Menschenrechts-Fortbildung zu Flucht, Asyl, Rassismus

Eigene Denkmuster reflektieren und Bewusstsein für Diskriminierungsmechanismen schärfen

Wie können Pädagoginnen und Pädagogen aller Bildungsbereiche mit Menschenrechtsbildung rassistische Diskriminierung reduzieren und Verständnis für Geflüchtete fördern? Wie können Menschenrechte eine Gesprächskultur stärken, die offenen Meinungsaustausch stärkt und gleichzeitig vor diskriminierenden Äußerungen schützt? Antworten gibt es beim Workshop „Maßstab Menschenrechte“ vom 5. bis 8. März 2018 im Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin, Anmeldungen sind bis zum 15. Februar über dieses Online-Formular möglich.

Die Teilnehmenden lernen unter anderem mehr über die (menschen-) rechtliche Situation von Geflüchteten in Deutschland und verschiedene Formen rassistischer Diskriminierung. Sie können verschiedene Methoden der Menschenrechtsbildung ausprobieren und diese auf Beispiele der eigenen pädagogischen Praxis anwenden. Ziel der Fortbildung ist es, die Teilnehmenden zu einer Reflexion eigener Denkmuster anzuregen und ihr Bewusstsein für Diskriminierungen und die dahinterstehenden Mechanismen zu schärfen. Dazu setzen sie sich unter anderem auch kritisch mit Bildungsmaterialien auseinander.

Im Rahmen des Projekts „Maßstab Menschenrechte“ finden bis Ende 2019 bundesweit noch neun weitere Workshops statt, weitere Termine werden noch auf der Webseite des Deutschen Instituts für Menschenrechte bekannt gegeben. 2019 soll ein Handbuch erscheinen, das die Ergebnisse und Erfahrungen aus den Fortbildungen festhält. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

BNE und Geflüchtete

Im BNE-Portal beschäftigen sich zahlreiche Akteure mit dem Thema Migration und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Eine besondere Bedeutung kommt BNE außerdem dabei zu, Fluchtursachen zu bekämpfen und Geflüchtete zu integrieren. Maßgeblich sind hierbei die Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen: Ziel 16 stärkt Frieden, Justiz und Institutionen; Ziel 4 fördert inklusive, gerechte und hochwertige Bildung für jeden. Eine solche Bildung ermöglicht Geflüchteten, ihre eigene Zukunft und die ihres Herkunftslandes positiv zu gestalten. Eine gute Ausbildung ist die Grundlage dafür, nach Ende der Krisen, in die Heimat zurückkehren und diese wieder aufzubauen. Kenntnisse nachhaltiger Entwicklung ermöglichen es, den Wiederaufbau von Strukturen im Heimatland sowohl in ökonomischer und ökologischer als auch in sozialer Hinsicht zukunftsfähig zu gestalten.

Die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) zeigt mit dem Projekt "Umweltbildung mit Flüchtlingen", wie BNE bei der Integration in Deutschland hilft. Geflüchtete, die den Natur- und Ressourcenschutz kennenlernen, erfahren viel über soziale und interkulturelle Zusammenhänge. Die Projekte helfen beim Spracherwerb und unterstützen dabei, den neuen Alltag zu strukturieren. Geflüchtete können sich außerdem über grüne Berufe informieren, Praktika absolvieren und erste Qualifizierungen erhalten. Auch das ökologische Schullandheim „Spohns Haus“ vermittelt Geflüchteten in einem Projekt Umweltwissen und Grundkenntnisse zu nachhaltigem Verhalten.

Deutsche Hochschulen verfügen über jahrelange Erfahrung in der Integration von Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eröffnet Geflüchteten über ein Förderprogramm den Zugang zu Hochschulen, auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert dazu über 300 Projekte an 180 deutschen Hochschulen. Das Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung der Universität Tübingen förderte ein ethnologisches Projekt zur nachhaltigen Flüchtlingshilfe in Tübingen. Dieses untersuchte, auf welche Weise Flüchtlingsbilder die langfristige Wirksamkeit lokaler Flüchtlingshilfe beeinflussen und welcher Handlungsbedarf sich daraus ergibt.