UNESCO-Japan Preis geht nach Jordanien, Simbabwe, Großbritannien

Gewinner erhalten je 50.000 US-Dollar

Die drei Gewinner des diesjährigen UNESCO-Japan Preises für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stehen fest: die Initiative Zikra for Popular Learning aus Jordanien, das Hard Rain Project aus Großbritannien und die Sihlengeni Grundschule in Simbabwe.

Die Gewinner erhalten jeweils 50.000 US-Dollar. Insgesamt hatten die UNESCO-Mitgliedsstaaten über 100 Initiativen nominiert, aus denen eine internationale Jury besonders gelungene Beispiele für gute BNE-Praxis auswählte. Die offizielle Preisverleihung fand am 3. November 2017 in Paris im Rahmen der 39. UNESCO-Generalversammlung statt.

Die Preisträger werden darüber hinaus eingeladen, Key Partner der UNESCO zu werden. Als solche arbeiten sie in unterschiedlichen internationalen Netzwerken daran, die Implementierung von jeweils einem der fünf Schwerpunktthemen des UNESCO-Weltaktionsprogramms (WAP) zu fördern: Politische Unterstützung, Transformation von Lern- und Lehrumgebung, Kompetenzentwicklung von Lehrenden und Multiplikatoren, Mobilisierung der Jugend und Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf lokaler Ebene.

Initiativen setzen sich für Umweltschutz ein und bekämpfen dabei Hunger und Armut

Die Sihlengeni Grundschule liegt in Matabeland, einem Teil Simbabwes, der besonders mit Dürre zu kämpfen hat. Das ausgezeichnete Projekt Permaculture der Grundschule vermittelt Kindern von Kleinbauern, wie man Land nachhaltig nutzt und dabei Erträge steigert. Die Schülerinnen und Schüler lernen dazu beispielsweise, wie man Bäume pflanzt und erhält oder Grasflächen anlegt, um die Böden vor Verfall zu schützen.

Das Hard Rain Project arbeitet mit Künstlerinnen und Künstlern wie Bob Dylan zusammen, um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Klimawandel, Energie- und Wassernutzung oder Menschenrechten an ein breites Publikum zu vermitteln. Die ausgezeichneten Projekte Hard Rain und Whole Earth erreichten mit Ausstellungen oder Vorträgen über 15 Millionen Besucherinnen und Besucher weltweit.

Das Programm Zikra for Popular Learning befördert Tourismus zwischen marginalisierten ländlichen Gemeinden und wirtschaftlich erfolgreichen Städten, um die Lebensverhältnisse auf dem Land zu verbessern und wirtschaftliche Entwicklung dort zu stärken. Beide Seiten lernen dabei außerdem mehr über verschiedene lokale Kulturen und Identitäten Jordaniens, was die gegenseitige Wertschätzung erhöht.

Deutsche Nominierungen und Gewinner

Jeder UNESCO Mitgliedstaat kann jährlich drei Kandidaten für den Preis vorschlagen. Aus zahlreichen Bewerbungen wurden 2017 von deutscher Seite das Projekt Nachhaltigkeitslotsen und Klimascouts des Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal in Ostritz, die an der Universität Bremen angesiedelte Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit sowie das Zertifikationsschema BNE norddeutscher Bundesländer für eine Nominierung ausgewählt.

Zu den 2015 erstmalig von der UNESCO ausgezeichneten Preisträgern zählt auch das Berliner Sozialunternehmen rootAbility, das mit seinem Green Office Model Nachhaltigkeit an Hochschulen in Europa fördert.

Der UNESCO-Japan Preis für BNE wird seit 2015 jährlich verliehen und ist ein wichtiger Teil des UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE. Ein besonderes Augenmerk des Preises liegt auf innovativen und transformativen Ansätzen, die individuellen und sozialen Wandel vorantreiben, und dabei die ökologische, wirtschaftliche und soziale Dimension von Nachhaltigkeit in den Blick nehmen.