Frühkindliche Bildung

Kindertageseinrichtungen und andere Formen der Kindertagesbetreuung sind erste Orte der Bildung außerhalb der Familien. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur frühen Bildung und legen neben dem Elternhaus einen Grundstein für die individuelle Bildungslaufbahn der Kinder und für ein lebenslanges Lernen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Kindertageseinrichtungen umzusetzen bedeutet, Kindern im Alter von null bis sechs Jahren die Möglichkeit zu bieten, sich spielerisch mit zukunftsrelevanten Themen und Fragestellungen zu beschäftigen, ihnen den Raum zu geben, selbst Verantwortung zu übernehmen und ihr unmittelbares Lebensumfeld im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten.

Die konkreten Alltagserfahrungen, Bedürfnisse und Interessen der Kinder stellen hierbei primäre Bezugs- und Ansatzpunkte für die Bearbeitung und das Aufgreifen der vielfältigen Themen einer nachhaltigen Entwicklung dar (wie zum Beispiel Wasser, Ernährung, Energie, Gerechtigkeit). Abwechslungsreiche Lernzugänge und offene Lernarrangements wie Morgenkreise, Projektarbeit, Experimentieren, Philosophieren, Freispiel und viele andere Angebote prägen den Alltag in den Einrichtungen und bieten Gelegenheiten, nachhaltige Entwicklung erlebbar zu machen.

Mit den nachfolgenden Handlungsfeldern, Zielen und Maßnahmen werden die Aufgaben definiert und konkretisiert, die erforderlich sind, um entsprechend der Zielsetzung des Weltaktionsprogramms BNE langfristig in den Strukturen der frühkindlichen Bildung zu verankern. Diese fokussieren Idealvorstellungen für die Zukunft und haben sowohl einen inhaltlichen als auch einen politischen Kern.

Die aus den Handlungsfeldern und Zielen abgeleiteten Maßnahmen sind als Unterstützungsleistungen zu verstehen, mit denen es gelingen kann, BNE noch stärker als bisher als Teil des professionellen Handelns von Kindertageseinrichtungen,  Trägern, Verbänden sowie von Aus- und Weiterbildungsinstitutionen zu verankern. Handlungsleitend ist dabei ein ganzheitliches Bildungsverständnis, das an vorhandene konzeptionelle Grundlagen und Strukturen im Arbeitsfeld der Kindertageseinrichtungen anknüpft, soziale, kulturelle, ökonomische und ökologische Dimensionen ebenso berücksichtigt wie physische und kognitive Kompetenzen und sich als integraler Bestandteil des bestehenden Systems versteht. Die Mitglieder des Fachforums Frühkindliche Bildung haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Umsetzung der Ziele und Maßnahmen zu koordinieren und zu unterstützen, um damit einen Beitrag zur strukturellen Verankerung von BNE im Elementarbereich zu leisten.

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I. BNE in den Bildungsplänen verankern

In den zurückliegenden Jahren haben einige Länder das Konzept von BNE bereits in unterschiedlicher Form in ihre Bildungspläne aufgenommen. Zu prüfen ist, an welchen Stellen Weiterentwicklungen notwendig sind und welche Empfehlungen anderen Ländern für die Aufnahme von BNE gegeben werden können. Zugleich gilt es, Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, die eine Umsetzung der Bildungspläne in die Kita-Praxis sicherstellen.

Ziele und Maßnahmen

1. Ziel:

Ein Wertekern, in dem die Bedeutung von BNE auf der Grundlage eines ganzheitlichen Bildungsverständnisses dargelegt wird, liegt vor (2019) und soll als Inhalt in den einführenden Kapiteln der Bildungspläne hinterlegt werden.

Maßnahmen:

  • Eine Expertinnen- und Expertengruppe wird in Abstimmung mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung beauftragt, auf der Basis vorliegender Materialien und Konzepte einen Wertekernentwurf zu entwickeln. Der Wertekern soll darlegen, welches Grundverständnis und welche Bedeutung, Ziele und erforderlichen Kompetenzen sich mit dem Thema verbinden lassen.
  • Die Beratung des Entwurfs und seine Freigabe zur Weiterleitung an das Ministerium erfolgt durch das Fachforum Frühkindliche Bildung.
  • Um eine Berücksichtigung des Wertekerns sicherzustellen und diesen bekannt zu machen, wird dieser in relevanten Gremien vorgestellt und beraten. Zu den Gremien gehören beispielsweise die Länder-Arbeitsgruppe „Kindertageseinrichtungen“, die offene länderübergreifende Arbeitsgruppe der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte, die einschlägigen Ausschüsse und Arbeitsgruppen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (BAGFW) und der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe e. V. (AGJ) sowie die Bildungsplankommissionen.

 

2. Ziel:

Eine inhaltlich-konzeptionelle Konkretisierung von BNE ist für Kindertageseinrichtungen entwickelt und dient als Grundlage für die Auseinandersetzung und Weiterentwicklung der Bildungspläne auf Länderebene (2019).

Maßnahmen:

  • Für die Entwicklung der inhaltlich-konzeptionellen Konkretisierung wird in Abstimmung mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung eine Expertise vergeben.
  • Der vom Auftragnehmer entwickelte Entwurf der Konkretisierung wird vom Fachforum Frühkindliche Bildung beraten und an die Bildungsplankommissionen der Länder weitergeleitet.

 

3. Ziel:

In länderspezifischen Cross-Matrixen ist dargestellt, welche Übereinstimmungen zwischen den Anforderungen von einer BNE und den Inhalten der Bildungspläne bestehen beziehungsweise an welchen Stellen die Bildungspläne weiterzuentwickeln sind (2019).

Maßnahmen:

  • Die länderspezifischen Cross-Matrixen werden in Abstimmung mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung in Auftrag gegeben. Bei der Erstellung wird neben den entwickelten inhaltlich-konzeptionellen Bausteinen von BNE auch die vom Haus der kleinen Forscher in Auftrag gegebene Expertise zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung und Bildungspläne“ herangezogen.
  • Die Cross-Matrixen werden vom Fachforum Frühkindliche Bildung beraten und freigegeben und den Länderkommissionen zur Weiterentwicklung ihrer Bildungspläne zur Verfügung gestellt.

 

4. Ziel:

Auf Länderebene findet eine Auseinandersetzung mit der inhaltlich-konzeptionellen Konkretisierung von BNE statt (ab 2020).

Maßnahme:

  • Mit dem Start der Umsetzungsphase des Nationalen Aktionsplans werden in Zusammenarbeit mit allen Fachforen Regionalkonferenzen zu Fragen der BNE bundesweit durchgeführt. An den Konferenzen nehmen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren teil. Dazu gehören unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Trägerverbände, der Städte- und Gemeindebünde und der Ausbildung. Gastgeber sind die Nationale Plattform und das Fachforum.

 

5. Ziel:

BNE soll in den Bildungsplänen der Bundesländer verankert werden.

Maßnahmen:

  • Mit dem Bundesfamilienministerium, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Ländern berät das Fachforum Frühkindliche Bildung darüber, welche Berichtsformate auf Bundes- und Länderebene geeignet dafür sind, die Umsetzung der Inhalte von BNE zu dokumentieren.
  • Bund und Länder verständigen sich auf ein geeignetes Berichtsformat. Sie vereinbaren die Erarbeitung und Herausgabe eines Sachstands- und Abschlussberichts zur Umsetzung von BNE.

 

6. Ziel:

Strategien und Maßnahmen für eine Implementierung der Bildungspläne in Kindertageseinrichtungen sind auf Länderebene vereinbart.

Maßnahmen:

  • In 2017 wird vom Fachforum Frühkindliche Bildung ein Strategiepapier entwickelt, in dem die Notwendigkeit einer verbindlichen Implementierung der Bildungspläne begründet und Möglichkeiten der Umsetzung dargelegt sind.
  • Das Strategiepapier dockt an die von Bund und Ländern gemeinsam im Zwischenbericht „Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern“ dokumentierten Qualitätsziele an und wird den Mitgliedern der gleichnamigen Bund-Länder- Arbeitsgruppe zur Verfügung gestellt (2017).
  • Die Frage der verbindlichen Implementierung der Bildungspläne wird mit den relevanten Akteuren beraten.
  • 2017 erhalten die entsprechenden Ministerien ein Empfehlungsschreiben, dem das Strategiepapier beigefügt ist.
  • Anfang 2018 veranstalten Trägerverbände in Zusammenarbeit mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung und dem Haus der kleinen Forscher eine bundesweite Tagung zum Thema.

II. BNE im Sinne eines institutionellen Auftrags von Trägern etablieren

Kommunen und Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege haben die Notwendigkeit sowie den langfristigen Nutzen von BNE im Elementarbereich erkannt. Daher fördern sie die Entwicklung pädagogischer Konzepte, die auf BNE ausgelegt sind. Kita-Träger und deren Spitzenverbände werden durch das Fachforum darin unterstützt, BNE in den jeweiligen Leitbildern und Qualitätsmanagementkonzepten zu verankern und verbindlich umzusetzen.

Ziele und Maßnahmen

1. Ziel:

In den Leitbildern der Träger ist BNE als Orientierungsmaßstab formuliert (2019).

Maßnahmen:

  • Bis Ende 2017 ist der Entwurf eines Textbausteins durch das Fachforum Frühkindliche Bildung zum Thema formuliert, der für die Leitbilder der Träger geeignet ist und entsprechend trägerspezifische Modifizierungen ermöglicht.
  • Der Textbaustein wird den Trägern über ihre jeweiligen Trägerverbände 2018 zur Verfügung gestellt.

 

2. Ziel:

Qualitätsanforderungen, Praxisindikatoren und Nachweismöglichkeiten zur BNE sind für die Fortschreibung der Qualitätsmanagementkonzepte der Träger entwickelt (2019).

Maßnahmen:

  • Eine Expertinnen- und Expertengruppe wird in Abstimmung mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung beauftragt, auf der Basis der Bildungspläne sowie vorliegender konzeptioneller Bausteine aus Kindertageseinrichtungen und auf der Grundlage des Konzepts der ganzheitlichen Bildung das Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in mehreren Qualitätsanforderungen zu skizzieren und diese jeweils durch Praxisindikatoren und Nachweismöglichkeiten zu operationalisieren.
  • Im ersten Halbjahr 2018 werden die Ergebnisse der Expertengruppe durch das Fachforum Frühkindliche Bildung beraten, gegebenenfalls modifiziert und zur Veröffentlichung freigegeben.
  • Die Qualitätsanforderungen, Praxisindikatoren und Nachweismöglichkeiten werden den Trägern von Kindertageseinrichtungen als Bausteine für deren Qualitätsmanagementsystem im zweiten Halbjahr 2018 über die Trägerverbände zur Verfügung gestellt.

 

3. Ziel:

Träger und Trägerverbände setzen sich mit den Inhalten der BNE und ihrer Bedeutung für die frühkindliche Bildung auseinander (2021).

Maßnahmen:

  • Von 2018 bis 2021 werden vom Fachforum Frühkindliche Bildung in den Bundesländern in Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesministerien und länderbezogenen Trägerverbänden regionale Fachveranstaltungen zum Thema durchgeführt.
  • Das Thema BNE wird 2019 in Fachzeitschriften, Trägerrundschreiben und weiteren Publikationsinstrumenten aufgegriffen.
  • Bis 2024 entwickeln Träger und Trägerverbände in Anlehnung an ihr trägerspezifisches Profil Ansätze für die strukturelle Verankerung von BNE in ihrer Organisation.
Commitments

III. BNE in die Aus- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften integrieren

An Fach- und Hochschulen soll BNE einerseits als ein eigenes Modul, andererseits als Querschnittsbereich eingeführt werden, der die gesamte Ausbildung bzw. das Studium durchzieht. Neben der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema während des Studiums sind mit Blick auf die spätere Vermittlung von BNE auch Praktika in den Kitas erforderlich. Im Bereich der Weiterbildung soll Wissen vermittelt und ein persönlicher Zugang zum Thema eröffnet werden, z.B. orientiert an erfolgreichen Fortbildungs- und Qualifizierungskonzepten von Leuchtpol oder dem Haus der kleinen Forscher.

Ziele und Maßnahmen

1. Ziel:

Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) hat den Themenbereich Bildung für nachhaltige Entwicklung als Bestandteil in die Ausbildung an Fachschulen und Fachakademien integriert.

Maßnahme:

  • Die entwickelten konzeptionellen Grundlagen werden der KMK von der Nationalen Plattform zur Verfügung gestellt.

 

2. Ziel:

Fort- und Weiterbildungskonzepte zu Fragen der Bildung für nachhaltige Entwicklung liegen für Fort- und Weiterbildnerinnen und Fort- und Weiterbildner sowie für Fachberatungen vor (2019).

Maßnahmen:

  • Im Rahmen einer in Abstimmung mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung in Auftrag gegebenen Expertise werden basierend auf vorhandenen Ansätzen Inhalte und Anforderungen der Fortbildungen für die spezifischen Zielgruppen gebündelt und in einem Eckpunktepapier zusammengetragen.
  • Das Fachforum berät das Eckpunktepapier und stellt dieses im Rahmen einer Fachveranstaltung zur Diskussion.
  • Vorhandene Weiterbildungsmaterialien werden durch einen Auftragnehmer zielgruppenspezifisch zusammengetragen. Diese werden wirksam beworben.
  • Für Fachberatungen, Fort- und Weiterbildnerinnen und Fort- und Weiterbildner werden Qualifizierungsmaßnahmen auf der Grundlage des Eckpunktepapiers und der Weiterbildungsmaterialien angeboten.

 

3. Ziel:

BNE ist fester Bestandteil im Angebot von Fort- und Weiterbildungen (2019).

Maßnahmen:

  • Die Erarbeitung eines Wegweisers zu vorhandenen Fort- und Weiterbildungsanbietern sowie zu Prozessbegleitern wird in Abstimmung mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung in Auftrag gegeben und zur Verfügung gestellt.
  • Es wird empfohlen, auf der Länder- und Bundesebene zweckgebundene Mittel für die Fort- und Weiterbildung zur Verfügung zu stellen.

 

4. Ziel:

Hochschulen haben für Lehramtsstudiengänge beziehungsweise für das Studium „Pädagogik der Frühen Kindheit“ Module zur BNE ausgearbeitet, die mit den einschlägigen Akkreditierungsinstituten abgestimmt sind (2021).

Maßnahmen:

  • Hochschulen mit einem Studiengang für Pädagogik der Frühen Kindheit sowie einem Studiengang für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern an Ausbildungsinstitutionen im Sozialwesen werden angeregt, unter Einbeziehung von Expertinnen und Experten der Praxis akkreditierbare Module für BNE zu entwickeln und zu erproben.
  • Das Fachforum Frühkindliche Bildung berät mit Expertinnen und Experten einschlägiger Gremien (Bundesarbeitsgemeinschaft  Bildung und Erziehung im Kindesalter, Fachbereichsrat Soziale Arbeit und Studiengangstag) die Entwürfe zu den Modulen.
  • Das Fachforum Frühkindliche Bildung veröffentlicht die Entwürfe.
  • Die Module werden in einer bundesweiten Tagung vorgestellt. Die Konzepte und Materialien werden allen Hochschulen und den einschlägigen Akkreditierungsinstitutionen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

 

5. Ziel:

BNE ist in den Lehrplänen/Curricula der Ausbildung der Fachkräfte enthalten.

Maßnahmen:

  • Eine Arbeitsgruppe, die aus Expertinnen und Experten zur frühkindlichen Bildung und BNE, der KMK und der Jugend- und Familienministerkonferenz besteht, erarbeitet einen Entwurf zur Ergänzung des länderübergreifenden, kompetenzorientierten Rahmenplans für die Ausbildung an Fachschulen/Akademien für Sozialpädagogik.
  • Der Entwurf wird durch das Fachforum Frühkindliche Bildung beraten und verabschiedet und allen Bundesländern zur Verfügung gestellt.
  • Für Fachberatungen, Fort- und Weiterbildnerinnen sowie Fort- und Weiterbildner werden Qualifizierungsmaßnahmen auf der Grundlage des Eck- punktepapiers und der Weiterbildungsmaterialien angeboten (siehe auch Handlungsfeld III, Ziel 2).

IV. BNE als Basis professionellen Handelns unterstützen

Auf ihrem Weg zu Lernorten nachhaltiger Entwicklung benötigen Kindertageseinrichtungen Unterstützung. Dazu zählen Instrumente zur Förderung eines umfassenden Verständnisses für Ziele und Inhalte von BNE und die Rolle des Leitungspersonals und der pädagogischen Fachkräfte im konkreten Alltag bei der Umsetzung des Bildungskonzeptes. Gleichzeitig bedarf es konkreter Unterstützungs- und Vernetzungsangebote zur Gestaltung eines nachhaltigen pädagogischen Alltags.

Ziele und Maßnahmen

1. Ziel:

In den konzeptionellen Bausteinen von Kitas ist überzeugend dargelegt, dass BNE auf der Grundlage eines ganzheitlichen Bildungsverständnisses zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern beiträgt (2019).

Maßnahmen:

  • Eine multidisziplinär zusammengesetzte Expertinnen- und Expertengruppe wird in Abstimmung mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung beauftragt, Zieldimensionen sowie inhaltliche und methodische Bausteine zu entwickeln.
  • Die inhaltlichen und methodischen Bausteine werden in Modellprojekten erprobt, evaluiert und weiterentwickelt. Sie werden mit den Zieldimensionen in einem Entwurf zusammengeführt.
  • Die Beratung des Entwurfs und die Weiterleitung an die Nationale Plattform erfolgt durch das Fachforum.

 

2. Ziel:

Für Kindertageseinrichtungen sind Kriterien der BNE konkretisiert, die bei der Gestaltung der Bildungsarbeit und von Bildungsanlässen berücksichtigt werden und gleichzeitig als Gradmesser für eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung und Beschaffung in den Einrichtungen dienen (2019).

Maßnahmen:

  • Eine Expertinnen- und Expertengruppe wird in Abstimmung mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung beauftragt, die vorliegenden Praxiskriterien beispielhaft für den pädagogischen Alltag aufzubereiten.
  • Eine Expertinnen- und Expertengruppe wird in Abstimmung mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung beauftragt, Kriterien für eine verantwortungsvolle
    Bewirtschaftung und Beschaffung zu entwickeln (z.B. Leitfaden für nachhaltige Baumaßnahmen und Beschaffung, Caterer-Check etc.).
  • Beide Entwürfe werden vom Fachforum beraten und zusammengeführt.
  • Die Kriterien werden den Qualitätsmanagementsystemen zur Verfügung gestellt.

 

3. Ziel:

Unterstützungsangebote im Sinne praxisrelevanter Impulse zu BNE sind durch das Fachforum aufbereitet und pädagogischen Fachkräften zugänglich (2019).

Maßnahmen:

  • Eine Kriterienliste zur qualitativen Bewertung von vorhandenen Unterstützungsangeboten wird in Auftrag gegeben, vom Fachforum Frühkindliche Bildung beraten und verabschiedet.
  • Auf der Grundlage der Kriterienliste werden vorhandene Unterstützungsangebote bewertet. Zu empfehlende Angebote werden in einer Datenbank aufbereitet und zugänglich gemacht.
  • Praxisbeispiele von BNE werden aufbereitet und im Internet zugänglich gemacht.
  • Gegenüber Ländern und Trägern wird die Schaffung von Konsultationskitas empfohlen, um von der Praxis für die Praxis zu lernen.

 

4. Ziel:

Zur flächendeckenden Etablierung des Bildungskonzeptes und zur Unterstützung von Kindertageseinrichtungen bei seiner Umsetzung haben Bund, Länder und Kommunen konkrete Schritte und Maßnahmen vereinbart (2021).

Maßnahmen:

  • Das Fachforum Frühkindliche Bildung berät mit den Verantwortlichen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über geeignete
    Maßnahmen und Instrumente zur Implementierung von BNE.
  • In Zusammenarbeit mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung findet eine Abstimmung zwischen dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung statt.
  • Das Fachforum Frühkindliche Bildung berät auf Grundlage der Ergebnisse der Ressortabstimmung sowie auf der Grundlage der vorliegenden Handlungsfelder und Ziele bei der Entwicklung geeigneter Maßnahmen und Instrumente.

 

5. Ziel:

Strukturelle Voraussetzungen und Angebote für einen systematischen sowie praxisorientierten Austausch sind regional und länderübergreifend vorhanden (2021).

Maßnahmen:

  • Das Fachforum Frühkindliche Bildung entwickelt eine Empfehlung für Kommunen und kommunale Spitzenverbände, aus der hervorgeht, wie Kindertageseinrichtungen in kommunale und regionale Nachhaltigkeitsstrategien einbezogen werden können.
  • Die Fachberatung als Unterstützungsstruktur der Länder und Kommunen berät zu BNE und sorgt für die regionale Vernetzung.

 

6. Ziel:

Leitungskräfte von allen Kindertageseinrichtungen sorgen für die Umsetzung der BNE (2030).

Maßnahmen:

  • Das Fachforum Frühkindliche Bildung empfiehlt gegenüber Bund, Ländern und Kommunen, dass diese im Rahmen ihrer vereinbarten Schritte und Maßnahmen zur Etablierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung Kongresse und regionale Veranstaltungen initiieren.
  • Das Fachforum Frühkindliche Bildung empfiehlt, den Trägern Zeitbudgets für BNE zu gewähren und Leitungskräften die Teilnahme an Fortbildungen und Evaluationen zu BNE zu ermöglichen.

 

7. Ziel:

Die pädagogischen Fachkräfte gestalten und begleiten die Bildungsprozesse von Kindern zu Fragen der BNE (2030).

Maßnahme:

  • Das Fachforum Frühkindliche Bildung erarbeitet eine Empfehlung, wie Träger im Rahmen von teamzentrierten Fortbildungen einrichtungsspezifisch in BNE einführen können.

V. Vernetzungsstrukturen zu informellen und formellen Bildungsorten aufbauen

Bei der Initiierung von Netzwerken für BNE kommt den Kommunen eine besondere Verantwortung zu, denn sie kennen die relevanten Akteure vor Ort. Die Kommunen sollen dabei helfen, diese miteinander in Kontakt zu bringen und eine themenbezogene Netzwerkarbeit zu institutionalisieren, um BNE im Arbeitsfeld der Kindertageseinrichtungen zu etablieren.

Ziele und Maßnahmen

1. Ziel:

Akteurinnen und Akteure auf der Landes- und Kommunalebene, die einen Beitrag zur Förderung der BNE leisten, sind identifiziert und für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zugänglich (2019).

Maßnahmen:

  • Ein Auftrag für eine bundesweite Recherche von Akteuren auf Landes- und Kommunalebene wird in Abstimmung mit dem Fachforum Frühkindliche Bildung vergeben.
  • Die Rechercheergebnisse werden über das BNE-Portal und andere relevante Webseiten im Internet, wie beispielsweise über die Webseite der Stiftung Haus der Kleinen Forscher, zugänglich gemacht.

 

2. Ziel:

Verantwortliche in den Kommunen sind sich der Bedeutung von BNE im Elementarbereich bewusst und initiieren themenbezogene Netzwerke (2021).

Maßnahmen:

  • Im Rahmen von Regionalkonferenzen und weiterer Veranstaltungsformate erhalten verantwortliche Akteure aus den Kommunen die Möglichkeit zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Konzept von BNE und der Bedeutung von themenbezogenen Netzwerken und ihrer Förderung.
  • Zusammen mit dem BMBF, dem BMFSFJ und der Deutschen UNESCO-Kommission prüft das Fachforum Frühkindliche Bildung, ob die vorhandenen Kriterien für die Auszeichnung von Netzwerken spezifisch für das Arbeitsfeld der Kindertagesein- richtungen auf kommunaler Ebene ergänzt werden sollten (2019).

 

3. Ziel

BNE ist Bestandteil der Zusammenarbeit von Kin-dertageseinrichtungen und Schulen (2021).

Maßnahmen:

  • In Zusammenarbeit mit dem Fachforum Schule werden Beispiele für die Gestaltung des Übergangs von Kindertageseinrichtungen zur Grundschule aufbereitet, in denen BNE ein Thema ist.
  • Die Beispiele guter Praxis werden in einer Handreichung zusammengetragen und den Kindertageseinrichtungen und Schulen zur Verfügung gestellt.