochschulen sowie in den Rahmenvorgaben der Länder für die 2. und 3. Phase der Lehrkräftebildung verankert werden kann. Dabei sollte BNE in der 1. Phase sowohl in die erziehungswissenschaftlichen sowie in die fachdidaktischen Bereiche des Studiums eingebracht werden.

 

4. Ziel:

Bildungspartner – Im Rahmen ihrer Zuständigkeiten sind die Möglichkeiten von Rahmenbedingungen zu prüfen, damit die Beteiligung außerschulischer Bildungspartner in allen Phasen der Lehrkräftebildung entwickelt, strukturell verankert und auch umgesetzt werden.

Geeignete Maßnahme:

  • Außerschulische Bildungsarbeit in der Lehrkräfteausbildung: Die für die Lehrkräfteausbildung zuständigen Einrichtungen prüfen, inwieweit sie BNE in der 2. Phase der Lehrkräfteausbildung in geeigneter Art und Weise in die außerschulische Bildungsarbeit im Bereich BNE (Kenntnisse, Kompetenzen, Erfahrungen) integrieren können.

III. Lernort/Sozialraum, Kooperation und BNE

Schule hat die Aufgabe, nachkommende Generationen zu befähigen, ihre Gegenwart auch im Hinblick auf ihre Zukunft mitgestalten zu können. Dafür muss sie nachhaltige Entwicklung in Bildungsprozessen ebenso wie im Alltag partizipativ und inklusiv erfahrbar machen. Für einen erfolgreichen Transformationsprozess müssen BNE-Vision, -Plan, -Strategie und -Konzepte für die Lern- und Lehrumgebung von allen entwickelt und mitgetragen werden (Whole System Approach). Der Auf- und Ausbau von lokalen/regionalen Bildungslandschaften ist notwendig. Schulen müssen sich mehr als bisher nach innen und außen öffnen, um Schnittstellen und Kooperationen mit außerschulischen Akteuren (z.B. mit Schulfördervereinen, NGOs, Wirtschaft und BNE-relevanten Lernorten wie z.B. Schullandheimen oder Bildungsstätten) nutzen zu können.

Ziele und Maßnahmen

1. Ziel:

Unterrichts- und Schulentwicklung – Pädagogische Grundsätze von BNE sind in schulischen Zusammenhängen eingeführt worden u. a. als Bestandteil von Unterricht, schulischen Lehrplänen und Leitbildern bzw. -programmen, Schul- und Qualitätsentwicklung, Schulpartnerschaften und -projekten.

Geeignete Maßnahmen:

Die Schulen entscheiden in eigener Verantwortung und Zuständigkeit, wie sie BNE im schulischen und außerschulischen Lernen sowie im Schulleben und -alltag umsetzen. Geeignete Instrumente sind u.a.:

  • Unterrichtsentwicklung und Implementierung von BNE in den schulinternen Lehrplänen, Erstellung von Mustercurricula,
  • Implementierung in Schulprogrammen, -leitbildern und Schulkultur,
  • Umsetzung eines Whole System Approach,
  • Förderung von schulischen Projekten, Initiativen, ehrenamtlichem Engagement,
  • Partnerschaften und Kooperationen: lokal, regional, (inter-)national,
  • Einbezug schulnaher (z.B. Schulgarten) bzw. außerschulischer Lernorte,
  • Schülerinnen- und Schüleraustausch und -partnerschaften, internationale Begegnungen, internationale Partnerschaften und Austausch, Klassen- und Studienfahrten,
  • Qualitätsentwicklung von Schulen, u.a. durch Prozessbegleitung und Entwicklungsbegleitung, Schulinspektion zur Qualitätsentwicklung,
  • Anreizsysteme zur Implementierung von BNE (u.a. Wettbewerbe, Zertifizierungen, landesweite Kampagnen, Modellprojekte, Auszeichnungspraxis WAP),
  • Lehrkräftefortbildung und -coaching zu Kooperationen.

 

2. Ziel:

Kommunen und Netzwerke – Kommunen fördern den Aufbau und die Weiterentwicklung lokaler und regionaler Bildungslandschaften mit BNE-Fokus und nutzen dafür auch vorhandene Netzwerke und Kooperationen. Schulen können sich dort mit ihren Bildungsaktivitäten, Kooperationen und schuleigenen Konzepten einbringen. Dabei werden auf der Grundlage lokaler Voraussetzungen unterschiedliche Wege und Schwerpunkte der Umsetzung vor Ort realisiert. Bund und Länder prüfen, wie sie diese Entwicklungsprozesse in angemessener Weise begleiten und unterstützen können.

Geeignete Maßnahmen:

  • Mitbestimmung bei äußeren Schulangelegenheiten: Schulen und Kommunen werden ermutigt, unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten partizipative Gestaltungs- und Entscheidungsräume stärker zu nutzen und weiterzuentwickeln (z.B. für Beschaffung, Schulverpflegung, schulische Mobilität, Schulwege und Gebäudebau).
  • Schülerinnen- und Schülerpartizipation in Kommunen: Kommunen und relevante Netzwerke prüfen, inwieweit sie Schülerinnen und Schülern und deren Gremien die Einbindung in kommunale Prozesse ermöglichen können.
  • Kooperation und Netzwerkarbeit: Bund, Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft prüfen, inwieweit sie Netzwerkarbeit und Kooperationen beim Aufbau von lokalen bzw. regionalen Bildungslandschaften mit BNE-Fokus unterstützen können bzw. inwieweit BNE in bestehenden Netzwerken fokussiert werden kann.
  • Austausch zwischen Kommune und Schule: Kommunen und Schulen sollten Ansprechpartnerinnen und -partner benennen, die sich um den Austausch zwischen Kommune und Schule kümmern und zur Etablierung eines Kooperationsmanagements zur Förderung der BNE auf kommunaler Ebene beitragen können. Hierbei sollten die Schulfördervereine als wichtiger Partner berücksichtigt werden.

 

3. Ziel:

Lernen durch zivilgesellschaftliches Engagement – Schulen und Schulträger setzen sich gemeinsam dafür ein, Lernen durch zivilgesellschaftliches Engagement
im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung im Schulleben zu stärken. Länder prüfen, wie sie dieses in angemessener Weise begleiten und unterstützen können.

Geeignete Maßnahmen:

  • Ehrenamtliches und zivilgesellschaftliches Engagement: Schulen sollten ehrenamtliches und zivilgesellschaftliches Engagement im Kontext der BNE unterstützen und fördern.
  • Netzwerke und Austauschplattform: Die Umsetzung ehrenamtlichen bzw. zivilgesellschaftlichen Engagements sollte durch Netzwerke oder Austauschplattformen von Schulen und zivilgesellschaftlichen Akteuren unterstützt werden. Darüber hinaus sollten Modelle entwickelt und Kooperationspartner vermittelt werden.

 

4. Ziel:

Schule als nachhaltige Bildungseinrichtung – Ziel ist es, das Schulleben ganzheitlich und systemisch am Denken und Handeln im Sinne der nachhaltigen Ent- wicklung auszurichten. Kommunen in ihrer Rolle als Schulträger setzen sich für eine Unterstützung der Schulen als nachhaltig handelnde Bildungseinrichtungen im Sinne eines Whole System Approach ein. Dabei sind geeignete Frei- und Handlungsspielräume zu berücksichtigen. Die Länder prüfen, inwieweit sie Schulen landesweit und länderübergreifend darin unterstützen können. Bund und Länder prüfen, ob und wie sie diesen Veränderungsprozess in angemessener Weise fördern und unterstützen können. Zivilgesellschaftliche Akteure und Praktikerinnen und Praktiker sollten beteiligt werden.

Geeignete Maßnahmen:

  • Handlungsfeld Schule – Whole System Approach: Der Lernort und Sozialraum Schule sollte von den handelnden Akteurinnen und Akteuren (Schulleitung, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Schulträger etc.) als Handlungsfeld für nachhaltige Entwicklung verstanden und im Sinne eines Whole System Approach gestaltet werden (z.B. Schulverpflegung, Schulkiosk, nachhaltige Beschaffung, Gebäude, Schulgarten, Schulumfeld).
  • BNE-Beauftragte/-Beauftragter an Schulen: Schulen prüfen, inwieweit sie die Benennung einer/eines BNE-Beauftragten befördern können.
  • Projektförderungen: Um BNE in die Breite zu tragen, sollten Bottom-up-Prozesse im Kontext von BNE durch Projektförderungen unterstützt werden, beispielsweise über Schulfördervereine.

 

5. Ziel:

Qualitätssicherung von freien BNE-Bildungs- und -Unterrichtsmaterialien – Frei verfügbare Bildungs- und Unterrichtsmaterialien zu nachhaltiger Entwicklung unterstützen und bereichern die pädagogische Arbeit im Unterricht. Dabei ist insbesondere die Aktualität und Qualität dieser Materialien entscheidend.

Geeignete Maßnahmen:

  • Beurteilungskriterien und Qualitätssicherung: Bund, Länder und zivilgesellschaftliche Akteure sollten sich mit wissenschaftlicher Unterstützung auf Kriterien zur Qualitätssicherung von BNE-Materialien verständigen. Bund und Länder sollten sich darüber abstimmen, wie ein geeignetes Verfahren der Qualitätssicherung ausgestaltet sein könnte.
  • Multiplikation: Es wird eine qualitätsbasierte Auswahl von BNE-Bildungs- und -Unterrichtsmaterialien erfasst. Der Bund prüft, inwieweit er hierfür eine Online-Plattform zur Verfügung stellen kann. Bestehende Datenbanken und Bewertungsverfahren etc. sollten dabei erfasst und ggf. genutzt werden.

IV. Strukturelle Verankerung von BNE in Lehr- und Bildungsplänen

Die Lehr- und Bildungspläne stellen ein wesentliches Element zur Transformation des Bildungssystems im Sinne von BNE dar. In diesen gilt es, BNE strukturell sowohl in Fächern als auch interdisziplinär zu verankern und Unterstützungsangebote bereitzustellen.

Ziele und Maßnahmen

1. Ziel:

Wissenschaftliche Bestandsaufnahme – In der Fortführung bereits vorliegender Forschungsergebnisse wird eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme durchgeführt, in der erhoben wird, inwieweit BNE in den Lehr- und Bildungsplänen aller Länder verankert ist.

Geeignete Maßnahmen:

  • Wissenschaftliche Bestandsaufnahme: Es sollte Forschung initiiert werden, die in Fortführung und Weiterentwicklung bestehender Forschungsvorhaben bzw. -ergebnissen die Aufnahme von BNE in Lehr- und Bildungspläne bundesweit untersucht.
  • BNE und fachliches Lernen: Im Rahmen von Forschungsvorhaben sollten der Beitrag der Fächer zur BNE sowie der Beitrag der BNE zum fachlichen Lernen untersucht werden.

 

2. Ziel:

Übergreifende Bildungs- und Erziehungsziele – Im Sinne eines ganzheitlichen und integrierten Ansatzes wird bis Ende 2019 auf wissenschaftlicher Grundlage das Verständnis von BNE zu anderen übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen deutlich gemacht. Dazu sollte BNE in der jetzigen Verwendung und Stellung in den Lehr- und Bildungsplänen wissenschaftlich analysiert werden. Die Ergebnisse können als Anregung im Prozess der Bildungsplanentwicklung  verstanden werden.

Geeignete Maßnahmen:

  • BNE in Bildungs- und Erziehungszielen – Bestandsaufnahme: In einem Forschungsvorhaben sollte die aktuelle Verwendung und Stellung von BNE im Rahmen übergreifender Bildungs- und Erziehungsziele in den Lehr- und Bildungsplänen aller Länder und Schularten sowie in der Fachliteratur untersucht werden.
  • BNE in Bildungs- und Erziehungszielen – Konzept: Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse sollte ein exemplarischer Leitfaden für die Implementierung von BNE im Kontext übergreifender Bildungsziele (z.B. Demokratieerziehung, Friedensbildung, kulturelle und interkulturelle Bildung, Globales Lernen etc.) erstellt werden.

 

3. Ziel:

Implementierungshilfen – Für die Implementierung von BNE in alle Fächer, für fächerübergreifende sowie fächerverbindende Ansätze liegen neben dem Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung bis Ende 2025 weitere geeignete Sammlungen von „Good Practice“ vor. Diese können als Grundlage unter anderem von Lehr- und Bildungsplangestaltungen herangezogen werden. Bund und Länder prüfen, ob für entsprechende Projekte Fördermittel bereitgestellt werden können, in denen die Wissenschaft mit Vertretungen staatlicher Institutionen und/oder zivilgesellschaftlicher Organisationen zusammenarbeitet.

Geeignete Maßnahmen:

  • Studien zu Wirksamkeit von BNE: Es sollten Forschungsvorhaben initiiert werden, die die Wirksamkeit von BNE in Lehr- und Lernprozessen im schulischen Lernen untersuchen.
  • Good Practice: Zur Unterstützung der Implementierung von BNE sollten bestehende Good-Practice-Modelle aus den Bereichen Schulentwicklung, Lehrkräftefort- und -weiterbildung sowie Lehr- und Lernmaterialien identifiziert, ggf. weiterentwickelt und in geeigneter Weise multipliziert werden.
  • Entwicklung von Unterrichtskonzepten: Es sollte untersucht werden, inwieweit durch die Entwicklung von fachdidaktischen und methodischen BNE-Unterrichtskonzepten sowie Handreichungen die Umsetzung von BNE unterstützt werden kann. Dabei sollte die Expertise von Hochschulen, Schulen, Vertretungen staatlicher Institutionen und zivilgesellschaftlicher Organisationen berücksichtigt werden.
  • Lernbereich Globale Entwicklung: Die Länder prüfen, inwieweit der Lernbereich Globale Entwicklung durch die Umsetzung, Aktualisierung und Weiterentwicklung des Orientierungsrahmens auf die Sekundarstufe II erweitert und begleitende Materialien erstellt werden können.
  • Fachveranstaltungen: Es sollten Fachveranstaltungen gefördert und durchgeführt werden können, die den fachlichen Beitrag zur BNE darstellen. Diese könnten wichtige Impulse für die Lehrplan- und Unterrichtsentwicklung in den Ländern geben.

V. Partizipation und BNE

Partizipation aller gesellschaftlichen Gruppen ist Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung, deshalb ist Partizipation Bestandteil von BNE. Kinder und Jugendliche müssen beteiligt werden, damit die jüngere Generation Gegenwart und Zukunft aktiv mitgestaltet. Die Demokratisierung von Schule ist ein zentrales Element, um durch Mitgestaltung in Schule und Gemeinwesen Selbstwirksamkeit zu erfahren. Wirksame Kinder- und Jugendbeteiligung und Ermächtigung auf der Grundlage der Kinderrechte sind im Lern- und Lehrumfeld zu etablieren. Partizipation von allen gesellschaftlichen Akteuren im Sinne eines Whole System Approach ist zu stärken und umzusetzen, das bezieht Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Vertretungen kommunaler Politik und Verwaltung genauso wie zivilgesellschaftliche Partner wie Schulfördervereine, Schullandheime und Nichtregierungsorganisationen ein.

Ziele und Maßnahmen

1. Ziel:

Partizipation und gesellschaftliches Zusammenleben – Die Länder unterstützen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten das Ziel einer offenen und demokratischen Schule, in der alle schulischen Akteurinnen und Akteure (Schülerinnen und Schüler, Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Schulfördervereine, Eltern, Schulträger) gestärkt werden, partizipativ zusammenwirken und aktiv außerschulische Partner (zivilgesellschaftliche Akteure wie Vereine, Nichtregierungsorganisationen sowie Hochschulen, Wirtschaft, kommunale Einrichtungen etc.) einbeziehen und mit diesen kooperieren.

Im Lern- und Lebensort Schule sind Aktions- und Freiräume geschaffen, die Kindern und Jugendlichen Selbstwirksamkeit, Kompetenzzuwachs und Anerkennung im Sinne von BNE ermöglichen. Hierbei ist darauf zu achten, dass es nicht um die Implementierung einzelner Maßnahmen, sondern um die Schaffung einer Partizipationskultur in Schule und Gesellschaft geht. Dafür bedarf es keiner vereinzelten Projekte, sondern einer strukturellen Verankerung im Lernort Schule, die sowohl die zeitlichen Ressourcen der Akteurinnen und Akteure ebenso wie die inklusive Gestaltung der Prozesse gewährleistet. Bund und Kommunen können diese Prozesse unterstützen.

Geeignete Maßnahmen:

  • Beteiligungsformate nutzen und innovative Formen der Beteiligung erproben: An der Schule sollten die bestehenden Beteiligungsformate für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte, Kommunen etc. genutzt und innovative Formen der Beteiligung erprobt werden, welche die Mitwirkung insbesondere der Schülerinnen und Schüler an einer nachhaltigen Gestaltung des Lernortes Schule ermöglichen. Die Schulen sollten in Absprache mit den relevanten und zuständigen Akteuren geeignete Formate wählen, um diese Beteiligung gestalten zu können.
  • Umsetzung von eigenen BNE-Projekten: Schulen sollten sich im Kontext von BNE verstärkt dafür einsetzen, dass Schülerinnen und Schülern (u.a. in ihrer Rolle als Change Agents) sowohl im Rahmen von Unterricht als auch von Projekten die Möglichkeit gegeben wird, selbst Verantwortung zu übernehmen, Maßnahmen selbst planen und umsetzen zu können. Geeignete Formen der Umsetzungsmaßnahmen sind beispielsweise: Planungs- gruppen, Projektwochen, Arbeitsgemeinschaften, Schulentwicklungsprozesse oder Aktivitäten der Schulentwicklungsteams.
  • Beratungsangebote zu Aktions- und Freiräumen: Um Aktions- und Freiräume zu nutzen, sollten für schulische Akteurinnen und Akteure Informations- und Beratungsangebote u.a. zu rechtlichen Rahmenbedingungen, Schülerinnen- und Schülerrechten, Partizipations- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft prüfen, inwieweit sie dies unterstützen können.
  • BNE-Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren qualifizieren: Geeignete Organisationen, Stiftungen und Zivilgesellschaft sollten die Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu Partizipation im Sinne von BNE fördern.

 

2. Ziel:

Partizipation in Lernumgebungen (Unterricht) – Es sollten geeignete Lehr- und Lernformen gewählt werden (z.B. individuelle Lernwege, selbstbestimmtes Arbeiten, kooperatives Lernen), die die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler als Chance nutzen und sich an konkreten Problemstellungen und Aufgaben im Sinne von BNE orientieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass BNE die gemeinsame inhaltliche wie methodische Gestaltung des Unterrichts mit den Schülerinnen und Schülern unterstützen kann.

Geeignete Maßnahme:

  • Beteiligung bei der Unterrichtsgestaltung: Lehrkräfte sollten bei BNE-Themenstellungen die Schülerinnen und Schüler an der inhaltlichen und methodischen Gestaltung des Unterrichts beteiligen, das schließt auch eine geeignete Feedbackkultur ein.

 

3. Ziel:

Kooperation und Freiräume – Schülerinnen und Schüler sollen an der Gestaltung und Weiterentwicklung des Lern- und Lebensortes Schule unter der Berücksichtigung von lokalen und regionalen Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung beteiligt werden. Dafür schaffen, fördern und stärken Schulen Aktions- und Freiräume für Kinder und Jugendliche.

Die damit einhergehende Öffnung von Schulen bezieht die Kooperation mit lokalen und regionalen Partnern unter dem Aspekt der nachhaltigen Entwicklung ein. Die Länder prüfen, wie dafür verlässliche Rahmenbedingungen für schulische Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren geschaffen werden können. Bund und Länder prüfen vor dem Hintergrund bereits bestehender Möglichkeiten weitere Handlungsoptionen.

Geeignete Maßnahmen:

  • Kommunales Engagement: Schulen und ihre Akteurinnen und Akteure engagieren sich im Gemeinwesen aktiv, indem sie sowohl politische (Mit-) Verantwortung vermitteln und übernehmen als auch gemeinsame Entscheidungsprozesse führen. Im Sinne einer sozialraumorientierten Schule sollten Schulen die Kommune als Lern- und Lebensort mit einbinden. Dies kann beispielsweise bedeuten, dass sie eine lokale Nachhaltigkeitsstrategie oder die Weiterentwicklung von Mobilität in der Kommune aktiv mitgestalten und diese dann wiederum in den Unterricht bzw. die Schule mit einbinden.
  • Realexperimente und Mikroprojekte in der Schule: Schulen sollen in ihrer pädagogischen Eigenständigkeit darin unterstützt werden, mit dem Whole System Approach nachhaltige Entwicklung in ihrem unmittelbaren schulischen Umfeld voranzubringen. Eine Methode könnte sein, den Ansatz der Realexperimente (Schüleraktionscafés, nachhaltige Schülerfirma, Eine-Welt-Läden, Repair-Cafés, Kleider-, Bücher- und Spieletauschschränke, Schulgärten usw.) oder Reallabore zu wählen, um Partizipation und Eigenverantwortlichkeit im Sinne von BNE zu fördern. Dazu können entsprechende Anreize geschaffen werden.
  • Würdigung von ehrenamtlichem Engagement für BNE: Bund, Länder und Zivilgesellschaft prüfen, inwieweit BNE in die bestehende Anerkennungskultur für ehrenamtliches Engagement integriert werden kann.

 

4. Ziel:

Ebenen und Struktur – Schülerinnen und Schüler sollten motiviert und befähigt werden, sich in allen sie betreffenden Angelegenheiten auf Schul-, Kommunal-, Landes- und Bundesebene zu beteiligen. Geeignete institutionelle und informelle Formen einer Beteiligung sollten genutzt und ggf. weiterentwickelt werden, sodass sichergestellt ist, dass ihr Wissen und ihre Sichtweisen berücksichtigt und ihr Handeln wirksam werden kann.

Geeignete Maßnahmen:

  • Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern in allen sie betreffenden Angelegenheiten: Um BNE in die Breite zu tragen und umzusetzen, sollten für Schülerinnen und Schüler geeignete Mitwirkungsformate (z.B. Vollversammlungen, Klassenräte etc.) zur Verfügung stehen, in welchen Schülerinnen und Schüler alle sie betreffenden Angelegenheiten mitgestalten und sich zu selbst gewählten Themen nachhaltiger Entwicklung engagieren können.
  • Qualifizierung von Schülerinnen- und Schülervertretungen: Bund und zivilgesellschaftliche Organisationen (z.B. Stiftungen) prüfen, inwieweit sie BNE-Fortbildungs- und -Qualifizierungsangebote für Schülerinnen- und Schülervertretungen durchführen bzw. fördern können bzw. inwieweit die bestehenden Angebote ausgebaut werden können.
  • Förderprogramm zu Partizipation, Demokratie und BNE: Bund und Zivilgesellschaft prüfen, inwieweit ein Förderprogramm zum Themenkomplex „Parti- zipation, Demokratie und BNE“ umgesetzt werden kann.