MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung

Kinder lernen früh, Probleme selbstständig zu lösen und verantwortungsvoll zu handeln

Wie trägt frühkindliche Bildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu einer lebenswerten Zukunft bei? Welche Fähigkeiten und Kompetenzen benötigen Kinder und wie können Lehrende sie dabei unterstützen? Rund 100 Teilnehmende aus 28 Ländern tauschten sich darüber vom 2. bis 3. November 2017 auf dem Symposium „International Dialogue on STEM“ in Berlin aus.

Die internationalen Experten und Expertinnen erörterten in verschiedenen Workshops unter anderem, welche Gemeinsamkeiten MINT-Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) aufweisen. Dabei wurde deutlich, dass Kinder durch eine Kombination beider Konzepte lernen, wie sie Probleme selbstständig lösen können und auf der Grundlage geteilter Werte verantwortungsvoll handeln können. Beides sei wichtig, um eine komplexer und vielfältiger werdende Welt zu verstehen und zu gestalten – dies gelte für Lehrende und Lernende gleichermaßen. Die Teilnehmenden beschlossen deshalb mit großer Mehrheit, dass ihr Treffen im nächsten Jahr ganz im Zeichen von BNE stehen soll.

Auch die beiden Gastredner betonten, dass BNE und MINT ähnliche Kompetenzen fördern. Die Kenianerin Auma Obama stellte ihre Stiftung Sauti Kuu vor. Diese hilft Kindern und Jugendlichen Wege zu finden und Strukturen zu schaffen, die ihnen – psychisch, sozial und finanziell – zur Eigenständigkeit verhelfen. Dabei spielen für Obama qualitative hochwertige Bildung, Aus- und Weiterbildung sowie nachhaltiges Wirtschaftswachstum die Hauptrolle. Andreas Schleicher, der das Direktorat für Bildung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) leitet, beschrieb in seiner Rede die drei Säulen des neuen Bildungsrahmens der OECD: Werte, Handlungskompetenzen und Wissen. Organisiert hatten die Veranstaltung das Haus der Kleinen Forscher und die Siemens-Stiftung, die Deutsche UNESCO-Kommission übernahm die Schirmherrschaft.

Haus der Kleinen Forscher

Die gemeinnützige Stiftung Haus der kleinen Forscher engagiert sich seit 2006 für eine bessere Bildung von Kindern im Kita- und Grundschulalter. Ziel der Initiative ist unter anderem die Chancengleichheit von Mädchen und Jungen in den MINT-Fächern und zugleich die langfristige Nachwuchssicherung in entsprechenden Berufsfeldern. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist dabei integraler Bestandteil, beispielsweise im Fortbildungsprogramm für pädagogische Fach- und Lehrkräfte.